Porträt

laut.de-Biographie

Necro

"Hip hop and metal, I'm gonna love you til I die." In "Keeping It Real" bringt Necro seine eigenen Vorlieben auf den Punkt und erklärt gleichzeitig den Albumtitel seines 2007er-Longplayers: "Death Rap", eine Fusion aus Death Metal und Rap, ist machbar - und rockt wie die Hölle.

Rapper, Produzent, Regisseur und Labelbetreiber Ron Braunstein erblickt das Licht der Welt am 7. Juni 1976 in Brooklyn, New York. Bereits in sehr zartem Alter packt den Knaben das Musik-Fieber. Ende der 80er, Ron ist gerade mal elf, steht er schon auf der Bühne: Es spielt Gitarre in verschiedenen Bands.

Um 1990 erwacht zudem das Interesse an Hip Hop. Gut möglich, dass dabei der große Bruder die Finger ein wenig mit im Spiel hatte: Den findet man später unter dem Alias Ill Bill in den Reihen von Non Phixion und noch später als Mitglied von La Coka Nostra wieder. Ron jedenfalls zeigt sich hochgradig geflasht und verschreibt sich den Reimen und den Beats, ohne jedoch sein Faible für harte Riffs aufzugeben. Warum auch?

Erste Lorbeeren hagelt es, als Ron 1991 einen Demo-Wettbewerb in der Stretch & Bobbito Radio Show gewinnt. In der Folge tritt er in unterschiedlichen Radiosendungen auf und macht sich als Necro (oder The Sexorcist oder Necrophiliac oder Necrodamus) einen Namen. Noch ehe er ein Album veröffentlicht hat, zählt Necro auf eine treue Fangemeinde.

Seit den ausgehenden 80ern schreibt Necro Tracks und nimmt sie auf. Seine Sex-Raps erleben ihre Geburtsstunde, als er 1995 bei einem Radio-Auftritt in New York live über ein Porno-Magazin freestylet. Daneben bleiben Gewalt, Tod und Zerstörung Necros Lieblingsthemen. "Darin bin ich der Beste." Als musikalische Einflüsse nennt Necro Metallica, Cannibal Corpse und Slayer. Das Resultat: "Beautiful music for you to die to".

Ab 1996 bringt Necro diverse Maxis unters Volk. Einige davon erreichen bei College-Radio-Stationen reichlich Airplay. Nachdem die Fundamente gelegt und seine selbstbetitelte Kakerlaken-EP veröffentlicht sind, wird es langsam wirklich Zeit für ein Debüt in voller Länge. "I Need Drugs" erscheint 2000. Die Lyrics gestalten sich überaus finster, morbide und gewaltbereit: nix für Zwerge, eben. "Mein ganzes Leben ist für mich der beste Horrorfilm", so Necro gegenüber rap.de.

Das Arbeitstier hat sich eingegroovt: In schöner Regelmäßigkeit veröffentlicht er auf seinem eigenen Label Psycho + Logical Records fortan Album für Album. Er spielt über die Jahre im Vorprogramm von Run DMC, den Beatnuts und Kool Keith, wärmt aber auch die Bühnen für Sepultura, Biohazard oder Napalm Death. Sein Konzept "Death Rap" geht voll auf. Necro erfreut sich nicht nur unter Rap-Fans großer Beliebtheit. "Ich bin sehr stolz darauf", freut er sich im Interview mit hiphop.de. "Denn niemand außer Ice T wurde bisher in der Metal-Szene akzeptiert."

Necro produziert seine Beats komplett selbst und legt unter anderem auch bei Veröffentlichungen von Non Phixion Hand an. Feature-Auftritte dagegen sind nicht so sein Ding: "Ich investiere Zeit und Aufwand lieber in mich selbst, das hat wesentlich mehr Bedeutung für mich", so der lapidare Kommentar.

Konsequent und clever aufgezogenes Online-Marketing zahlen sich aus: Trotz der kompromisslosen Härte und des lustig blühenden Sexismus' in seinen Texten und der damit verbundenen Mainstream-Untauglichkeit verkaufen sich Necro-Platten bis in die entlegensten Winkel der Welt: "Ich krieg' Bestellungen aus Island, Deutschland, Südafrika, Japan und Australien."

Nachdem "The Sexorcist" von 2005 mit explizit ausgebreiteten, eher mehr als weniger kruden Sexphantasien bei vielen die Gemüter, bei einigen auch anderes erregte, kehrt Necro zur gewohnten Metzellyrik zurück. "Eins verspreche ich Euch: Mein neues Album wird die brutalste Platte, die in diesem Jahr auf den Markt kommt." Mit dem geschichtsträchtigen USA-Release-Datum am 11. September 2007 ist er allerdings nicht besonders glücklich: "Das war eine Entscheidung, die das Management über meinen Kopf hinweg getroffen hat. Um ehrlich zu sein, hätte ich lieber nicht an diesem Tag veröffentlicht."

Auf "Death Rap" gehen mit Ill Bill und Necros langjährigem Weggefährten Mr. Hyde nur zwei Rapper mit an den Start, Metaller dafür gleich scharenweise: Unter anderem sind Mitglieder von Lamb Of God, Twelve Tribes, Anthrax, Suffocation, den Cro-Mags, Megadeth, Shadows Fall und Fates Warning vertreten. Sollten Metal-Künstler einfach doch die kleineren Scheuklappen tragen?

In Sachen explizite Albumtitel schließt die 2010er Platte "Die!" nahtlos an die Vorgänger an. "I invented hell when i took a shit." Alles klar, auch textlich bleibt alles wie gehabt.

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Necro - Death Rap: Album-Cover
  • Leserwertung: 5 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2007 Death Rap

Kritik von Dani Fromm

"Hip Hop and Metal, I'm gonna love you til I die!" (0 Kommentare)

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