Porträt

laut.de-Biographie

Flotsam And Jetsam

Auch in Phoenix im Bundesstaat Arizona finden sich gute Thrash Metal-Bands. Zumindest trifft das auf Flotsam & Jetsam zu (übrigens der Titel eines Kapitels in "Der Herr Der Ringe"). Bevor die Herren aber unter diesem Banner bekannt werden, passiert Anfang der 80er so Einiges.

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Ein Kerl namens Jason Newsted hat schon zu Highschool-Zeiten eine erste Combo, in der er den Bass zupft und auch gerne ins Mikro schreit. Bei seiner Dredlox betitelten Truppe spielen 1980 außerdem die beiden Gitarristen Mark Vasquez und Kevin Horton sowie Drummer Kelly David-Smith.

Da Jasons Gebrüll nur in Maßen erträglich bleibt, sucht man einen anständigen Frontmann und ersucht Erik A. Knutson, sich doch
bitte vier Judas Priest-Nummern draufzuschaffen - und schon ist er der neue Sänger von Dredlox. 1983 macht sich Kevin davon und gibt die Klampfe an Edward Carlson ab. Mit ihm im Line-Up gehts in Sachen Professionalität aufwärts.

Nachdem sie sich in Flotsam & Jetsam umbenannt hat, spielt die Band bereits erste Gigs im Vorprogramm von Armored Saint, Mercyful Fate oder Riot. Zu der Zeit wird Drummer Kelly-David wegen Dealens für ein paar Monate eingebuchtet. Als er wieder aus dem Knast kommt, müssen sich Flotsam & Jetsam nach einem zweiten Gitarristen umsehen, denn auch Mark hat den Dienst quittiert. Seinen Posten übernimmt der damals 17-jährige Michael Gilbert.

Dank des ersten Demos kommen sie in Kontakt mit Sacred Reich-Managerin Gloria Bujnowski. Sie zeigt sich von den Jungs überzeugt und verhilft zum Deal mit Metal Blade. Dort erscheint im Juli 1986 das Debüt "Doomsday For The Deceiver", zu dem Jason den Großteil der Songs geschrieben hat. Die Scheibe schlägt in der Szene mächtig ein. Vor allem der hohe, aggressive Gesang von Eric avanciert zum Markenzeichen.

Das britische Kerrang!-Magazin zückt gar sechs Punkte auf der Fünf-Punkte-Richterskala. Doch kaum ist die Scheibe auf dem Markt, machen Metallica Jason den Vorschlag, den vakanten Posten des tödlich verunglückten Cliff Burton einzunehmen. Dass dieser das kaum ablehnen kann, versteht sich von selbst. Damit geht Flotsam der Hauptsongwriter verloren, was die verbliebenen Mitglieder aber recht souverän wegstecken.

Zunächst springt Phil Rind von Sacred Reich ein, für den aber schnell Mike Spencer übernimmt. Metallica machen ihrem Label Elektra klar, dass Flotsam & Jetsam es definitiv verdient haben, auf einem größeren Label zu stehen. Nachdem der Deal unter Dach und Fach ist, geht es mit Megadeth auf Europatour. Bevor Flotsam & Jetsam sich aber an die Aufnahmen zu neuem Material machen, legt Mike den Bass wieder aus der Hand. Flotsam holen sich Troy Gregory als Tieftöner in die Reihen.

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Mit dem 1988 erscheinenden "No Place For Disgrace" stellen die Herren klar, dass nach wie vor mit ihnen zu rechnen ist. Zwar hat Jason nur an drei Songs der Scheibe mitkomponiert, doch der Rest muss sich nicht verstecken. Neben einem absolut großartigen Artwork sticht vor allem die gelungene Coverversion von Elton Johns "Saturday Night's Alright For Fighting" hervor.

Zwar touren sich Flotsam nach der Veröffentlichung unter anderem mit Megadeth und King Diamond den Arsch ab, doch blüht die Thrash-Szene gerade dermaßen auf, dass der richtig große Durchbruch nicht gelingt. So ist auch der Deal mit Elektra bald wieder futsch.

