Porträt

laut.de-Biographie

Sugar Ray

Anno 2001 wird eine Band bei dem größten "Nachwuchsfestival" Deutschlands - dem New Pop Festival von SWR3 - angekündigt, auf die diese Definition wohl noch weniger zutrifft als auf alle anderen Bands, die vorher schon dort gespielt haben. Sugar Ray sind so wenig "new" wie der besagte Sender interessant ist. Seit 1995 veröffentlichen die Jungs um Mark McGrath schon Platten.

Mark Sayers McGrath (Gesang), Charles Stanton Frazier (Schlagzeug), Matthew Murphy Karges (Bass), Craig "DJ Homicide" Bullock (Turntables) und Rodney Sheppard (Gitarre) gründeten die Band bereits 1992. Vorher gingen alle fünf mehr oder weniger geregelten Jobs nach. Rodney verdiente sein Geld mit Telefonaquise, Murphy arbeitete in einer Pizzeria, Mark war Lastwagenfahrer, Stan ein Anwaltsgehilfe und Homicide legte bei einem Radiosender Platten auf. Damals waren eigentlich noch alle Nobodys, bis auf Rodney. Jener welcher konnte schon vorher Ruhmes-Lorbeeren sammeln und zwar in der Kinderserie "Land Of The Lost".

Den Namen "Sugar Ray" entliehen sie dem Boxer Sugar Ray Leonard, denn sie meinten, das Auftreten dieses charismatischen Sportsmannes würde zu dem, was sie musikalisch repräsentieren, am besten passen. Und das ist in erster Linie ein weit gefächerter Strauß aus Rhythmen verschiedenster Art. Neben einem fetten Crossover-Brett hegen Sugar Ray ein besonders großes Faible für poppig-beschwingte Melodien. Da sie alle aus Orange County stammen, fällt ihnen das auch nicht allzu schwer. Kalifornien ist schließlich dafür bekannt, dass es sonnige Gemüter hervor bringt.

Als sich die Band zu den ersten Aufnahmen ins Studio begab, kam ein - im Vergleich zu heute - recht hartes Album dabei heraus. Mark meinte im Nachhinein, dass "Lemonade & Brownies" nicht das ganze Spektrum Sugar Rays repräsentierte. Diese Platte sicherte ihnen aber das Überleben. Witzigerweise blitzten sie zu Beginn in ihrem Heimatland vollkommen ab und nur durch beständiges Touren in Europa konnten sie über 60.000 Einheiten des Debuts absetzen. Als "Floored" erscheint, schien sich das nicht entscheidend zu ändern. Erst als das Stück "Fly" als Single ausgekoppelt wurde, ging die Post ab. Dieser Track, der im Vergleich zum restlichen Material eher untypisch ist, wurde zum Hit.

"Fly" war auch der Startschuss zu einer Neuorientierung. Zogen Sugar Ray sich vorher etwas gestelzt den Crossover-Schuh an, schlüpften sie jetzt in den besser passenden Groove-Slipper. Befreit von stilistischen Zwängen spielten sie jetzt einfach die Musik, die sie mochten und das kam an. Schon das darauf folgende - in Anlehnung an das berühmte Warhol-Zitat - "14:59" betitelte Album kam ganz groß heraus. Zwar bröckelte ihre Fanbasis aufgrund fehlender Promo-Tätigkeit und seltener Live-Präsenz in Europa immer mehr, dafür gingen die Kids in den Staaten immer mehr ab.

Wieder im Jahre 2001 angelangt scheint der zuckrige Strahl auch in Deutschland wieder mehr an Glanz zu gewinnen. Die Single "When It's Over" und das dazugehörige neue Album erscheint zwar erst, als der Herbst das Land schon fest im Griff hat, bewahrt die Illusion eines kalifornischen Sommers dafür umso mehr.

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Sugar Ray - Sugar Ray: Album-Cover
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2001 Sugar Ray

Kritik von Eberhard Dobler

Sonniger Surf-Pop-Rock-Hop mit weniger Rock. (0 Kommentare)

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