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Absztrakkt

"Auf den ersten Blick klingt es eben nach einer Aneinandereihung möglichst mystischer Wortinhalte, ohne großartigen Sinn", schreibt ein Blogger in den Untiefen der Hip Hop-Foren über Absztrakkt. Hört man dem bekennenden Buddhist aber genauer zu, ergibt sich eine tiefschürfende Lyrik über fernöstliche Philosophie, (seine) Religion, Seele und Geist.

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"Ich mache sehr spezielle, anstrengende Musik, die man sich am besten zu Hause in einer ganz speziellen Stimmung anhört", gesteht der gebürtige Österreicher, der in Lüdenscheid aufwuchs. "Die Thematiken, die ich in meinen Liedern anspreche, sind nicht zwingend etwas für die Masse", entnimmt man einem Interview mit der Juice.

Zutiefst im Underground beheimatet, beginnt Claudio Naber, so sein bürgerlicher Name, Ende der 90er Jahre, Tracks aufzunehmen. Mit dem Tellerdreher Eule produziert Absztrakkt drei Songs, die unter den Fittichen des Labels Put Da Needle To Da Records auf der Maxi "Unscheinba Aber Da" landen. Diese Lunte riecht der Frankfurter Beatbastler Roey Marquis II. Es entsteht eine Zusammenarbeit, die in dem Debütalbum "Dein Zeichen!" Ihren Anfang nimmt.

Die buddhistische Lebensphilosophie lenkt das Tun des Lüdenscheider MCs, taucht immer wieder in seinen Tracks auf. Dabei hat er seine ganz eigene Auffassung dieser indischen Lehrtradition: "Für mich ist Buddhismus eigentlich mehr ein Mittel, eine Art und Weise, eine Methode, mit dem Geist zu arbeiten. Und eigentlich nicht zu vergleichen mit dem, das man Religion nennt", erklärt er im Interview mit 16bars.de.

Nach der 2008 erscheinenden Free-Download-EP "Chambermukke" mit SnakeVsCrane erscheinen im gleichen Jahr die gesammelten Werke von zehn Jahren Absztrakkt-Musik ("Die Heiligen Rollen"). Bereits ein Jahr darauf entsteht aus einem gescheiterten "Monks Of The Unbroken Flower"-Projekt die zweite Scheibe "Das Buch Der Drei Ringe".

"Ich habe das sz schon damals gemacht, damit das Wort an sich eine Abstraktion bekommt", so Absztrakkt über die abstrakte Schreibweise seines Künstlernamens. "Es ist nicht so die 'abstraktion' wie sie im Duden steht." Dort steht nämlich, 'abstrakt' stelle besonders in der Philosophie die wesentlichen, gesetzmäßigen oder ähnlichen Züge aus etwas Konkretem dar, bzw. lässt sich vom sinnlich Wahrnehmbarem ableiten. Der Name steht Pate für einen in sich gekehrten, sehr mit sich selbst beschäftigten Mann des Jahrgangs 1979.

Feature-Parts mit Morlockk Dilemma, Hiob oder JAW steigern das Interesse der Heads und den Bekanntheitsgrad. 2010 nimmt er zusammen mit seinem X-Men Klan und dem hauseigenen Produzenten Roey Maquis II das "X Tape"-Mixtape auf. Diese Clique beschreibt Absztrakkt mit den Worten:

"Der 58 X-Men Klan ist ein Zusammenschluss aus Rapmutanten. Er ist nicht als Crew zu verstehen, sondern als eine gemeinsame Plattform für unterschiedliche Ausdrücke der Kreativität und Alltagsbewältigung. Jeder von uns trägt eine bestimme Mutation und damit verbunden eine spezielle Fähigkeit in sich." Außerdem: "Scheiß auf Rap. Wir mögen uns in erster Linie als Menschen."

Im Oktober 2011 erscheint "Diamantgeiszt" über Absztrakkts eigenes Label 58Muzik, dass er mit seinem Langzeit-Produzenten aus der Taufe hebt. Die Produktion der mit Emotion, Dramatik und teils auch Melancholie durchzogenen Scheibe stammt von dem Hannoveraner Produzenten-Team Influenza's Finest. Das Motto: "Geist ist geil!"

Gegenüber Backspin-TV erklärt er die Albumtitulierung: "Ein Diamantgeist ist derjenige, der sich auf die Natur des Geistes ausrichtet. Die ist wie ein Diamant: zeitlos, strahlend, unzerstörbar."

Auch wenn Absztrakkt, wie er selbst sagt, "nicht so der Auftritts-Mensch" ist, könnte er sich doch einige Gigs vorstellen, wenn auch nicht im Stile einer ganzen Tournee. Er suhlt sich lieber in Bescheidenheit, weiß, dass er nicht von, aber für Rap lebt. "Musik ist für mich eine Herzenssache. Und die möchte ich auch nicht auf Teufel kommt raus anderen aufdrücken."

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