Porträt

laut.de-Biographie

Enslaved

Gitarrist Ivar Bjørnson und Basser/Shouter Grutle Kjellson haben schon zusammen mit Drummer Hein Frode Hansen bei Phobia gezockt, bevor letzterer bei Theatre Of Tragedy einsteigt. Ivar und Grutle krallen sich daraufhin als Ersatz Trym Torson (aka Kai Johnny Mosaker) und gründen im heimischen Haugesund in Norwegen die Band Enslaved.

Obwohl sie ihren Musikstil selbst gern als Viking Metal bezeichnen, sind sie doch rein objektiv eher dem Black Metal-Genre zuzuordnen. Das sieht auch der Mayhem-Hirni Euronymus so und will deren "Vikingligr Veldi" über sein Label Deathlike Silence Productions veröffentlichen. Enslaved willigen zwar ein, aber bevor die EP 1994 erscheint, kommt bereits 1993 über Candlelight eine Split mit Emperor unter dem Namen "Hordanes Land" raus. Der erste eigene Longplayer "Frost" erscheint schon Ende 1994 über Osmose.

Zeitgleich mit der Scheibe distanzieren sich Enslaved entschieden von der damaligen norwegischen Black Metal-Szene, vor allem vom Inner Circle, der mit seinen rassistischen und faschistoiden Machenschaften auf sich aufmerksam gemacht hat.

Dafür punkten sie aber um so mehr mit ihrem musikalischen Werk und werden des Öfteren als legitime Nachfolger von Bathory genannt. Es folgt eine weitere Split mit Satyricon, "Yggdrasill", und der ein oder andere Beitrag zu Samplern für Celtic Frost oder Darkthrone.

Dennoch verlässt Trym die Band und wandert in Richtung Emperor ab. Für ihn übernimmt vorübergehend Harald Helgeson (Ex-Zeno Morf) die Sticks, gibt sein einziges Gastspiel aber auf der '97er-Scheibe "Eld". Harald fliegt schnell wieder raus.

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Nachdem Enslaved mit Dirge Rep (aka Per Husebø) wieder einen festen Drummer an Bord haben, holen sie sich mit Roy Kronheim gleich noch einen zweiten Gitaristen in die Band. Beide geben ihr Livedebüt auf der Tour mit Absu und Inferno, ehe sie sich im folgenden Jahr auf der von Peter Tägtgren (Pain/Hypocrisy) produzierten "Blodhemn"-Scheibe verewigen.

Während sie sich da wieder dem schnellen Black Metal widmen und die epischen Stücke etwas reduzieren, liefern sie zur Jahrtausendwende mit "Mardraum - Beyond The Within" ihr Meisterwerk ab. Mit dieser Veröffentlichung landen sie endlich auf dem amerikanischen Markt und gehen mit dem Killerpackage aus Morbid Angel, The Crown, Behemoth und Dying Fetus auf Europatour.

Der Soundwandel, der sich bei Enslaved mehr und mehr bemerkbar macht, könnte mit der Tatsache zu tun haben, dass Ivar schon seit längerem auch bei Borknagar mit von der Partie ist, die sich stark vom Black Metal wegentwickeln.

So geht es auf "Monumension" 2001 deutlich progressiver und vor allem gemäßigter zu Werke. Besonders die sphärischen, fast schon an Pink Floyd erinnernden Soundteppiche sind bemerkenswert.

Enslaved - RIITIIR
Enslaved RIITIIR
Zwischen College-Rock und Growls.
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Dirge ist inzwischen bei Aura Noir eingestiegen, wird aber beiden Bands zeitlich gerecht. Allerdings ist für Gitarrist Richard nach der Tour 2002 durch Großbritannien Schicht im Schacht. Er fliegt raus, Enslaved holen sich stattdessen den Malignant Eternal-Klampfer Arve Isdal und Keyboarder Oyvind in ihre Reihen.

Dummerweise nimmt auch Dirge nach "Below The Lights" seinen Hut, um sich auf die nächste Band Orcustus zu konzentrieren. Mit Cato Bekkevold (Ex-Red Harvest) an den Drums begeben sich Enslaved zusammen mit Usurper, Epoch Of Unlight und Enforsaken auf US-Tour. Nach ihrer Heimkehr unterzeichnen sie bei Tabu Records.

Die wollen natürlich auch etwas veröffentlichen. Mit dem neu dazu gestoßenen Keyboarder Herbrand Larsen geht es direkt ins Studio, wo "Isa" entsteht. Mit Vreid sind Enslaved anschließend in Europa unterwegs, und sacken daheim den Spellemannprisen Award für das beste Metal-Album ein. Ivars Vater nimmt das Teil live im öffentlichen Fernsehen entgegen.

Ihren Gig in Bergen schneiden sie für die DVD "Return To Yggdrasil" mit. Während Drummer Cato sich nebenbei noch Ashes To Ashes anschließt, steigt Gitarrist Arve beim Projekt der Immortal-Recken Abbath und Armagedda ein, das den schlichten Namen I trägt. Grutle gibt ein Gastspiel bei Darkthrone, Ivar schrubbt bei Jazkamer mit.

Danach stehen aber wieder Enslaved auf dem Plan. Im Januar 2006 geht es ins Studio, um die nächste Langrille einzuspielen. "Ruun" erscheint Mitte Mai und im September sind Enslaved mit Zyklon, 1349 und Insomnium wieder on the road.

Auch mit "Ruun" werden sie für den Spellemannsprisen nominiert und spielen sogar eine Show in Neu Delhi. Im selben Jahr sind Ivar, Arve und Grutle auch in das musikalisch sehr anstrengende Trinacria-Projekt involviert, die im Sommer 2008 ihr Debüt veröffentlichen.

Deutlich melodischer gibt sich Arve bei Audrey Horne, die bereits im März 2008 ihre zweite Scheibe veröffentlichen. Alle zusammen machen auf "Vertebrae" wieder gemeinsame Sache, das im September über Indie Recordings erscheint.

Enslaved haben sie sich mittlerweile ihren festen Platz erspielt und feilen auf ihren folgenden Alben nur noch an Details ihres Klangkosmos'. Dabei achten sie aber auch darauf, nicht einen ähnlichen Weg wie Opeth zu beschreiten und mit allzu abrupten Stilwechseln die alten Fans zu vergraulen.

Mit "Axioma Ethica Odini" und "RIITIIR" erreichen Enslaved 2010 und 2012 vorläufig den Höhepunkt ihres Schaffens und räumen in der Zwischenzeit wieder ein paar Preise ab.

2015 etablieren sie mit "In Times" nicht nur das inzwischen deutlich gereifte Soundkonstrukt. Ivar wird außerdem in die Kuratorenposition des renommierten Roadburn Festivals berufen. Gemeinsam mit Wardrunas Einar "Kvitrafn" Selvik. Mit ihm arbeiteten Enslaved bereits im Jahr zuvor an dem gemeinsamen Projekt "Skuggsjá", das sie anlässlich des 200. Jahrestags der norwegischen Verfassung schrieben.

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Enslaved auf dem Rock Hard 2008 Die Norweger sind bei Tageslicht irgendwie nur halb so düster.

Die Norweger sind bei Tageslicht irgendwie nur halb so düster., Enslaved auf dem Rock Hard 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Die Norweger sind bei Tageslicht irgendwie nur halb so düster., Enslaved auf dem Rock Hard 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Die Norweger sind bei Tageslicht irgendwie nur halb so düster., Enslaved auf dem Rock Hard 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Die Norweger sind bei Tageslicht irgendwie nur halb so düster., Enslaved auf dem Rock Hard 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele)
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