Porträt

laut.de-Biographie

Doug Wimbish

Er ist ein Mann der tiefen Töne und sorgt(e) bei Grandmaster Flash, Living Colour, Bruce Springsteen, Rolling Stones, B.B. King, Mos Def, Mick Jagger, Depeche Mode, Madonna, Lauryn Hill, und Seal für amtliche Grooves! Doug Wimbish kommt am 22. September 1956 in Hartford/Connecticut zur Welt. Dort verbringt er eine musikfreie Kindheit, bis seine Eltern ihm mit zwölf eine Gitarre schenken. Fieberhaft übt er sich zunächst an sechs, zwei Jahre später auch an vier Saiten die Finger blutig. Zu seinen großen Favoriten gehören seinerzeit Miles Davis, George Clinton und Sly & The Family Stone.

Seinerzeit! Die musikalische Sozialisation von Doug Wimbish findet während der wilden und revolutionären 60er und 70er statt. Mit 16 schreibt er sich am Hartford Conservatory ein, um sich intensiv mit Musik und Musiktheorie auseinanderzusetzen. Ein Jahr später entscheidet er sich für den Bass als sein Hauptinstrument. Während seiner Zeit am Konservatorium lernt er auch den Gitarristen Skip McDonald kennen, mit dem ihn bis heute eine enge Freundschaft verbindet.

Wimbishs erste Band auf professioneller Ebene ist Wood Brass & Steel. Bereits sein zweites Projekt, Musique ("Push Push In The Bush"), gehört in den 70ern zu den Disco-Größen. Im Sommer 1979 treffen die Freunde Doug und Skip auf den Schlagzeuger Keith LeBlanc. Als Rhythmustruppe für Sugarhill Records ist das Trio unter anderem für Grandmaster Flashs "The Message", Angie Stones "Funk You Up" und das Melle Mel-Album "White Lines" zuständig.

1984 siedelt Wimbish von New York nach England. Er beginnt eine lange Zusammenarbeit mit Dub/Reggae-Legende und Kultproduzent Adrian Sherwood. Das gemeinsame Tackhead-Projekt punktet nicht nur in der Londoner Dancehall- und Underground-Szene, es macht auch international auf das Duo Sherwood/Wimbish aufmerksam. Neben seinem Engagement für Tackhead nutzt Wimbish seinen Aufenthalt in London, um an seinem späteren Markenzeichen, dem Verwenden von Effektgeräten, zu feilen.

In der Londoner Szene tummeln sich bekannte Leute und so teilt Wimbish u.a. mit Bim Sherman, Jeff Beck, Jan Hammer, Simon Phillips und Mick Jagger ("Primitive Cool" und "Wandering Spirits") die Live-/Studiobühne. Mick Jagger greift von '86 bis '88 auch live auf Wimbishs groovende Fähigkeiten zurück. Inzwischen bestens in der Szene etabliert, sorgt der virtuose Bassist auch bei Seal, Madonna, Joe Satriani, Annie Lenox und den Stones ("Bridges To Babylon") für tiefe Töne.

1991 sucht Dougs alter Freund Vernon Reid einen Bassspieler für seine Crossover-Band Living Colour. Ab 1992 bedient Wimbish bei der Grammy-geehrten Band den Tieftöner. Leider fällt das erfolgreiche Trio Mitte der Neunziger auseinander. 2000 findet die äußerst erfolgreiche Reunion statt. Dass Living Colour es immer noch drauf haben, beweisen die äußerst erfolgreichen Tourneen und das 2002er-Album "Collidescope".

Die zweite Hälfte der Neunziger ist Wimbish mit Drummer Will Calhoun und Sänger Vinx als Jungle Funk unter anderem auf den Bühnen des Montreux Jazz Festival und des North Sea Jazz Festival unterwegs. Eine andere Formation (ebenfalls mit Calhoun) ist Headfake, ein cluborientiertes Akustik/Elektronik-Crossover-Projekt. 1999 veröffentlicht Wimbish sein erstes Album unter eigenem Namen. "Trippy Notes For Bass" (u. a. mit Talvin Singh) macht schnell die Runde und Doug Wimbish, der Mann, der bislang im Hintergrund stand, tritt ins Rampenlicht.

2002 geht der inzwischen zum Rock-Funk-Jazz-Electro-Dub-Fachmann gereifte Groove-Experte zurück nach New York und freundet sich mit Mos Def und Kanye West an. Neben intensiver Studio- und Produktionsarbeit, Wimbish basst für und mit Lauryn Hill, Robert Plant, Dhafer Youssef und Peter Gabriel, tourt er seither u.a. mit Living Colour, Tackhead, Little Axe, Headfake, Mark Stewart & The Mafia, Czech Gypsy Funk Band, Gulo Car und der brasilianischen Sängerin Fernanda Porto.

2008 liegt Wimbishs zweite Soloscheibe in den Regalen. "Cinema Sonics" zeigt einen vielseitigen, abwechslungsreichen und bunten Bassisten, dessen Ruf so etabliert ist, dass er seiner Kreativität freien Lauf lassen kann, ohne Überzeugungsarbeit leisten oder Ansprüche erfüllen zu müssen. Auf dieser Grundlage kreiert er (s)ein Universum aus Crossover, Rock, Jazz, Electronica, Funk und World.

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