Porträt

laut.de-Biographie

Mayhem

Neben Burzum, Darkthrone und Gorgoroth gelten Mayhem als eine der Urbands des norwegischen Black Metal-Szene. Genau wie bei den anderen drei genannten, ist die Geschichte von Mayhem von Gewalt, Mord, Selbstmord und diversen nationalsozialistischen Aussagen/Aktionen geprägt.

So ärgerlich, dämlich und verabscheuungswürdig unzählige Dinge im Zusammenhang mit Mayhem und den Anderen sind, so wichtig waren diese aber auch für die Entwicklung des norwegischen Black Metals. Vor allem Mayhem-Gitarrist Euronymous (aka Øystein Aarseth), der sich neben der Band auch noch als Inhaber des Helvete Plattenladens und Chef von Deathlike Silence Productions (ehemals Posercorpse Music) hervortat. Zusammen mit Shouter Truls, Basser Glenn Larsen Drummer Espen Mortensen gründet er 1983 in Langhus bei Oslo die erste Inkarnation von Mayhem.

Der damals 16 Jahre alte Øystein nennt sich zu der Zeit noch Destructor und hat mit Basser Necrobutcher (aka Jørn Stubberud), Drummer Kjetil Manheim und Shouter Messiah (Erik Nordheim) bald eine neue Mannschaft beisammen. Nach seiner Umbenennung in Euronymus beginnt er auch bald, sich auf der Bühne mit schwarzem und weißen Make-Up zu schminken und setzt damit einen neuen Trend im Black Metal. Die einen nennen es Corpsepaint, die anderen Pandabären. Auf ihr erstes Demo von 1986 sind sie besonders stolz, weil es nach eigener Aussage die miesest mögliche Soundqualität aufweist. Wer das Ding kennt, wird bestimmt nicht widersprechen ...

Messiah gibt seinen Platz an Maniac (aka Sven Erik Kristiansen) ab, der sich auch bald auf einigen in der Black Metal-Szene als Klassiker verehrten Demos verewigt. Von einem echten Debüt lässt sich allerdings erst 1987 reden, als "Deathcrush" über Euronymus' eigenes Label erscheint. Mit der Fotografie von zwei abgeschnittenen Händen auf dem Cover gilt die Scheibe mehr oder weniger als das erste echte Black Metal-Album. "Deathcrush" stellt mit der grottigen Produktion, der amateurhaften Instrumentierung und dem heiseren Gekreische von Maniac die Blaupause für unzählige, andere Bands dar.

Maniac und Manheim sind 1988 schon wieder raus. Manheim, weil er sich einen normalen Job sucht, Maniac weil er nach einen missglückten Selbstmordversuch in die Geschlossene wandert. Ihre Plätze nehmen Drummer Hellhammer (Jan Axel Blomberg) und Frontförster Dead (aka per Yngve Ohlin) ein. Letzterer hat, wie der Name vermuten lässt neben einer Vorliebe für alles, was mit dem Tod zu tun hat auch mächtig was am Sträußchen. So trägt er gerne einen verrottenden Raben in einer Plastiktüte mit sich herum, um davon ne Nase voll zu nehmen, bevor es auf die Bühne geht.

Dort gibt es dann abgeschlagene, aufgespießte Schweinskopfe und Dead schnitzt sich mit einem Messer. Nicht nur in Norwegen sondern auch in Deutschland haben sie deshalb bald den Ruf einer Kultband inne. In Teutonien nehmen sie auch ihr erstes von vielen folgenden Live-Alben namens "Live In Leipzig" auf, das 1992 erscheint. Zu der Zeit weilt der 22-jährige Dead aber schon in Valhalla. Er erschießt sich im April '91 in der gemeinsamen Bandwohnung und hinterlässt ein Schreiben mit den Worten 'Excuse all the blood'. Euronymus, der die Leiche als erster findet, schießt ein paar Fotos und sammelt auch Splitter des zerstörten Schädels ein. Eines der Fotos ziert das Cover des Bootlegs "Dawn Of The Black Hearts".

Die Schrotpatronen, mit denen sich Dead das Licht ausgeknipst hat, wurden ihm von Burzums Varg Vikernes (aka Kristian Vikernes) geschickt, der später für den Mord an Euronymus verurteilt werden soll. Necrobutcher hat nach der Sauerei in der Bude genug von der Band und macht sich davon. Deswegen übernimmt Varg Vikernes den Bass auf dem '93 erscheinenden "De Mysteriis Dom Sathanas". Für das Gebrüll zeichnet Attila Csihar verantwortlich. Zu der Zeit muss Euronymus auch seinen Plattenladen dicht machen, weil dieser schon mehrfach polizeilich kontrolliert wurde.

Ob es allein an den 30.000 Norwegischen Kronen liegt, die Euronymus Varg noch schuldet oder ob da noch mehr im Busch ist - jedenfalls ermordet Varg seinen ehemaligen Bandkollegen mit 23 Messerstichen, die meisten davon in den Rücken. Vikernes wird eingebuchtet, nimmt aber auch im Knast fröhlich weiter für seine Ein-Mann-Band Burzum auf. Als "De Mysteriis Dom Sathanas" schließlich erscheint, ist die Band quasi am Ende, da nur noch Hellhammer offizielles Mitglied ist. Der ruft jedoch Ende '95 mit den schon bekannten Necrobutcher, Maniac und dem neuen Gitarristen Blasphemer (aka Rune Erickson) die Band neu ins Leben.

In dieser Besetzung erscheint zwei Jahre später die EP "Wolf's Lair Abyss" und zeigt, dass mit der lustigen Tanzkapelle durchaus noch zu rechnen ist. Dennoch bastelt Hellhammer nebenher noch mit Garm von Ulver und Samoth von Emperor am Nebenprojekt Arcturus, zockt kurzfristig bei Emperor und ist auch bei The Kovenant dabei. Doch auch ein paar Konzerte mit Mayhem sind drin. Einen Gig in Italien nutzen sie, um "Mediolanum Capta Est" aufzunehmen, das 1999 zu haben ist. Anstatt aber nach Staubsauger zu klingen, hat die Scheibe einen richtig guten Sound.

Nachdem sie zum französischen Season Of Mist-Label wechseln, veröffentlichen sie zur Jahrtausendwende "A Grand Declaration Of War". Mit dem Geschrammel der Anfangstage hat das allerdings nichts mehr zu tun, denn sie gehen fast schon progressiv zu Werke. Die Gastbeiträge, die die einzelnen Bandmitglieder in der folgenden Zeit abliefern, sind beinahe nicht mehr zu überschauen und so müssen erst einmal wieder diverse Live-Scheiben herhalten. Neben "Live In Marseille" gibt es noch "US Legions" und "European Legions" die alle 2001 rauskommen.

Doch ganz untätig sind die Norweger in Bezug auf Mayhem in der Zeit auch nicht, denn 2004 erscheint mit "Chimera" das dritte Studioalbum. Zusammen mit Decapitated, Manatark und Defiled geht es in Europa auf Tour. Allerdings mehren sich danach immer mehr die Gerüchte, dass Maniac aus der Band geflogen ist. Ende des Jahres ist es dann offiziell und Attila Csihar (der noch "De Mysteriis Dom Sathanas" eingeschrieen hat) ist wieder mit dabei. Mit ihm folgen diverse Konzerte, die die Band bis nach Thailand führen.

Nachdem der Deal bei Season Of Mist eigentlich schon abgelaufen ist, unterschreiben Mayhem erneut bei den Franzosen und nehmen "Ordo Ab Chao" auf. Die Scheibe ist in Deutschland Anfang Mai 2007 zu haben.

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