Porträt

laut.de-Biographie

Eurythmics

Sie waren das erfolgreichste gemischte Doppel der 80er Jahre: Annie Lennox und Dave Stewart prägten mit ihrem schillernden Synthie-Pop die Dekade nachhaltig mit. Im "Pippin Restaurant", einem Lokal im Londoner Stadtteil Hampstead, lernen sich die beiden 1976 kennen. Lennox, geboren am 24. Dezember 1954 im schottischen Aberdeen, kellnert dort. Der am 9. September 1952 im nordenglischen Sunderland zur Welt gekommene Stewart schlägt sich zu der Zeit als Gelegenheitsmusiker und Folksänger durch, nachdem er eine hoffnungsvolle Leichtathletik-Karriere aufgrund einer Knieverletzung an den Nagel hängen musste.

Es funkt zwischen den beiden und das Paar gründet bald darauf mit dem Gitarristen Pete Coombes die Band The Catch, die sie kurze Zeit später in Tourists umbenennen. Sie produzieren drei Alben und landen mit einer Coverversion von "I Only Want to Be With You", das zuvor bereits Dusty Springfield und die Bay City Rollers gespielt hatten, einen kleinen Hit, der es bis auf Platz vier der UK-Charts schafft.

Der ganz große Durchbruch will jedoch nicht gelingen, die Band löst sich 1980 auf und auch in der Beziehung von Lennox und Stewart kriselt es. Die beiden trennen sich, beschließen aber weiter musikalisch zusammenzuarbeiten. Das Duo nennt sich Eurythmics. Der Begriff der Eurythmie stammt aus dem griechischen und beschreibt eine von den Anthroposophen gepflegte Bewegungstherapie, bei der Vokal- und Instrumentalmusik in Ausdrucksbewegungen umgesetzt werden.

In Köln produzieren die Eurythmics ihr erstes Album "In The Garden", unterstützt von Mitgliedern der Bands Can-, Blondie- und DAF. Der Mix aus Synthie-Sounds und melodiösem Pop schafft den Sprung in die Hitparaden jedoch nicht, eine kleine UK-Tour beschert Stewart zudem eine Lungenentzündung und Lennox einen Nervenzusammenbruch. Spätestens jetzt hätten die meisten Bands die Flinte ins Korn geworfen.

Die Eurythmics aber machen weiter und werden belohnt: Das zweite Album "Sweet Dreams" wird zum Millionenseller. Die gleichnamige Single, veröffentlicht im Frühjahr 1983, erreicht in England Platz zwei der Hitparade und kurze Zeit später die Spitze der US-Charts. Nicht unschuldig an diesem Erfolg ist der clevere Einsatz des neuen Mediums Musikvideo, das die Eurythmics als eine der ersten Bands geschickt zur stilvollen Selbstinszenierung nutzen.

Die Erfolgsgeschichte setzt sich mit dem dritten Album "Touch" und den Hitsingles "Who's That Girl?", "Right By Your Side" und "Here Comes the Rain Again" fort. Der Soundtrack zum Film "1984" erhält dagegen eher mäßige Kritiken. Auf "Be Yourself Tonight" schlägt das Duo dann etwas härtere, R&B-beeinflusste Töne an. In dem feministischen Duett mit Aretha Franklin, "Sisters Are Doin' It For Themselves", verarbeitet Lennox ihre gescheiterte Ehe mit dem deutschen Hare-Krishna-Anhänger Rahda Raman.

Ende der Achziger beginnt der Stern der Eurythmics langsam zu sinken. Stewart, der immer im Schatten der charismatisch-androgynen Lennox agierte, produziert jetzt zunehmend für andere Künstler, darunter Bob Dylan, Tom Petty und Mick Jagger. Lennox ist es jedoch, die nach dem achten Album mit dem trügerischen Titel "We Too Are One" das Ende der Band erklärt. Sie legt eine Babypause ein und arbeitet an ihrem ersten Soloalbum "Diva", das 1992 erscheint.

Nicht nur für Fans der Band kommt die Nachricht einer Eurythmics-Reunion Mitte 1999 höchst überraschend. Mit einer Welttournee und dem Album "Peace" meldet sich das Achziger-Relikt gewohnt erfolgreich zurück. Sowohl die Tour als auch die Platte gehen dabei karitative Wege: Sie dienen den Organisationen Greenpeace und Amnesty International. Obwohl es kurzzeitig danach aussieht, als würde die Zusammenarbeit ins neue Jahrtausend hinüber gedeihen, kümmern sich beide Parteien bald danach wieder um eigene Projekte.

News

Alben

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Die Vollblutmusikerin gibt sich nackt und verletzlich. (0 Kommentare)

Eurythmics - Peace: Album-Cover
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