Porträt

laut.de-Biographie

Michael Mittermeier

Ein Bayer auf Abwegen – so könnte man den bisherigen Lebensweg des Michael Mittermeier beschreiben. Begonnen hat alles ganz harmlos. Am 3. April 1966 erblickt klein Michl in Dorfen/Bayern das Licht der Welt. Heute gewährt er uns in erfolgreichen Shows wie "Zapped" und "Back to Life" tiefschürfende Einblicke in seine Kindheit und Jugend. Eingeschult wird Mittermeier in einem viel zu großen roten Samtanzug. Und die beschwichtigenden Worte der Mutter im Ohr ("Mei, das Jackett passt doch wie angegossen") fragt er sich Jahre später, warum Amnesty International ihm damals nicht schützend zur Seite steht. Ein Dasein als Turnbeutel-Vergesser ist ebenfalls vorprogrammiert.

Stark traumatisiert wird Mittermeier auch durch die streng katholischen Erziehungsmaßnahmen seines Vaters, bezüglich der Entdeckung seines eigenen Körpers im pubertären Alter. Weisheiten wie "Bub, onanieren macht blind" kommentiert er im fortgeschrittenen Alter und um ein paar Lebenserfahrungen reicher mit den Worten: "In Bayern glaubst du so was!". Als sich der Junge irgendwann durchsetzt und die so gehasste Blockflöte durch eine Gitarre ersetzt, wissen sich seine Eltern nicht mehr anders zu helfen und schicken ihn zur Strafe nach Gars/Inn ins Klostergymnasium. Abschluss nach acht unvergesslichen Jahren bei den "christlichen Marines": Katholiken-Söldner. Besondere Fähigkeit: Verschrecken von Zeugen Jehovas.

Nach dem Abitur bewegt sich Michael Mittermeier noch in halbwegs geregelten Bahnen. Als gut situierter bayerischer Bürger studiert er an der Uni München Amerikanistik. Seine Magisterarbeit schreibt er 1997 über - man lese und staune - amerikanische Stand Up Comedy. Genau zehn Jahre zuvor gibt er seine erste Vorstellung vor einem großen Publikum. Mit U2 steht er 1987 in der Münchner Olympiahalle für einen Kurzauftritt auf der Bühne. Seitdem hat er bisher über 2000 Mal die Zuschauer mit seinem Bühnenprogramm erfreut: sei es 1991 mit seiner eigenen Band im Vorprogramm der Ersten Allgemeinen Verunsicherung oder als Stand Up Comedian in zahlreichen Fernseh-Shows oder mit seinen Live-Programmen auf den Bühnen Europas.

Den endgültigen Durchbruch zum deutschen Star-Komiker schafft Mittermeier 1996 mit dem Programm "Zapped – Ein TV-Junkie Knallt Durch". Die CD zur Show erscheint 1997 und verkauft sich blendend. 1998 veröffentlicht er beim Ullstein Verlag das Buch "Im Rausch der Kanäle". Allein in den ersten vier Wochen werden 16.000 Exemplare von begeisterten Fans gekauft. Seitdem ist der Turnbeutel-Vergesser von einst nicht mehr zu stoppen. Er heimst Auszeichnungen wie den Deutschen Comedy Preis oder die Goldene Europa ein. Trotz fragwürdiger Aufklärungsmethoden in der Jugend läuft es bei Michael auch beziehungstechnisch super. Im Dezember 1998 ehelicht er seine langjährige Freundin Gudrun Allwang. Dank neuer Inspiration im Alltag ist Michael Mittermeier im Februar 2000 mit neuem Programm zurück. "Back To Life" ist ein voller Erfolg. Die CD schafft es bis auf Platz 2 der Charts, hält sich 37 Wochen in denselbigen und bringt Gold.

Anfang 2001 trommelt Michael seine Freunde aus der Musikszene zusammen, um mit ihnen das Musikprojekt "Mittermeier And Friends" auf die Beine zu stellen: "Music Meets Commedy", sprich die Guano Apes treffen auf Herrn Mittermeier. Heraus kommt die Metal-Version des Gospel-Inka-Panflöten-Klassikers "Kumba Ya My Lord" zu neudeutsch "Kumba Yo!". Den Schluss-Song des Bühnenprogramms "Way To Mars" darf Ehefrau Gudrun alias Somersault im Duett mit keinem Geringeren als Xavier Naidoo anstimmen. Wie uns das Album lehrt, zählen auch Stars wie Sasha, Reamonn und The King zu seinem illustren Freundeskreis. Und nicht zu vergessen U2. Denn mit Bono und Band steht er 14 Jahre nach seinem ersten Auftritt einmal mehr als Guest Act auf der Bühne. Ein historischer Moment für den Vorzeige-Bayer, an dem auch Herren wie Stoiber bestimmt tagtäglich ihre wahre Freude haben.

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