- Top 100
- Redaktionsempfehlungen
- Zuletzt gehört
Format
Playlist
Aktuelle Sendung
SeitHomepage:
Helmet sind ein Meilenstein der Rockmusikszene von New York City. Irgendwo in der New Yorker Hardcore-Szene angesiedelt, hatten sich Helmet von Beginn an ihre eigene Nische eingerichtet, die später zahlreiche andere Bands beeinflussen sollte – nicht nur hinsichtlich musikalischer Einflüsse, sondern auch in Bezug auf Image und Auftreten.
So hatten Helmet einerseits nie Skrupel, die brachialen Sounds des NYHC mit einer jazz-beeinflussten Rhythmik in Einklang zu bringen und dadurch untanzbar komplexe und zeitgleich mitreißend energiegeladene Songkreationen zu erschaffen. Andererseits verließen sie sich ausschließlich auf ihre Musik und deren Aussage und erlegten sich somit ein Image auf, welches keines war.
Auf eine Frage in einem Interview in der Zeitschrift "Visions" im Jahre 1995 antwortet Page Hamilton, Gründer, Songwriter, Sänger und Gitarrist der Band, trocken: "Muss ich wie ein Penner aussehen, nur weil ich harte Musik mache?" Die Konsequenz besteht in einer Bühnenpräsenz, deren Optik gerne mal den Eindruck vermittelt, es hätten sich ein paar High School-Kids auf die Bühne verirrt – oder vielleicht auch der schüchterne Typ von nebenan. Wäre da nur nicht dieser erschlagende, grooveorientierte Sound.
Eben jener hat tiefgreifende Ursprünge und wird von Page Hamilton kreiert, als dieser von seiner Heimat Portland/Oregon nach NYC zieht und nach seinem Abschluss des Studiums der Jazzgitarre den verzerrten Gitarrensound des Rock'n'Rolls für sich entdeckt. So sammelt er erste Erfahrungen mit seiner damaligen Truppe Band Of Susans und verarbeitet dort erstmals Einflüsse von Sonic Youth, Killing Joke oder Steve Albinis Big Black.
Zusammen mit dem langjährigen Freund Henry Bogdan am Bass, dem australischen Gitarristen Peter Mengede und dem klassisch ausgebildeten Schlagzeuger John Stanier, der als Urgestein der Hardcore-Szene Floridas gilt, werden 1989 Helmet geboren. Auf dem Underground Label Amphetamine Reptile erscheint im selben Jahr die erste Single "Born Annoying/Rumble", welche die New Yorker Szene ganz schön durcheinander wirbelt. Diese Mischung aus Noise, Metal, Hardcore und Jazz ist für die meisten Freunde der härteren Szene absolutes Neuland.
Als man sich 1991 mit dem NYHC-Mastermind Don Fury (u.a. Sick Of It All, Snapcase, Gorilla Biscuits) erneut ins Tonstudio zurück zieht, setzen sie den eingeschlagenen Kurs konsequent fortgesetzt mit dem Resultat des ersten Albums "Strap It On". Bereits zu diesem Zeitpunkt beginnt sich die Musikindustrie für die Band zu interessieren. Ein Jahr später kommt das Album über den US-Major Interscope erneut in die Läden.
Mit Wharton Tiers (u.a. Unsane, Quicksand) und Steve Albini (Shellac, Nirvana, Bush, Neurosis) als Engineers halten Helmet im selben Jahr auch schon ihren zweiten Longplayer-Output für die Öffentlichkeit bereit: Was auf dem diesmal in Eigenregie produzierten und von Andy Wallace (u.a. Faith No More, Ben Folds Five) abgemischten Album "Meantime" zu hören ist, zeigt die musikalische Seite der Band auf ausgereiftem Niveau, mit verbessertem Sound und kompromissloser denn je. Entsprechend euphorisch sind die Reaktionen seitens Presse und Publikum. Trotz zweier Videos ("Unsung", "In The Meantime") bleibt der erhoffte Durchbruch aber aus.
