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"Viel Feind, viel Ehr", unter diesem Sprichwort-Stern stehen und agieren nicht wenige Emcees im Rap-Game. Hip Hop ist Wettkampf, doch Competition heißt hier: Ich will da hin, wo du bist - an die Spitze. Also wird aus Rohren gedisst, was das Zeug hält. Das Paradebeispiel: Curtis Jackson aka 50 Cent.
Er verliert schon früh seine Mutter und Freunde im Drogenkrieg auf den Straßen von Queens. Trotz aller Widrigkeiten unterschreibt er einen Deal bei JMJ, dem kleinem Label von Run DMC-DJ Jam Master Jay. Dort stößt er jedoch bald an logistische Grenzen, so dass er mit Hilfe des renommierten Produzententeams der Trackmasters den Weg zum Majorlabel Columbia Records findet.
Die erste Single "How To Rob (An Industry Nigga)" avanciert zum Underground-Hit. Hier kriegen die angesagten R'n'B-Acts, Emcees und Produzenten gleichermaßen ihr Fett weg. Namentlich pisst 50 Cent dem RZA, Raekwon, Ghostface Killah, ODB, Jay-Z, Big Punisher, Busta Rhymes, DMX, Jermaine Dupri, Da Brat, Master P, Silk The Shocker, Timbaland, Missy Elliott, DJ Clue, TQ, Naughty By Nature, Joe, Will Smith, Juvenile, Heavy D, Sticky Fingaz, Blackstreet, Kurupt, Harlem World, Slick Rick, Foxy Brown, Bobby Brown, Whitney Houston, Lil' Kim und Mariah Carey ans Bein. Doch 50 Cent hält sich nicht mit billigen Battle-Worten auf, sondern disst die Stars so parodistisch, dass sich vor lustigen Wortspielen die Balken biegen.
Die Antwort der Gefoppten lässt nicht lange auf sich warten. Fiddys Plan geht auf – sein Name ist in aller Munde. Gegenüber Allhiphop.com äußert er Umstände und Beweggründe, die zum kontroversen Track führen: "Der Song war das Beste, was mir passieren konnte. Ich nahm ihn auf, da ich mich von den anderen hundert Acts meines Major Labels abheben musste. Nach dem Lied kannte jeder diesen 50 Cent-Typen.”
Ein Ereignis jedoch stoppt den Höhenflug: Am 24. Mai 2000 treffen 50 Cent neun Kugeln ins Gesicht, in Arme und Beine. Doch er hat Glück im Unglück und muss nur 13 Tage im Krankenhaus verweilen. Trotz des kurzen Aufenthaltes steht er nach der Entlassung vor den Trümmern seiner Rap-Karriere.
Seine Plattenfirma Columbia schreckt die negative Publicity und lässt den geplanten Videodreh mit Beyoncé Knowles zur Single "Thug Love" platzen. Zudem zieht das Label auch gleich das ganze "Power Of A Dollar"-Album aus dem Verkehr und löst den Vertrag mit dem Rapper auf.
50 Cent muss zurück auf die Straße. Er dealt mit Drogen, um wieder Kohle für Demobänder zu haben, und um Präsenz auf Mix-Tapes zu zeigen. Parallel zu seinen ersten Schritten Richtung Comeback beginnt 50s Fehde mit Queens-Kollege Ja Rule, die sich bis zu seinem Durchbruch und darüber hinaus hinziehen soll.
Am höchsten kocht der Beef, als 50 Cent endlich wieder Licht am Ende des Tunnels sieht und bei Dr. Dres Aftermath- bzw. Eminems Shady Records unterschreibt. Mit so viel geballter Firmenmacht im Hintergrund rückt der Streit vor allem on wax wieder ins Blickfeld der Medien.
Ob die Auseinandersetzung jedoch etwas mit dem Mord an 50 Cents-Mentor Jam Master Jay im November 2002 zu tun hat, bleibt ungewiss. Nach dem tragischen Tod des Run DMC-Mitglieds brodelt es in der Gerüchteküche, auf der Speisekarte stehen die Drogen ganz oben.
So soll Ja Rules Murder Inc.-Label mit Geld vom Mafioso McGriff finanziert worden sein, mit dem 50 Cent zufälligerweise schon zu seiner Dealer-Zeit Probleme hatte. Auch Aftermath und Eminem, das Violater Management, Suge Knight und Death Row rutschen in diesen abstrusen Gang-Strudel. Doch trotz intensiver Ermittlungen des FBI bleibt die Wahrheit vorerst im Dunkeln.
Erfreulicher verläuft dagegen 50s Rap-Karriere. Nach dem Appetitanreger-Album "Guess Who's Back" erscheint im Frühjahr 2003 das von Dre und Em tatkräftig untersützte Werk "Get Rich Or Die Tryin'" und bricht mit über 850.000 verkauften Einheiten Snoop Doggs Debüt-Rekord.
Millionenschwere Multi-Platin Verkäufe schließen sich nach dem furiosen Start an und hypen 50 Cent in 2Pac'sche Regionen. 50 Cent ruft seine G Unit-Records (G steht für Guerilla) ins Leben, zu der u.a. auch die Mic-Talente Lloyd Banks, Tony Yayo und Young Buck zählen.
