Porträt

laut.de-Biographie

Statik Selektah

"Hip Hop that doesn't suck since 1982". Der großspurige Leitspruch Statik Selektahs Marketingfirma ShowOff, die zu seinem Label wurde, hat sich nach arbeitsintensiven Jahren zur tatsächlichen Qualitätsgarantie gemausert. Für Patrick Baril, dem Hobby-DJ mit Hip Hop-Passion aus Boston, ging es vom Eastcoast Rap-Liebhaber zum Gralshüter der neuen True School-Generation.

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Was als Interesse an den Beatgerüsten von DJ Premier, Pete Rock und Marley Marl und Nachahmungsversuchen der Genannten begann, entwickelte sich mit einem Uni-Abschluss in Audio Production am Bostoner New England Institute of the Arts und einer stetig wachsenden Zuneigung zum Hip Hop-Genre zu einer rollenden Erfolgswelle inmitten der Gefolgschaft des gepflegten BoomBaps der New Yorker Schule. Erst feiert Statik Selektah als DJ und Promoter Erfolge, dann mausert er sich zum vielgebuchten Produzenten mit Fans von Q-Tip bis Kanye West. Voila, die Geschichte von Statik Selektah.

Obwohl die Heimatstadt Boston - abgesehen von den Rap-Urgesteinen Guru und Edo G. - im Hip Hop-Spiel kaum etwas gerissen hat, wächst Patrick Baril zum Intensiv-Fan der Musikkultur. Im frühen Jugendalter müssen Turntables her, das eigene Vinyl-Archiv wächst beständig, und wegen fehlender Alternativen steigt der junge Herr gleich als Booker und Promoter ins Business ein. Die Szene hat einen Networker vor dem Herren gefunden - Statik knüpft Kontakte in der unangefochtenen Szene-Hauptstadt New York und macht sich als aufstrebender Mixtape-DJ einen Namen.

Nebenher produziert er selbst, was ihm zu Karrierebeginn noch keine goldenen Schallplatten, aber dennoch den richtigen Musikriecher beschert. Bald hat der Frühzwanziger den Respekt seiner ehemaligen Jugendhelden DJ Premier, Q-Tip und Talib Kweli in der Tasche und mit dem Bostoner Rapper Termanology einen eigenen Künstler an der Hand, der mit Querverweisen auf die alten MC-Tugenden im Rap-Zirkus für Furore sorgt.

Termanologys "Hood Politics"-Mixtapes machen zwischen den Küsten (und in Übersee) die Runde und Statik Selektah zieht mit seiner eigenen Marketingfirma ShowOff im Hintergrund die Fäden. Kurzerhand wird die Firma zum Label und Statik Selektah nebenbei zum national wahrgenommenen Radio-DJ. Klingt bereits nach viel Arbeit? Nicht für den passionierten Workaholic Statik Selektah, der zudem mit duzenden Mixtapes seinen Namen in den Blogs, Magazinen und anderen Medien hält. Unter anderem geben Nas, Q-Tip, John Legend, Royce Da 5'9'', G-Unit und Saigon bei dem DJ Mixtape-Projekte in Auftrag.

Ransom And Statik Selektah - The Proposal
Ransom And Statik Selektah The Proposal
Der New Jersey-Emcee zwischen Keep It Real und Kohle.
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2007 ist es an der Zeit für ein eigenes Album. Im Gegensatz zu vielen seiner keifenden DJ-Kollegen, die lediglich ihren Namen zu einem solchen Projekt beisteuern, übernimmt Statik Selektah die gesamte Produktion für "Spell My Name Right (The Album)" und präsentiert eine Albumgroßtat mit expliziten Bezügen in die Neunzigerjahre. Auch die Gästeliste kann sich durchaus sehen lassen: Unter Beihilfe von Joell Ortiz, Kool G Rap, Sheek Louch, Styles P, Q-Tip, Termanology, Big Shug, Freeway und Mims avanciert der Longplayer zum Überraschungserfolg des Jahres.

Der Damm ist gebrochen und Statik Selektah nun offiziell Teil der Hip Hop-High Society New Yorks. Aus dem Radio-DJ aus Massachusetts ist einer der außergewöhnlichen Produzenten-Gentlemen des Big Apple geworden. Er produziert unter anderem Kollabo-Tapes mit Freddie Gibbs ("Lord Giveth, Lord Taketh Away"), Action Bronson ("Well Done"), Reks ("Straight, No Chaser") und Bumpy Knuckles ("Ambition").

Auch die nachfolgenden Produceralben "Stick 2 The Script", "100 Proof: The Hangover", "Population Control" und "Extended Play" beweisen wieso: Statik Selektah hat die richtigen Kontakte, verfügt über das feinfühlige Gespür für frische Kopfnicker und lebt Hip Hop wie Curse. Oder anders gesagt: "Boom Bap Rap back on that hood shit" – Statik sei Dank.

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Ransom And Statik Selektah - The Proposal: Album-Cover
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2013 The Proposal

Kritik von Stefan Johannesberg

Der New Jersey-Emcee zwischen Keep It Real und Kohle. (0 Kommentare)

  • ShowOff Labelseite

    Alle Informationen zum Massachusetts-Label.

    http://www.showoffhiphop.com
  • Statik bei Twitter

    Live-Updates des DJs und Produzenten.

    http://twitter.com/statikSelekt

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