Zwischen den Touren mit Faith No More und Ministry liefern Helmet ein weiteres musikalisches Experiment mit dem Beitrag zu dem "Judgement Night"-Sampler. Das Ergebnis mit den irischen Hip Hoppern House Of Pain trägt den Titel "Just Another Victim", wurde angeblich getrennt und mehr oder weniger ohne das Wissen des anderen aufgenommen und ist ein Renner in jeder Alternative-Disco. Page Hamilton distanziert sich jedoch seltsamerweise später von dem Projekt.
Vor dem dritten Album trennt sich die Band von Gitarrist Peter Mengede - nicht friedlich, wie seinerzeit zu lesen war. Peter Mengede gründet 1999 zusammen mit ehemaligen Mitgliedern von Quicksand und Murphy's Law die Band Handsome, die sich bereits nach einem Album für den Major Sony wieder auflöst. Ein Nachfolger für Mengede findet sich mit Rob Echeverria (Ex-Rest In Pieces), der 1994 auf dem Album "Betty" bereits zu hören ist. Das gemeinsam mit T-Ray (u.a. hed (PE), Snot) produzierte und erneut von Andy Wallace abgemischte Album zeigt Helmet von einer eingängigeren, aber auch vielfältigeren Seite. Einerseits weisen die Songs eine wesentlich melodischere Prägung auf, andererseits erhalten unverzerrte Jazz-Gitarren Einzug in den Sound von Helmet. Es folgen erneut Videos zu "Wilma's Rainbow", "Biscuits For Smut" und "Milquetoast", die Band erhält mehr Airplay als jemals zuvor.
Rob macht sich aber bald wieder in Richtung Biohazard davon und um die Zeit zum nächsten Album ein wenig zu verkürzen, erscheint '95 über Amphetamine Records "Born Annoying" mit diversen älteren, unveröffentlichten Songs und den gesammelten Singles der Band. Danach verstreicht eine lange Zeit, bevor das vierte reguläre Album erscheint. Page Hamilton beteiligt sich an dem Album "Zulutime" des deutschen Gitarrenvirtuosen Caspar Brötzmann (Einstürzende Neubauten). Helmet liefern in dieser Zeit zudem diverse Beiträge zu Soundtracks ("Johnny Mnemonic", "Feeling Minnesota", "The Jerk Boys") und Tribute-Samplern (Enconium - Led Zeppelin-Tribute). In diesem Zusammenhang ist auch der außergewöhnliche Sampler "Saturday Afternoon – Cartoons Greatest Hits" erwähnenswert, für den Helmet den Titelsong der US-Superhelden-Trickfilmserie "Gigantor" covern.
Anstatt sich einen zweiten Gitarristen für die nächste Scheibe zu suchen, nimmt Page Hamilton die Gitarren komplett alleine auf. Als das Resultat der Aufnahmen mit Dave Sardy (u.a. Barkmarket, Orange 9mm, Cop Shoot Cop) vorliegt, erweist sich dies als nicht zufriedenstellend. Deshlab überarbeitet Terry Date (u.a. Deftones, Pantera, Prong) das Album komplett noch einmal und es erscheint schließlich 1997. "Aftertaste" ist mit Abstand das poppigste und zugänglichste Album der Band. Rechtzeitig zur Welttournee findet sich mit Chris Traynor (Ex- Orange 9mm) ein Mann für die zweite Gitarre.