Zu "Get Rich Or Die Tryin'"-Zeiten geht G Unit noch als klassische Hip Hop-Crew durch. Doch 50 Cent wäre nicht der Vorzeige-Ghetto-Entrepreneur, wenn er nicht im Laufe der Zeit neben seinem eigenen Namen auch G Unit zu einem Multimillionendollar-Unternehmen ausbaute.
Llyod Banks Debüt "The Hunger For More" steigt im Sommer 2004 auf Platz eins der amerikanischen Billboardcharts ein, Kollege Young Buck platziert sich mit "Straight Outta Ca$hville" auf Nummer drei.
Im Jahr 2005 wirft Fiddys Klamottenlinie G Unit-Clothing über 75 Millionen Dollar ab. Fifty ist nun endgültig nicht mehr der strugglende Drogendealer aus Southside Queens, sondern das stärkste Zugpferd des Interscope-Stalles unter der Ägide von Labelboss Jimmy Iovine.
Emsig arbeiten Marketingexperten an der Wertigkeit der Marke 50 Cent weiter. "From Pieces To Weight" lautet der Name der Autobiografie in Buchform, "Get Rich Or Die Tryin'" der quasi biografische Hollywood-Blockbuster für den die Produzenten knapp 40 Millionen Dollar locker machen.
Fifty liefert für den Streifen nicht nur seine Geschichte, sondern spielt sich gleich auch selbst. Eminem und "8 Mile" lassen grüßen. Das eigene Videospiel "Bulletproof", entwickelt von Vivendi Games in enger Zusammenarbeit mit dem Rapper, geht 1,3 Millionen Mal über die Ladentische und lehnt sich natürlich an Fiddys Aufstieg vom Dealer zum Millionär an.
Bei all diesen Verkaufsbemühungen vernachlässigt Fiddy jedoch nicht seine zwei Lieblingsbeschäftigungen - Rapplatten aufnehmen und Streit vom Zaun brechen. 2005 erscheint "The Massacre" und auch hier bleibt 50 Cent ist der unbestrittene König der Ghetto-Poserei.
Daran ändert auch das neue Westcoast-Wunderkind The Game im Jahr 2004 mit der Veröffentlichung seines Debüts "The Documentary" nichts. Vielmehr geht Fifty auch aus dieser Auseinandersetzung als überheblicher Sieger raus. Die Story: Auf Wunsch von Aftermath-Boss Dr. Dre soll 50 Cent Dres neuem Sprößling Game auf seinem Debüt musikalisch unter die Arme greifen. Kurzerhand nimmt 50 Cent The Game sogar in seine G Unit-Crew auf und will so sein Imperium auf die amerikanische Westküste erweitern.
Der Schuss geht gehörig nach hinten los. Kommerziell und auch künstlerisch avanciert "The Documentary" zwar zum vollen Erfolg. Die Zusammenarbeit zwischen 50 Cent und The Game findet jedoch ein jähes Ende. The Game will sich nicht an Fifty Streitereien beteiligen und freut sich etwa über die Respektbekundungen von Nas.
Fifty wirft Game daraufhin mangelnde Loyalität vor und ist davon überzeugt, dass er mehr zum Erfolg von Games Debüt beigetragen hat, als The Game selbst. The Game verliert sich in der Folge in nicht enden wollenden Diss-Tiraden und startet seine Kampagne "G Unot", in der er darauf hinweisen will, dass Fifty gar nicht der harte Gangster ist, für den er sich hält. Was The Game bei seinen Schmähungen übersieht ist, dass er für weitere vier Alben bei Fifty auf G Unit Records gesignt ist. 50 Cent sitzt einmal mehr am längeren Hebel.
Auch sonst kann sich Curtis Jackson nicht beschweren: 20 Millionen weltweit verkaufte Tonträger, vier Millionen verkaufte Paar Schuhe seiner G Unit-Serie bei Reebok, knapp neun Millionen verkaufte Platten der von ihm verpflichteten G Unit-Künstler, über drei Millionen gedownloadete Klingeltöne der Hits "Candy Shop" und "Just A Lil Bit", 75 Millionen Dollar-Umsatz im Jahr 2005 seiner Bekleidungsmarke G Unit Clothing, 64 Millionen Dollar-Einnahmen aus seinem biografischen Filmdebüt "Get Rich Or Die Tryin'" und 25 Millionen-Umsatz für das Jahr 2006 beim Verkauf seines Vitamin-Getränks "Formula 50".
Genügend Gründe für das bekannte Forbes Magazin, in seiner Auflistung der "einflussreichsten Berühmtheiten" 50 Cent noch vor den Erfolgsautoren Dan Brown und J.K. Rowling, den Sängern Elton John und Paul McCartney oder dem legendären Boxer Muhammad Ali auf Platz 8 der Liste zu ranken.
