Porträt

laut.de-Biographie

Egoexpress

"Oh my God, it's techno music!" (Knartz 4)

Keine Angst, sie beißt nicht, auch wenn manchmal berechtigte Sorgen aufkommen könnten. An allen Ecken und Enden knarzen dreckige Sounds mit trockenen Beats um die Wette. Dabei scheuen sich die Herren von Egoexpress aber nicht, auch mal eine Gitarre anzufassen. Dies ist vielleicht einer der Gründe, warum sie sich weitgehend Genregrenzen entziehen, auf der Mayday ebenso gern gesehen sind, wie bei Teilen des Indierock-Volkes. Die Elektrotüftler und Multinstrumentalisten Jimi Siebels und Mense Reents sind Egoexpress.

Als die beiden Wahl-Hamburger sich Mitte der 90er bei einer Formation namens Das Neue Brot kennenlernen, haben sie schon eine bewegte musikalische Vergangenheit hinter sich. Reents als Bassist bzw. Gitarrist bei Huah!, unter anderem zusammen mit Bernadette La Hengst und Knarf Rellöm. Auch Die Regierung und die Goldenen Zitronen verlassen sich auch auf seine Fähigkeiten an den Instrumenten. Nebenher ist er fleißig auf Solopfaden unterwegs, also ein Hamburger Indie-Gesicht par excellence. Der Weg zur Elektroabteilung Ladomat 2000 des Hamburger Hipster-Labels Lado ist vorprogrammiert. Siebels Nebenprojekt heißt übrigens Sand 11.

1996 veröffentlichen Egoexpress ihr Debüt "Foxy". Aber kaum jemand möchte damals das Duo hören. Sie stiften Verwirrung mit ihrem musikalischen Statement das sich auf unbekanntes Terrain erstreckt. Heute würde das Schlagwort Elektropunk fallen. Pech nur, dass es diese Schublade Mitte der 90er noch nicht gibt. Vielleicht auch zum Glück, denn Egoexpress haben dadurch die Möglichkeit, sich eine eigene zu bauen. So dauert es jedoch noch eine Weile, bis mehr drin ist, als gefühlte dreieinhalb Leute in Jugendzentren zu rocken.

1998 wendet sich das Blatt. Unter einigen wenigen Zuschauern eines Gigs ist Techno-Vorreiter Westbam. Ein Jahr später stehen Egoexpress tatsächlich auf der Bühne der Dortmunder Westfalenhalle und spielen zum gemeinschaftlichen Körperzucken auf. Das Publikum steht drauf und so ist um das zweite Album "Bieker", das Ende 1999 erscheint, auch nicht mehr der Mantel des Schweigens gehüllt.

Bis 2005 dauert es anschließend - dann steht mit "Hot Wire My Heart" ein Nachfolger für "Bieker" in den Läden. Warum es so lange dauerte? Die Antwort heißt schlicht und ergreifend Touren. Der Neuling von Reents und Siebels kommt ohne Samples aus, ist aber konsequenter im Techno bzw. Housebereich angesiedelt als die Vorgänger.

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