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Eine Girl-Group wird konstruiert und alle sehen zu. So lautet das ebenso einfache wie geniale Konzept der Reality-Soap "Popstars" auf RTL 2. Vom Casting über Gesangstraining, Imageberatung und Plattenproduktion bis zum Weg in die Charts nehmen die Zuschauer teil am perfekt geplanten Entstehungsprozess einer Popgruppe.
Das Konzept für die Show stammt aus Australien und sorgte dort bereits für Traumquoten und Chartserfolge der Mädchenband Bardot. Kaum verwunderlich, hat doch schließlich die Popstarisierung von Seifenoper-Sternchen im Land der Jason Donovans, Kylie Minogues und Natalie Imbruglias eine lange Tradition.
Mit anderen aktuellen Reality-Formaten wie "Big Brother" hat "Popstars" allerdings wenig gemein, denn Interaktivität findet nicht statt. Weder Teilnehmerinnen noch Zuschauer nehmen ernsthaft Einfluss auf den Fortgang der Geschichte. Ob Auswahl der Bandmitglieder oder Gestaltung der CD-Cover - hier haben die Profis aus Plattenfirmen und Konzertagenturen das Sagen. Lediglich beim Namen der Gruppe gab man vor, das Publikum zu beteiligen. Doch auch der stand in Wahrheit schon vorher fest, wie die Bild-Zeitung süffisant enthüllte.
Nichts wird dem Zufall und noch weniger dem Zuschauer überlassen. Und das ist wohl auch besser so. Denn das Publikum weiß selbst am schlechtesten, was es will, wie der grandiose Misserfolg der ähnlich konzeptionierten, aber auf Zuschauer-Entscheidungen aufgebauten RTL-Serie "Deine Band" belegt. Das unmündige Fernsehvolk scheint angewiesen auf spezialisierte Profis, die ihm in einem vollindustrialisierten Prozess die Selektionsentscheidungen abnehmen.
Diesen Prozess legt die Serie "Popstars" schonungslos offen und steht damit der aufklärerischen Tradition öffentlich-rechtlicher Dokumentationen näher als aktuellen Reality-Formaten. Die Popkulturindustrie entlarvt sich selbst. Adorno hätte seine Freude. Ändern wird sich dadurch freilich nichts, schließlich hat auch das Wissen um Massentierhaltung kaum Einfluss auf den Fleischkonsum, warum sollte also die detaillierte Aufdeckung des Klonungsvorgangs einer Mädchenband deren Chartserfolg behindern?
Und damit zurück zum Produkt: Vanessa Petruo, Sandy Mölling, Nadja Benaissa, Jessica Wahls und Lucy Diakovska sind als Siegerinnen aus dem in Deutschland bisher einzigartigen Massencasting von fast 5000 Bewerberinnen hervor gegangen. Natürlich sehen sie blendend aus, natürlich singen sie hervorragend. Und auch mit ihren neuen Spice Girls-artigen Images als "Feuer", "Eis", "Erde", "Luft" und - mangels weiterer Elemente - "Geist" können sie sich bald ganz gut anfreunden. Ihre erste Single "Daylight in Your Eyes" chartet von Null auf Eins, das Album "Elle'ments" folgt im März 2001 und wird ebenfalls ein Hitparadenerfolg. Eine Coverversion gehört natürlich auch ins Repertoire, sinnigerweise wird dafür "There Must Be An Angel" von den Eurythmics gewählt. Die Kasse klingelt. Eigentlich sind die No Angels eine ganz normale Girl-Group.
Im Juli 2003 sind die Mädels plötzlich nur noch zu viert. Nachdem die frische Mutter Jessica zunächst denkt, Karriere und Job unter einen Hut zu bringen, erfährt die Öffentlichkeit kurz darauf vom Split. Jessica wolle aber nicht völlig von der Showbühne abtreten, heißt es, und plane eine Solokarriere. Doch schon bald sickern Meldungen durch, dass sich keineswegs Jessy, sondern vielmehr das No Angels-Management dafür ausgesprochen hat, die Mädchenbande um ein Fünftel zu verkleinern. Die übrigen No Angels sollen dabei ihr Einverständnis gegeben haben.