Den nächsten Coup landet Fifty mit dem Ausbau seines G Unit-Plattenlabels. 2005 verpflichtet er das Queensbridge-Duo Mobb Deep und die Roc-A-Fella-Schreihälse M.O.P. Außerdem freuen sich Rap-Chanteuse Olivia, Spider Loc und DJ Whoo Kid über monatliche G Unit-Gehaltschecks. Die Ziele für G Unit-Records sind ähnlich hoch gegriffen. 50 Cent will sich mit seinem Label keine erfreuliche Nebenverdienstquelle aufbauen, sondern in direkte Konkurrenz mit den Genre-Majors treten.
Doch irgendwie hat Curtis Jackson seinen Fokus verloren. Die Arbeit an seinem neuen Album "Before I Self Destruct" läuft nicht nach seinen Vorstellungen, und der Traum vom großen Erfolg von G Unit Records löst sich mit jedem neuen Release weiter auf.
Tony Yayos, Llyod Banks und Mobb Deeps Alben floppen und mittlerweile werden Stimmen über Streitigkeiten im G Unit-Camp laut. Präsident Sha Money XL, Young Buck, M.O.P., Mase, Mobb Deep und Olivia verlassen das Label oder bleiben öffentliche Loyalitätsbekundungen schuldig. 50 Cent konzentriert sich wieder auf die eigene Kariere. Mit seinen Solo-Alben "Curtis" und "Before I Self Destruct" versucht er lautstark den Gang zurück in die heiligen Hallen der Pop-Elite.
Ein Verkaufsgespräch mit 50 Cent über die Verbindung zwischen Person und Produkt.
Manchmal erreichen einen Anfragen, die einen eher unwirklich vorkommen. Zum Beispiel diese hier: "Interview doch mal 50 Cent!"
Oha. Den 50 Cent? Also den Rapper, der wie kaum ein Anderer die Hip-Hop-Szene des vorherigen Jahrzehnts geprägt hat? Der zig Millionen Platten verkauft hat und nur mit dem Zucken seiner Mundwinkel über den Erfolg oder Misserfolg von Rapperkollegen entscheiden konnte? Der Curtis James Jackson III, der seine wilde und oftmals auch tragische Lebensgeschichte im Alter von nur 30 Jahren selbst verfilmte und seither auch als Schauspieler und Filmproduzent wirkt?
Der konsequente und arbeitswütige Selbstvermarkter, der eine eigene Bekleidungslinie führt, einen Softdrink zuerst vermarktet und später für viel Geld veräußert hat und der das Geschäftsmodell Hip Hop bis zum Äußersten ausgereizt hat und ausreizt? Der Musiker 50 Cent, der inzwischen schon recht lange die Veröffentlichung einer neuen Platte ankündigt und immer wieder verschiebt? Und der – das kommt ja noch dazu – vor allem eines ist: Ein Schrank von einem Mann. Feuchte Hände, spürbarer Herzschlag, Angst. "Okay, worum soll es denn da gehen? Neuer Film? Neue Platte?" Das sei es ja gerade: Es soll dezidiert nicht über Musik gesprochen werden, sondern über Kopfhörer.
50 Cent vertreibt auch in Deutschland seine eigene Modellreihe an Headsets und hat deshalb zum Pressetermin eingeladen. Es geht dafür in den Mitarbeiterbereich eines Elektronikmarkts des Einkaufszentrums am Berliner Alexanderplatz. Am Eingang zunächst der Check der Security, ob hier auch der Richtige für das richtige Anliegen vor ihnen steht, dann hoch mit dem Fahrstuhl in den vierten Stock und dort Warten.
Schließlich vorbei an einer auf den Sofas lümmelnden, gar nicht mal so großen Entourage hinein in ein rot und weiß getünchtes Kabuff, wo ein entspannt wirkender 50 Cent bittet, sich auf den Sessel zu setzen, der dem seinem gegenübersteht und anzufangen. Auf einem kleinen Tischchen dazwischen sind die verschiedenen Modelle seiner Kopfhörermarke aufgereiht und dahinter noch ein großes Aufstellerplakat mit ihm und den Headsets platziert worden. Damit hier auch niemand vergisst, worum es gehen soll: Nämlich um ein Verkaufsgespräch.
Du hast deine eigene Kopfhörermarke entwickelt. Welches sind denn die herausragenden Merkmale dieser Modelle?
Ich habe meinen Blick auf die Dinge gerichtet, die mir bei Kopfhörern aufgefallen sind, die ich früher verwendet habe: Und das ist vor allem die Haltbarkeit. Mir sind in der Vergangenheit so viele Headsets einfach zerbrochen. Deswegen haben wir spezielle Sachen verbaut, um sie stabiler als üblich zu machen. Die brechen also nicht einfach auseinander. Während dir andere Firmen vielleicht erzählen, dass du zurückkommen und dir ein neues Paar kaufen kannst, wenn sie kaputtgehen, fanden wir, es ist wichtiger sich diesen Details zuzuwenden.
Welchen Markterfolg erhoffst du dir von diesen Kopfhörern? Ich habe das Zitat von dir gelesen, dass du erwartest, 40 Millionen Einheiten davon zu verkaufen. Stimmt das?
