Porträt

laut.de-Biographie

Snowgoons

Det Gunner (D. Keller) und DJ Illegal (Manuu Rückert) haben sich ihre Meriten im hiesigen Rap-Geschäft redlich verdient.

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Seit 1999 agieren die beiden Langzeit-Genre-Enthusiasten zusammen, produzieren Jahr für Jahr gern gleich mehrere Platten und platzieren Deutschland nachdrücklich auf der Karte des Underground- und Hardcore Rap. Und das dank Illegals Tourmanager-Job für Virtuoso 2001, der die beiden erstmals ausgiebiger in die USA bringt, länder- wie kontinenteübergreifend.

Ruckert und Keller bilden Kern und Anfang des Projekts Snowgoons, auch wenn sich das Line-Up im Herbst 2011 um den Dänen Sicknature (J. Andersen) und J. S. Kuster auf Quartettgröße erweitert. Das zwischenzeitliche Mitglied DJ Waxwork steigt 2009 wieder aus.

Der Act, dem in frühen Tagen regelmäßig Wu-Tang Clan-Parallelen nachgesagt werden, unterzeichnet einen Plattendeal beim New Yorker Label Babygrande. 2007 erscheint dort das Debütalbum "German Lugers", auf dem unter anderem Jus Allah und Sean Price Gastauftritte haben. Weil ihre Vorbilder ohnehin eher im Amerikanischen zu finden sind, erarbeiten die Snowgoons sich gerade in Übersee einen hervorragenden Ruf.

Erst mit dem dritten regulären Album investieren sie nach langer Abstinenz wieder Zeit und Aufmerksamkeit in die Rapszene hierzulande. Auf "German Snow" kollaboriert man mit Curse, Aphroe, Nico Suave und Torch, also allesamt Künstlern, die sich innerhalb der Hip Hop-Welt ihre überdurchschnittliche Kredibilität hart erarbeitet haben.

Snowgoons - Black Snow 2 Aktuelles Album
Snowgoons Black Snow 2
61 Ostküsten-Rapper bespucken die deutschen Trademark-Beats.

Auch danach bleiben die Goons jedoch dem Underground verpflichtet und machen am liebsten alles selbst. So bringen sie ihr viertes reguläres Studioalbum "Kraftwerk" (unter anderem mit Beenie Man) 2010 über die eigene Plattform Goon MuSick in die Läden.

Den bis dato aufsehenerregendsten Release haben die bekennenden DJ Premier-, Alchemist- und RZA-Fans da aber noch vor sich: 2011 kommt es nämlich zur großen Zusammenarbeit mit M.O.P. auf dem Album "Sparta".

Nichtsdestotrotz ruhen sich Det, Illegal, Sicknature und Kuster keine Sekunde aus – und featuren in den nächsten Jahren unter anderem Ghostface Killah und Viro the Virus. Warum die Producer so selten mit deutschen Artists arbeiten, erklärt Illegal im Interview:

"Die deutsche Hip Hop-Szene ist untergegangen, seit Fake-Gangster-Rap übernommen hat. Die meisten Kids, die deutschen 'Rap' hören, wissen nicht einmal, was Hip Hop ist."

Doch wie so oft bestätigt die Ausnahme die Regel. So finden sich 2012 eine Handvoll Untergrundgrößen aus den hiesigen Gefilden zusammen, um mit den Snowgoons das "Terroristen Volk"-Album aufzunehmen. Wie der Titel bereits suggeriert, bildet Gesellschaftskritik den roten Faden der Platte. Vorgetragen werden die Raps von JAW, Laas Unltd., Torch oder Liquit Walker.

Ein Jahr später verfällt das Produzenten-Quartett wieder in bewährte Muster. "Black Snow 2", die Fortsetzung des 2008 erschienen Erstlings, wartet mit unglaublichen 61 amerikanischen Rappern, bevorzugt solche der Ostküste, auf. Die namhaftesten davon heißen Raekwon, Cunninlynguists oder Kool G Rap. In gewohnt pathetischem Stil werden die opulenten Soundunterlagen der Schnee-Schlägertypen mit derbem Hardcore-Rap bespuckt.

In den Vereinigten Staaten hat man sich mittlerweile ein ansehliches Standing erarbeitet. So verwundert es auch nicht, dass das neue Onyx-Album "WakeDaFucUp" komplett von den Snowgoons produziert wird. In Deutschland hingegen sucht man weiterhin vergebens nach einer angemessenen Gefolgschaft.

Ausschlaggebend dafür sind aber sicherlich nicht die musikalischen Auswürfe, sondern die abgeneigte Haltung der Szene gegenüber. DJ Illegal macht den Unterschied mit einem simplen Vergleich deutlich: "Wir machen eben kein Fast Food, sondern richtige Hausmannskost." Wer das nicht erkennt, ist selbst Schuld.

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Snowgoons - Black Snow 2: Album-Cover
  • Leserwertung: 4 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2013 Black Snow 2

Kritik von Thomas Haas

61 Ostküsten-Rapper bespucken die deutschen Trademark-Beats. (0 Kommentare)

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Never (feat. Reef The Lost Cauze)
This Is Where The Fun Stops (feat. Reef The Lost Cauze)
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