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Sylvester "Sly Stone" Stewart und seine "Familie" sind neben James Brown die Begründer des Funk. Sie fusionieren Mitte der sechziger Jahre den Soul mit dem Rock und es entsteht dabei ein " Whole New Thing". Sly tritt gegen den zuckersüßen Sound von Motown und Stax an. Dies tut er durch die Kombination der rhythmischen Energie des R'n'B, der Wildheit des Rock und des harmonischen Schmerzes des Soul. Das alles integriert die Band perfekt und so entsteht ein Offenbarungsritual, das 1969 in Woodstock 400.000 Menschen zu einem legendären "I Want To Take You Higher!"-Call-and-Response veranlasst.
Die neue Vermischung von schwarzer und weißer Musik ist in großem Maße ein soziales Zeichen. Zum ersten Mal wird die Popmusik von den verschiedenen ethnischen Gruppen in den U.S.A. zusammengeführt, von Musikern mit unterschiedlicher Hautfarbe in einer Band gespielt und ist damit stimmig zu den Textinhalten. Sly and the Family Stone greifen den Geist der Zeit auf und versuchen, die gesellschaftlichen Spannungen des Landes aufzulösen, was sich zu Beginn der Bandkarriere in Flowerpower-Botschaften wie "Dance To The Music" niederschlägt, später aber in ein aggressives "Don't Call Me Nigger, Whitey" umschlägt.
Angefangen hat die musikalische Karriere von dem am 15. März 1944 in Dallas geborenen Sly Stone in Vallejo, Kalifornien, einem düsteren Industrienest an der San Francisco Bay. Dort auf dem Junior College spielt er Trompete und hat Kompositionsunterricht. Nebenbei spielt er in mehreren Bands, meistens mit seinem Bruder Freddie. Er fängt auch noch als Discjockey bei einer R'n'B-Radiostation an zu arbeiten, wobei er in seinen Mixes schon andeutet, was er ein paar Jahre später schaffen wird. Er dudelt nicht nur ein Soulstück nach dem anderen herunter, sondern bringt dazwischen immer wieder Beatles- und Dylansongs oder bindet die Werbespots mit in den musikalischen Fluss ein. Autumn Records, ein lokales Label übernimmt er und produziert einige Rock'n'Roll-Platten, die zunächst in der Bay Area erfolgreich sind, dann sich aber auc aart mit Wut und einer seltsamen Kälte, die sich in dem dumpfen Sound der Lieder zeigt, nimmt keine Rücksicht mehr auf die Hörgewohnheiten der Weißen. Sly And The Family Stone nutzen ihre Popularität zu einem Schlag ins Gesicht aus, was zum einen schwindenden Erfolg nach sich zieht, andererseits die Blackmusic-Szene stark beeinflusst.
Marvin Gay fragt: "What's going on?" oder die O'Jays klagen die "Black Stabbers" an. Nachdem Verlust der idealistischen Ziele fällt die Band auseinander. Neue Mitglieder kommen und gehen. Auf der 1973 veröffentlichten Platte "Fresh" wird der Rückzug eigentlich inhaltlich beschlossen und drückt sich in dem Titel "Que Sera, Sera - What Ever Will Be, Will Be" aus. Diese und die nächsten beiden Alben "Small Talk" (1974) und "High On You" (1975) verkaufen sich zwar noch ganz ordentlich, doch die Bedeutung der Band schwindet. "High On You" ist auch keine Gemeinschaftsproduktion mehr, sondern eigentlich ein Soloprojekt von Sly Stone.
Disco hat die führende Position im Musikgeschäft eingenommen. Der Sänger und Keyboarder unternimmt 1979 bei Epic den letzten hilflosen Versuch, noch was zu reißen. Auf "Ten Years Too Soon" (1979) unterlegt er alte Funk-Stücke mit Discobeats. Auch angesichts seines schlechten gesundheitlichen Zustandes, der durch Drogenkonsum zustande kommt, wird der hochdotierte Plattenvertrag aufgelöst. Stone kommt aber bei Warner Brothers unter. Mit alten Mitgliedern der Family wird "Back On The Right Track" im selben Jahr aufgenommen. Kritiker zerreißen die Platte und die Hörerschaft kauft sie nicht. 1981 darf er dann bei Funkadelics "The Electric Spanking Of War Babies" mitmachen und Tour danach mit Clintons P-Funk Allstars. Dies animiert ihn anscheinend noch eine LP zu machen. 1983 erscheint "Ain't But The One Way", doch niemand interessiert sich dafür.
Ende des Jahres wird er wegen Kokainbesitz verhaftet und geht danach in eine Rehaklinik. Als er wieder das Sanatorium verlässt, startet er noch kleinere erfolglose Comeback-Versuche. 1987 muss er schon wieder wegen Drogenbesitz ins Gefängnis. Er schafft es in der Folgezeit nicht, sich von seiner Abhängigkeit zu befreien. Nach langer Zeit ist Sly 1993 wieder einmal in der Öffentlichkeit zu sehen, als er in die Rock'n'Roll Hall Of Fame aufgenommen wird. 1995 bekommt er von Avenue Records noch einen Vertrag, doch eine CD kommt nicht zustande. Das Einzige was seit Anfang der Achtziger Jahre verschiedene Labels von Sly Stone auf den Markt bringen, ist eine Unmenge an Best-Of-Alben.
Erst im Jahr 2006 meldet Sly Stone sich mit einem Auftritt bei den Grammy-Awards in der Szene zurück. Im Sommer 2007 gibt er der Vanity Fair das erste Interview seit den 80er Jahren und kündigt darin an, im Herbst ein neues Album aufnehmen zu wollen. Immer nur daheim zu hocken, sei ihm schlicht und einfach zu langweilig.
Recorded 1964-67 (2001), Sly & The Family Stone (2001), Greatest Hits/There's a Riot Goin' On/Fresh (2000), Backtracks (1999), Funkmeister (1999), Slyest Freshest Funkiest Rarest (1995), Definitive Collection (1995), Every Dog Has It's Day (1995), Precious Stone: In the Studio with Sly Stone... (1994), Remember Who You Are (1994), Spotlight on Sly & The Family Stone (1993), Starbox (1993), The Best of Sly & the Family Stone (1992), Collection (1992), In the Still of the Night (1991), Family Affair (1991), Ain't but the One Way (1983), Anthology (1981), Ten Years Too Soon (1979), Back on the Right Track (1979), Heard Ya Missed Me, Well I'm Back (1976), High Energy (1975), High on You (1975), Small Talk (1974), Fresh (1973), There's a Riot Goin' On (1971), Greatest Hits (1970), Stand (1969), Dance to the Music (1968), Life (1968), M'Lady (1968), Whole New Thing (1967)
Noch nicht viel los außer einem Interview, aber eine Flash-Animation ist wohl geplant.
http://www.slystone.com
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