Anfang September 2003 geben die verbliebenen Vier plötzlich ihre Auflösung bekannt. Das Label bemüht sich sogleich, die ziemlich deutlichen Aussagen der Mädels umzuinterpretieren und aus der Trennung eine Pause zu machen. Äußerungen des Managers, er könne nicht sagen, ob seine Schützlinge ihre vertraglichen Verpflichtungen einhalten, weil die vier in alle Winde zerstreut seien, deuten darauf hin, dass selbst er von der Entscheidung überrascht wurde.
Erst 2007 endet die "Pause". Anfang Januar kündigt die Bild-Zeitung an, was schon Wochen zuvor vermutet wird: ein Comeback der erfolgreichsten deutschen Casting-Truppe. Sandy, Nadja, Lucy und Jessica wollen dem neuesten "Popstars"-Gewächs Monrose die Stirn bieten. Diesmal nicht im Boot: Vanessa. Sie verstehe sich mit den anderen nicht mehr, heißt es. Die Reunion-Single sowie ein Album folgen im März. Singend sagen die Damen "Goodbye To Yesterday" und präsentieren sich leicht ironisch im dazugehörigen Video.
Mit dem im April 2007 erscheinenden Album "Destiny" beschreiben sie auch die Schicksalshaftigkeit ihrer Reunion: "Wir sind stolz, wieder zusammen zu sein. Jede von uns ist stolz darauf, ein Teil der No Angels zu sein - dieses Gefühl schweißt uns mehr denn je zusammen." Gelassener seien sie geworden und jede habe sich durch ihre Soloprojekte weiterentwickelt. Schließlich werden die No Angels auch für die Fans greifbar, die ihre Auferstehung erst leibhaftig erleben wollen, bevor sie sie glauben: "Wir können es kaum abwarten, wieder auf Tour zu gehen und den Leuten zu zeigen, dass sich das Warten auf die No Angels gelohnt hat!"
Im März 2008 treten die No Angels beim deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest gegen Cinema Bizarre, Marquess, Tommy Reeve und Musicalsängerin Carolin Fortenbacher an. In einer denkbar knappen Entscheidung setzen die No Angels sich im Finale mit 50,5 Prozent der Stimmen gegen Carolin Fortenbacher durch - eine Million Anrufe und SMS sollen beim NDR eingegangen sein. Damit steht fest: Die No Angels treten am 24. Mai in der serbischen Hauptstadt Belgrad für Deutschland an, wo sie jedoch nur einen enttäuschenden geteilten letzten Platz belegen. Allerletzter werden sie nur deshalb nicht, weil sie aus Lucys Heimat Bulgarien satte zwölf Punkte bekommen.
Was einen Neustart markieren soll kommt so recht nicht in die Gänge. Zwar machen die Mädels weiter Musik, aber an alte Erfolge kommen sie nicht heran. Turbulent wird es zudem noch, als Nadja Benaissa am Abend des 11. April 2009 in Frankfurt festgenommen wird. Der Vorwurf lautet, sie hatte mit Männern ungeschützten Sex, obwohl sie um ihre HIV-Infektion wusste. Erst Anfang Juli kommt sie wieder frei, muss sich aber im August 2010 vor Gericht verantworten: Diese schwere Zeit geht nicht spurlos an der Band vorüber. Letztlich gibt Nadja im Juli 2010 ihren Abschied von der Band bekannt.
Die No Angels über Finanzen, ihr Album und ein Treffen mit einem Hell Angel.
Es ist einer dieser wunderschönen Tage im April. Die ganze Bodenseeregion aalt sich auf den Badetüchern, die die Welt bedeuten. Die ganze Bodenseeregion? Nein, ein wild gewordener Haufen von Oberschwaben hat sich in der großen Festhalle in Ravensburg zusammen gefunden, um unter der Anleitung des SWR, erlesenen Stars, die große Frage "Verstehen Sie Spaß...?" zu stellen. Mit von der Partie: die soeben wieder auferstandenen No Angels. Nachdem sie zwei Wochen zuvor Günter Jauch bei Stern TV noch mit zehn Minuten abspeisten, gönnen sie Laut eine ganze Viertelstunde ihrer wertvollen Zeit, bevor sie zu Frank Elstner in den Ring steigen.
