Porträt

laut.de-Biographie

Angie Stone

Seien wir mal ehrlich, Soul-Sängerinnen gibt es wie Sand am Meer. Dass sie qualitativ aus der Masse herausstechen, kommt weit seltener vor. Diejenigen, die wahre Innovationen zur Szene beisteuern konnten, lassen sich an den Fingern abzählen. Vielleicht handelt es sich bei Angie Stone nicht um den gewichtigen Daumen oder den Ton angebenden Zeigefinger der Soul-Diva-Meute, trotzdem liegt ihre Zugehörigkeit in diesen elitären Kreis aus mehreren Gründen auf der Hand.

In Columbia, South Carolina, geboren, bildet der Gesang schon früh einen großen Teil des Lebens der kleinen Angie. Ihr Vater, selbst ein ambitionierter Gospel-Sänger, besteht auf den Eintritt in die örtliche Gospel-Gruppe der First Nazareth Baptist Church und schickt die teilweise weniger begeisterte Tochter tagtäglich zum gemeinsamen Singen.

Daneben verbringt Angie ihre Zeit damit, Gedichte zu schreiben und sich auf dem Basketballplatz auszutoben. Ihr Talent am Ball führt sogar zu einem College-Stipendium, das ihr nach der High School angeboten wird. Doch mit der Zeit rückt mehr und mehr die Musik in den Mittelpunkt ihres Lebens. Durch einen Umzug nach New York, jetzt viel näher am Puls der aktuellen Szene sitzend, gibt es endgültig nichts anderes, das Angie interessiert.

Vorerst geht sie jedoch, entgegen der klassischen Gospel-Ausbildung und sehr zum Unmut ihres Vaters, einen ganz anderen Weg. Unter dem Namen Angie B zählt sie zu den ersten Künstlerinnen, die Rap für sich entdecken. Gemeinsam mit zwei weiteren weiblichen Geschöpfen macht sie als Sequence auf dem berühmten Label Sugarhill Records die von Männern dominierte Hip Hop-Welt unsicher. Trotz der wahren Pionierleistung, die sie in den frühen Achtzigern vollbringt, wendet sie sich aber schließlich vom Sprechgesang ab und lässt die Außenwelt an der vollen Blüte ihres Organs teilhaben.

Auf der einen Seite gründet sie das Soul-Trio Vertical Hold, das mit dem Track "Seems You're Much Too Busy" einen kleinen, aber feinen Charthit landet. Außerdem ist sie auch hinter den Kulissen emsig dabei, ihr Talent zu verbreiten. Sie tourt als Backgroundsängerin mit Lenny Kravitz und behauptet sich als Songwriterin für Mary J. Blige und SWV.

Ihr Engagement belohnt schließlich Arista Records mit einem Solo-Plattenvertrag, aus dem 1999 ihr Debütalbum "Black Diamond" hervorgeht. Co-produziert von ihrem damaligen Lebensgefährten D'Angelo und Lenny Kravitz, besitzt der Longplayer dank der Vermischung verschiedener Genres einen ganz eigenen Stil. Der Grundton bleibt aber immer leidenschaftlicher und gefühlvoller Soul, der durchaus auch bei der breiten Käuferschaft Gefallen findet.

Der Nachfolger - "Mahogany Soul" - liefert erneut Anlass zur Freude. Hier lässt Angie ein wenig von ihrer Experimentierfreudigkeit ab und schafft somit eines der überzeugendsten Soul-Alben des Jahres 2001. Mit Produktionsarbeit etwa von Raphael Saadiq, ehemals Teil der Neo-Soul-Combo Lucy Pearls, und dem berauschenden Duett "The Ingredients Of Love" mit Sänger Musiq, verschafft sich das Album eine Ausnahmenstellung unter den Veröffentlichungen, und das trotz ganz klassischer Soul-Zutaten.

Etwa drei Jahre später ist es Zeit für den dritten Silberling. "Stone Love" knüpft genau da an, wo der Vorgänger aufgehört hat. Soul-Musik mit viel Gefühl, aber auch funkige Ausflüge, wie die erste Single-Auskopplung "I Wanna Thank Ya" mit Superschnauze Snoop Dogg, machen diese Platte zu einem hörenswerten Erlebnis.

Trotz dieser relativ erfolgreichen Albums verliert Angie Stone ihren Plattenvertrag. Danach ist sie im Stück "Issues: We've Got Them All" als Stand Up-Comedian zu sehen und lässt sich von VH1 in einer Doku-Soap beim Abnehmen zuschauen. Im August 2006 verkündet sie, dass sie mit dem Justin Timberlake reanimierten Stax-Label an einer neuen Scheibe arbeiten würde.

Nach diversen gesundheitlichen Schwierigkeiten - 2006 wird bei Angie Stone eine Herzinsuffizienz diagnostiziert - meldet sie sich im Herbst des folgenden Jahres dennoch mit "The Art Of Love & War" zurück. Einmal mehr präsentiert sie ihr beeindruckendes Gesangstalent und begrüßt hochkarätige Gäste wie Betty Wright und James Ingram am Mikrofon. Abgedroschene R'n'B-Instrumentierung schmälert allerdings den Genuss.

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