Auf der Scheibe kündigt sich bereits an, dass die musikalischen Möglichkeiten der Band weitgehend ausgeschöpft sind. Nach der Tournee geben Helmet 1999 ihre Auflösung bekannt. Ein Großteil der Bandmitglieder ist nach wie vor musikalisch aktiv. Drummer John Stanier gründet gemeinsam mit Mike Patton (Ex-Faith No More, Fantomas, Mr. Bungle), Kevin Rutmanis (Melvins) und Duane Denison (ex-The Jesus Lizard) die Band Tomahawk. Henry Bogdan begleitet Caspar Brötzmann auf seinen Tourneen. Auch Page Hamilton bleibt nicht untätig. Er kollaboriert u.a. mit Trent Reznor für dessen Album "Fragile", arbeitet mit Charlie Clouser (ebenfalls NIN) am Projekt Tapeworm und wird von seinem Jugendidol David Bowie als Live-Gitarrist für die "Hours"-Tour engagiert.
Kurz darauf hilft er den Australiern von Silverchair auf deren Tournee aus. Zudem schreibt er immer mal wieder an Filmsoundtracks mit ("Heat", "Three Seasons"). Ende 2002 wird bekannt, dass Hamilton endlich wieder eine eigene Band zusammen gestellt hat: Gandhi. Mit dabei sind Sänger/Bassist Christian Bongers, Sänger/Gitarrist John Andrews, Gitarrist Anthony Truglio und Drummer Matt Flynn. Im August 2002 spielt die Band ihre ersten Shows an der US-Ostküste, in denen auch einige Helmet-Songs zum Besten gegeben werden. Im Oktober findet Hamilton dennoch Zeit, mit Limp Bizkit ins Studio zu gehen, um einige Gitarrenparts für deren neues Album beizusteuern.
Anno 2003 will es Hamilton noch mal wissen: er beschließt die Rückkehr von Helmet. Seine ehemaligen Bandkollegen wollen von einem Comeback nichts wissen, und so engagiert der Gitarrist und Sänger ein alternatives, schlagkräftiges Line up: Drummer John Tempesta (Testament, White Zombie, Rob Zombie), Bassist Frank Bello (zu der Zeit Ex-Anthrax) sowie den ehemaliegen Kollegen Chris Traynor (inzwischen Ex-Bush). Das neue Album soll bereits Mitte des folgenden Jahres erscheinen. Der Deal mit der alten Plattenfirma Interscope steht, und das Quartett verkriecht sich ab Januar in Los Angeles im Studio. Zuvor erscheint im Februar 2004 die ultimative Helmet-Retrospektive "Unsung: The Best Of Helmet (1991-1997)".
Im Herbst 2004 bringt ein Sportunfall die Releasepläne zunächst durcheinander. Bei einer Mountainbike-Tour bricht sich Hamilton das Schlüsselbein, alle PR-Aktivitäten werden bis auf Weiteres abgesagt. Doch schnell steht fest, dass die Tour nur um wenige Wochen verschoben werden muss. Am 5. Oktober 2004 ist es so weit: Size Matters, das erste Helmet-Album nach über sieben Jahren, steht endlich im Handel. Im Januar 2005 geht es auch schon wieder im Tourzirkus los und sie sind Teil der 'Sno-Core'-Tour.
Frank Bello quittiert seinen Dienst, um bei den wiedervereinten Anthrax seinen alten Platz einzunehmen und gibt den Viersaiter an Jeremy Chatelain (Ex-Handsome) ab. Neben Festivals wie Rock am Ring und Rock im Park spielen Helmet in Europa auch als Support für Slipknot oder Papa Roach. Da die Verkaufszahlen aber weit hinter den Vorgaben zurückbleiben, sind sie im November den Deal mit Interscope schon wieder los. Davon lassen sich Page und seine Mannen allerdings nicht entmutigen.
Im Februar 2006 unterschreiben sie bei Warcon Enterprises und verbarrikadieren sich im Studio. Im Sommer des Jahres sind sie Teil der Warped-Tour und veröffentlichen in den Staaten im Juli das nächste Album "Monochrome". Im Oktober steht mit Basser John Fuller und Drummer Kyle Stevenson aber eine komplett neue Rhythmussektion am Start.
