Porträt

laut.de-Biographie

Capone & Noreaga

Die Geschichte von Victor "Noreaga" Santiago und Kiam "Capone" Holley liest sich wie ein spannender Roman voller Höhen und Tiefen: Gefängnis, Erfolge, Verluste, wieder Gefängnis und so weiter. Aber der Reihe nach.

Capone & Noreaga - The War Report
Capone & Noreaga The War Report
Der Gegenentwurf zur Edelanzugs-Ära.
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Kennen gelernt haben sie sich in der Greenhaven Besserungsanstalt für jugendliche Straftäter im Staat New York. Sie finden schnell einen Draht zueinander, da beide aus Queens stammen. Sie spielen Basketball, schreiben Reime und lesen Bücher zusammen. Nach Absitzen ihrer Strafe tun sie sich mit dem befreundeten Rapper Tragedy Khadafi zusammen und nehmen '96 als CNN mit Mobb Deep den Track "LA LA" auf, der als Antwort auf den New York-Diss "NY NY" vom Dogg Pound gedacht ist. In einer Zeit, in der durch Medienhype die schwellenden Eastcoast-Westcoast Auseinandersetzungen aufgebauscht werden sollen, ernten Capone und Noreaga wegen der ironischen Lyriks und dem Hammer-Hook viel Respekt:"LA LA, Big City of Dreams, but everything in LA, ain't always what it seems, you might get fooled, if you come from outta town, cuz we comin from Queens and gets down."

Da die Labels zu der Zeit, beeinflusst durch Gruppen wie Mobb Deep oder den Wu-Tang Clan, ihr Ohr auf der Straße haben, können Capone & Noreaga bald ein Vertrag mit Tommy Boy unter Dach und Fach bringen und so steht '97 das Debut "The War Report" in den Läden. Es gilt bis heute als Klassiker, vollgepackt mit Straßenhymnen. Der Beat pumpt rauh, unterlegt von dunklen und pathetischen Klassiksamples, die Vocals kommen hart und dreckig, "Real Thug Life". Capone & Noreaga bilden '97 zusammen mit Mobb Deep die Speerspitze des Hardcore-Raps aus Queensbridge, die den Ball wieder zurück nach New York holen. Das Album bekommt trotz Undergroundstatus Gold.

Doch auf ein Hoch folgt bei CNN bekanntlich ein Tief und so muss Capone kurze Zeit später wieder hinter Gitter. Noreaga ist plötzlich auf sich allein gestellt und versucht nun Solo weiter zu arbeiten. Er hält aber immer die Erinnerung an seinen Partner am Leben. Und so findet sich auf seiner '98 veröffentlichten Scheibe N.O.R.E (Niggaz on Da Run Eatin) unter den Produzenten auch der Name "Capone". Das Album mit Features von Big Pun, Nas, Busta Rhymes usw. wurde mit Platin ausgezeichnet und bringt Noreaga in die Riege der Superstars wie Ll Cool J, Nas, Jay-Z. Die Platte selbst ist poppiger als der Erstling geraten und lässt, trotz einiger Kracher, ein wenig die Intensität und Roughness aus Anfangstagen vermissen. Wie fast alle seiner berühmten Rapkollegen avanciert Noreaga neben Method Man, Ol' Dirty Bastard oder Busta Rhymes zu einem der begehrtesten Gastrapper. So tritt er u.a. auf Werken von Onyx, Big Punisher und Fat Joe in Erscheinung.

Der nächste Rückschlag aber kommt prompt. Nachdem schon Noreagas Mutter Barbara Marie Holley 1996 gestorben ist, trifft es im Juli '98 auch seinen Vater Victor Mambo Santiago. In dieser Zeit hätte er Capone dringend gebraucht, doch der sitzt immer noch im Knast, und so versucht er über die Musik seine Trauer zu verarbeiten. Heraus kommt '99 sein zweites Soloalbum "Melvin Flynt: Da Hustler" und erweist sich als ein halbgares, überstürzt auf den Markt geworfenes Produkt, das bei Fans und Kritikern nicht besonders gut abschneidet. Es verkauft sich zwar 500.000 mal, aber man merkt, dass ihm sein Freund und Partner Capone in jeder Hinsicht fehlt.

Alles wendet sich zum Guten, als Capone Ende '99 aus der Haft entlassen wird. Nach langsamem Abtasten und der Rehabilitierung Capones im Rapbusiness durch Gastauftritte u.a. bei Screwball beginnt man mit der Arbeit am legitimen Nachfolger von "The War Report". Ende November steht dann die Platte "The Reunion" in den Läden und knüpft an alte CNN-Tage an.

Alben

Capone-N-Noreaga - Channel 10: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 5 Punkte

2009 Channel 10

Kritik von LAUT-Redaktion

Die Neunziger sind zurück! Klingt erfrischend alt! (0 Kommentare)

  • Labelseite

    Durchschnittlich.

    http://www.tommyboy.com

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