Porträt

laut.de-Biographie

The Hacker

Wenn es um den französischen Beitrag zu elektronischer Musik geht, fallen in der Regel zu allererst die Namen der in Paris ansässigen Protagonisten wie Daft Punk, Air, Etienne de Crécy oder zuletzt Modjo. Im Zentralismus der Grande Nation fokussiert sich eben das Interesse um die Kapitale, hier ist das Zentrum des Geschehens. Dass aber auch abseits von Filterhouse und einhergehendem Hype so einiges geht, zeigen u.a. Rinôçérôse aus Montpellier, le marseillais David Carretta und die Grenobler Fraktion um Phunky Data und Michel Amato, genannt The Hacker.

Der junge Michel treibt sich auf Raves herum und lernt in einem Club Caroline Hervé kennen, mit der er später zusammenarbeiten sollte. Er beginnt mit 17, zu musizieren, sein bevorzugter Sound sind Industrial bzw. Electro. 1989 spielt er in einer Band, in die sein Faible für Fad Gadget, DAF, Depeche Mode oder Cabaret Voltaire einfließt.

Amato der New Wave Schwarzkittel, macht damals einen auf Soft Cell, rennt nur in schwarzen Klamotten durch die Gegend. Gegen 1992 vollzieht er den Wechsel zu Techno und produziert einen ersten Track, wie er sagt, im belgischen Rave Technostil, der auf Labels wie R & S zu finden ist. Electro ist noch kein Thema. Ein Jahr später steigt er in die Tiefen von Hardcore Techno, zusammen mit Benoit Bollini als XMF bringt Michel Amato bei gleichnamigen französischen Plattenfirma mehrere Maxi-Singles heraus.

Bei Detroit Techno (Underground Resistance, Kevin Saunderson) und Electro fühlt Amato sich am besten aufgehoben, von experimentelleren Techno-Produzenten wie Cristiàn Vogel und dem Schotten Neil Landstrumm lässt er sich ebenfalls inspirieren. Für seine Veröffentlichungen legt er sich den Alias The Hacker zu. Mitte der neunziger Jahre bildet Michel Amato mit Caroline Hervé das Duo Miss Kittin & The Hacker. Ironisch gemeinter technoider New Wave Electro Disco Sound. Er macht im Hintergrund die Musik, sie schreibt und singt. Mit den auf Gigolo releasten EPs "Champagne!" (1998) und den Hits "Frank Sinatra" bzw. "1982" sowie "Intimités" (1999), die eine knallende Coverversion von Eurythmics' Sweet Dreams enthält, spricht das Duo ein breites Publikum an.

1999 hat The Hacker das Album "Mélodies En Sous Sol" am Start (auf deutsch in etwa "Kellermelodien"), das er auf dem 1998 gegründeten Label GoodLife veröffentlicht. Das Grenobler Label teilt er sich mit Olivier (Oxia) Raymond und Alexandre Reynaud. Sein Album besticht durch dunklen Detroit Electro und orientiert sich an alten französischen Thrillern der sechziger Jahre. Auch als Remixer ist The Hacker tätig, so bearbeitet er u.a. Zombie Nations "Kernkraft 400", "Greed" von Laurent Garnier oder "Soul on Soul" von Marc Almond. Neuere Remixe von Funk D'Void und Jori Hullkonen sind ebenfalls erhältlich. Im Herbst 2001 steht nach endlosen Verzögerungen das "First Album" von Miss Kittin & The Hacker in den Plattenläden.

Auf der Mix-CD "The Next Step Of New Wave" veranschaulicht The Hacker mit Tracks von I-f, Artist Unknown, Adult, Oxia, Dopplereffekt oder The Advent seine Vision zeitgenössischer elektronischer Musik, in der Sounds aus Vergangenheit und Zukunft zusammenfallen. Im Winter 2003 verbarrikadiert er sich in seinem Studio im heimischen Grenoble und arbeitet am zweiten Longplayer Rêves Mécaniques, das mit Gästen wie Mount Sims, Perspects alias Ian Clarke sowie Miss Kittin aufwarten kann und im Herbst 2004 schließlich via PIAS, dem neuen Vertriebspartner von Goodlife, in die Plattenläden kommt.

2006 erscheint mit "A.N.D.N.O.W." die erste Mix-CD von The Hacker. Techno, Electro und 80ies sind die Bezugsgrößen bei seinem Mix. Deshalb drehen sich Front 242, Juan Atkins und Miss Yetti auf den Plattentellern.

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