Mit der geht es auf Tour im Vorprogramm von Guns N'Roses, jedoch lassen die Kanadier John Fuller nicht ins Land, weswegen Rob De Luca einspringen muss. Für die Australien-Dates im März 2007 ist John aber wieder mit dabei. Helmet ist fortan in erster Linie ein Soloprojekt Hamiltons mit wechselnd angeheuerten Musikern.
Beim Interview diktierte Helmet-Kopf Page Hamilton dem LAUT-Redakteur, wie dieser die neue Scheibe zu besprechen habe: "Schreib einfach: Page Hamilton ist das unangefochte Genie der Rockmusik und sollte eine eigene Religion bekommen." Ganz schön selbstbewusst!
Mit "Size Matters" melden sich Helmet nach sieben Jahren zurück. Obwohl Frontmann Page Hamilton immer noch von einem Mountainbike-Unfall leicht lädiert ist, plaudert der Mann von L.A. aus gut aufgelegt mit LAUT über das neue Album, die aktuelle Bandbesetzung, David Bowie, NIN und vieles mehr.
Hey Page, hast du dich von deiner Verletzung wieder erholt?
Naja, geht so. Ich fang so langsam wieder an, Gitarre zu spielen, aber muss mich doch noch ein wenig schonen.
Was war denn genau passiert?
Ich hab mir beim Mountainbiking das Schlüsselbein gebrochen. Ich war gerade Downhill unterwegs, da hat mich so ein Baum angesprungen, und ich konnte nicht mehr ausweichen, hehe. Kann ich wirklich nicht weiter empfehlen, so was.
Wird also kein Hobby von dir ... Lass uns ein wenig über ältere Zeiten reden. Warum habt ihr euch '99 eigentlich aufgelöst?
Naja, irgendwie war die Luft einfach raus. Es herrschte eine gewisse Unzufriedenheit innerhalb der Band, und mir passt auch die Tatsache irgendwie nicht, dass die anderen Jungs in der Band alle meine Songs spielen mussten, ob sie diese jetzt mochten oder nicht. Das wurde auf Dauer ermüdend. Trotzdem war ich nie der Meinung, musikalisch alles gesagt zu haben, es war immer mein Plan, weiterhin Musik zu machen.
Nach dem Split kam David Bowie auf dich zu und bat dich, mit ihm auf Tour zu gehen. Wie hast du dich in dem Moment gefühlt?
Absolut großartig, Mann! Der Kerl ist einfach phantastisch. Es war einfach einzigartig, mit einem Menschen zu spielen, der so viele andere Musiker beeinflusst hat. Ich hatte die Ehre, mit ihm zusammen zu spielen und auch dabei zu sein, wenn er sich ans Songwriting für neue Stücke macht. Das war schon eine coole Sache.
Arbeitest du immer noch mit ihm zusammen?
Nein, leider nicht. Ich hab ihn vor ein paar Monaten auf einem Konzert hier in L.A. gesehen, und er hat sich dann bei einem gemeinsamen Freund nach mir erkundigt. Wir haben uns dann kurz gesehen und haben uns beide sehr darüber gefreut, aber du kannst dir sicher vorstellen, wie es backstage in Hollywood zugeht. All die wichtigen Leute, die dort rumhängen und irgendwas von David wollten. Alle hingen ihm am Rockzipfel und waren furchtbar wichtig, und das geht mir ziemlich schnell auf den Sack. Ich kann das zwar auf der einen Seite verstehen, immerhin ist das David Bowie, einer der kreativsten und interessantesten Menschen, die ich kenne, aber auf der anderen Seite ist mir das einfach zu viel. Ich halte nichts davon, mich die ganze Zeit um irgendeine Person rumzudrücken. Auf Tour war das natürlich was anderes, weil wir da einfach als kleinere Gruppe zusammen in der Gegend rumgehangen sind, da kamen dann wirklich interessante Gespräche dabei raus. Es wäre aber phantastisch, noch mal mit ihm zu arbeiten.
Und wie sieht das mit Trent Reznor und Nine Inch Nails aus?
