Porträt

laut.de-Biographie

MIMS

MIMS steht für Music Is My Savior - und noch viel mehr. "Die wenigsten Leute wissen, dass Mims mein richtiger Nachname ist", so MIMS im Interview mit britishhiphop.co.uk. "Ich war nicht besonders gut darin, mir Spitznamen auszudenken, also beschloss ich, einfach meinen wirklichen Namen zu benutzen. Mims begleitet mich seit dem Tag meiner Geburt, ich kann mich wirklich damit identifizieren. Niemand kann behaupten, ich sei nicht der wahre MIMS, deswegen liebe ich es so."

Den Nachnamen zum Künstlernamen zu machen: Manchmal entpuppen sich die naheliegendsten Ideen als die besten. Wenn sich das Ganze zusätzlich als Akronym verkaufen und mit einer versteckten Bedeutung schwängern lässt, umso besser. "Music Is My Savior": MIMS erhebt das Motto seines Lebens zum Programm.

Schon früh lernt der am 22. März 1981 geborene Sohn jamaikanischer Einwanderer die harten Seiten der Realität kennen. Shawn Mims wächst in Washington Heights im Norden Manhattans zu den Klängen von Rap aus Harlem auf. Als er elf Jahre alt ist, stirbt sein Vater, zwei Jahre später verliert Shawn auch die Mutter, die die Geburt seiner kleinen Schwester nicht übersteht. Shawn ist 13 Jahre alt und Vollwaise - und sucht die Rettung in der Musik.

Kurz vor ihrem Tod erfüllte Shawns Mutter ihrem Sohn einen Herzenswunsch und kaufte ihm das heiß ersehnte DJ-Equipment. Shawn beginnt seinen Weg in den Fußstapfen seines Vaters, der ebenfalls ein begeisterter Plattendreher war. Als Mr. Mims sammelt Shawn Erfahrungen als DJ und beginnt mit der Bastelei an eigenen Beats.

Bis zum Verlassen der Highschool eignet er sich so einiges an Produzenten- und Tontechniker-Wissen an und avanciert in Washington Heights zu einer im Untergrund recht bekannten Gestalt. Angefeuert von Freunden versucht er sich schließlich am Mikrofon. Sein Interesse am und Verständnis für den Entstehungsprozess von Musik erweist sich dabei als höchst nützlich.

Etwa um die Jahrtausendwende kommt Mr. Mims in Kontakt mit UBO Records, wo man ihn umgehend unter Vertrag nimmt. Ein Jahr darauf beteiligt er sich am Sampler "Private Party Collector's Edition Vol. 2" der Baby Blue Soundcrew, die sich als die kanadischen Botschafter der Urban-Sounds feiern lassen. Mr. Mims ist zusammen mit Choclair in "Love Em All", der ersten Single-Auskopplung des Albums, zu hören und im zugehörigen Video-Clip zu sehen. Die Nummer, die nur in Kanada veröffentlicht wird, wächst sich dort zum Hit aus.

Im Rahmen einer Familienfeier lernt MIMS, der sich inzwischen von dem umständlichen "Mr." getrennt hat, DJ Blackout von der in Miami residierenden Produzenten-Crew The Blackout Movement kennen. Begeistert äußert er sich später über deren Arbeitsweise: "Sie können sich in die Mentalität eines DJs hinein versetzen. Das hat uns den Durchbruch verschafft. Wenn ein DJ eine Platte kreiert, dann hören andere DJs besonders genau hin."

Zwischen MIMS und der Truppe aus Florida entwickelt sich eine rege Zusammenarbeit, deren erstes Resultat 2003 in Form der Single "I Did You Wrong" auf dem Tisch liegt. Die Nummer verschafft dem jungen MC reichlich Aufmerksamkeit und einen Platz im Vorprogramm von Method Man, der weitere Aufmerksamkeit nach sich zieht. Der Sprung auf die Rolltreppe nach oben ist geschafft.

MIMS sieht einen Hauptgrund für seinen Erfolg in seiner Fähigkeit, über den Tellerrand New Yorks hinaus zu blicken: "Lange Zeit hat New York eine sehr arrogante Einstellung bezüglich Hip Hop vertreten", sinniert er.

