Porträt

laut.de-Biographie

Busta Rhymes

Hip Hop ist den Kinderschuhen entwachsen, ebenso wie seine größten Stars. Kaum einer weiß das besser als Busta Rhymes, zu suchen unter den ganz alten Hasen im Geschäft. Nicht jeder verzeichnet die Ehre für sich, seinen Bühnennamen von Chuck D verpasst bekommen zu haben - in Anlehnung an einen Boxer namens Buster. (Oder einen Footballspieler; hier widersprechen sich die Legenden.)

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Wie jeder Rapper, der auf sich hält, wächst auch Busta im New Yorker Ghetto auf. Trevor Smith Jr., so sein bürgerlicher Name, kommt am 20. Mai 1972 als Sohn jamaikanischer Einwanderer in Brooklyn zur Welt. Mit zwölf Jahren zieht er gemeinsam mit seiner Familie in einen Vorort New Yorks um. Rundherum wächst und gedeiht die junge Hip Hop-Szene: Tervor ist mittendrin. Er besucht - genau wie seine Kollegen Notorious B.I.G. und Jay-Z - die George Westinghouse High School.

Den ersten Plattenvertrag unterzeichnet er gemeinsam mit seiner Crew Leaders of the New School bei Elektra. Das erste Album "Future Without A Past", mit dem man sich in der Underground-Szene gleich ordentlich Respekt verschafft, erscheint 1991. Kurz nach ihrem Debüt kommen die LOTNS mit der Native Tongues-Posse in Kontakt, was sie wiederum mit A Tribe Called Quest in Verbindung bringt. Eine Kollabo der beiden Gruppen für ATCQs "Scenario" folgt.

Trotz des ihnen zuteil werdenden Ruhms bringen die Leaders nur noch ein weiteres Album zustande ("T.I.M.E.", 1993). Ab diesem Zeitpunkt konzentriert sich Busta voll auf seine Solo-Karriere. Zunächst reicht es zwar nur für einzelne Gastauftritte. Die haben es aber in sich: Auf Craig Macks "Flava In Your Ear" oder beim Remix von A Tribe Called Quests "Scenario" stellt Busta mit seinen außergewöhnlichen Skills manch alteingesessenen Rapper in den Schatten.

Nach dem ersten Auftritt als Schauspieler in John Singletons Film "Higher Learning" von 1995 fehlt eigentlich nur noch eine Solo-LP zum Rundum-Star. Was fehlt? Nicht lange: Busta unterschreibt 1997 erneut - diesmal alleine - bei Elektra und debütiert noch im selben Jahr. "The Coming" durchbricht die herrsche Vormachtstellung des Wu-Tang Clan im New Yorker Hip Hop-Biz. Weswegen man mit dem RZA und Konsorten noch lange nicht im Clinch liegen muss, besonders nicht, wenn man etliche Ansichten teilt. Beispielsweise die, dass am 1. Januar 2000 die Welt untergeht.

Bustas zweites Werk, "When Disaster Strikes..." (1997) erweist sich als überaus erfolgreich, in den USA als auch jenseits des großen Teichs. Mit "Dangerous" und "Put Your Hand Where My Eyes Could See" verzeichnet das Album gleich zwei Hits und steigt auf Platz 3 der Billboard Charts ein. Doch Obacht! Der Weltuntergang droht! Vorher muss man noch dringend die dritte Platte auf den Markt bringen. Neben dem Vorgänger gerät "Extinction Level Event - The Final World Front" von 1998 zu Bustas bis dato kommerziell größtem Wurf.

Das richtig dicke Geld verdient man aber als Händler - und in der Werbung. Busta Rhymes weitet seine Aktionen auf andere Geschäftszweige aus. Er vertreibt eigene Schuhe und zeigt in zahlreichen Werbespots Präsenz. Sein Gesicht bringt Pepsi im urbanen Getränkekrieg auf dem Weg zum Marktführer einen großen Schritt voran.

Als Mitglied seiner neuen Crew Flipmode Squad, als deren Produzent er auftritt, veröffentlicht er 1997 "The Imperial". In diesem Zusammenhang entdeckt Busta Rah Digga, die unter seiner Regie ein beeindruckendes Debüt hinlegt.

Der 1. Januar geht vorbei, die Welt bleibt bestehen. Busta Rhymes arbeitet 2000 an verschiedenen Filmprojekten und liefert mit "Anarchy" sein letztes Album für Elektra. Nach dem Wechsel zu J Records veröffentlicht er 2001 - zeitgleich zu einer Greatest Hits-Compilation - die nächste Platte: Als logische Schlussfolgerung aus den bisher abgefeierten Weltende-Szenarien trägt dieses Werk den sinnigen Titel "Genesis". Der Neptunes-Hit "Pass The Courvoisier" bildet den Startpunkt einer folgenschweren Zusammenarbeit mit Dr. Dre.

Deutsche Fans freuen sich: Im Mai 2002 lässt Busta Rhymes aus diesseits des Atlantiks seine Wortsalven auf seine Fans los. Der Erfolg des sechsten Studioalbums "It Ain't Safe No More" (November 2002) bewegt sich aber - von "Make It Clap" mal abgesehen - in überschaubaren Grenzen. Nicht zuletzt die Single "I Know What You Want" mit Mariah Carey trägt Busta trotz produktions-technischer Beteiligung der Neptunes herbe Kritik ein. Der Sound gerate zunehmend verwässert und schiele zu stark auf Erfolg in den Clubs. Nach der Veröffentlichung von "It Ain't Safe..." verlässt Busta J Records.

2004 sieht die Live-DVD "Everything Remains Raw" - und die große Union der Giganten: Busta Rhymes wechselt zu Dr. Dres Aftermath Records. Alles neu? Jawohl, selbst die Dreadlocks, die zu Bustas Markenzeichen avancierten, fallen dem Wandel der Zeiten zum Opfer. Während einer Foto-Session in einem Yew Yorker Barber-Shop (der der Welt aus der MTV-Serie "The Shop" hinlänglich bekannt ist) trennt sich Busta in einem symbolischen Akt von seiner Haarpracht. "Ich habe meine Haare wachsen lassen seit Dezember 1989. Ich war 17 und habe gerade meinen Plattenvertrag unterschrieben. Ich sagte: 'Ich kämm' meine Haare nicht mehr, ich hab das nicht mehr nötig.'" Tempus fugit.

Die erste Veröffentlichung auf Aftermath lässt auf sich warten. 2006 hält dann schließlich "The Big Bang", was der Titel verspricht. Endlich, mit Nummer 7, vermerkt Busta Rhymes ein Album auf Platz 1 der Hitlisten. Bereits in der ersten Woche werden weit über 200.000 Einheiten verkauft. Etliche vorab ins Internet durchgesickerten Stücke werden durch anderes Material ersetzt. Mit Produktionen von Dr. Dre und einem Staraufgebot, das sich gewaschen hat, lässt Busta zwar die ganz großen Höhepunkte vermissen, legt aber ein durch und durch solides Hip Hop-Album vor.

Erst drei Jahre später meldet sich Busta Rhymes "Back On My B.S.". Dr. Dre mischt nicht mehr mit, die Hochkarätigkeit der Gästeliste lässt trotzdem ebenso wenig zu wünschen übrig, wie Bustas Rap-Skills eingerostet wirken. Ungebrochen gilt: "You're trying to compete? You'd better be good!"

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Live in Hamburg Busta verwandelte die Große Freiheit in ein pogendes Tollhaus.

Busta verwandelte die Große Freiheit in ein pogendes Tollhaus., Live in Hamburg | © LAUT AG (Fotograf: ) Busta verwandelte die Große Freiheit in ein pogendes Tollhaus., Live in Hamburg | © LAUT AG (Fotograf: ) Busta verwandelte die Große Freiheit in ein pogendes Tollhaus., Live in Hamburg | © LAUT AG (Fotograf: ) Busta verwandelte die Große Freiheit in ein pogendes Tollhaus., Live in Hamburg | © LAUT AG (Fotograf: )
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    Offizielles Zuhause: aufwändig und informativ.

    http://www.bustarhymes.com
  • Aftermath Music

    "Das größte Portal für Aftermath-Fans." Viel Vergnügen.

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