Porträt

laut.de-Biographie

Skin

Deborah Anne Dyer steht hinter dem kurzen Pseudonym Skin. Zur Welt kommt sie 1967 in London, Bekanntheit erlangt sie aber nicht durch Glanzleistungen in ihrem erlernten Beruf als Dekorateurin. Auch nicht als DJ eines Clubs, den sie eine Zeit lang leitet, sondern als Frontfrau einer der wichtigsten britischen Gitarrenrock-Bands zwischen 1994 und 2001. Die Rede ist von Skunk Anansie, der wohl energetischsten Formation, die aus dem Britpop-Sumpf der Insel hervor sticht.

In den sieben Jahren des Bestehens der Band veröffentlicht die Formation drei Platten, die allesamt gute bis sehr gute Songs zu bieten haben. Textliche Aussagen bewegen sich bei Skunk Anansie nicht auf der üblichen 08/15-Schiene, sondern greifen aggressiv das politische Themen wie Rassismus auf. Nach "Post Orgasmic-Chill" aus dem Jahre 1999 geht Skin zum ersten Mal musikalisch fremd, als sie mit Prodigy-Fronter Maxim die Single "Carmen Queasy" aufnimmt. Der Song gerät zum Hybriden zwischen krachigen Gitarren, Elektro-Einsprengseln und Skins eiskaltem, nichtsdestotrotz versiertem Gesang.

Spekulationen, dass die wilde Frontrfrau ihre Stammband verlässt, werden zu diesem Zeitpunkt noch vehement dementiert, aber am 19. April 2001 geht es um die Welt: Skunk Anansie sind Geschichte. Zwar heißt es, dass die Band nach wie vor die besten Freunde wären, zwei Jahre danach hört sich das aber alles andere als harmonisch an: "Es war wie in einer Ehe. Irgendwann stimmte die Chemie nicht mehr. Ich hatte aufgehört, das alles zu genießen, und hatte unglücklicherweise auch nicht mehr den geringsten Spaß."

Nach diesem Schreck für die Fangemeinde zieht sich Skin erst einmal ganz zurück, um nach sieben stressreichen Jahren im permanenten Album-Tour-Rhythmus wieder Zeit für sich selbst zu finden. Dass sie ganz aufs Musik machen verzichten würde, hat wohl niemand ernsthaft geglaubt, und so überrascht 2002 die Meldung, Skin arbeite gerade an ihrer ersten Solo-Platte, nicht wirklich. Wer jedoch Crossover-Knaller der Skunk Anansie-Machart erwartet, wird bitter enttäuscht. Im Vordergrund stehen gefühlvolle Songs, die sich vor allem um schmerzhafte Erfahrungen in emotionalen Dingen drehen. Man kennt diese Seite von ihren Skunk-Balladen, doch eine so radikale Kehrtwende haben wohl nicht viele erwartet.

"Fleshwounds" geht aber nicht unbedingt wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln über die Ladentheke. Virgin gibt ihr daraufhin den Laufpass. Eine neue Heimat findet sie bei V2. Ob ihre Scheiben aber Millionen verkaufen oder nicht, kann Skin mehr als nur egal sein. Vielleicht brauchte es nach dem Skunk Anansie-Split einfach diese Platte.

Im Anschluss daran bricht sie zu neuen Ufern auf. Skin zieht nach Ibiza, arbeitet als DJ und treibt sich in der Modewelt herum. Unter der Sonne der Balearen-Insel findet die Sängerin Gefallen an aktuellen britischen Rock-Acts wie der Bloc Party. Die Stimmung scheint auf sie abzufärben, denn schon mit der nächsten Veröffentlichung, dem im März 2006 erscheinenden "Fake Chemical State" tönt sie wieder wesentlich rauer und ungeschliffener. Bei dem Song "Nothing But" greift ihr sogar Linda Perry als Produzentin unter die Arme.

Interviews

Alben

Skin - Fleshwounds: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2003 Fleshwounds

Kritik von Alexander Cordas

Diese Wunden scheinen nicht nur oberflächlicher Natur zu sein. (0 Kommentare)

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Fotogalerien

Southside 2003 Black, beauty- and powerful!

Black, beauty- and powerful!, Southside 2003 | © LAUT AG (Fotograf: Klaus Hardt) Black, beauty- and powerful!, Southside 2003 | © LAUT AG (Fotograf: Klaus Hardt) Black, beauty- and powerful!, Southside 2003 | © LAUT AG (Fotograf: Klaus Hardt) Black, beauty- and powerful!, Southside 2003 | © LAUT AG (Fotograf: Klaus Hardt) Black, beauty- and powerful!, Southside 2003 | © LAUT AG (Fotograf: Klaus Hardt) Black, beauty- and powerful!, Southside 2003 | © LAUT AG (Fotograf: Klaus Hardt) Black, beauty- and powerful!, Southside 2003 | © LAUT AG (Fotograf: Klaus Hardt) Black, beauty- and powerful!, Southside 2003 | © LAUT AG (Fotograf: Klaus Hardt)

Hurricane! Skin mit Skunk Anansie auf dem Hurricane 2001.

Skin mit Skunk Anansie auf dem Hurricane 2001., Hurricane! | © LAUT AG (Fotograf: ) Skin mit Skunk Anansie auf dem Hurricane 2001., Hurricane! | © LAUT AG (Fotograf: ) Skin mit Skunk Anansie auf dem Hurricane 2001., Hurricane! | © LAUT AG (Fotograf: ) Skin mit Skunk Anansie auf dem Hurricane 2001., Hurricane! | © LAUT AG (Fotograf: ) Skin mit Skunk Anansie auf dem Hurricane 2001., Hurricane! | © LAUT AG (Fotograf: )

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