Porträt

laut.de-Biographie

Neurosis

Ihre ersten musikalischen Gehversuche unternehmen Neurosis 1985 in einer Gegend, die für ihre erstklassigen Thrash-Bands bekannt ist. Doch Oakland, Kalifornien ist nicht nur Heimat von Machine Head und Co. sondern auch von Scott Kelly (Gitarre/Vocals/Perc), Dave Edwardson (Bass/Vocals) und Jason Roeder (Drums/Perc), die mit ihrer Band ebenfalls Extreme ausloten wollen. Anstatt sich wie die andern bekannteren Bands aus der Gegend auf fette Riffs und pfeilschnelle Soli zu konzentrieren, machen sich Neurosis daran, die Grenzen den Noisecores zu erweitern und produzieren jede Menge Lärm.

Doch neben den Geräuschwänden, die sie auch auf ihre ersten beiden Scheiben "Pain Of Mind" und "The Word As Law" bilden, sind ihre sehr spirituell angehauchten Texte von Beginn an ein Markenzeichen der Band, auf das die Fans meist viel Wert legen. Gehört seit "The Word As Law" Steve Von Till (Gitarr/Vocals/Perc) fest zum Line-Up, so greift das Quartett für ihr '92er Debüt auf Jello Biafras Alternative Records Label, neben der Hilfe von Keyboarder Simon McIllroy auch auf einige klassische Instrumente zurück, um die Trommelfelle ihrer Fans zu strapazieren.

Auch das ein Jahr später erscheinende "Enemy Of The Sun" erscheint noch über das Label des ehemaligen Dead Kennedys Fronters, mit quasi der selben Besetzung. Jedoch konzentrieren sie sich hier auf ein Wechselspiel zwischen lärmenden Parts und zurückhaltenden Akustikpassagen, die dem Hörer fast noch mehr abverlangen, als die reinen Geräuschkaskaden. Für den Song "Cleanse" verwenden sie auch nicht weniger als neun (!) Trommler, die dem Track einen mehr als nur hypnotischen Touch verpassen.

Mit "Through Silver In Blood" haben sie drei Jahre darauf dann nicht nur einen neuen Keyboarder in Person von Noah Landis, sondern sind auch bei Relapse Records gelandet. Mit dem Album gehen sie wieder etwas mehr zum Stile von "Souls AT Zero" zurück und bleiben dem Muster, langsam Soundwälle zu errichten, um sie dann effektiv einstürzen zu lassen, konsequent treu. An der Verwendung von Instrumenten wie Cello, Violine und Sackpfeifen halten sie fest und bauen diese auf dem folgenden Album sogar noch aus.

"Times Of Grace" erscheint '99 und lässt mancherorts schon Stimmen aufkommen, die von Stagnation im Neurosis Lager sprechen. Fans, die sich in den nihilistischen Soundeskapaden der Kaliforniern wiederfinden, stört das natürlich wenig. Da es recht wenige Nachahmer in dem Genre gibt, besteht auch keine Gefahr der Übersättigung. Mit der EP "Sovereign" gibt es zum 15-jährigen Bandbestehen dann ein richtiges Kleinod. Neben vier neuen Stücken befinden sich auf der CD noch diverse animierte Grafiken, die sich teils selbstständig verändern, teils vom User beeinflusst werden müssen und einige andere Gimmicks.

Mit "A Sun That Never Sets" schlagen die Weltuntergangspropheten dann gelegentlich wieder etwas ruhigere Töne an, ohne dabei aber den beklemmenden Effekt ihrer Musik in irgendeiner Art und Weise zu schmälern. Doch anstatt sich weiterhin nur auf die musikalischen Komponente zu verlassen, drehen sie mit insgesamt 40 Kameraleuten, Filmemachern und Animations-Künstlern zu jedem Track der CD einen Clip ab, der vom Grundton her natürlich ebenso düster und neurotisch ist, wie die Musik von Neurosis.

Mit "The Eye Of Every Storm" überraschen sie 2004 Fans und Presse, denn der Titel ist Programm. Das Auge eines Tornados zeichnet sich durch absolute Ruhe aus, und genauso verhält es sich mit dem Album. Wer denkt, dass die Musik dadurch nicht gleichzeitig bedrohlich und fragil klingen kann, sieht sich eines Besseren belehrt.

In der Folge sind die Jungs bis in den Herbst 2006 hinein mit touren beschäftigt, ehe sie auf der bandeigenen Homepage im Dezember ankündigen, dass sie sich wieder ins Studio verkrümeln. Bald fummeln sie - wieder im Electrical Audio-Studio und mit Steve Albini - fleißig an neuen Tracks. Die beklemmenden Nummern erscheinen unter dem Titel "Given To The Rising" im Mai 2007 beim hauseigenen Label. Im Juni lassen sie neben zwei skandinavischen Gigs auch das französische Hellfest nicht aus.

Die folgenden Jahre verbringen die einzelnen Bandmitglieder hauptsächlich mit Soloaktivitäten bzw. anderen Projekten. Erst 2012 finden sie wieder zusammen, um im Oktober "Honor Found In Decay" zu veröffentlichen. Stilistisch sind die Veränderungen mittlerweile nur noch minimal.

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