(Lacht) Die Leute nehmen meine Erwartungen für gewöhnlich so auf: Warum soll ich 40 Millionen sagen, wenn ich auch 80 sagen kann? Warum 80, wenn ich auch 160 sagen kann? Mir geht es eher um die Frage, wie weit deine Leidenschaft für Musik geht. Was ist mit Leuten, die Country-Musik hören oder klassische Musik oder eben Musik mit vielen Höhen? Diese Kopfhörer hier haben einen Klang für hohe Soundqualität, und das ist insbesondere Hip-Hop-Musik. Deshalb bieten wir bei bestimmten Modellen einen Bass Booster an, damit sie diesen Klang erreichen, wenn der Hörer es denn möchte. Aber für die meisten Leute haben Kopfhörer-Sets, die speziell für Hip-Hop-Musik entwickelt sind, tatsächlich zu viel Bass. Im Studio benutzt man eben andere Kopfhörer als auf der Straße.
Ich habe einige Reviews über die Kopfhörer gelesen. Darin wurde angemerkt, dass die Bässe sehr dominant sind und die Headsets deshalb für Hörer von Rock- und Pop-Musik nicht die geeignetsten sind.
Ich denke, die Person, die das geschrieben hat, hat nicht richtig hingehört. Wenn du an Hip-Hop-Musik denkst, dann weißt du, dass schwere Bässe dort sehr dominant sind. Aus meiner Sicht ist das aber eine Allroundermarke. Solche zugeschriebenen Eigenschaften werden Teil deiner Marke und ich bin nicht einverstanden mit der Aussage von zu viel Bass. Wer das sagt, versteht einfach nicht, was zu viel Bass ist. Ich denke, was wir hier haben, ist jemand, der meine Verbindung zur Hip-Hop-Kultur sieht und dann sagt: “Oh, das ist Rap, also werden Pop- oder Rock-Hörer das nicht mögen.” Wenn man das mal umgekehrt betrachtet: Es gibt einen anderen Hersteller, der einen Künstler hat, der sehr stark mit Hip Hop assoziiert wird und aus der Hip-Hop-Kultur kommt, Beatz. Müsste das nicht bedeuten, dass die Käufer, die dieses Produkt zu einem Erfolg gemacht haben, tatsächlich nur aus dem Hip-Hop-Publikum kommen?
Das ist die Frage. Es ist für mich schwerlich vorstellbar, dass ein Hörer von Rock- oder Pop-Musik zu deinen Kopfhörern greift, eben weil sie so stark mit deiner Person und deiner Musik verknüpft sind.
Mit meiner Marke? Also womit wird denn Beatz verbunden?
Dr. Dre.
Und womit wird Dr. Dre verbunden?
Hip Hop.
Und was für eine Art von Firma ist das?
Eine erfolgreiche.
Also, warum kaufen sie Beatz? Wenn es einen negativen Beigeschmack hätte, wie kommt es dann, dass du sagen kannst, es ist eine große, erfolgreiche Marke?
Ich habe ja nicht gesagt, dass es einen negativen Beigeschmack hätte, sehr stark mit einer bestimmten Musikrichtung verknüpft zu werden. Nur, dass es so ist.
Okay, so wie du es gesagt hast, klang es, als ob es nur eine bestimmte Gruppe an Leuten gibt, die daran interessiert sein könnten. Wo es doch offensichtlich ist, dass eine sehr breite Gruppe bereits Interesse an anderen Firmen gezeigt hat, die mit Künstlern assoziiert sind. Hip-Hop-Kultur ist keine Popkultur. Sie ist so umfassend, dass jeder ein Teil davon sein kann. Dinge, von denen man glaubt, dass sie dort gar keinen Platz haben, finden ihn im Hip Hop, weil es hier so viele Menschen mit verschiedenen Lebenswegen und verschiedenen Vorstellungen gibt, die alle aus ihrer Perspektive schreiben und von verschiedenen Orten kommen. Es ist, wie eine Reise in das Leben eines Anderen oder in sein Schaffen zu unternehmen, ohne tatsächlich diese Erfahrungen oder die Person selbst zu kennen. Die Möglichkeit zu haben, ein Teil davon zu sein, direkt damit verbunden zu sein und diese starke Wirkung zu haben, ist für mich sehr spannend. Dass diese Firma so erfolgreich und so stark ist, hat sie auch zu einem Teil der Hip-Hop-Kultur zu verdanken. Mein Bekanntheitsgrad hat sich ja aus dieser Kunstform entwickelt und er hilft mir dabei, andere Dinge einzuleiten: Geschäfte und die Arbeit an einem weiteren Filmprojekt und andere Sachen.
