Liest oder hört man seinen außergewöhnlichen Namen, könnte man meinen, die Eltern des Neugeborenen seien bei der Namensfindung nicht ganz bei der Sache gewesen. Dafür kann Usher Raymond, geboren am 14. Oktober 1978 somewhere in Texas, allerdings nichts. Er wächst in Chattanooga in Tennessee auf, später zieht es seine Familie in die Coca Cola-City, nach Atlanta im Bundesstaat Georgia.
Dort trällert der kleine Usher im Kirchenchor und hat überhaupt mächtig Spaß am Singen. Seine Mum ist von den Stimmband-Qualitäten ihres Sohnes ebenfalls überzeugt und lässt ihn an verschiedenen Nachwuchswettbewerben teilnehmen.
Auf einer dieser Veranstaltungen wird ein Abgesandter von LaFace Records auf den kleinen Usher aufmerksam. Antonio Reid, nebenbei Präsident von Arista, nimmt ihn 1993 für LaFace unter Vertrag.
Wenig später bringt Usher sein selbstbetiteltes Debüt auf den Markt. Mit "Think of You" landet er zwar einen Top Ten-Hit und "Call Me A Mack" findet Eingang in den Soundtrack des Streifens "Poetic Justice". Die hoch gesteckten Erwartungen der Plattenfirma erfüllen sich dennoch nicht. Selbst Puff Daddys Credits als Executive Producer machen die Platte nicht zum Topseller.
Dafür erobert Usher durch seine kindlichen Gesichtszüge nebst gewinnendem Lächeln die Herzen der Teenies in ganz Amerika im Sturm. Der studio-gestählte Korpus tut ein Übriges. Bei Ushers schweißtreibender Performance auf der Bühne erweist sich der auch als dringend nötig. Breakdance und Tanzeinlagen kosten eine Menge Kraft.
"Usher" beschert Usher zwar nicht den durchschlagenden Erfolg, bringt aber immerhin Coca Cola auf den Geschmack. Dort heuert man Usher an, um ein paar Werbejingles einzujodeln.
Der vorübergehende Brötchengeber sorgt auch dafür, dass Usher kurzzeitig zur Olympialerche der Spiele 1996 in Atlanta mutiert. Mit Monica, einem ebenfalls aufstrebenden R'n'B-Talent, singt Usher ein klassisches Soul-Duett ein. Worum es hier geht, liegt auf der Hand. Usher, der seinen Stil als Hip Pop bezeichnet, beackert klassisches Terrain: Chicks, Chicks und nochmal Chicks. In allen Variationen.
Mit "My Way" stellt sich der lang ersehnte Erfolg ein. Die mit Multiplatin behängte Platte nistet monatelang in den Charts, die Singles "You Make Me Wanna" und "Nice & Slow" gehen jeweils auf Platz eins. Kein Wunder, wenn Hitproduzenten wie Jermaine Dupri, Babyface, und L.A. Reid kundige Hand anlegen. Für Usher regnet es plötzlich Preise. Vom MTV Award bis zum Grammy ist alles dabei.
Ushers Bühnenshow gilt als legendär. Die Überlegung, ein Live-Album dazwischen zu schieben, bietet sich demnach an. Solches kommt 1999 schlicht "Live" betitelt auf den Markt und zeigt unter anderem auch die Kollegen Shanice, Lil' Kim, Jagged Edge und Twista.
Sei drittes Album kündigt Usher als "All About Me" an. Nach diversen Überarbeitungen erscheint es 2001 schließlich unter dem Titel "8701". Auf nennenswerte Überraschungen wartet man vergebens, vielleicht abgesehen von dem Umstand, dass The Neptunes die Knöpfchen bei den Aufnahmen drehten. "8701" steht übrigens für (19)87, als Usher zum ersten Mal auf einer Bühne stand, und (20)01 für das Jetzt in Ushers Karriere.
Die ist bis zu diesem Zeitpunkt jedoch nur ein gepflegtes Warmlaufen für den Hype, den sein 2004er-Album "Confessions" lostreten soll. Bereits der Opener "Yeah", bei dem Lil' Jon und Ludacris zu hören sind, verrät es: Usher schielt verstärkt auf die Tanzfläche und brennt ein Bounce-Feuerwerk nach dem anderen ab.
Die Verkaufszahlen des Albums stellen in den USA die seiner Vorgänger komplett in den Schatten, Award-Nominierungen hagelt es im Dutzend. Von nun an muss man Usher mit Größen wie Michael Jackson und Prince in einem Atemzug nennen.
Ein Jahr später erscheinen gleich zwei Live-DVDs, im März "Rhythm City Volume One: Caught Up" und im November "Truth Tour Behind The Truth: Live From Atlanta". Im Oktober 2006 legt Usher dann noch "Evolution 8701: Live In Concert" nach. Neues Material gibt es nicht, Usher bleibt jedoch umtriebig.
Er treibt seine vor Jahren angeschobene Schauspielkarriere voran. In "In The Mix" spielt er 2006 seine erste Hauptrolle. Außerdem ist er im Broadway-Musical "Chicago" zu sehen und zu hören. Die Bühnen teilt Usher sich mit P. Diddy, Mary J. Blige und Janet Jackson.
Zudem zählt Usher auch ganz privat zu denen auf der Sonnenseite: Er findet sein Glück in seiner Stylistin Tameka Foster. Nachdem die angekündigte Hochzeit im Juli 2007 kurzfristig abgeschoben wird, heiratet er seine Verlobte wenige Wochen später doch noch.
Eheleben und Vaterschaft scheinen inspirierende Wirkung auf Usher auszuüben: Er kreiert seine eigene Duftlinie - U-She-R für Sie, Us-He-R für Ihn - und auch musikalisch gibt es endlich Nachschub für die dürstende Fangemeinde. Als erster Vorbote auf sein neues Album "Here I Stand" erscheint im Februar 2008 die Single "Love In This Club", die er zusammen mit Young Jeezy einsingt. Für den zweiten Teil der Nummer müssen dann Beyoncé und Lil Wayne ran.
"Here I Am" in voller Länge folgt im Mai und zeigt einen angenehm erwachsen gewordenen Künstler. Zahlreiche Produzenten, darunter Polow Da Don, J.R. Rotem, Tausendsassa Ne-Yo und der altgediente Jermaine Dupri, setzen Usher mit für R'n'B-Verhältnisse außergewöhnlich interessanten Beats ins rechte Licht.
Üppig und halbwegs übersichtlich bestückt; hier gibt es Infos, Musik, Videos, Klingeltöne und anderen Schnickschnack.
http://www.usher-music.de
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