Porträt

laut.de-Biographie

I-f

Den Haag, zu Beginn der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts. In der Hauptstadt der Niederlande und Sitz des Europäischen Gerichtshofs existiert eine findige Hausbesetzerszene, in der auch Ferenc van der Sluijs verkehrt. 1992 eröffnet er einen eigenen, auf elektronischen Sound spezialisierten Plattenladen "Hotmix". Hier verkauft Ferenc anderswo nicht erhältliche Musik aus Detroit und Chicago. Über diesen Laden baut er zusätzlich einen kleinen Mailorder-Vertrieb auf: "Hotmix-Electro-Nix".

Damit vertreibt van der Sluijs Kleinst-Labels wie die ihm gehörenden "Interr-fered", "Reference", "Hotmix" sowie
"Acid Planet" und "Bunker Records". Durch Bunker kommt Ferenc mit dessen Betreibern Unit Möbius zusammen, einer Art Künstlerkollektiv, die ebenfalls bei den Hausbesetzern ein und ausgehen. Manchmal legt Ferenc bei deren Auftritten Platten auf oder mimt den Chauffeur.

Als die Amöbeneinheit so langsam Auflösungsanzeichen von sich gibt, zieht van der Sluijs sich aus dem Plattenladen zurück und konzentriert sich fortan auf den Vertrieb und auf seine neu gegründeten Labels "Viewlexx" und "Murdercapital". Nebenher veranstaltet er Partys im Den Haager Untergrund und arbeitet bei verschiedenen Piratensendern mit. 1994 produziert Ferenc erstmals unter dem Pseudonym "Beverly Hills 808303". Ein Jahr später erscheint auf Viewlexx "The Cause", das wie "Portrait of a Dead Girl" 1 und 2, "Space Toilet" mit Ex-Amöbe Nimoy bei den Münchner Labelbetreibern von Disko B wiederveröffentlicht wird. Alle unter dem Alias I-f, abgeleitet von Inter-ferenc.

In den Fokus einer weit breiteren Aufmerksamkeit gerät I-f durch einen Beitrag zur "From Beyond Vol. 1" Compilation auf Interdimensional Transmissions, einer kleinen Detroiter Plattenfirma: "Space Invaders Smoking Grass". Damit brachte I-f, wohl auch eher unbeabsichtigt, Electro mit unaufgesetzten 80ies Referenzen wieder ins Spiel. Unbeeindruckt vom ganzen Brimborium um dieses Stück arbeitet I-f weiter an, aus seiner Sicht, ehrlichen Electro-Sounds. Es erscheinen die beiden Alben "Fucking Consumer" sowie "Man from P.A.C.K." auf Interdimensional Transmissions bzw. Disko B.

Zusammen mit seinen Buddy Intergalactic Gary ruft I-f The Parallax Corporation ins Leben, die auf Viewlexx veröffentlicht. Mittlerweile droht ein geistiger Dünnpfiff namens Electroclash außer Kontrolle zu geraten, dem sich die Parallax Corporation 2002 mit ihrer Cocadisco entgegen stellt. I-f und seinen Mitstreitern ist der Hype um und Habitus von Electroclash ein Dorn im Auge. Speziell DJ Hell und dessen Gigolos ziehen sich den Unmut zu. Von Ausverkauf – Electrocash – ist die Rede. So zu hören auf "Your Image". Nicht Fashionquatsch und Imagegefasel, sondern ehrliche wie analoge Electro-Italo-Disko soll im Vordergrund stehen. Der Ausgang ist offen, "Holosynthesis" wird irgendwann Viewlexx als neues Label ablösen und in der Zwischenzeit soll I-f angeblich in Berlin auf Wohnungssuche sein.

Alben

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