Davon lassen sich Flotsam & Jetsam aber nicht entmutigen. 15 Monate nach "No Place For Disgrace" haben sie bei MCA eine neue Heimat gefunden. Dort nehmen sie die dritte Scheibe "When The Storm Comes Down" auf, das aber mit den ersten beiden nicht so recht mithalten kann. Die Band konzentriert sich zu sehr darauf, zu zeigen, dass ihre Musiker wirklich etwas drauf haben. Die Songs klingen dafür nicht wirklich rund, und selbst Eric kann nicht allen Stücken Leben einhauchen.

Kurz nach der Veröffentlichung zieht es Troy Gregory zu Prong, und Flotsam haben langsam den Ruf als 'bester Basslieferant' weg. Mit Jason Ward finden sie mehr als nur adäquaten Ersatz und melden sich zwei Jahre später mit dem absolut überzeugendem "Cuatro" zurück. Die von Neil Kernon (Nevermore, Cannibal Corpse) produzierte CD bietet alles, das das Thrash-Herz erwünscht.

Flotsam & Jetsam scheinen dennoch zum ewigen Undergrounddasein verdammt, denn auch mit diesem starken Album stellt sich der Erfolg nicht ein. Ob es daran liegt, dass der Sound auf "Drift" etwas grungiger rüberkommt, lässt sich nur vermuten. So oder so erreichen sie nicht die erwarteten Verkaufszahlen, weswegen sich die Wege der Band und MCAs trennen. Dass die Scheibe Jasons Bruder, dem ehemaligen Nine Inch Nails-Gitarristen Jeff Ward gewidmet ist, der kurz zuvor an seiner Heroinsucht gestorben war, ist dabei nur ein weiteres dunkles Kapitel.

So kehren Flotsam & Jetsam zu Metal Blade zurück und veröffentlichen dort ihr sechstes Album "High", das wieder ziemlich auf die Glocke haut. Zusätzlich gibts noch eine interessante Version von Lards "Fork-Boy", bei der Jello Biafra sowie Al Jourgensen und Paul Barker von Ministry im Studio zur Seite stehen. Dass Flotsam & Jetsam - im Gegensatz zu manch anderer alten Metalband - immer noch zu den Wurzeln ihres Sounds stehen, zeigt sich bereits in den unterschiedlichen Schriftarten für die Songtitel, die alle den Schriftzügen diverser Metalbands nachempfunden sind.

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Nach der Tour mit Anvil und Exciter gibt Michael Gilbert seinen Ausstieg bekannt, und auch Drummer Kelly-David Smith packt seine Sticks ein. Mit den Neuzugängen Mark Simpson (Gitarre) und Craig Neilson (Drums) erscheint 1999 das zwiespältige "Unnatural Selection", das trotz einiger guter Songs bei vielen Fans auf Desinteresse stößt. Daran ändert 2001 auch "My God" nichts.

Kurze Zeit nach dem Release verlässt Eric im August aus familiären Gründen die Band. Die bereits bestätigten Tourdates ziehen Flotsam mit James Rivera (Ex-Helstar/Seven Witches) durch. 2002 sorgt nur die Tatsache, dass Eric ein Country-Projekt am Laufen hat, für etwas Verwirrung.

Ende Mai 2003 kommen Flotsam mit der Info über den Teich, dass sie eine Live-CD/DVD planen, an der auch Eric teilnehmen wird. Wie es mit der Band weitergeht, steht in den Sternen, bis sie sich im Mai 2004 plötzlich wieder mit Eric am Mikro zurück meldet und einen Deal mit Crash Music in der Tasche hat. Gemeinsam mit Overkill und Death Angel gehen sie im September des Jahre auf 'Thrash Domination'-Tour durch Japan. Nach der Rückkehr erscheint die erste Scheibe von Erics Country-Projekt The AK Corral.

Im Frühjahr 2005 gehen Flotsam & Jetsam ins Studio, um "Dreams Of Death" aufzunehmen. Ein wirklicher Hammer, wie etwa die letzten Exodus-Scheiben, wird das Album nicht, aber es finden sich gute Songs darauf. Ausgedehnte Touren bleiben weiterhin Mangelware.