Das Herz schlägt mir schon bis zum Hals, als wir hinter dem schwarzen Vorhang der Live-Aufzeichnung von "Verstehen Sie Spaß ...?" zu den Räumen der No Angels huschen. Mit unserem übergroßen Safari-Objektiv wollen wir zuallererst ein paar Trophäen von den bezaubernden Stars ergattern. Und da sitzen sie auch schon ganz brav um eine Art Konferenztisch versammelt. Als wir gerade anlegen wollen, werden wir zunächst abgewiesen. Sie seien noch nicht in der Maske gewesen, in diesem Zustand könnten wir sie unmöglich fotografieren.
Ich riskiere einen zweiten Blick, versuche irgendwelche Makel an einer der Damen auszumachen. Nadja und Jessica mit ihrem braunen Teint bräuchten sowieso kein Make-Up, dazu sitzen ihre Kleider perfekt an den makellosen Leibern. Auch Lucy und Sandy glitzern wie in meinen Teenagerphantasien aus dem Jahre 2001. Doch spätestens, als Sandy sich aufgeregt durchs Haar fährt und unmissverständlich zu verstehen gibt, mit dieser Frisur könne man sie unmöglich fotografieren, geben wir die Hoffnung auf und beginnen mit dem Interview.
Kurz vor eurem Comeback war zu lesen, euer Projekt könnte aufgrund eines Streits mit Holger Roost-Macias doch noch scheitern. Auch Sandys Plattenfirma schien sich quer zu stellen. Welche Einigung habt ihr erzielt?
Sandy: Das regelt man ganz einfach, einfach miteinander sprechen! Natürlich gibt's da Leute, die daran beteiligt sind und die auch in die Gespräche einbezogen werden wollen. Und ich glaube, bei jeder von uns wär's so gewesen, dass die gesagt hätten: "Hey, du bist aber bei uns unter Vertrag!". Das ist ganz normal, eigentlich ist meine Plattenfirma da auch ganz offen gewesen, und jetzt sind wir ja an dem Punkt, an dem wir sind, und von daher beantwortet sich die Frage schon von selbst.
Naja, mir geht es mehr um die Namensrechte und den damit verbundenen finanziellen Aspekt?
Sandy: Eine ganz super Einigung, wie die Einigung aussieht, werden wir dir im Detail natürlich (natürlich!) nicht sagen, aber eine super Einigung, und alle sind glücklich und zufrieden, und keiner geht leer aus, das ist schon mal ganz klar, aber alle sind sehr ... (Pause )... relaxt.
Nadja (aus dem Hintergrund): Wir haben eine faire Lösung gefunden!
(Ich will aber Zahlen, Fakten!)
Lucy: Also man muss dazu sagen, es bestand eigentlich nie die Gefahr, dass man die Namensrechte nicht bekäme. Da hat Bild auch ziemlich übertrieben. Holger war eigentlich der erste, der mit uns am Tisch saß, als es um ein Comeback ging. Sein Herz hat immer für die No Angels geschlagen und schlägt immer noch. Obwohl er natürlich nicht mehr so involviert ist wie früher, aber darüber ist er wohl auch ganz froh.
Die Fantastischen Vier gaben in einem Interview kürzlich zu, Millionäre zu sein. Ihr seid ebenfalls zu viert und habt ähnlich viele Platten verkauft...
Jessica: Das glaub ich nicht !
Lucy: Die haben ein eigenes Label!
Nadja: Die Bedingungen bei den Fantas sind grundsätzlich andere! Die sind schon seit mittlerweile 25 Jahren am Start, haben ihr eigenes Label. Also wir reden bestimmt nicht über Zahlen, wir verdienen gutes Geld und uns geht es sehr gut, aber das ist immer schwierig zu vergleichen mit anderen Gruppen. Besonders, wenn es sich um die seit 25 Jahren erfolgreichste Hip Hop Gruppe Deutschlands handelt.
Finanzielle Dinge sind bei euch also generell ein Tabu-Thema?
Alle vier: Ja!
Sandy: Sag mal, was verdienst du denn im Monat?
