Porträt

laut.de-Biographie

Kendrick Lamar

In Compton ist die Hölle los. Endlich wieder. Nachdem es um einen der schillerndsten Hip Hop-Orte Amerikas nach den Hochzeiten von N.W.A., Snoop Dogg und Konsorten still geworden war, bringt ein Newcomer mit furchteinflößendem Talent den Stadtteil von Los Angeles im Jahr 2011 wieder auf die Rap-Landkarte.

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Kendrick Lamar sieht sich in der Tradition der ganz großen: Tupac Shakur, Biggie, Jay-Z und Eazy E. Mit einer handvoll Mixtapes und einem digitalen Album tritt er den Beweis an, dass mit der Westküste endlich wieder zu rechnen ist.

Kendrick Lamar, Baujahr 1987, wächst in den tristen Straßen Comptons auf und saugt den Hip Hop-Vibe der großen Brüder Dr. Dre, Snoop Dogg, Kurupt, DJ Quik und Eazy E in den Problemvierteln der kalifornischen Millionenmetropole Los Angeles ein.

Auch er will rappen. Genau wie etliche andere Gleichaltrige. Doch Kendrick meint es ernst. Er nennt sich K. Dot und bezeichnet sich im Alter von 16 Jahren mit seinem Debüt-Mixtape als "Youngest Head Nigga In Charge".

Die Hip Hop-Szene Comptons lebt im neuen Jahrtausend von der Reputation, die sich die Helden des Viertels über Jahre aufgebaut haben. Nach wie vor leidet die Gegend unter der Gang-Gewalt und den Nachwehen der Crack-Epidemie der Achtziger Jahre. Eine ganze Generation träumt davon, aus dem Teufelskreis mit Hilfe der Musik auszubrechen.

Auch Kendrick, der mit seinen Kollegen Jay Rock, Schoolboy Q und Ab-Soul nach den ersten lokalen Erfolgen eine Crew formt. Als Kollektiv Black Hippy treten sie vermehrt auf den Bühnen Los Angeles' auf und tauchen auf dem einen oder anderen Blog auf.

Der Name K. Dot ist bald Geschichte, als sich Kendrick dazu entscheidet, dieses Musik-Ding wirklich ernst zu nehmen. Es geht ihm um mehr als nur den Spaß an der Musik. Er will Ehrlichkeit. Deswegen tritt er fortan unter seinem Geburtsnamen auf. Kendrick Lamar. Real name, no gimmicks.

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Mit Jay Rock landet er 2010 den Spot als Support-Act für den Independent-Primus Tech N9ne und tourt durch Amerika. Zur gleichen Zeit veröffentlicht er sein Mixtape "O(verly) D(edicated)". In der Firma Top Dawg Entertainment seines Partners Jay Rock findet er eine Label-Heimat. Die Zukunft sieht rosig aus.

Kendrick Lamar hat das Talent und die Motivation, um aus dem großen Einheitsbrei all der anderen Blog-Rapper hinauszustechen. Er verfügt über die Stimme von Q-Tip, die Aura des frühen Jay-Z und den Geist von Tupac Shakur. Er ist ein Star. Dabei keine auf die Charts getrimmte Industrie-Luftpumpe, sondern das größte Talent der Westküste seit The Game.

Das erkennen auch die Großen der Szene. Lil Wayne übermittelt seinen Respekt, Snoop Dogg ist von seinem Enkel angetan und sogar der übermenschliche Dr. Dre lässt verlauten, er halte große Stücke auf den Neuen aus seiner alten Nachbarschaft. Dass sich andere Newcomer wie Wiz Khalifa, J. Cole und Drake um Kollaborationen mit Kendrick schlagen, liefert nur ein weiteres Zeichen dafür, dass dieses "Good Kid In A Bad City" - so der angekündigte Debütalbum-Titel - seinen Weg machen wird.

Der endgültige Ritterschlag geht gleich doppelt auf den Rapper nieder. Einerseits verkündet Dr. Dre, er habe sich mit Kendrick höchstselbst in sein Studio eingeschlossen. Nur kurze Zeit später übergeben Snoop Dogg, Kurupt, The Game und ein Haufen anderer Westcoast-Legenden Kendrick Lamar (den Tränen nahe) bei einem Konzert in L.A. höchst offiziell die Fackel.

Mit seinem lediglich digital, über die Independent-Klitsche Top Dawg veröffentlichten Album "Section.80" beweist Kendrick im Juli 2011, dass die Vorschusslorbeeren nicht umsonst waren. Das Album erhält weltweit beste Kritiken und manövriert den gerade 24-jährigen Rapper an die Spitze einer neuen Rap-Generation.

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Kendrick Lamar - Good Kid, M.a.a.d City: Album-Cover
  • Leserwertung: 5 Punkt
  • Redaktionswertung: 5 Punkte

2012 Good Kid, M.a.a.d City

Kritik von Stefan Johannesberg

Hip Hop-Klassiker, der in ein paar Jahren in einem Atemzug mit Boom Bap-G-Funk genannt werden wird. (0 Kommentare)

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