Für den wegen seines Jobs verhinderten Ed Carlson steht beim Bang Your Head 2006 sein ehemaliger Kollege Michael Gilbert auf der Bühne. Ende November folgt über das belgische Label Mausoleum Records die Live-Platte "Live In Phoenix", die in den USA auch als DVD erscheint. In Europa muss man sich noch gedulden, ehe es im Februar 2006 schließlich Bildmaterial in Form von "Live In Japan" gibt.

Mark Simpson ist zwischenzeitlich mit Beautiful Creatures beschäftigt, Craig spielt ein paar Drumspuren für The Alien Blakk ein. Die für November geplante Tour fällt flach, da Eric sich auf die Prüfungen als Hubschrauberpilot für die Feuerwehr vorbereitet. 2007 ist es relativ ruhig im Flotsam-Camp, doch im März 2008 sind sie mit Non-Divine in Europa unterwegs und spielen auch einen Gig in Frankfurt, bei dem Abandoned mit dabei sind.

Im Laufe der Tour treten Flotsam & Jetsam auf dem Metalmania Festival in Polen auf, wo sie die Show für die DVD "Once In A Deathtime" aufnehmen. Die erscheint im Juli. Nachdem Flotsam Mitte des Jahres zu Driven Music, dem Label des ehemaligen Korn-Gitarristen Brian 'Head' Welch wechseln, machen sie sich direkt an die Arbeiten zum zehnten Studioalbum.

Die ziehen sich aber unglaublich in die Länge. Im Frühjahr 2010 warten die Fans noch immer auf das Album. Die Aufnahmen für "The Cold" sind derweil schon lange im Kasten. Für Ed Carlson sollen es vorerst die letzten sein. Er verabschiedet sich in aller Freundschaft und gibt an den nach langer Zeit zur Band zurück kehrenden Michael Gilbert ab. Es wird tatsächlich Mitte September, ehe "The Cold" endlich in den Regalen liegt. Das Warten hat sich aber gelohnt, die Scheibe überzeugt von vorne bis hinten.

Seltsamerweise nimmt Ende des Jahres Mark Simpson seinen Hut. Das führt zu der Situation, dass Ed Carlson erneut einspringt und so die beiden Gitarristen der legendären ersten Scheiben nach 14 Jahren wieder gemeinsam auf der Bühne stehen.

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Flotsam & Jetsam in Frankfurt 2009 Die Flots auf Jahresurlaub in Europa.

Die Flots auf Jahresurlaub in Europa., Flotsam & Jetsam in Frankfurt 2009 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Die Flots auf Jahresurlaub in Europa., Flotsam & Jetsam in Frankfurt 2009 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Die Flots auf Jahresurlaub in Europa., Flotsam & Jetsam in Frankfurt 2009 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Die Flots auf Jahresurlaub in Europa., Flotsam & Jetsam in Frankfurt 2009 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele)

Flotsam & Jetsam im Nachtleben 2008 Old School-Thrash aus Arizona.

Old School-Thrash aus Arizona., Flotsam & Jetsam im Nachtleben 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Old School-Thrash aus Arizona., Flotsam & Jetsam im Nachtleben 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Old School-Thrash aus Arizona., Flotsam & Jetsam im Nachtleben 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Old School-Thrash aus Arizona., Flotsam & Jetsam im Nachtleben 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Old School-Thrash aus Arizona., Flotsam & Jetsam im Nachtleben 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Old School-Thrash aus Arizona., Flotsam & Jetsam im Nachtleben 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Old School-Thrash aus Arizona., Flotsam & Jetsam im Nachtleben 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Old School-Thrash aus Arizona., Flotsam & Jetsam im Nachtleben 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Old School-Thrash aus Arizona., Flotsam & Jetsam im Nachtleben 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Old School-Thrash aus Arizona., Flotsam & Jetsam im Nachtleben 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Old School-Thrash aus Arizona., Flotsam & Jetsam im Nachtleben 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Old School-Thrash aus Arizona., Flotsam & Jetsam im Nachtleben 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Old School-Thrash aus Arizona., Flotsam & Jetsam im Nachtleben 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Old School-Thrash aus Arizona., Flotsam & Jetsam im Nachtleben 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Old School-Thrash aus Arizona., Flotsam & Jetsam im Nachtleben 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Old School-Thrash aus Arizona., Flotsam & Jetsam im Nachtleben 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Old School-Thrash aus Arizona., Flotsam & Jetsam im Nachtleben 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Old School-Thrash aus Arizona., Flotsam & Jetsam im Nachtleben 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Old School-Thrash aus Arizona., Flotsam & Jetsam im Nachtleben 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Old School-Thrash aus Arizona., Flotsam & Jetsam im Nachtleben 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele)

