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Fragt man nach dem beklopptesten Namen des Musikbiz - die Guano Apes können sich ganz bestimmt einen der vorderen Plätze sichern. 1994 gegründet, geraten Sandra Nasic (Vocals), Henning Rümenapp (Gitarre), Dennis Poschwatta (Drums) und Stefan Ude (Bass) schnell ins Rampenlicht, als sie 1996 beim Nachwuchsfestival von Radio ffn und VIVA sage und schreibe 1015 Konkurrenten in die Röhre gucken lassen.
Die Voraussetzungen für eine steile Karriere sind gelegt. 1997 kommen die Göttinger mit ihrem Debüt "Proud Like A God" wie Hundertmeterläufer aus den Startlöchern. Ist das Echo auf die Platte zu Beginn etwas verhalten, ändert sich dies im Lauf der Monate gewaltig. Nach der Veröffentlichung tummelt sich der Longplayer über ein Jahr in den Charts.
Die Nachfrage kann zeitweise kaum gestillt werden. "Selbst wenn Courtney Love bei Primus singen würde oder Patti Smith bei den Red Hot Chili Peppers, könnte niemals der Stil der Guano Apes komplett erfasst werden", begeistert sich das Subway.
Steht bei "Proud Like A God" noch so manche Klopperei im Vordergrund, geht der Nachfolger "Don't Give Me Names" straighter zur Sache. Zwischen 1998 und 2000 räumt das Quartett folgerichtig so ziemlich alles ab, was es zu holen gibt: Platin und Gold für Alben und Singles, Auszeichungen beim Cometen und der Echo-Verleihung sowie Nominierungen für den MTV-Award.
Nach über 18-monatigem Touren (u.a. durch die USA mit Creed, P.O.D. und Sevendust) wird es ab 2000 etwas ruhiger um die Apes. Nasic leiht ihre Stimme den Celli-Rabauken von Apocalyptica (2001) und die Band nimmt mit Comedystar Michael Mittermeier die Top 5-Single "Kumba Yo" auf. Wie erwartet, geht die Erfolgs-Geschichte mit dem dritten Studio-Album 2003 in die nächste Runde.
"Walking On A Thin Line" schnellt bereits in der ersten Verkaufswoche an die Spitze der Charts. Top 30-Platzierungen in Österreich, Schweiz, Italien oder Holland lassen nicht lange auf sich warten. Und so avanciert die einst als "die deutsche Antwort auf Skunk Anansie" gepriesene Band mit Millionenfach verkaufter Tonträger zu einer der international erfolgreichsten deutschen Bands.
Im September 2003 kündigen Sandra und Co. überraschend eine Auszeit an. Nach zehn Jahren Guano Apes wolle man sich auf Solo-Projekte konzentrieren. Bevor Ende Oktober das erste reguläre Live-Album der Band in die Läden kommt, spielen sie am 11. Oktober in Belgien ihr vorerst letztes Konzert.
Zunächst halten sie es nicht lange ohne einander aus, im Verlauf des Jahres 2004 entern die Göttinger bereits wieder das Studio. Mitte November erscheint die Single "Break The Line" mit drei neuen Songs als Vorbote zum Best Of-Album. Anfang 2005 stehen noch einige Konzerte an, danach wollen sich die Bandmitglieder verstärkt ihren Soloprojekten widmen. Den Ticketpreis von 35 Euro für die Gigs der 'Abschiedstour' empfinden manche Fans allerdings als Abzocke.
Ein letzter Abschiedsgruß: "The Documentary". Die Doku lässt die Katze aus dem Sack. Im "Me & Me"-Teil sprechen Dennis, Henning, Sandra und Stefan offen über das vergangene Jahrzehnt: Jede Platte soll ein Kampf gewesen sein. Obwohl die Guanos auf musikalischer Ebene prima harmonieren, passen die vier privat eher zusammen wie die Faust aufs Auge. Das eine oder andere Veilchen wurde offenbar auch verteilt. Voll affig eben!
Doch es folgt noch ein allerallerallerletzter Abschiedsgruß: Im Dezember 2006 erscheint "The Lost (T)Apes", das aus Demoaufnahmen der Jahrgänge 1994 und 1995 besteht. Derweil machen alle Mitglieder mit der Musik weiter. Sandra veröffentlicht ein eher leidlich erfolgreiches Soloalbum und auch ihre Kollegen können den großen Wurf nicht wirklich landen.
Poschwatta veröffentlicht mit dem Apes-Mischer Markus Gumball unter dem Namen Tamoto ein Album. Ohne Sandra und statt ihrer mit dem Sänger Charles Simmons geht der Rest der Apes mit iO an den Start. Trotz Kritikerlob kann aber auch deren Album "For The Masses" nichts an der Ladentheke reißen.
Die wahren Gründe für das Ende der Band erklärt Schlagzeuger Dennis im Nachhinein mit einer abgehobenen Sandra Nasic sowie der Verteilung der eingenommenen Kohle. Deshalb verwundert es umso mehr, dass Anfang 2009 auf der Seite des österreichischen Nova Rock-Festivals der Schriftzug der Guano Apes auftaucht. Doch die Äffchen meinen es offenbar ernst, vielleicht hat ja ein Gewitter die Luft gereinigt. Jedenfalls erscheint im Frühjahr 2011 das Comeback-Album "Bel Air".
