Porträt

laut.de-Biographie

K-Rings Brothers

Musik ist ein Familiending. Das wissen wir spätestens seit Frank und Nancy Sinatra, den Jacksons, den Bee Gees und dem Wu-Tang Clan. In deutschen Bad König hat ebenfalls ein musikalisches Familienunternehmen seinen Sitz. Hier haben sich die Gebrüder Krings dem Hip Hop verschrieben.

Wobei ... mit Genregrenzen nimmt man es im schönen Odenwald nicht so genau: "Musik braucht immer Soul", erklärt Sir Max die geltende Philosophie. "Dabei ist es egal, welchen Stil du wählst, denn wenn deine Seele in der Musik mitschwingt, klingt es immer nach dir."

Sir Max, eigentlich Maximilian und der älteste der Brüder, entpuppt sich als vielseitig verwendbar. Er singt, rappt, trompetet und spielt Gitarre und Keyboards. Bereits 1994 gründet er eine Combo mit Namen Rings On The Rocks, die sich auf englischsprachige Freestyles konzentriert. Bruder Friedrich alias Friderico hat Rhythmus im Blut: Er wird als Drummer ins Boot geholt.

Als mit Bands wie Silverchair und den H-Blockx das Crossover-Fieber über Deutschland schwappt, surfen die Rings On The Rocks auf der Welle mit - jedoch nicht allzu lange. 1996 trennt sich die Gruppe, Sir Max und Friderico widmen sich wieder voll und ganz dem Sprechgesang.

Etwa zur gleichen Zeit wird auch Karl, das Nesthäkchen der Krings-Brüder, vom Hip Hop-Virus infiziert. Er beginnt unter seinem Spitznamen Cabser, zu rappen und erste Beats zu basteln, spielt außerdem Bass und greift gerne mal in die Tasten. Was braucht man mehr? Einen Namen trägt man bereits: Die Crew firmiert ab sofort als K-Rings Brothers.

Der Odenwald erweist sich als fruchtbarer Boden für das junge Pflänzchen Rapmusik. Gleich das erste Tape, in der Tat in Form einer schnöden Musikkassette, schlägt in der Region wie eine Bombe an und verbreitet sich in Windeseile über den gesamten deutschsprachigen Raum. Daran dürfte der enge Kontakt zur Writer-Crew Rockin' Bastards, die Züge der deutsche Bahn zu rollenden Leinwänden umfunktioniert, nicht unerheblich beigetragen haben.

Mit den Rockin' Bastards sowie weiteren ortsansässigen Musikern und Produzenten gründete man, ebenfalls bereits 1999, die gemeinsame Musik- und Künstlerplattform Peripherique. 2001 wird der Zusammenschluss um das Label Peripherique Records erweitert. Ein Vertriebsdeal mit Groove Attack erleichtert die Arbeit enorm, ebenso die 2005 mit Mark Chung und seinem Freibank-Verlag aufgenommene Kooperation KBmusic, die erste eigene Signings ermöglicht.

Doch zurück ins Jahr 1999: Das Vinyl-Debüt, eine "Triumvirat" betitelte 12", lässt nicht lange auf sich warten. Großmeister Roey Marquis II nimmt sich der B-Seiten-Nummer "Wie Lange Noch?" remixend an und packt sie auf den zweiten Teil seiner "Momentaufnahmen". Das zugehörige Video läuft auf MTV und Viva rauf und runter.

Solches ebnet den Weg: Mitte 2002 touren die K-Rings Brothers mit neuer Show, fetter Band und reichlich Spaß an der Freude mit MC Rene durch die Lande. Über die Jahre teilen sie sich die Bühnen mit De La Soul, Arrested Development, den Stieber Twins, Torch, Toni L, den Beginnern, Blumentopf und Samy Deluxe. Die K-Rings Brothers spielen von Hamburg bis Linz, von Marseille bis Prag Hunderte von Shows.

Im Jahr darauf folgt das erste Lebenszeichen von Peripherique Records: Auf "Peripherique" kommen die Künstler Anael, Jeanne, Roberto, Garufa und Maurice zu Wort. Die Produktion obliegt allen drei Brüdern, denen Stieber Twin-DJ Special T unterstützend zur Seite steht.

Als Appetizer für den lange erwarteten ersten richtigen Longplayer veröffentlichen die K-Rings Brothers im März 2004 die EP "K-Rings Zone". Das Album "Tricolor" folgt im November. Sir Max und Cabser spielen so gut wie alle Instrumente persönlich ein, was dem Resultat den typischen, handgestrickt-organischen Charakter verleiht: "Der Live-Groove ist uns wichtiger als Studiopräzision", lautet die Maxime.

2005 steht ganz im Zeichen der Produktion für andere. Die K-Rings Brothers kümmern sich unter anderem um das Album "Sortie" von Anael und Jeanne. Außerdem beschert der inzwischen unter Vertrag genommene Produzent Shuko KBmusic eine Platzierung in den Media Control Charts: Dessen Arbeit mit dem Frankfurter Urgestein Azad ("Game Over") landet im April 2006 in den Top 10 der deutschen Hitlisten. Gleichzeitig sind die Brüder auf der Peripherique-Veröffentlichung "Zimmer 101" gemeinsam mit Toni L zu hören.

Als Hauptakteure treten die K-Rings Brothers Ende 2007 wieder ins Rampenlicht. Das neue Album "Save Our Souls" ist in Arbeit, als sie im Michelstädter Hüttenwerk auftreten. Die Show wird für eine spätere DVD-Veröffentlichung aufgezeichnet und gestattet bereits einen Vorgeschmack auf das brandneue Material.

"Save Our Souls" erscheint im Juli 2008 und bewegt sich an den Grenzen zwischen Rap, Reggae und Ska. Gute Laune und ehrliche Handarbeit stehen im Mittelpunkt. Die K-Rings Brothers, die im Januar als einziger deutscher Act eine Nominierung für den European Interactive Award 2008 auf die Liste der Erfolge setzen durften, bedienen sich hemmungslos bei Max Romeo, Simon & Garfunkel und UB 40 und bringen in ihrer bunten Mixtur für "open minded people" auch noch einen Gastauftritt Xavier Naidoos unter.

Alben

K-Rings Brothers - Tricolor: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2004 Tricolor

Kritik von Philipp Gässlein

Innovativer Hip Hop für Battlerap-geplagte Ohren. (0 Kommentare)

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