"Immer hieß es: 'Wir sind New York, wir sind Hip Hop.' Oft hält man es nicht für nötig, auch jenen außerhalb dieser Stadt Respekt zu zollen. Wir haben allen Grund stolz zu sein, weil Hip Hop in New York entstanden ist, aber man muss auch andere Gegenden für ihre großartige Musik anerkennen, sei es der Dirty South oder die West Coast."

2006 entschließt sich MIMS, UBO Records den Rücken zu kehren. Ganz freundschaftlich, wie er betont. "Ihr Schwerpunkt liegt eben auf Latino-Hip Hop. Wir hätten uns gegenseitig nur aufgehalten." Die Suche nach einem Label, das besser zu ihm passt, gestaltet sich allerdings schwierig. Kurzerhand hebt MIMS daraufhin seine eigene Firma mit dem hochtrabenden Namen American King Music aus der Taufe. Hier veröffentlicht er noch im selben Jahr das Mixtape "The Future".

Noch immer ohne Plattenvertrag wirft MIMS dann den Track "This Is Why I'm Hot" auf den Markt und entfacht einen ungeheuren Hype. Radiostationen wie Club-DJs spielen die Nummer rauf und runter. Ruckzuck findet sich MIMS an Bord von EMI/Capitol wieder. Eine halbe Million mal verkauft sich der Klingelton: Es ist höchste Zeit für ein Album, nachdem sich die Single "This Is Why I'm Hot" längst an die Spitze der Billboard Charts gesetzt hat.

Der Track liefert die Vorlage für zahlreiche Versionen. MIMS selbst liefert zusammen mit den Reggae-Künstlern Junior Reid und Cham einen Remix. Einen zweiten legt er in Kollaboration mit den Rockern von Purple Popcorn aus Miami nach: "This Is Why I Rock".

"Meine liebste Version ist die offizielle mit Junior Reid und Cham, die auch auf dem Album drauf ist", so MIMS. "Aber es gibt noch ein paar andere, über die ich echt lachen musste, wie die eine von einem Typen, Black Jesus, 'This Is Why I'm Black'. Ich mag R. Kellys Mix mit Twista, der heißt 'This Is Why I'm Cold'. Ich find' cool, dass die Leute den Track so sehr mögen, dass sie ihm ihre eigene Form verpassen wollen."

Der Longplayer "M.I.M.S. (Music Is My Savior)" erscheint im April 2007, wird jedoch kurz danach vorerst wieder aus dem Handel genommen - auf Betreiben des deutschen Rappers Bushido. Der findet, die Silhouette eines MCs, durch die MIMS den Buchstaben I in seinem Schriftzug ersetzt hat, sei identisch mit seiner, die auf dem DVD-Cover von "Deutschland, Gib Mir Ein Mic!" zu finden war. Album wie Single werden daraufhin aus dem Verkehr gezogen und drei Monate später mit veränderter Covergestaltung neu veröffentlicht.

Weite Teile von "M.I.M.S. (Music Is My Savior)" werden von den bewährten Kollegen vom Blackout Movement produziert. Daneben möchte MIMS aber jungen Talenten eine Chance geben. Er zeigt sich mit der erbrachten Leistung hochzufrieden, zumal die zweite Single "Like This" auch nicht übel ankommt: "Die drei Songs, die am persönlichsten geraten sind, sind 'Where I Belong', 'Doctor Doctor' und am allerpersönlichsten vielleicht 'Don't Cry'", resümiert er gegenüber britishhiphop.co.uk. "Die kommen alle von Herzen und sind hundertprozentig ehrlich."

Von vielen als One Hit Wonder geschmäht, wehrt sich MIMS wacker gegen den Status einer Eintagsfliege. "This is why I'm room temperature?" Weit gefehlt. Mit seinem im Frühjahr 2009 erscheinenden zweiten Album "Guilt" spannt er erneut einen großen Bogen von Rap und Screw zu Rock und Reggae.

MIMS' erstaunlicher Erfolg mit der Hit-Single "This Is Why I'm Hot" erweist sich als ein solider Grundstein, auf dem sich ganz ohne viel Promogeschrei eine Karriere aufbauen lässt.

Alben

MIMS - Guilt: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2009 Guilt

Kritik von Dani Fromm

Raps, Claps, scheppernde Bässe und ein tickender Rhythmus. (0 Kommentare)

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