Im Unterschied zu anderen prominenten Personen, die ihren Namen und ihr Image für eine Kopfhörerserie zur Verfügung gestellt haben, hast du eine eigene Firma gegründet und eine andere Kopfhörerfirma aufgekauft. Du warst auch beteiligt an der Klangentwicklung der Kopfhörer. Wie viel Zeit hast du dafür investiert und was war dein Input?Ich investiere für gewöhnlich viel schöpferische Zeit zwischen einzelnen Projekten, also zwischen Alben. Zwischen dem neuen Album und dem davor war nun eine dreijährige Lücke. Es war Zeit da, anderen Dingen nachzugehen. Das ganze Konzept beruht darauf: In den vergangenen drei Jahren habe ich sehr viel Musik gemacht und dabei ist mir bewusst geworden, wie schwierig es ist, eine Platte richtig gut klingen zu lassen. Gleichzeitig habe ich diese Firma für meine Kopfhörerserie gegründet und als Marke aufgebaut. Das ist aufregend. Ich gehe nur Projekte ein, auf die ich auch heiß bin und das hier ist es. Es fühlt sich natürlich an. Es steht in direkter Verbindung zu meinem Lebensstil. Also stört es mich auch nicht, Teil einer Marketing-Kampagne zu sein, bei der ich mit allen möglichen Leuten reden muss. Ich bin sehr stolz auf die Firma. Sie ist schon jetzt nach einer kurzen Zeit ein großer Erfolg. Ich habe hier die richtigen Leute an Bord.
Was denkst du, wie wichtig die Verbindung zwischen dir und deinem Image für den Erfolg der Marke ist?
Ich denke es ist sehr wichtig. Mein Image ist großartig. Ein Repräsentant für die Hoffnung vieler Menschen zu sein, es von unten an die Spitze zu schaffen, ist immer aufregend. Jemanden zu sehen, der Möglichkeiten wahrnimmt, ist inspierend. Ich denke, meine persönliche Verbindung mit der Marke teilt den unterschiedliche Zielgruppen etwas mit. Jeder, der sich dessen bewusst ist, wird meine eigenen Erfahrungen nachempfinden. Das ist viel. Ein interessanter Punkt ist auch: Wenn man sagt Bose oder Sony, was sind dann deine Assoziationen zu diesen Marken? Nun, es gibt keine. Es ist nur das Produkt, das zählt. Es ist keine Person damit verbunden. Man muss hinhören und es geht darum, ob das Produkt als solches sich verkauft oder traditionelles Marketing mit Werbespots oder Anzeigen, in denen der Markenname genannt wird. Wenn aber auch noch eine Person damit verknüpft wird, dann bekommt es diese kreative Verbindung. Und dadurch gibt es noch weitere Gründe, dieses Produkt ansprechend zu finden. Denn diese Person – ob nun ein Star oder ein Experte auf dem Gebiet der Musik – wirft weitere verschiedene Fragestellungen auf. Das kommt zum reinen Produkt noch dazu.
Das ist ein interessanter Punkt: Die Verkaufszahlen von Kopfhörern sind in der jüngsten Vergangenheit stark angestiegen, aber die auch von dir erwähnten traditionellen Hersteller profitieren nicht wirklich davon. Dagegen verzeichnen Firmen, deren Produkte mit Persönlichkeiten in Verbindung stehen wie Dr. Dres Beatz oder die Motörhead-Kopfhörer, die am stärksten steigenden Verkaufszahlen. Also Produkte, die mit Image und Lifestyle verbunden sind.
Es ist tatsächlich eine neue Art von Marketing. Es ist offensichtlich effektiv und die etablierten Firmen fangen an, nach Künstlern Ausschau zu halten, mit denen sie eine Lizenzvereinbarung eingehen können, um sie mit dieser Marke zu verknüpfen und von deren Erfolg zu profitieren. Die Verkaufszahlen zeigen ja, dass es mehr Käufer anzieht, wenn eine Person hinter dem Produkt steht. Woran das liegt? Ich weiß es nicht. Vielleicht ist es ein Unvollkommenheit im alten Modell dessen, wie man Marketing betreibt.
Und wie hoch ist nun der Anteil für dein Image am Verkaufspreis der Kopfhörer? Wie viel zahlt man für deinen Namen?
Mir gehört die Firma. Also gibt es da auch keine Lizenzgebühren.
Nein, ich habe das aus dem Blickwinkel der Konsumenten betrachtet und wie viel diese bereit sind zu zahlen, für das Gefühl ein Produkt zu besitzen, das mit deinem Namen und deinem Image verknüpft ist. Was schätzt du?
Es geht um die Verbindung von einem Künstler, der für ein hochwertiges Produkt steht. Oder einem Produkt, das den Ansprüchen ebendieser Person genügt. Das ist es, was die Leute von diesen Kopfhörern erwarten. Schau: In Gesprächen kann ich dir erklären, warum ich davon begeistert bin. Die Werbung kann dir erklären, warum es ist, was es ist. Und das Konzept und die Idee, die ich mir ausgedacht habe, müssen darin so cool wie möglich rüberkommen. Wenn man einen Spot macht und ihn dann im Kasten hat, dann ist das auch alles, was du hast. Aber wenn du jemanden hast, den du auch fragen kannst, worin er die Bedeutung eines Produkts legt oder warum es für ihn persönlich so wichtig ist und anderen Leuten gefällt das, dann haben sie eine stärkere Verbindung dazu oder es ergibt einfach Sinn für sie, mehr Geld für ein Headset auszugeben. Ich habe auch schon oft billigere Kopfhörer gekauft, aber ich war damit nicht glücklich, weil ich im Endeffekt mehr Geld ausgegeben habe. Man kann auch fragen: Will ich ein halb so teures Produkt, was mir dreimal kaputtgeht oder kaufe ich mir gleich etwas mit Qualität?