(Ich liebe diese Frau!) Ich? Als Praktikant? 300 Euro.
Lucy: Ich glaub das hat nichts ...
Sandy (genüsslich): Das tut mir aber leid! (großes Gelächter...)
Ihr habt ja die Vertragsbedingung am Anfang ...
Lucy (unterbricht mich): Nicht, dass du mit den 5000 Mark ankommst, das stimmt nämlich nicht! Wir hatten am Anfang bei Popstars Darstellerverträge. Später haben wir dann Künstlerverträge bekommen und waren ganz normale Künstler mit ganz normalen Gagen.
Nadja (an ihrem gönnerhaften Timbre erkennt man die warmherzige Absicht dem kleinen Praktikanten mal das Popbiz-ABC zu erklären): Du kommst immer halbjährlich in die Lizenzausschüttung, aber wenn du das ganze halbe Jahr keine Einnahmen hast, musst du ja von was leben. Darum haben wir uns immer einen Vorschuss auszahlen lassen. Aber nachdem dann das erste große Gehalt kam, brauchten wir das natürlich nicht mehr! (Alle vier brechen in großes Gelächter aus)
Lucy: Wir brauchen nix mehr.
Nadja: Wir brauchen gar nichts mehr!
Lucy: Man hat ja auch Bookings, also ein Künstler hat ja nicht nur Platten, die er verkaufen kann. Künstler machen ja auch Konzerte, und wir hatten in den letzten Jahren auch das Glück, mit Sponsoren und Ähnlichem wie z.B. auch Testimonials gut versorgt worden zu sein.
Sandy: Es dauert eben immer eine Weile bis es ausgezahlt wird. Bei Bookings drei Monate, bei Lizenzen ein halbes Jahr und beim Sponsoring wenn du das Fotoshooting absolviert hast.
Nadja (schnippisch): Ne, das ist auch ein Tabu-Thema! (großes Gelächter....)
Bei euren Texten fiel mir auf, dass elf der dreizehn Songs davon handeln, wie eine Beziehung, eigentlich eine Liebesbeziehung in die Brüche geht.
Lucy (zustimmend): Ja, da hast du wohl recht!
Jessica (sich aus dem Hintergrund einschaltend): Nee, ne ... Nein, so kann man das nicht sagen! Vielleicht hast du ja gerade ne schlechte Beziehung hinter dir? (Großes Gelächter. Mädels! Ich stell hier die Fragen!) Es kommt ja darauf an, wie man das assoziiert, es muss ja auch nicht immer eine Beziehung zwischen Mann und Frau (hektischer Blick in Richtung Lucy) oder Frau und Frau oder Mann und Mann sein.
Nadja: Also ich würde sagen, wir bieten ein breites Spektrum, das nicht besonders in die eine oder die andere Richtung geht. Wir haben Songs wie "Rythm of My Heart" oder "Amaze Me", dann gibt es Songs, die gar nichts mit Liebe zu tun haben wie "Make A Change" oder "Back Off", und dann gibt es Songs wie "I Had A Feeling". Nun ja, stimmt, die sind wirklich ein bisschen unglücklich ...
Ich will mich nicht auf eine konkrete Zahl einschießen, aber eine Tendenz in der Richtung meine ich schon ausgemacht zu haben. Und Lucy hat mir ja auch zugestimmt.
Lucy: Ja, eine Tendenz auf jeden Fall.
Nadja: Ja gut, aber wir haben jetzt nicht bewusst gesagt, wir brauchen so viel in die Richtung, wir haben einfach nach dem Song, der Aussage, der Energie und dem Gefühl entschieden. Wir haben einfach die Songs genommen, die uns am besten gefallen haben, und da sind bestimmt auch ein paar kritische dabei. Aber das ist auch gut so, weil die Realität von fast jedem Menschen einfach anders aussieht.
Sandy: Und jeden Song, der von Liebe handelt, kannst du eigentlich auch auf alles andere beziehen. "Mabye" kannst du auch auf eine Freundschaft oder was auch immer beziehen.
Auch auf Bandmitglieder?
(Sandy schenkt mir einen ungläubigen Blick.)
