Porträt

laut.de-Biographie

Basstard

"Es fing an mit Basstard - und es endet mit Basstard." Die Eckpunkte stehen damit schon mal fest. Dazwischen lässt sich dem deutschen Rap mal eben die Spielart des Horrorkore eröffnen. Blutrünstigere Texte, vorgetragen mit mehr Bosheit in der Stimme, musste man vor dem Berliner MC lange suchen.

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Basstards Wurzeln reichen bis nach Teheran: Hier kommt er am 18. Juli 1982 als Nima Najafi-Hashemi zur Welt. Von Friede, Freude, Eierkuchen von Beginn an keine Spur. Seine Mutter kommt um, als Nima ein Jahr alt ist. Der Vater muss wenig später fliehen.

Die Familie verschlägt es nach Berlin. Nima wächst im Wedding auf - unter den wachsamen Blicken des Vaters. "Er hat mich perfekt erzogen", erinnert sich Basstard gegenüber rap.de. "Er hat drauf geachtet, dass ich mein Abitur mache, er hat mich von Stress ferngehalten, er hat mich bei den Bullen abgeholt, wenn ich mit den Jungs unterwegs war und Scheiße gebaut habe. Er war ein richtiger Kämpfer."

Der Ärger bleibt trotzdem nicht aus. Ohne Papiere und ohne gesicherten Status fehlt eine Perspektive. Wachsende Enttäuschung und Zorn auf "die", auf "das System", brechen sich immer wieder Bahn. Gegen Ende der 90er Jahre findet Nima ein Ventil im Hip Hop.

Er legt sich einen ganzen Strauß an Bühnennamen, darunter Battle Basstard, Bastard One oder Der Kleine Mann, zu und erringt sich langsam aber sicher einen Status in der Freestyle-Szene der Hauptstadt.

Basstard - Zwiespalt (Weiss) Aktuelles Album
Basstard Zwiespalt (Weiss)
Liebe, Licht und Sternenstaub aus dem Hause Horrorkore.

Bei den Sessions im Royal Bunker Café, wo auch die Sekte, Taktloss oder King Kool Savas groß wurden, avanciert er zum regelmäßigen Gast. Basstard trifft auf Frauenarzt. Gemeinsam entstehen erste Aufnahmen auf dem Label Bassboxxx.

2004 hebt Basstard seine eigene Plattform Horrorkore Entertainment aus der Taufe. Inzwischen hat er zahllose Gastauftritte, unter anderem bei Kaisa, King Orgasmus One, Godsilla, Manny Marc und wie die Atzen alle heißen, im Rücken.

Das erste Indizierungsverfahren ist auch gelaufen: Die lyrischen Ergüsse auf "Obskuritas Eterna" von 2002 bedeuten der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien eine ganze Dornenkrone im Auge.

Nicht der letzte Ärger: Ein titelloser Kollabo-Track mit King Orgasmus One, gut versteckt auf dem Erstling "Rap Dämon", liefert Anlass genug für eine energische Razzia bei Horrorkore. Offenbar stoßen die plastischen Phantasien vom Bullen ... pardon, Polizistenmord, bei den Ordnungshütern auf wenig Gegenliebe. Man wittert Beleidigung, Gewaltverherrlichung und Aufruf zu Straftaten.

Basstards kompromisslose Attitüde nötigt das Glück nicht gerade zu engagierten Verfolgungsjagden: Massiv, den er unter seine Fittiche nimmt, wendet sich später weitgehend von ihm ab.

Enttäuscht kommentiert Basstard bei rap.de: "Jetzt macht er auf supercool, anstatt barfuß und in Lumpen rumzulaufen, wie ich es ihm beigebracht habe. Er macht jetzt auf High Society, so habe ich ihn nicht erzogen."

Trotzdem: Die Musik lässt ihn nicht los: Basstard tut seine Bewunderung für Falco, Grönemeyer und Muhabbet, aber auch für MC-Kollegen wie Prinz Pi, Kaas und Kool Savas kund und veröffentlicht fleißig weiter Mixtapes, Sampler und Alben.

"Ich will, dass die Musik unter die Haut geht", so das erklärte Ziel. "Ich will Spannung erzeugen, wie wenn man sich im Kino einen guten Horrorfilm ansieht. Es soll dabei auch diese gewisse Atmosphäre entstehen. Ich glaube, das bekomm' ich ganz gut hin."

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