Du hast ja nie ein Geheimnis aus dem Umstand gemacht, dass für dich als Musiker der Drahtseilakt zwischen Kunst und Kommerz nicht existent ist. Und damit bist du ja in der Hip Hop-Szene nicht allein. Was denkst du, ist der Grund dafür, dass Hip Hop nie ein Problem damit hatte, dass es hauptsächlich darum geht, mit der Musik Geld zu machen im Vergleich zu manchen Rock- oder Pop-Künstlern, die eine unkommerzielle Attitüde zumindest nach außen tragen?Wenn man die Gruppe der Künstler, die mit der Hip-Hop-Kultur aufgewachsen sind den Rock- und Pop-Künstlern gegenüberstellt, stellt man fest, dass innerhalb des Hip Hop mehr Leute aus niedrigen Einkommensverhältnissen kommen. Sie sind sich finanzieller Dinge viel bewusster, weil es einen sozialen Aufstieg und Stärke repräsentiert, immer genug Geld zu haben und sich finanziell nicht einschränken zu müssen. Also beschäftigen sie sich mehr damit und das spiegelt sich dann auch in den Songs wieder. Daneben kommen eine Menge Pop-Künstler aus der Mittelklasse oder höheren Klassen. Für Leute, die Geld haben ist es einfach nicht so wichtig über Geld zu reden. Die möchten lieber über andere Dinge sprechen. Wenn du immer ausreichend finanzielle Mittel um dich herum hast, ist es einfach keine große Sache.
Vor der Veröffentlichung deines letzten Albums hast du gesagt, dass du nicht mehr über das Ausleben eines hohen Lebensstandards und Status schreiben möchtest, eben weil du diesen Status nun erreicht hast.
Wenn Künstler nicht so viel besitzen, dann schreiben sie über Dinge, nach denen sie streben. Sie schreiben darüber, wie es wäre, auf dem höchsten Level zu sein. Das ist auch der Grund, warum Firmen wie Rolls Royce oder Bentley und Ferrari oder Lamborghini keine Werbung machen müssen. Nur ein Prozent der Bevölkerung kann sich deren Produkte überhaupt leisten. Die Firmen wissen, dass sich diese Leute irgendwann in Sphären befinden, in denen sie sich von den anderen abgrenzen und eine klare Unterscheidung zwischen den Wohlhabenden und den Habenichtsen einführen möchten. Die Firmen müssen dafür nicht einen Dollar für Marketing ausgeben, das passiert von allein. Innerhalb der Musikkultur stehen diese Promikarren für einen Lebensstil auf dem höchsten Level. In der Vergangenheit dienten also tatsächlich die Musikvideos als Werbung für diese Firmen und sie waren bemüht, Product Placement zu betreiben und ihre Produkte in Musikvideos zu bekommen. Sie in den Videos darzustellen und zu benutzen diente die ganze Zeit dazu, der Öffentlichkeit diese Botschaft zu übermitteln.
Ich persönlich denke: Wenn du nichts hast, dann strebst du um so mehr nach Dingen, die einen hohen Lebensstandard repräsentieren – einen höheren, als du dir tatsächlich leisten kannst. Man kann es auch mit diesen Paparazzi-Fotos in Verbindung setzen, also nicht mit denen vom Roten Teppich. Denn auf dem Roten Teppich ist es wirklich richtig hochwertig. Da trägst du keine Kette für 20.000 Dollar, sondern eine für vier Millionen und du kommst mit Sicherheitsleuten an, die nur wegen der Kette da sind. Aber die Leute eifern nicht dem piekfeinen Look der Berühmtheiten bei den Oscars oder Grammys nach, sondern den Bildern aus dem normalen Leben, den Paparazzi-Schüssen. Die bringen die Durchschnittsfrau dazu, im Sommer zum Beispiel Schneeschuhe anzuziehen, wie diese UGGs. Sie tragen die Dinger im Sommer, weil es bequem aussieht und weil sie jemand Berühmten auf einem Paparazzi-Foto darin haben herumlaufen sehen. Das erzeugt ein Gefühl der Belohnung bei ihnen. Es fühlt sich gut an, es sieht gut aus und es gibt ihnen eine Verbindung zu der Person, die sie darin gesehen haben und von der sie überzeugt sind, dass sie überdurchschnittlich gut und erfolgreich ist, in dem, was sie tut. Und wenn du es nachahmst, fühlt es sich an wie: Das ist es, das ist cool! Da wird eine Energie transportiert, die funktioniert.
In einem früheren Interview hast du genau diese von dir beschriebenen Trends kritisiert und auch den Punkt, dass Leute ihnen folgen, ohne darüber nachzudenken. Das war etwas, was ich von dir nicht erwartet hätte, denn schließlich bist du ja in der Vergangenheit auch Trends gefolgt und hast von ihnen profitiert.
