Porträt

laut.de-Biographie

Jadakiss

Eminem rappt 2002 auf "Till I Collapse" ("The Eminem Show"): "It goes Reggie, Jay-Z, 2Pac and Biggie / Andre from OutKast, Jada, Kurupt, Nas and then me". Nicht nur Eminem, auch sein deutsches Pendant Kool Savas zählt Jadakiss in den 2000ern zu seinen absoluten Lieblingsrappern. Ebenso Krs-One - und das trotz fehlender Klassikeralben. Alleine Jadas Flow, seine immer perfekt gesetzten Wörter und Vergleiche, die mit wenigen Bars ganze Geschichten erzählen und zumeist in zünftigen Punchlines enden, bringen ihn in Reichweite des Throns. Diese Skills kommen jedoch nicht von ungefähr.

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Jason Phillips aka Jadakiss schreibt Texte und Raps, seit er ein kleiner Junge ist. Schon als zwölfjähriger Steppke sorgt er bei Hip Hop-Jams in Yonkers, einer Stadt im Südosten des Staates New York, für Aufsehen. Jason rappt überall, selbst in den Schulpausen arbeitet er an seinen Skillz. So entwickelt er seinen smoothen und gradlinigen Punchline-Style, der ihn später in die Riege der Rapstars bringt. Doch trotz der Frühreife wird aus ihm kein Kidrapper, denn erst einige Jahre später bietet sich Jason die Gelegenheit, in ein Aufnahmestudio zu gehen.

DMX, ebenfalls Yonkers-Legende, bringt den jungen Jada sowie seine Homies Sheek und Styles P zu Darrin Dee und Waah Dean, dem Produzentenduo der Ruff Ryders. Gemeinsam fährt man zur "Jack The Rapper Conference" nach Florida und räumt dort kräftig ab. Die Drei nennen sich The Warlox und basteln mit den Ruff Ryders-Artists an diversen Songs. Ihren ersten Auftritt haben sie auf Main Sources LP "Fuck What You Think" im Jahr 1994.

Doch den ersten richtigen Plattendeal schließen sie 1997 ausgerechnet mit Bad Boy-Chef P. Diddy ab. Mary J. Blige ist es, die Puffy die Jungs ans Herz legt. Jedoch plädiert der Industrieexperte für eine Namensänderung in The Lox - Living Off Experience. Der Deal mit Bad Boy beschert dem Trio die Bekanntschaft mit The Notorious B.I.G. und besonders Jadakiss freundet sich mit dem Rap-Gott an. Eine Freundschaft, die nicht lange hält. Biggie verliert in den Straßen von Los Angeles sein Leben und eine Ära in den Straßen New Yorks geht zu Ende. Auf der B-Seite des Tribute-Songs "I'll Be Missing You" von Puff Daddy bekommen daraufhin The Lox die Chance, um ihren Freund mit der Single "We'll Always Love Big Poppa" zu trauern. Das Debüt "Money, Power And Respect" verkauft sich ein Jahr später schließlich im Puffy "I'll Be Missing You"-Charttrend trotz Hardcore-Raps über eine Million Mal. Jada hat mit "All For The Love" auch einen Solotrack auf dem Album, der den Anfang seiner Solokarriere markiert.

Zuerst jedoch sollte ordentlich Stress mit dem Bad Boy-Imperium folgen. Die Gruppe sieht sich bei Puffy und Co. nicht richtig aufgehoben, denn sie zieht es eher zu den härteren Wurzeln zurück. Sprich zum Ruff Ryders-Label. Die Jungs um DMX, Swizz Beatz, Eve usw. sind mittlerweile ebenfalls "On Top Of The Game", und befinden sich auch absatztechnisch im Daddy-Bereich. Der Ablösestreit geht sogar so weit, dass The Lox bei Konzerten T-Shirts mit der Aufschrift "Let The Lox Go" tragen. Aber was lange währt, wird endlich gut. Und so können The Lox im Jahr 2000 ihr zweites Werk "We Are The Streets" an den Mann und die Frau bringen.

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Für Jada bedeutet dieser Wechsel auch, endlich den Plan einer Soloplatte verwirklichen zu können. Mit Gastauftritten bei Jay-Z ("Reservoir Dogs"), Noreaga ("Banned From TV"),
Sunshine Anderson ("Heard It All Before-Remix"), DJ Clue ("Back To Life 2001" feat. Mary J. Blige), Myas ("Best Of Me") und Eve ("Got It All") macht er sich auch ohne seine The Lox-Kollegen einen Namen. Als 25-Jähriger droppt er schließlich im Spätsommer 2001 sein Debüt "Kiss Tha Game Goodbye". Die Scheibe holt solides Gold, obwohl Jada vielleicht höhere Meriten anstrebt. So legt er sich daraufhin mit Jiggas Roc-A-Fella-Familie an, denn ein bisschen Beef (hier mit Beanie Sigel und Memphis Bleek) hat noch niemanden geschadet. Es soll nicht das letzte Mal sein, dass sich Jada mit jemandem in die Haare kriegt.

