Porträt

laut.de-Biographie

Ab-Soul

Herbert Anthony Stevens IV aka Ab-Soul repräsentiert den vielleicht experimentellsten Teil der Hip Hop-Supergroup Black Hippy (Kendrick Lamar, Schoolboy Q, Jay Rock). Trotz der Schwergewichte im Schulterschluss bleibt der Rapper jedoch zunächst etwas unter der Aufmerksamkeitsschwelle.

Ab-Soul - These Days... Aktuelles Album
Ab-Soul These Days...
Unbeständigkeit schwächt die genialen Ansätze ab.

Als einziges Mitglied der Formation, die 2009 aus dem Hip Hop-Label Top Dawg Entertainment erwächst, stammt der Jahrgang 1987 nicht aus den Projects von Los Angeles, sondern aus der Vorort-Idylle von Carson. Als vermutlich rhetorisch gewandtester Black Hippy würzt er seit etwa 2010 Tracks mit Begriffen wie Paradigmenwechsel, referiert auf Einstein und rappt, ganz Verschwörungstheoretiker, darüber, wie er Adolf Hitler in den einstürzenden Twin Towers des 11. September erkennt.

Sich selbst bezeichnet er, irgendwie nur folgerichtig, als "genius idiot". Dabei trägt auch das Schicksal ordentlich zu seiner nerdigen Außenseiter-Existenz als Teenager bei. Im Alter von zehn erkrankt Ab-Soul am Stevens-Johnson-Syndrom. Die gefährliche Hautkrankheit hinterlässt an ihrem Wirt Spuren: Stevens' Lippe färbt sich schwarz, seine Augen werden extrem lichtempfindlich.

Fortan begleitet ihn allerorts die Sonnenbrille. Seinen Traum von der Baskteballkarriere muss er schweren Herzens aufgeben, zudem erhält er in der Schule den wenig freundlichen Spitznamen "Black Lip Bastard". Die neu gewonnene Freizeit investiert der Kalifornier in Freestyle-Onlinechats. Die sogenannte Textcee-Kultur inspiriert ihn nicht nur, sie formt den Traum von der Rapkarriere.

Nach ersten Schritten bei einem Mikrolabel zwischen 2005 und 2007 wird Ab-Soul mit dem Boss von Top Dawg Entertainment bekannt. Als neues Firmenmitglied tritt er in Feature-Tracks mit den kurz vor dem Durchbruch stehenden Kendrick Lamar und Jay Rock auf. Dazugehörige Videos zeigen Stevens auf den Straßen seiner Stadt, jedoch ohne die klischierten Gangster-Insignien seiner Zeit.

Statt mit Lowridern durch die Hood zu cruisen, trägt er in seinem sehr unverwechselbaren Flow oft politisch geprägte Lyrics vor. Darin thematisiert er soziale Missstände, fordert zum Umsturz der Verhältnisse auf oder verbrennt Dollars. Auch Songtitel wie "Terrorist Threats" und "SOPA", das sich auf einen äußerst umstrittenen US-Gesetzentwurf bezieht, sprechen Bände.

Ab-Soul kommt ohne offensichtliche Aggressionen, aber trippy bis conscious daher, mal abstrakt-philosophisch, mal ganz greifbar über das Lieblingsgetränk rappend oder singend. Das Debüt-Mixtape erscheint im Januar 2009, die LP-Premiere "Longterm Mentality" im April 2011.

Zu den Kollaborateuren gesellen sich in der Folge Joe Budden, Danny Brown sowie JMSN, mit dem Stevens 2013 auf dem Splitalbum "Unit 6" zusammenarbeitet. Ab-Soul selbst dazu: "Früher wollte ich wie Jay-Z rappen. Heute fühle ich mich, als könnte ich ihn überrunden."

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