Echt nicht? Gut, ich erklär das mal so: Wenn ein neuer Künstler auf der Bildfläche der Musikkultur oder der Hip-Hop-Kultur auftaucht, können es sich viele von ihnen schlichtweg nicht leisten, keinen Hit zu haben. Die Umstände bringen ihnen dann keine finanzielle Spielräume. Es muss also klappen. Sie haben keine weiteren Fähigkeiten und können keinen alternativen Pfad beschreiten, um das zu bekommen, was sie vom Leben bekommen möchten, weil sie alles dafür investiert haben, ein berühmter Künstler zu sein. Sie müssen also einen Song der Art schreiben, der in diesem Moment funktioniert. Schöpferisch ist das nicht besonders glaubwürdig. Ich hatte diesen einen, schließlich sehr großen Moment mit "Get Rich or Die Tryin'", weil ich über meine Erfahrungen gesprochen habe und nicht über die von irgend jemand anderem. Deswegen hat es sich so sehr unterschieden von anderen.
50 Cent hielt Hof im Münchener Hilton. Im Gepäck G-Unit-Kollege Llyod Banks, drei Promo-Damen und sechs hünenhafte Bodyguards. An seinen Lippen zwei LAUT-Mitarbeiter.
Den durchdringenden Blick starr auf die Interviewer gerichtet, lauscht 50 Cent still den Fragen. Strahlt er nun Boshaftigkeit aus? Will er uns vielleicht gar aufessen oder muss er Lippen lesen, da ihm zu viele Kugeln um die Ohren geflogen sind? Auf jeden Fall ist Humphrey Bogart ne Lachnummer gegen diese "Schaut mir in die Augen, kleine Journalisten"-Nummer.
Früher am Nachmittag hatten drei potentielle Groupies sowie fotogeile Pressevertreter für Aufregung bei Fiftys Personal Managerin gesorgt. Die Folge: Fotoshots waren danach verboten, dafür ließ sich 50 Cent wenigstens noch zu einem Gruß an die LAUT-Leser überreden. Die Leibwächter entpuppten sich indes als überaus coole Menschen, die sich sogar zu kleineren Witzeleien hinreißen ließen und die Zeit zum Interview überbrückten. Als der Boss selbst zu Gesprächsbeginn kurz für kleine Königstiger musste, erstattete der heisere G-Unit-Kronprinz Lloyd Banks über seine Solopläne Bericht.
Wie sieht es mit deinem Soloalbum aus?
Lloyd Banks: Ich arbeite seit der Roc The Mic-Tour (US-Konzertreihe mit Jay-Z, Busta Rhymes, Snoop Dogg, Missy Elliott u.a.) an meinem Solodebüt. Wir hatten ein kleines Studio in unserem Tourbus zur Verfügung. Das machte die Arbeit zwischen den Shows einfach und smooth. Knapp 18 Songs habe ich so aufgenommen. Ich stoppte dafür zeitweilig sogar meine Arbeit am "Beg For Mercy"-Album für G-Unit. Fifty machte mir jedoch klar, dass unsere G-Unit-Platte Priorität habe. Die Leute sollen mich erst einmal kennen lernen, damit sie wissen, was sie auf meinem Album erwartet.
Bist du zufrieden mit deinem Part auf "Beg For Mercy"?
Lloyd Banks: Oh yeah, definitiv. Nach den Kommentaren von Fifty verwendete ich einige eigentlich für mein Solowerk geplante Songs wie "Smile" oder "Salute You".
Welche Art Beats darf man erwarten? Welche Produzenten werden an deinem Projekt beteiligt sein?
Lloyd Banks: Die Produzenten und der Sound ähneln dem G-Unit-Album, denn ich habe Beats von Dr. Dre, Eminem und Hi-Tek am Start. Die Scheibe soll Mitte Mai erscheinen.
50 Cent hat anscheinend sein Geschäft erledigt (welches auch immer) und setzt sich aufs Sofa. Banks verstummt abrupt, während Fifty sofort unseren Augenkontakt sucht und die nächste Frage erwartet.
Auch wenn das dritte G-Unit-Mitglied Young Buc nicht hier sein kann: Welche Richtung wird er als Dirty South-Native einschlagen?
50 Cent: Neben Cats wie Lil Jon oder der 3'6 Mafia, die den Südstaaten-Flavor bringen, werden natürlich auch Dr. Dre und Eminem Beats produzieren. Die Platte wird also auf jeden Fall unterhaltsamer sein als das durchschnittliche Dirty South-Album. Normalerweise arbeiten die Dirty South-Leute nur mit Beatbastlern aus ihrem eigenen Camp, wie zum Beispiel Juvenile, dessen Songs zu 99 Prozent Mannie Fresh kreiert hat. Durch mich bekam Young Buc die Möglichkeit über den Tellerrand zu schauen. Sein Album soll auf jeden Fall noch 2004 erscheinen.
Ich hab die Frage in ähnlicher Form schon Lloyd gestellt: Bist du zufrieden mit dem Erfolg und dem Feedback des G-Unit-Debüts?
50 Cent: Ja, wir haben weltweit drei Millionen Platten verkauft, ohne einen echten Single-Hit. Die erste Auskopplung "Stunt 101" war als Anheizer für die Clubs gedacht und der Nachfolger, Dr. Dres "Poppin Them Thangs" sollte nur die Zeit zu unser jetzigen Single "I Wanna Get To Know Ya feat. Joe" überbrücken, die am ehesten Hit-Potential besitzt.