Lucy: Ich muss schon sagen, wir standen da gemeinsam im Studio, und ich habe viele Songs auf die anderen Mädels bezogen. Gerade die Zeit Anfang des Jahres, als wir uns für die Studioarbeit zusammenfanden, hatte man extrem intensive Gefühle und auch Liebe, einfach positive Energie für die anderen. Das ist natürlich auch in die Songs eingeflossen. Aber jetzt seit drei Monaten ist die Realität wieder anders. Wir fahren mit verschiedenen Autos, haben verschiedene Garderoben! (Großes Gelächter)
Musstet ihr vielleicht auch die Trennung von Vanessa verarbeiten?
Jessica (zustimmend): Ja ...
Lucy: Nein. (Lucy wurde vorher überstimmt, jetzt darf sie halt auch mal dazwischen funken.)
Ist es überhaupt eine Trennung oder doch nur eine Pause?
Lucy: Nein, eigentlich haben wir uns vor vier Jahren getrennt. Und dadurch, dass wir jetzt zu viert zusammengekommen sind, gab's jetzt ja keine Trennung. Manche sind zurückgekommen, manche nicht, die Trennung haben wir aber schon damals verarbeitet. Natürlich war es nicht in einer Stunde zu verarbeiten, dass Vanessa nicht dabei ist. Es hatte aber nichts mit Traurigkeit zu tun, weil sie sich ja für etwas Schöneres entschieden hat. Also kann man sich ja nur freuen.
Sandy: Hammerband!
... abgehen seht?
Sandy: Wir hatten bisher noch keine große Festivals, so dass wir ausmachen könnten, ob die Euphorie noch da ist. Wir hatten das Relove-Konzert mit 150 Leuten und das Viva-Konzert, das live übertragen wurde, aber eben noch nicht genug. Wir sind schon sehr gespannt.
Ist diese Hysterie eigentlich noch gewollt oder machen die No Angels jetzt "Adult Pop"? Will man ein neues Konzept mit neuer Zielgruppe etablieren? Hättet ihr lieber Typen wie uns oder doch kreischende Teenies?
Sandy: Jeder der schreien will, soll bitte schreien, soll seinen Spaß haben und die Songs mitsingen und sich gehen lassen. Egal ob dick, picklig, groß oder klein, Hauptsache die Leute gehen ab und haben ihren Spaß.
Lucy: Die No Angels kann man nicht planen. Wir sind kein ausgearbeitetes Konzept. Wir produzieren kein bestimmtes Image oder sorgen uns, wie es rüberkommt. Wir sind eine Band, die einfach die Musik macht, die ihr Spaß macht!
Habt ihr auch älteres Publikum?
Jessica: Wir haben ein total gemischtes Publikum. Klar, da sind auch Ältere dabei. Von ganz konservativen Super-Christen bis zu Hardcore-Rockern findest du alles.
Nadja (glucksend): Oh ja, ich hab da eine krasse Story! Es ist schon eine Weile her, da war ich in so einer Frankfurter Bar. Auf einmal kommt so ein Monster von Typ auf mich zu, mit einem fetten Tattoo im Gesicht. Später hat sich rausgestellt, es war so ein Hells Angels-Rocker. Auf jeden Fall kommt der so auf mich zu, zeigt mit dem Finger auf mich und ruft: "Hey du, du bist doch von den No Angels?!" Und ich so: "Ähh, ... ja!" Und darauf der Typ: "Ich hab euch in Stuttgart gesehen. Ihr wart total geil!"
Ein letztes Mal brechen alle in lautes Gelächter aus, und zum ersten Mal bei diesem Interview kann ich herzlich mitlachen. Die einzige, die keinen Spaß mehr versteht, ist die Promoterin. Unsere Zeit ist abgelaufen. Freundlich werden wir noch von Lucy gefragt was wir nach der Show machen würden. Die Sonne ist schon lange untergegangen, und so langsam beginne ich die direkten Fragen von Seiten meiner Interviewpartnerinnen zu schätzen. Später im Auto stelle ich mir selbst die Frage: "Verstehe ich Spaß ...?"
No Angels (2002)
Vanessa wünscht ihren früheren Mitstreiterinnen viel Glück beim Comeback!
http://www.vanessapetruo.tv
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