Flotsam And Jetsam auf dem BYH 2006 Nach über acht Jahren endlich mal wieder auf deutschem Boden: Flotsam And Jetsam.

Nach über acht Jahren endlich mal wieder auf deutschem Boden: Flotsam And Jetsam., Flotsam And Jetsam auf dem BYH 2006 | © LAUT AG (Fotograf: Michael Edele) Nach über acht Jahren endlich mal wieder auf deutschem Boden: Flotsam And Jetsam., Flotsam And Jetsam auf dem BYH 2006 | © LAUT AG (Fotograf: Michael Edele) Nach über acht Jahren endlich mal wieder auf deutschem Boden: Flotsam And Jetsam., Flotsam And Jetsam auf dem BYH 2006 | © LAUT AG (Fotograf: Michael Edele) Nach über acht Jahren endlich mal wieder auf deutschem Boden: Flotsam And Jetsam., Flotsam And Jetsam auf dem BYH 2006 | © LAUT AG (Fotograf: Michael Edele) Nach über acht Jahren endlich mal wieder auf deutschem Boden: Flotsam And Jetsam., Flotsam And Jetsam auf dem BYH 2006 | © LAUT AG (Fotograf: Michael Edele) Nach über acht Jahren endlich mal wieder auf deutschem Boden: Flotsam And Jetsam., Flotsam And Jetsam auf dem BYH 2006 | © LAUT AG (Fotograf: Michael Edele) Nach über acht Jahren endlich mal wieder auf deutschem Boden: Flotsam And Jetsam., Flotsam And Jetsam auf dem BYH 2006 | © LAUT AG (Fotograf: Michael Edele) Nach über acht Jahren endlich mal wieder auf deutschem Boden: Flotsam And Jetsam., Flotsam And Jetsam auf dem BYH 2006 | © LAUT AG (Fotograf: Michael Edele) Nach über acht Jahren endlich mal wieder auf deutschem Boden: Flotsam And Jetsam., Flotsam And Jetsam auf dem BYH 2006 | © LAUT AG (Fotograf: Michael Edele) Nach über acht Jahren endlich mal wieder auf deutschem Boden: Flotsam And Jetsam., Flotsam And Jetsam auf dem BYH 2006 | © LAUT AG (Fotograf: Michael Edele) Nach über acht Jahren endlich mal wieder auf deutschem Boden: Flotsam And Jetsam., Flotsam And Jetsam auf dem BYH 2006 | © LAUT AG (Fotograf: Michael Edele) Nach über acht Jahren endlich mal wieder auf deutschem Boden: Flotsam And Jetsam., Flotsam And Jetsam auf dem BYH 2006 | © LAUT AG (Fotograf: Michael Edele) Nach über acht Jahren endlich mal wieder auf deutschem Boden: Flotsam And Jetsam., Flotsam And Jetsam auf dem BYH 2006 | © LAUT AG (Fotograf: Michael Edele) Nach über acht Jahren endlich mal wieder auf deutschem Boden: Flotsam And Jetsam., Flotsam And Jetsam auf dem BYH 2006 | © LAUT AG (Fotograf: Michael Edele) Nach über acht Jahren endlich mal wieder auf deutschem Boden: Flotsam And Jetsam., Flotsam And Jetsam auf dem BYH 2006 | © LAUT AG (Fotograf: Michael Edele) Nach über acht Jahren endlich mal wieder auf deutschem Boden: Flotsam And Jetsam., Flotsam And Jetsam auf dem BYH 2006 | © LAUT AG (Fotograf: Michael Edele)

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