Trent hab ich vor etwa einem Monat getroffen. Er war gerade dabei, an einem neuen NIN Album zu arbeiten. Die Songs waren echt der Wahnsinn, wenn du mich fragst. Das könnte die beste NIN-Scheibe überhaupt werden. Trent ist auch ein Supertyp, und wir haben gelegentlich noch Kontakt, aber am neuen Album bin ich nicht beteiligt.
Wegen leichter Logistikprobleme habe ich von "Size Matters" nur ein paar Songs gehört und bin mit dem Material folglich noch nicht so vertraut. Aber was ich bisher gehört habe, klingt recht aggressiv.
Ok, vielleicht solltest du dir erst das ganze Album anhören und dann in deiner Review schreiben, dass es sich bei "Size Matters" einfach nur um das beste Album der ganzen Rock-Geschichte handelt. Sag einfach, dass es der absolute Wahnsinn ist, und ich der einzig wahre Rockstar. Das würde ich sehr begrüßen. (lacht)
Ich werde sehen, was ich tun kann ...
Schreib einfach: Page Hamilton ist das unangefochte Genie der Rockmusik und sollte eine eigene Religion bekommen.
Das werden exakt die Worte sein, die ich mir irgendwann auf meinen Grabstein meißeln lasse.
Sehr schön, ich finde es sehr wichtig, treue Fans und ein gesundes Selbstbewusstsein zu haben, hahaha. Nein, im Ernst, du hast schon recht, wenn du sagst, dass die Musik aggressiv ist. Das liegt aber einfach daran, dass es für mich jedesmal wieder unheimlich aufregend und inspirierend ist, eine elektrische Gitarre zu spielen. Mit einem geilen Verzerrer bringst du einfach höllisch aggressive Sounds zustande. Wenn du die Regler aufdrehst und einfach drauflos holzt, dann ist das immer wieder tierisch geil. Wenn ich eine Klampfe in der Hand halte, will ich auch anständig rocken. Es ist aber nicht so, dass ich den ganzen Tag mit gefletschten Zähnen durch die Gegend laufe, ganz im Gegenteil.
Das Gefühl hatte ich vor allem bei deinen Vocals. Die klingen stellenweise schon richtig angepisst. Bei einem Track wie "Unsung" z.B. klangst du irgendwie relaxter.
Ich hab ziemlich an meinen Vocals gearbeitet. Man hat als Musiker ja bestimmte Melodien im Kopf, ist aber nicht immer in der Lage, diese eins zu eins umzusetzen. Ich habe im letzten Jahr ziemlich viel über die Stimme als Instrument gelernt. Ein Gesangslehrer hat mir gezeigt, wie ich es schaffe, auch die schwierigeren Sachen so rüberzubringen, wie ich mir das vorstelle. Ich hab ihn auch direkt gefragt, wie ich bestimmte Sachen umsetzen kann. Wie hat Bon Scott es geschafft, so zu klingen? Wie kann ich das machen? Das war schon sehr hilfreich, und auch die Tatsache, dass ich ausreichend Zeit für alles hatte, kam dem sehr entgegen.
Frank Bello (Ex-Anthrax, d.Verf.) ist euer neuer Basser. Wie kam der Kontakt zustande?
John Tempesta, unser Drummer, ist ein alter Kumpel von Frank. Sie sind zusammen in New York in die High School gegangen. Er wusste, dass wir einen neuen Bassisten brauchen, und nachdem er bei Anthrax ja raus war, sagte er zu John, dass er wirklich gern mal mit uns zocken würde. John hat das dann arrangiert, und Frank kam zu ner Probe vorbei. Wir hatten davor schon ein paar andere Leute vorspielen lassen, und die waren alle nicht schlecht, aber Frank hatte von Anfang an die richtigen Vibes für die Musik, und er ist menschlich auf ein cooler Typ.
Helmet werden von unzähligen Bands immer noch als einer der Haupteinflüsse für die New Yorker Hardcore-Szene angegeben. Habt ihr das in den 90ern eigentlich schon mitbekommen?