Henning über den Split, die Reunion und den neuen Apes-Sound.
Acht Jahre ist es her, dass die Guano Apes ihre Auflösung bekannt gaben. Zur Festivalsaison 2009 kamen sie ohne Vorwarnung zurück. Jetzt haben sie ihr Comeback-Album rausgebracht.
"Bel Air" klingt anders als man es von den Apes gewohnt ist: poppig und synthielastig. Im Interview spricht ein gut gelaunter Gitarrist Henning über diesen neuen Sound.
Er telefoniert aus Köln, wo die Band bei Stefan Raab zu Besuch war. Hinter ihm liegt ein dreiwöchiger Promo-Marathon, dementsprechend kommen seine Antworten auch wie aus der Pistole geschossen.
Er wirkt sehr mit sich und den "neuen" Apes im Reinen. Du magst das Album nicht? Das ist schon ok.
Lass uns erst mal über die Reunion reden. Wie kam es denn überhaupt dazu?
Nachdem es für uns alle doch etwas schmerzhaft auseinander gegangen ist, war das für uns eigentlich ein abgeschlossenes Kapitel. So etwas wie eine Ära, die ihre Zeit hatte, die an einen Punkt gekommen war, an dem wir alle Vier gemerkt haben, wir müssen dringend getrennte Wege gehen, bevor wir uns auffressen. Deswegen hat es mich wie aus dem blauen Himmel getroffen, als irgendwann Ende 2008 der Stefan, unser Bassist, ankam und sagte: "Ich bring die Band wieder zusammen. Ich treff mich mit Sandra und mach das." Und ich sagte nur: "Jaja mach ruhig, bringt eh nix." Aber er ist da wie ein wilder Terrier, wenn er was will.
Irgendwann kam er dann wieder und sagte: "Ich hab mit Sandra gesprochen und die hat auch Bock und wir beide könnten uns vorstellen mit euch ein paar Europa-Festivals zu spielen." Dann haben wir uns getroffen und uns erst mal vorsichtig aneinander herangetastet. Es war wesentlich unkomplizierter als es sich jeder von uns gedacht oder befürchtet hatte. Wir haben gemerkt, dass sich eine Menge verändert hat. Jeder von uns ist deutlich relaxter geworden. Wir haben mit 18 Jahren angefangen, haben das 300 Tage im Jahr elf Jahre lang gemacht, und jetzt hatte jeder mal Zeit ein Privatleben zu führen und ganz viele andere Erfahrungen und Impulse zu sammeln.
Das hat sich als sehr heilsam auf uns ausgewirkt. Wir haben uns aber gesagt, bevor wir jetzt große Wellen schlagen, müssen wir erst mal gucken, ob das musikalisch noch funktioniert. Wir haben gemeinsam im Proberaum die alten Sachen gespielt und uns köstlich dabei amüsiert. Zum Teil musste man Songs neu raushören und andere Sachen sind so in Fleisch und Blut übergegangen, dass die Hände da automatisch in die richtige Position springen. Das war toll!
Hattet ihr in der Zwischenzeit gar keinen Kontakt? Abgesehen von iO.
Nö. Wir hatten überhaupt keinen Kontakt. Das war vielleicht auch gut so. Sandra hat sich selbst ausprobiert, ist nach Berlin gegangen. Und wir haben ja auch nicht sofort was mit iO gemacht. Erst mal hat Stefan seine Solo-Sachen gemacht. Es hat seine Zeit gedauert, bis sich der Rauch gelegt hatte. iO ist auch eher aus einer Bierlaune entstanden. Wir wollten einfach mal ohne Druck zusammen spielen. Aber na ja, so toll es auch mit iO war ... Wir haben gemerkt, dass es nicht so einfach ist, jemanden wie Sandra zu ersetzen. Die Original-Besetzung hat einfach eine besondere Magie. Die haben wir für uns wiederentdeckt und sie ausgeweitet mit all unseren Erfahrungen und neuen Impulsen. Wir haben es geschafft, uns im neuen Album neu zu erfinden.
Habt ihr sofort beschlossen ein neues Album aufzunehmen? Oder wolltet ihr euch erst gemeinsam ausprobieren?
Wir hatten ehrlich gesagt überhaupt keine Gedanken an irgendwas Neues. Es hätte ja auch sein können, dass wir uns nach zwei Wochen auf die Schnauze gehauen hätten. Deswegen haben wir gesagt: Wichtig ist, Spaß dabei zu haben und zu gucken, ob das noch irgendwen interessiert. Wir haben also mit unserem Booker gesprochen. Und der kam dann mit zwei großen Stapeln an euphorischen Promotern wieder, die gesagt haben: "Wir fänden das eine tolle Idee. Wir hätten die Band gerne auf unserem Festival." Und wir dachten uns: "Ok! Lass uns das machen." Wir sind dann eigentlich ziemlich unvorbereitet, also ohne Plattenfirma, ohne Fotos, ohne Interviews und mit altem Material auf die Bühne. Und dafür sind wir mit einer der besten Festivalsaisons belohnt worden, die wir je gehabt haben. Das war wirklich überwältigend vom Feedback. Wir waren in Ländern, wo wir früher noch nie waren. Das hat uns gewaltigen Zuspruch gegeben. Am Ende der Saison 2009 haben wir dann auf der letzten Rückfahrt beschlossen, ein neues Album zu machen.
Noch mal kurz zur Trennung von damals. Ihr habt euch ja sehr gezofft. Es ging um Geld und darum, dass Sandra abgehoben sei. Hat sich da jetzt wirklich was geändert?
Ja, es hat sich gewaltig was geändert. Es war damals einfach der Prozess, dass es an der Zeit war, getrennte Wege zu gehen. Es war für uns sehr schmerzhaft. Natürlich spielen da verschiedene andere Faktoren eine Rolle, aber der wichtigste Punkt war einfach, dass wir gemerkt haben: es geht nicht mehr. Wir verlieren die Lust und den Spaß daran. Dann kann man aber auch nicht mehr auf die Bühne gehen und versuchen die Leute zu unterhalten. Ich denke, wenn wir jetzt wieder auf die Bühne gehen, dann werden die Leute feststellen, dass es uns wieder besser geht.
Bei so einer Reunion kommt natürlich immer der Vorwurf, dass ihr schlicht und einfach wieder Geld braucht. Wie geht man auf solche Vorwürfe ein?
Weiß ich nicht. Muss man darauf eingehen? Nur für Geld tut sich niemand den Stress an, den wir uns damals gegeben haben. Auch nicht dafür so etwas zu wiederholen. Dafür waren wir mutig genug, nur mit altem Material auf die Bühne zu gehen. Es hätte ja auch niemanden mehr interessieren können. Und jetzt auch noch ein Album zu machen, was nicht genau so klingt wie früher.
Das war der einzige Ansatz den wir hatten: Wenn wir ein Album machen, dann soll es definitiv keine Wiederholung sein. Ich glaube schon, dass wir einige der alten Fans mit dem neuen Album irritieren werden, hoffe und glaube aber, dass wir genauso viele neue Fans gewinnen können. Ich denke, dass wir da einen mutigen Schritt gegangen sind und glaube nicht, dass man uns da vorwerfen kann, dass wir uns da in irgendeiner Form verkaufen würden.
Sehr gut! Hast du denn einen Favoriten?
Ich hab einen Favoriten: "Trust".
Witzig. Ich sammele die und mittlerweile ist jeder Song auf dem Album genannt worden. Das find ich super, weil das eines der größten Komplimente für uns ist, dass das Album mit den Leuten wächst, weil jeder für sich was rauspicken kann.
Aber ich muss sagen, mir gefällt das Album nicht. Das ist einfach nicht mein Stil. Die ersten Alben hab ich sehr geliebt, aber das neue ... damit kann ich nichts anfangen.
Das ist ok. Ist ja völlig legitim.
Das liegt vor allem an den vielen Synthie- und Elektrosounds, die ihr eingebaut habt. Die spielen ja eine große Rolle auf dem Album. Warum?
Ach, wir waren schon immer eine Band, die offen für alles Mögliche war. Sandra hat dann auch mit Synthies viele Ideen skizziert. Da waren zum Teil so tolle Sachen dabei, dass wir gesagt haben: warum muss man, was gut ist, jetzt ersetzten, nur damit es in irgendeiner Form den Sound von früher hat. Wir haben es also einfach drin gelassen. Dann sind Sachen entstanden, wie bei "Sunday Lover", diese Synthie-Melodien. Das hat sich für uns alle gut angefühlt.
Und es war für uns ein Schritt in die Moderne. Einfach mal um wegzukommen vom Wall of Sound, von den Gitarrenbrettern, die wir in den 90ern hatten. Wenn man im Rückblick mit Leuten spricht, können die nur die alten heftigen Songs wiedergeben. Aber man muss sagen, wir hatten schon immer eine relativ große Bandbreite auf den Alben. Das ist scheinbar von den doch sehr energiegeladenen Sachen überstrahlt worden. Ich glaube, dass wir diese Energie auf dem Album trotzdem drin haben, sie aber mit einer anderen Art und Weise einsetzten, so dass das Songwriting mehr zum Tragen kommt.
Musstet ihr euch dann selbst erst an den neuen Sound gewöhnen?
Ja, das war schon so, dass Sandra Layouts mitbrachte und wir zuerst dachten: Woah, vielleicht ist das doch zuviel. Aber wir haben da unserem Produzenten Jörg Schuhmann viel zu verdanken, den wir auch aus dem Grund ausgewählt haben, weil er gute Alben gemacht hat, wo ein Bandsound mit Elektronik verwoben ist, ohne dass das eine das andere zu sehr dominieren würde. Da hat er bei uns auch einen guten Job gemacht und da eine gute Balance hergestellt.
Auf mich wirkt die Platte zu großen Teilen wie eine Solo-Platte von Sandra. Ihr Gesang steht ja permanent im Vordergrund.
Mhm.
Hast du da jetzt ein anderes Gefühl als ich?
Ich hab in der Tat ein anderes Gefühl. Ich finde eher ... mhm ... ne also das Gefühl hab ich gar nicht. Jeder von uns identifiziert sich selber mit der Platte (kichert ein wenig). Ich versuch grad nachzuvollziehen, warum du das so denkst? Ich vermute mal ... Viele Leute sagen, dass die Platte poppiger geworden ist. Die Melodien sind tragender und entscheidender, weil es nicht mehr so martialisch ist, sondern ein bisschen luftiger und mehr atmet. Und dann hört man Sandra natürlich mehr.
Ja, so könnte man es sagen. Es steht halt nicht mehr das Riff im Vordergrund oder auf gleicher Höhe mit dem Gesang, sondern es steht tatsächlich Sandra im Vordergrund. Und das wird dann auch noch dadurch unterstützt, dass der Gesang gedoppelt wird.
Genau. Aber die Elemente sind früher auch da gewesen. Die Mixtur ist halt einfach ein bisschen anders. Aber ich find es ganz gut, dass es nicht so ertränkt ist in irgendwelchen heavy Riffs, sondern dass es uns auch eher darum ging, einfach mal auf den Song zu gucken und zu schauen, dass das Songwriting einfach gut ist.
"Trust" ist ein richtiger Kracher, der hätte auch auf den alten Alben drauf sein können. Ansonsten ist die Platte ja, du hast es schon gesagt, recht poppig. Hattet ihr keinen Bock mehr auf Gitarren-Bretter?
Naja, fette Gitarren-Bretter sind ja auch drauf, sie sind halt dosierter eingesetzt. Und an den Stellen, an denen es rocken soll, da rockts dann auch richtig. Aber es muss ja auch nicht durchgängig ertränkt werden. Die Melodien, die da drauf sind, die den Pop ausmachen, sollen auch rauskommen. Und da hab ich mich dann eher zurückgenommen. Dann lieber Sachen spielen, die unterstützten sollen, um dann an den Stellen, wo das Strobo-Licht kommen soll, richtig zu rocken.
Ihr seid ja eine der wenigen deutschen Bands, die auch international erfolgreich sind. Muss man ein Album anders produzieren oder aufnehmen, wenn es für den internationalen Markt bestimmt ist?
Das ist eine gute Frage, aber da haben wir uns nie Gedanken darüber gemacht. Wir haben uns immer schon als europäische Band gesehen. Und von daher haben wir jetzt nicht auf einen bestimmten Markt hingearbeitet. Wenn, dann haben wir eher versucht über den Tellerrand zu gucken, um zu schauen, dass man irgendwas macht, was nicht zu deutsch ist. Deswegen auch die Entscheidung für einen europäischen Produzenten oder das Album zum Teil auch in den USA mischen zu lassen, um noch mal ein anderes Ohr und eine andere Attitüde drüber hören zu lassen.
Einerseits aus zeitlichen und logistischen Gründen, weil die Festivalsaison ja schon ab Mai losgeht und das alles sehr gedrängt gewesen wäre. Und außerdem, weil wir in den letzten zwei Jahren sehr großen Zuspruch dort erhalten haben. Dann kommen die Festivals und dann kommt die ausgiebige Europatour mit Deutschlandterminen.
Wie ist denn dein Gefühl für die nächste Zeit bei euch? Werdet ihrs diesmal packen? Ihr hockt dann ja schon wieder eine lange Zeit auf einander. Wird es getrennte Nightliner geben?
(lacht) Nein, ich glaube wir haben aus der Vergangenheit gelernt und wissen wo die Fehler lagen: Dass wir uns früher vielleicht ein bisschen zu viel vorgenommen oder zugemutet haben. Ich glaube es ist wichtig, sich Ruhepausen zu nehmen. Da passen wir gut aufeinander auf.
Schön. Also du hast ein gutes Gefühl.
Sehr gut!
Gut. Also ich muss zugeben ... Ich verbinde euren alten Sound sehr mit meiner Jugend und eure neue Platte dann zu hören war ... heftig.
Man muss halt auch bedenken, es ist acht Jahre her. Aber wenn ich Fan wäre, würde mich das auch irritieren. Weil man natürlich da ansetzt, wo man aufgehört hat. Den Bogen jetzt zu spannen, zu all dem, was bei uns passiert ist, ist natürlich nicht ganz so einfach. Ich hoffe, dass die Fans mitwachsen werden.
Sehr gelöst und locker redeten Henning (Gitarre) und Dennis (Schlagzeug) über Vergangenes und Zukünftiges.
Vor kurzem erschien die neue Maxi der Guano Apes "Big In Japan", das neue Album "Don't Give Me Names" ist auch schon im Kasten. Da liegt es doch nahe, den Guano Apes mal wieder auf den Zahn zu fühlen und ein paar Infos aus ihnen heraus zu quetschen. Sehr gelöst und locker redeten Henning (Gitarre) und Dennis (Schlagzeug) über Vergangenes und Zukünftiges.
Demnächst gibt es ja wieder Neues von den Guano Apes, was können wir erwarten?
Henning: Die Songs sind einfach von vorneherein klarer strukturiert gewesen und durch unsere Live-Erfahrungen näher am Live-Sound dran. Beim ersten Album hatten wir das Problem, dass wir so viele Songs hatten, wo Sandra gebrüllt hat wie am Spiess. Es war ziemlich schwer, dass live umzusetzen. Insgesamt ist es auch mutiger geworden. Dadurch, dass sich das erste Album so gut verkauft hat, denken wir, dass die Leute mit dem Namen "Guano Apes" eine Musik identifizieren. Deswegen ist es mutiger in seiner Extremität. Es gibt extrem wilde Sachen aber auch ruhige.
Dennis: Die Leute brauchen kein "Proud Like A God 2" und wenn sie es erwarten, sollten sie die Platte nicht kaufen. Oder vielleicht sollten sie sie sich dann erst recht anhören. Wenn sie die Reise mit uns mitmachen, dann ist es gut und ... was erzähl ich hier eigentlich für einen Blödsinn? Ha ha.
Henning: Du hast gerade dazu aufgerufen, die Platte nicht zu kaufen.
Dennis: Nein, so war das nicht gemeint. Es hat zwar eine Weiterentwicklung stattgefunden aber es sind immer noch die Guano Apes.
Stichwort Live-Erfahrung. Ihr habt nach der Veröffentlichung von "Proud Like A God" eine Mammut-Tour durchgezogen. Seid Ihr nicht irgendwann an die physische und psychische Belastungsgrenze gestossen, speziell Sandra?
Dennis: In diesem Punkt ist Sandra die härteste von uns. Sie macht da vorne einen Hammerbühnenauftritt und das auch fast jeden Abend. Klar, sie macht dann immer einen auf 130 Prozent und ist am anderen Tag dann die dreissig Prozent schwächer, aber Sandra ist von uns eigentlich physisch am stärksten. Wir haben uns aber auch immer als Live-Band verstanden. Für uns war ganz klar, dass wir raus auf die Strasse und spielen wollen. Das ist doch auch das, was eine Band machen sollte. Die schönsten Momente gibt es, wenn man nicht in seinem eigenen Süppchen schwimmt, sondern wenn man rausgeht und die direkte Reaktion des Publikums hat, das ist sehr wichtig.
Henning: Sandra hat auf der neuen Tour auch einen Vocal-Coach dabei, die sie betreut. Nach der ersten Platte ist uns das erst im Nachhinein aufgefallen, dass wir so viel gespielt haben. Wir haben einfach tierischen Spass daran gehabt. Es fing ja an mit 150 bis 200 Leuten und hatten dann bei einigen Konzerten 2000 gehabt. Danach dann die Festivals und es blieb immer spannend. Wir sind nun mal eine Live-Band und wenn wir einmal drin sind, möchten wir auch weitermachen. USA war hart, hat aber trotzdem Spass gemacht und letztendlich kamen uns die fünf Wochen auch nicht so lang vor.
Ihr geht ja Ende April wieder rüber und spielt mit Creed. Was hat sich denn dort entwickelt?
Dennis: Viel Positives. Wir sind dort mittlerweile bei 60.000 verkauften Platten, das finden wir immer noch wahnsinnig. Es geht gut los und ich hoffe, dass wenn wir jetzt mit Creed und Sevendust spielen, dass noch ein paar Leute mehr auf uns aufmerksam werden.
Wenn man als deutsche Band rüber geht, hat man da mit Vorurteilen zu kämpfen?
Dennis: Eigentlich gar nicht. Jeder Ami hat zu Deutschland irgendeine Geschichte zu erzählen. Jeder war schon mal da, aber eigentlich kennt es keiner. Aber alle wollen hin.
Henning: Da gibts diese zwei Extreme. Entweder erzählten sie uns irgendeine hahnebüchene Geschichte von irgendeinem Grossvater und wühlten im Stammbaum und die anderen denken, Deutschland und Frankreich wären zwei Grossstädte.
Aber sie haben Euch nicht gefragt, ob es in Deutschland auch Waschmaschinen gibt.
Henning: Doch, da sind starke Sachen gelaufen. "Weisst Du, was ein Kühlschrank ist?" und solche Sachen. Das ist der absolute Running Gag gewesen. "Habt Ihr Butter in Deutschland?" Teilweise fasst man sich echt an den Kopf, was das für Chaoten sind.
Nochmal zu "Big In Japan". Das entstand ja aus dem "Pop 2000"-Projekt von Herbert Grönemeyer. Gab es da irgendwelche Vorgaben, was Ihr covern solltet oder konntet Ihr frei wählen?
Dennis: Nee, wir konnten da ganz frei wählen. Die einzige Vorgabe war, dass wir einen Song machen sollten, der in den letzten fünfzig Jahren in Deutschland aktuell war. Smudo zum Beispiel, den hat der Herbert Grönemeyer angerufen und er hat sofort gemeint "Rudi". Wenn, dann wollte er diesen einen Song machen, weil er den früher im Radio gehört hat und ihn gut fand.
Henning: Wir haben uns gesagt "Lass uns was Elektronisches nehmen" Wenn eine Rockband eine andere Rockband covert, ist das eigentlich sehr langweilig.
Dennis: Man kann so viel aus verschiedenen Songs machen. Und wenn Du jetzt Alphavilles Version nimmst und unsere daneben, dann sind das doch komplett verschiedene Songs ausser dass derselbe Text gesungen wird. Das fanden wir einfach richtig interessant.
Wie ist das auf der Bühne, wenn Ihr denn Song spielt?
Dennis: Am Anfang haben wir das erst gar nicht hingekriegt. Wir haben vorher nur zweimal proben können und das war eher eine Katastrophe, denn keiner wusste mehr, was er vorher im Studio gespielt hat. Aber mittlerweile hat das einen wunderbaren Flow, weil der Song auch komplett live eingespielt worden ist. Wir sind in einer ziemlichen Stresssituation ins Studio gegangen, denn Sandra kam einen Tag zu spät. Dann haute das am Anfang gar nicht hin und wir haben dann beschlossen, dass wir jetzt noch einen Take machen und wenn der nix wird, nehmen wir das, was wir schon auf Band hatten. Dann haben wir einfach Gas gegeben und den Punkrock mal wieder rausgekramt und diesen Flair hat der Song auf der CD auch.
Ihr seid ja durch den Bandwettbewerb von Radio FFN gross geworden. Ihr habt mal gesagt, dass Ihr es scheisse findet, dass im Radio so viel Müll läuft, dass nicht einmal der Sender, der es Euch ermöglicht hat, hochzukommen, Eure Songs im Radio spielt.
Dennis: Wenn man die Radiokultur in Deutschland betrachtet und mit der in Amiland vergleicht, dann ist das in Deutschland allerletzte Sau. Das ist einfach alles Schema-FF. Du kannst die ganzen Privatsender FFH, FFN oder welche auch immer, untereinander austauschen und niemand würde es merken. "Wir spielen die besten Hits der 80er, 90er und von heute und auch noch von 2001 und machen alle den gleichen Scheiss."
Henning: Es ist schade, dass die Macher nicht mutiger sind. Hier läuft mehr über Videokanäle, in Amerika geht das über die College-Radios. Es gibt aber auch in Deutschland eine grosse Hörerlobby, die was anderes hören will. Das sieht man an Radiostationen wie Eins Live abends oder Deltaradio, aber es müsste noch viel mehr geben. Das Interesse ist ja da. das sieht man an Bands wie Bloodhound Gang, HIM und Such A Surge. Es gibt ein tolles Angebot an Musik und viele Leute wollen das auch hören.
Kennt Ihr Radio FM4?
Henning: Ja, die haben uns auch viel gefeatured. Aber es ist doch schade, dass man sich seinen Kanal aus Österreich ziehen muss.
Dennis: Wir kommen ja aus einem toten Bereich in Niedersachsen und da beneide ich die Leute in Schleswig-Holstein oder im Hamburger Bereich, die auch Delta reinkriegen, wo man mal eine verzerrte Gitarre hören kann. Bei uns haben sie "Rain" damals abgelehnt, weil es ihnen zu hart war und da frag ich mich "Kinner, wat is denn los hier?". Das war jetzt nicht, weil es unser Song war. Wenn man sich "Rain" anhört und er dann mit so einem Argument abgelehnt wurde, dass er an sich schon zu hart ist, dann sag ich "dann geht doch alle innen Arsch!!"
Henning: Die kopieren sich alle gegenseitig, haben alle die gleichen Slogans, nur in Details abgeändert. Früher auf FFN gabs noch Grenzwellen mit einer grossen Hörerschaft. Aber das ist alles eingeschlafen. Sogar diese Comedysachen, die am Anfang wirklich witzig waren, haben sie dann solange aufgebrüht, bis es keiner mehr hören konnte und dann haben sie es an Radio Fritz verscheuert. Warum kann man das nicht auf einem gesunden Level halten?? Es gibt zwar so Sachen wie das deutsche Rockradio, aber das sehe ich eher als ein Profilierungsprojekt von irgendwelchen Prominenten an, die da Geld reinstecken.
Ihr seid bei Gun/Supersonic unter Vertrag, die zuletzt mit HIM an die Spitze der Charts gestürmt sind. Steht da ein Programm dahinter?
Dennis: Die einzige Politik, die Gun/Supersonic verfolgen ist, sie machen das, woran sie Spass haben. Sie machen die Bands bei denen sie sagen "das ist meine Musik". Und wenn Du Dich mit einer Sache identifizieren kannst, steckst Du viel mehr persönliche Energie rein. Nicht so wie bei den ganzen Elektronikbands, die einen Hit machen und dann dem Kind einen anderen Namen geben und den nächsten Hit produzieren. Gun stehen hinter den Sachen, die sie machen und das sind nun mal keine Retortenbands.
Wie ist das denn, wenn mit der BMG ein Major im Hintergrund steht?
Henning: Gun ist einfach ein kleiner Laden und eine Kreativzelle. Klar muss Marketing gemacht werden, der Vertrieb muss stimmen, die Platten müssen im Laden stehen und dafür brauchst Du einfach die Infrastruktur eines Major-Labels. Wir wollten Leute um uns haben, denen wir vertrauen können und das war uns bei der Plattenfirma genauso wichtig und das ist bei Gun sehr gut erfüllt und es gibt trotzdem die Power des Majors dahinter, auf die wir zurückgreifen können.
Dennis: Du kannst zwar auf VIVA gespielt werden aber wenn die Platte nicht im Laden steht, kann sie auch keiner kaufen.
Henning: Das war bei den H-Blockx in den USA so. Die waren auf Tour und Du konntest die Platte im Laden nicht kriegen, da lief der Vertrieb nicht und da verpuffen sämtliche Leistungen, die Du als Band gemacht hast.
Reden die Euch in Eure Arbeit rein?
Henning: Natürlich, es wird von jeder Plattenfirma Einfluss ausgeübt und es ist auch gut, über Einflüsse von aussen zu reflektieren. Vor allem Nachwuchsbands schreien ja gleich "Um Himmels Willen, uns wird reingeredet, an unserer Musik wird rumgebohrt!". Wir haben von vorneherein gesagt, das wir offene Ohren haben wollen. Wir wollen den Input von Leuten, die den objektiven Überblick haben. Wenn man so lange in seinem subjektiven Sumpf schwimmt, hat man einfach den Abstand nicht.
Dennis: Wenn Du Einflüsse aufschnappen kannst, dann nimm sie mit. Ich habe Musiker reden hören, die sagen, dass sie keine andere Musik hören ausser ihrer eigenen. Was für Pappnasen, wie arm müssen die sein? Ich liebe andere Musik und wenn ich nur Guano Apes hören müsste, dann wär ich heute schon verblödet.
Wie wird das dann aussehen? Kann man irgendwann mal mit einem Hip Hop Track der Guano Apes rechnen?
Dennis: Man kann auch mal einen Folksong von uns hören. Wenn's passt oder wenn wir gerade das Gefühl haben, so was machen zu wollen, warum nicht? Klar, Hip Hop ist nicht mal wirklich abwegig weil Sandra ja auch oft rappt. Ein Folksong aber auch nicht. Auf der EP ist mit "La Noix" ein Song, der sehr in französische Folklore reinreicht. Ich möchte nicht sagen, was kommt oder was nicht kommt, ich hoffe, dass alles möglich ist. Wenn das nicht mehr gegeben ist, dann ist die Band auch am Ende.
Was hört Ihr zur Zeit?
Dennis: Das ist auch wieder verschieden. ich höre in letzter Zeit sehr viel ruhige Musik. Jeff Buckley, Third Eye Blind, Filter von den härteren Sachen, an Korn habe ich mich ein wenig überhört.
Deftones?
Dennis: Ne, Deftones können wir gar nicht mehr hören, weil Sandra das eineinhalb Jahre lang ständig gespielt hat, jeden Tag fünf mal und seitdem habe ich mich da überhört.
Euer neues Album wird "Don't Give Me Names" heissen, ist der Titel eine Anleihe bei Filter mit "Title Of Record"?
Hnning: Vielleicht ist das aus dem gleichen Denkansatz heraus entstanden. Ich habe keine Ahnung, warum die das so genannt haben. Wir haben Probleme uns auf Namen und Titel zu einigen, das dauert immer ziemlich lange. So wars mit dem Bandnamen, so ist es mit sämtlichen Songnamen und so wars auch mit dem Albumnamen. Letztendlich kam dann der Vorschlag irgendwas aus einem Song zu nehmen und da tauchte dieser Satz auf "Don't Give Me Names". Man versucht immer, dem Kind einen Namen zu geben und Bands zu vergleichen, um das irgendwie fassen zu können. Guano Apes ist ja hoffentlich jetzt auch so etwas wie eine Marke. Das Publikum weiss dann, dass das vier Leute sind, die Musik machen, die soundso klingt. So nach dem Motto "mach Dir Dein eigenes Bild".
Dennis: Es gibt ja Bands, die nennen ihr Album von vorneherein "Triple Platinum", damit man gleich weiss, dass das die gleiche Scheisse ist, wie immer. Man sollte sich da selbst Gedanken machen, welchen Titel man dem Album geben würde. Ich akzeptiere Meinungen, ganz gleich, ob es die Leute es dann Scheissalbum supergeiles Album oder so la la Album nennen würden. Wir müssen am Cover noch eine weisse Leiste reinmachen dann kann man immer eintragen, wie es denn jetzt tatsächlich heissen soll. Ich denke schon, dass der Name gelungen ist, obwohl er so schnöde klingt. Wir werden sowieso immer in irgendwelche Szenen reingeschoben. Wir sind einfach ein paar Hanselns, die Musik machen.
MP3 und CD's brennen ist momentan ein grosses Thema, was ist da Eure Meinung?
Dennis: Es gibt bei der BMG eine Internetbeauftragte, die brennt auch selbst.
Henning: Da kann man seine Sachen hinschicken und bekommt sie gebrannt zurück.
Dennis: Es gab zwar immer Kassetten, die man überspielt hat aber die hat man nicht verkauft.
Henning: Wirklich nicht? Ha ha ha ha ha!!!!! (bekommt einen mittleren Lachanfall)
Dennis: Mittlerweile gibt es ja auf Schulhöfen Leute, die das professionell anbieten und für zehn Mark eine CD brennen. Aber dann wird es problematisch, weil ich denke, man müsste darauf aufmerksam machen, dass irgendwo auch das Geld reinkommen muss. Es gibt ja auch Plattenfirmen, die den Nachwuchs fördern, ja, die gibt es tatsächlich.
