Porträt

laut.de-Biographie

Skunk Anansie

Beim Aussuchen eines Bandnamens kommt es manchmal zu Kapriolen, die zu Zungenbrechern führen - wie im vorliegenden Fall.

Skunk (Stinktier) und Anansie (ein Fabelwesen aus der Südsee) sollen bei dieser englischen Band Pate gestanden haben, die aus Deborah Anne Dyer aka Skin (Gesang), Martin Ivor Kent aka Ace (Gitarre), Richard Keith Lewis (Bass) und Mark Richardson (Schlagzeug) besteht. Gemeinsam starten sie 1994, um der Welt zu beweisen, dass Crossover noch lange nicht tot ist.

In jenem Jahr tritt die Band in London ins Rampenlicht. Bevor sie einen Longplayer am Start haben, laufen ihre Songs "Feed" und "Selling Jesus" im apokalyptischen Streifen "Strange Days" (mit Angela Bassett). Nach dem Release von "Paranoid & Sunburnt" geht das Quartett schon richtig steil. Im Vereinigten Königreich sahnen sie zahlreiche Preise und Edelmetall ab.

Im Mittelpunkt aller Aktivitäten steht Skin, zugleich charismatische Frontfrau und Sprecherin der Band. Textlich und musikalisch fährt sie starke Geschütze auf, Politik, Rassen- und Geschlechterdiskriminierung sind feste Bestandteile ihres Themenspektrums. Skins explosives Temperament sorgt bei Liveauftritten für Feuer unterm Dach, wozu die amerikanische Presse mit Hang zum Metaphorischen folgendes meint: "Diese Band spielt enger zusammen, als bei Pamela Anderson eine Schwimmweste anliegen würde."

Den absoluten Durchbruch feiern Skunk Anansie mit dem Zweitling "Stoosh" und der Ballade und dritten Single "Hedonism (Weak As I Am)". Die beiden vorangegangenen Auskopplungen "All I Want" und "Twisted (Everyday Hurts)" sind eher semi-erfolgreich. Das dritte Album "Post Orgasmic Chill" setzt diese Erfolgsgeschichte nicht fort.

Die Solo-Ambitionen der Mitglieder treten im Laufe der Zeit immer deutlicher zutage. So arbeitet Frontfrau Skin an einigen mehr oder weniger beachteten Projekten (Maxim, Pale 3) mit. Nach drei erfolgreichen Alben, weltweit millionenfach verkaufter Platten und acht Hit-Singles geben Skunk Anansie schließlich am 18. April 2001 ihre Auflösung bekannt. Die Band-Mitglieder sind der Auffassung, genug erreicht zu haben und kümmern sich fortan um Solo-Karrieren.

Skin versucht es alleine ("Fleshwounds", "Fake Chemical State"), Ace veröffentlicht ebenfalls ein Album ("Ace Sounds"). So richtig überzeugt aber keiner alleine.

So senkt sich langsam aber sicher der Mantel des Vergessens über die Geschichte von Skunk Anansie ... bis Ende 2008 auf einmal wieder alles ganz anders ist. Zum Zwecke eines Best Of-Albums treffen die vier Skunks wieder aufeinander, spielen Anfang 2009 ein Konzert in Kenia und frischen dabei ihre Freundschaft auf. Schnell ist die alte Energie zurück und resultiert in drei neuen Songs, die das Best Of-Album "Smashes And Trashes" veredeln.

Ein komplettes Comeback-Album folgt 2010 mit dem Titel "Wonderlustre". Auf der dazugehörigen Tournee eröffnen sie sogar zweimal für Rammstein in Berlin. Nach ausgedehnten Gastspielen auf Europas Festivalbühnen im Jahr 2011 kommt im September 2012 das nächste Album "Black Traffic" als selbstständiges Release ohne großes Label im Rücken in die Läden.

Als Reunion versteht die Band ihr neuerliches gemeinsames Schaffen daher nicht. "Die meisten Bands, die sich wieder zusammentun, schachern mit der Vergangenheit. Für uns ist das vielleicht der Ausgangspunkt, aber längst nicht alles. Uns interessiert vor allem die Zukunft da draußen", befindet Skin.

Zudem sei der Grundantrieb für die Band heute nicht großartig anders als im Gründungsjahr 1994. "Niemand klang so richtig nach uns seit wir von der Bildfläche verschwunden sind. Wir genießen es, Außenseiter zu sein (...) Ich sehe uns in Konkurrenz mit jeder Band da draußen und denke, dass wir jetzt besser sind als jemals zuvor. Wenn wir nicht so fühlen würden, wäre das traurig und pathetisch."

Interviews

News

Alben

Ace Sounds - Still Hungry: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2003 Still Hungry

Kritik von Alexander Cordas

Das Debüt vom Skunk Anansie-Gitarrist kommt mit Schmackes. (0 Kommentare)

Skin - Fleshwounds: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2003 Fleshwounds

Kritik von Alexander Cordas

Diese Wunden scheinen nicht nur oberflächlicher Natur zu sein. (0 Kommentare)

Videos

Video Video wird geladen ...

Noch keine Kommentare