Ist ein Song von Dr. Dre als Lückenfüller nicht zu schade?
50 Cent: Dr. Dre ist einfach unglaublich. Wir arbeiten eng mit ihm zusammen. Da kommt immer etwas bei heraus, was wir in irgendeiner Form nutzen können. Der Typ ist so talentiert, dass es hart wird, jemand besseres zu finden.
Was macht Dr. Dre so besonders?
50 Cent: Beständigkeit. Er ist seit 15 Jahren im Game und veröffentlicht Platten. Er hat mit N.W.A. den Gangsta Rap erfunden. Deren Musik reflektierte bildhaft das gewalttätige Umfeld, in dem sie aufwuchsen und lebten. Damit hatten sie Erfolg und verkauften Millionen, obwohl sie ihre Beats und Raps nie mit Blick auf Airplay oder Massentauglichkeit ausgerichtet hatten. Diese Situation damals ist vergleichbar mit "Get Rich Or Die Tryin'". Mein Album basiert auf den Dingen, die ich zur Entstehungszeit in meiner Nachbarschaft erlebt habe. Ich habe diese Gangsta Raps nicht der Kunst wegen gemacht. Wenn Sachen wie Schießereien und so passieren, prägt dich das eben nachhaltig als Künstler. Ich kann auch Love Songs schreiben, aber ich bin momentan nicht verliebt, also lasse ich es noch bleiben. Ein Song, der dank echter Gefühle und Erlebnisse entstand, wird immer besser ein, als etwas Gefaktes.
Ihr habt auf "Beg For Mercy" aber ungewohnt viele smoothe Love- und Sex-Songs.
50 Cent: Yup, wir haben "I Wanna Get To Know You" mit Gastsänger Joe. Das trägt aber immer noch unseren aggressiven Stempel. "I wanna get to know you. I really wanna fuck you." Der normale Musiker singt das nicht. Ich schon. Die würden auch niemals Tracks wie unser "Groupie Love" machen. Es gibt unendlich viele männliche Solo-Künstler in der Geschichte des Rap, des R'n'B, der Rock- und sogar der Countrymusik, die nur über Beziehungen sprechen. Verdammt noch mal, wie konnten die Jungs die "Groupie Love" übersehen? Das Wort 'Groupie' hat in unserer Gesellschaft immer einen negativen Klang. Frauen würden sich nie freiwillig als Groupies bezeichnen. Ich habe aber Männer aus meinem Umfeld gesehen, die sich nur mit einer Frau unterhalten und diese gut behandelt haben, weil sie mit mir zusammen gesehen wurde. Das ist nichts negatives dabei. Groupies besitzen halt nicht so viele Referenzen, um ein Star zu sein. Sie bauen über Fernsehen, Artikel oder Begegnungen eine Beziehung zum Promi auf und fühlen sich ihm so nahe.
Dein Superstar-Status zieht nun nicht nur Frauen sondern auch Neider an. Das ehemalige G-Unit-Mitglied Bang Em Smurf beschuldigt dich zum Beispiel, ihn um viel Geld betrogen zu haben und spricht dir deine Street-Credibiliy ab.
50 Cent: Okay, pass auf. Ich werde dir nur das eine sagen: Nicht alle Menschen sind dafür geschaffen, erfolgreich zu sein. Wenn du nicht die richtigen Leute um dich hast, die dich auf das nächste Level führen, musst du dich von diesen trennen. In meiner Nachbarschaft gibt es sicher mehr Menschen, die mir den Ruhm gönnen als umgekehrt. Neider können es eben nicht ertragen, dass sie nicht so talentiert sind wie ich. Aber alles ist cool, Mann.
Letzte Frage also: Wann und wie wird der Beef zwischen dir/Eminem und der Source-Posse enden?
50 Cent: Es wird erst enden, wenn Benzino und The Source aufhören, Eminem zu attackieren. Ich habe kein Beef mit dem Source-Magazin. Ich stehe Eminem nur zur Seite. Die Source-Leute meinen, dass Eminem die Black Music ausnutzt. Doch seit wann ist Musik eine Frage der Hautfarbe? Eminem hat so viel Talent. Er ist einfach bestimmt dafür, ein Emcee, ein Poet zu sein. Jemand, der eine Kunstform so gut beherrscht, muss seine Fähigkeiten einfach nutzen. Michael Jordan war bestimmt dafür, Basketball zu spielen, Tiger Woods dafür, ein Golfschläger zu schwingen. Es gibt nur eine kleine Anzahl guter, weißer Rapper. Doch dank Eminem werden in Zukunft viele weiße Jungs zum Mic greifen und mit neuen Sachen kommen. Hip Hop ist eben die Sprache der Jugend, und Konkurrenz belebt das Geschäft. Jeder muss hart an sich arbeiten, um auf dem neuesten Level zu bleiben.
Danke für das Interview.
Get Rich or Die Tryin' (2006)
Guess Who's Back (2002), Power Of The Dollar (1999)
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