Henning: Ich finde nicht, dass es nur an den Leuten liegt, sondern auch an den Plattenfirmen. Die machen einen Riesenaufstand und schreien, dass ihnen die ganzen Umsätze flöten gehen würden. Das liegt ja daran, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht stimmt. Wieso sollte sich ein Jugendlicher für 39 Mark eine Platte mit einem zweiseitigen Booklet kaufen. Da besorgt er sich lieber eine CD mit einer Farbkopie als Booklet. Das kann ich schon verstehen und ich denke, die Plattenfirmen sollten sich da mal an die eigene Nase fassen und müssten wertige Produkte auf den Markt bringen, wie es so schön heisst. Dann eben mal lieber ein zwölfseitiges, vollfarbiges Booklet machen, am besten noch einen CD-Rom-Teil drauf packen, dass man was fürs Geld geboten bekommt. Unsere neue Platte wird auch als DVD-Video und Super Audio CD mit neuem Aufnahmeformat (DSD) und 5.1 Surround Sound veröffentlicht. Wir haben uns das angehört und waren selbst von diesem Medium begeistert. Die Plattenfirmen sollten nicht meckern, dass ihnen das Wasser abgegraben wird, sondern etwas dafür tun, dass ihre Sachen interessant bleiben.
Dennis: Ich sehe das Problem eher in der Piraterie wie sie auf den Schulhöfen betrieben wird, bei Leuten, die das professionell machen, einen Brenner zu Hause stehen haben und das Zeugs dann nur noch durchrattern lassen. Wir haben zum Beispiel in Polen Gold bekommen. Das sind dort 50.000 verkaufte Platten. Die Firma drüben hat uns aber gesagt, dass geschätzte sechzig Prozent zusätzlich schwarz gebrannt wurden. Wir haben eine Autogrammstunde gemacht und da kamen die Leute teilweise mit den kopierten Booklets. Dann gabs eben Autogramme auf die Raubkopien. Es sind zwei Sachen, sich mal eben eine CD brennen oder das professionell betreiben. Aber trotzdem sind die CDs zu teuer!
Wird es auf Eurer CD auch einen Kopierschutz geben?
Dennis: Gun hat ja damit auf dem neuen HIM-Album angefangen und ist damit kräftig auf die Fresse gefallen, wobei das aber im Endeffekt viel Publicity gebracht hat. Das System ist noch nicht ausgereift. Es gibt ja mittlerweile so viele geile Soundsysteme, die über den PC laufen und wenn man dann solche CDs nicht mehr über den PC abspielen könnte, wäre das ja auch schade.
Henning: Das ist einfach Konsequenz am falschen Ende. MP3 und Internet wären ein tolles Distributionsmedium, um die Musik an die Menschen zu bringen und das weltweit, ohne eine Rieseninfrastruktur aufbauen zu müssen, aber das wird einfach nicht gesehen. Nimm doch Prince oder David Bowie, die haben das vorgemacht und ihre Sachen ins Internet gestellt. Du brauchst gegenüber der Plattenfirma aber nur das Wort MP3 erwähnen, dann hetzen sie dir schon den Beauftragten auf den Hals oder schlagen die Hände über dem Kopf zusammen. Man muss sich doch irgendwann einmal von dem Medium CD lösen und da gibt es dann die neuen Sachen wie Super Audio CD. Wir bekommen zum Beispiel Mails von Leuten aus Australien, Chile oder Panama. Die schicken sich die MP3's hin und her und würden gerne die Platte haben, aber die können sie im Laden nicht kaufen. Und wenn man da einfach Music On Demand machen würde, könnte man auch ne Mark damit machen.
Dennis: Über kurz oder lang muss man diese Angebote annehmen. Das sind dann eben auch Veränderungen, die speziell die Plattenfirmen eigentlich nicht möchten.
Was macht Ihr sonst im Internet, ausser dass Ihr die Webcam mit ins Studio nehmt?
Dennis: Wir haben ja eine Homepage unter www.guanoapes.org. E-Mails gehen eigentlich immer direkt an uns aber ich habe es seit drei Monaten nicht mehr geschafft, sie abzufragen. Immer wenn ich reingehe und mal schaue, ratterts nur noch und ich denke mir "mein Gott, schon wieder vierhundert Mails!", dann mache ich den Computer wieder aus. Wir sind dem gegenüber aber sehr aufgeschlossen und haben es endlich auch geschafft, Sandra mit einzubeziehen, die hat sich da immer sehr dagegen gesträubt und wollte damit überhaupt nichts zu tun haben.
Henning: Ich war zwischenzeitlich, als wir im Studio waren, Up To Date, aber ich weiss nicht, wie ich jetzt schon wieder auf 340 gekommen bin.
Vielen Dank für das Gespräch.
Das Interview führten Alexander Cordas und Stefan Friedrich
Planet Of The Apes - Best Of (2004)
Guano Apes - Live (2003)
Offizielle Äffchenseite mit allem, was man so braucht und schon lange wissen wollte - inklusive Rezept für Kohlrouladen.
http://www.guanoapes.org
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