Nicht wirklich. Es war zwar schon so, dass viele von den befreundeten Musiker schon immer gesagt haben, dass wir einen ganz eigenen Stil haben und trotzdem massiv Arsch treten, aber dass wir irgendwann als Ikonen enden, damit hätte wohl keiner von uns gerechnet. Für uns war das ja nichts Außergewöhnliches, wir haben nicht versucht, irgendwie anders zu klingen. Das kam einfach ganz natürlich aus uns raus, und es ergab für uns einfach Sinn, bestimmte Riffs auf diese Art und Weise zu spielen. Dass wir aber immer noch von so vielen Bands als Einfluss genannt werde, ist natürlich ein verdammt cooles Gefühl.
Wie würdest du Helmet heutzutage beschreiben? Ist das Page Hamilton mit Gastmuckern oder ist es wieder eine richtige Band?
Für mich fühlt es sich wie ein richtige Band an. Ich habe ein paar der Songs schon mit anderen Musikern gespielt, und das klang ganz ok, aber erst mit den Jungs, mit denen ich jetzt spiele, klingen sie wirklich gut. Man braucht schon Metal im Blut, um die Songs zu spielen, da führt kein Weg dran vorbei. Immerhin ist das aggressive Musik, wie du schon gesagt hast. Aber damit hört es ja nicht auf, also müssen die Jungs schon mehr drauf haben. Als Songwriter, Sänger, Gitarrist, Produzent der Band ist mein Einfluss auf das Material natürlich ein ganz klein wenig größer, als der der anderen (lacht). John und Henry waren verdammt gute Musiker, und es hat Spaß gemacht, mit ihnen zu arbeiten, aber andere können diese Musik auch spielen.
Also hält sich der Einfluss der anderen Musiker doch schwer in Grenzen.
Nicht unbedingt, da die Musik von Helmet sehr von den Arrangements abhängt. Natürlich klebt an allem, was gemacht wird, ein großer Teil von mir dran, aber das, was du letztendlich als Song zu hören bekommst, ist schon eine Gemeinschaftsarbeit. Immerhin muss ich mich auch darauf verlassen können, dass ich es mit Leuten zu tun habe, die meine Musik auch fühlen und spielen können. Es macht mir auch keinen Spaß, für mich im stillen Kämmerlein Songs zu schreiben. Ich brauche den Bass, die Drums und die fetten Gitarren, ich muss mit einer Band drauflos rocken. John, Frank und Chris sind die richtigen Leute, und für mich ist Helmet wieder eine richtige Band.
Bist du momentan in irgendwelche anderen Projekt involviert?
Mein Kumpel Gavin Rossdale arbeitet zur Zeit an einer Solo-Sache, bei der ich ihn unterstütze, aber die meiste Zeit hänge ich gerade an meinem PC rum und versuche, da sämtliche Programme zum Laufen zu bringen, was aber meistens scheitert. Dann rupf ich mir ein paar Haare aus der Mütze und bretter mit der Gitarre los, hahaha.
Dann dank ich dir mal für das Interview und werde fortan überall verkünden, dass Page Hamilton das absolut Größte ist seit der Einführung von geschnittenem Toastbrot.
Wie wahr, wie wahr, hahaha ...
Monochrome (2007)
Aftertaste (1997), Wilma's Rainbow EP (1994), Betty (1994), Meantime (1992), Strap It On (1990), Born Annoying EP (1989)
| Thema | Posts | Letzter Beitrag | |
|---|---|---|---|
| {ersteller.avatar} |
{thread.titel} {ersteller.name} |
{thread.antworten} |
{letzter.zeit} {letzter.name} |
|
TheBrokenFaithInSaints EP kostenlos online michael schwark |
1 |
26.07.05, 00:55 michael schwark |
|
|
Helmet Sevok |
10 |
25.10.04, 17:25 Sevok |
Format
Homepage: