Porträt

laut.de-Biographie

The Neptunes

Die Produzenten machen die Musik, zumindest wenn man sich die amerikanischen Topacts anschaut. Bei den Hip Hop-Stars wie z.B. Redman oder Jay-Z steht und fällt der kommerzielle Erfolg mit den Beats der Studioprofis. Doch die jeweiligen Künstler müssen heutzutage gar nicht mehr in dem R'n'B/Rap-Genre beheimatet sein, wie jüngst Britney Spears, N'Sync oder Limp Bizkit beweisen. Hip Hop-Beats sind mittlerweile so weit vorne an der kreativen Speerspitze amerikanischer Musik, dass kein potentieller Chartstürmer, egal welcher Couleur, um die führenden Rap-Produzenten herum kommt.

Die Neptunes alias Pharrell und Chad, sind hier seit Mitte der Neunziger ganz dick im Geschäft. Durch eigenständige, freshe Remix-Arbeiten u.a. für Sade, All Saints, Noreaga, Moby, Puff Daddy und Kid Rock macht man sich einen guten Namen in der Musikszene. Ihre Mixtur aus bouncenden, minimalistischen Funk-Beats und 70er Psychedelic Rock bildet eine originelle Einheit und läutet das nächste Level ein. Dieser Sound ziert auch das ganze Debutalbum von Soul-Wuschelkopf Kelis. Die Platte wird ein durchschlagender Erfolg und auch der taubste Hinterwäldler hat nun bemerkt, wie gut und hip die beiden Jungs sind.

Erste "richtige" Produktionen für angesagte Artists lassen so nicht lange auf sich warten. Ob nun angesagte Rapper wie Jay-Z, Mystikal, Ludacris, Shyne, Guru, Ol’ Dirty Bastard, Busta Rhymes, Eve, Q-Tip oder Tha Liks, sie alle wollen die Neptunes in ihren Producer-Credits stehen sehen. Doch damit nicht genug. Wie oben schon angedeutet sind auch anderen Stars ganz heiß auf die Beats aus dem Hause Neptunes. Die R'n'B-Elite um Janet Jackson, Mary J. Blige, Brian McKnight und Ray J, die Crossover-Hüpfer von Limp Bizkit, die Ska-Rocker No Doubt, sowie die Mega-Popper Britney Spears und N'Sync bringen Pharrell und Chad genug Ruhm und Geld, um ihr ein eigenes Album in Angriff zu nehmen

Doch das Projekt läuft nicht unter dem bekannten Neptunes-Synonym. Mit dem Sänger Shay nimmt das Producer-Duo noch einen alten Freund aus Virgina-Highschool-Tagen ins Boot und nennt sich N.E.R.D.. Im Sommer 2001 erscheint ihr Debüt "In Search Of ...", kurioserweise aber nur in Europa. Während das N.E.R.D-Debut in den USA noch auf sich warten lässt, arbeiten Pharrell und Chad an den nächsten Auftragsarbeiten munter weiter. Das zweite Album von Kelis "Wanderland" ist so gut wie fertig, Sugar Ray und Marilyn Manson möchten auch ein paar ihrer Beats und die Bedürfnisse der Hip Hop-Headz Black Thought (The Roots), Slick Rick und Q-Tip müssen ebenfalls befriedigt werden. Selbst die NDW-Truppe Ideal (Ja, genau die Sentimentalen mit den blauen Augen) steht auf dem Produktionszettel der Neptunes.

Im Frühjahr 2002 erscheint das Debutalbum noch einmal in überarbeiteter Form. Die Jungs zeigten sich von der Hip Hop-Produktion der ersten Ausgabe plötzlich wenig begeistert in Bezug auf die Freshness und spielten das Ding mit "richtigen" Instrumenten kurzerhand neu ein.

Danach widmen sich Pharell und Chad wieder anderen Künstlern. Wer gedacht hatte, die Neptunes-Boom würde abnehmen, sieht sich eines Besseren belehrt. Das Duo ist angesagt wie nie. Man produziert eigene Homies wie Clipse oder Roscoe P. Coldchain, und verkauft Jay-Z, Justin Timberlake, Busta Rhymes und Snoop Dogg weitere innovative Beats. Im Sommer 2003 toppt das Dream Duo mit dem hauseigenen Sampler "The Neptunes ... Present Clones" die US-Charts, auf dem ihre bevorzugten Rapper sowie Newcomer ihres Star Trak-Labels gefeatured werden.

Im Zuge der Clones-Veröffentlichung müssen sich The Neptunes gegen Beat-Klau-Vorwürfe wehren. Zwei unbekannte Producer behaupten, mit den beiden Stars zusammengearbeitet zu haben, ohne entlohnt zu werden. Angeblich sollen Pharell und Chad sogar ganze Songs ohne Genehmigung übernommen haben.

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