2004 erscheint schließlich der zweite Longplayer "Kiss Of Death", der sich deutlich besser verkauft. Das liegt in erster Linie an der Single "Why", die besonders im Remix mit Anthony Hamilton, Nas, Common und Styles) ordentlich für Furore sorgt. Doch auch Jadakiss’ Kollaboration mit Mariah Carey bringt ihn in seiner Stellung im Game nach vorne. Er ist nicht nur ein Rapper mit Schreibtalent und einzigartigen Stimme, er verkauft jetzt auch Platten. Das zeigt die Platin-Auszeichnung und Platz Eins in den Charts für "Kiss Of Death".

In der Folge löst sich sogar der tiefsitzende Streit mit Puff Daddy auf. 2005 tritt Diddy gemeinsam mit The Lox bei Jay-Zs "I Declare War"-Konzert auf die Bühne und legt den Streit bei. Während der eine Beef Geschichte ist, beginnt sich ein neuer zu entwickeln. Nachdem Jadakiss mit Langzeitfreund Fat Joe auf Ja Rules Track "New York" auftritt, disst Superstar 50 Cent die Beiden großspurig auf seinem Album "The Massacre". Ihm missfällt offensichtlich die Zusammenarbeit Jadas mit seinem Erzfeind Ja Rule. Wortgefechte gepresst auf Vinyl werden ausgetauscht und eine Versöhnung im Diddy-Stil rückt in weite Ferne.

Mit etlichen Gastauftritten und eigenen Mixtapes hält sich Jadakiss im Gespräch. Außerdem baut er sich mit der Schauspielerei ein zweites Standbein auf. Das Jahr 2008 sollte dann zum offiziellen Comeback-Termin avancieren. The Lox kündigen, acht Jahre nach dem letzten Album "We Are The Streets", ihr drittes Werk "Live, Suffer, Celebrate" an. Mittlerweile sind sie unter dem Namen D-Block unterwegs. Des Weiteren steht für Jadakiss der Release von "Kiss My Ass" an. Produktionen sollen Swizz Beatz, DJ Hi-Tek, Kanye West, Pete Rock, Dr. Dre, Eminem, Scott Storch, The Neptunes, Just Blaze und mehr beisteuern und auch bei den Gastauftritten will sich Jada nicht lumpen lassen. Es fallen Namen wie The Game, Rick Ross, Snoop Dogg und Nate Dogg.

Letztlich ändert sich der Titel jedoch in "The Last Kiss". Das Album erscheint 2009 und erreicht zwar nicht den Spitzenplatz der Billboard-Charts wie sein Vorgänger, aber immerhin noch Platz drei. Danach wird es recht ruhig bei The Lox, den Ruff Ryders, in Yonkers und New York. Trap Rap übernimmt, Social Media und der Niedergang der Majorlabels, sowie der Aufstieg der Street-Alben und Mixtapes prägen das Bild und machen den Big Apple zum Ladenhüter. Jadakiss hält sich jedoch mit Features, seiner "The Champ Is Here"-Serie und vor allem dem "Consignment"-Tape im Gespräch (700.000 Downloads auf datpiff.com). Er blieb zusammen mit Fabolous als einer der wenigen Emcees relevant.

Wie gut seine Bars auch 2012 noch sind, zeigt der Gastpart auf Lloyd Banks' "Chowsen Few": "They ain't given to me so I took it chopped bad and cooked it / Then take it for granted never overlooked it / Now the bullshit came in, and went out of the other ear / Coming from the hood, lucky to see another year / Dip another bodybag up, shed another tear / When I'm all willin' then we gone up the upper tear / It ain't nothing like opening the frigde, and it ain't nothing there / Everybody talking at the same time, nothing clear / Yeah,what's a father supposed to tell his kids / When the revolver become their relatives / And they goin' harder than they ever did / We all die but do we ever live".

Abseits des Musikgeschäfts ist Jadakiss gemeinsam mit Partner Styles P als Saft-Entrepreneur in New Yorker Hoods unterwegs. Dort erläutert er den zumeist armen Einwohnern die Wichtigkeit von gesunder Ernährung am Beispiel von frisch gepressten Drinks in Saftbars. 2015 erscheint mal wieder ein neues Studioalbum: Für "Top 5 Dead Or Alive" holt sich der Rapper wieder ähnlich viele Feature-Gäste ins Studio wie sechs Jahre zuvor.

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