Porträt

laut.de-Biographie

Raphael Saadiq

Nur weil Neo-Soul eine der etwas jüngeren Genre-Schöpfungen ist, heißt das nicht, dass diese Spielart des R'n'B auch in den Händen von unerfahrenen Jungspunden liegt. Einer derjenigen, der nicht nur tatkräftig bei der Verbreitung von Neo-Soul geholfen hat, sondern auch kräftig die musikalischen Fäden zieht, ist Raphael Saadiq.

Im Frühjahr 1966 im kalifornischen Oakland geboren, hat Raphael Saadiq nämlich schon ein paar Jahre mehr auf dem Buckel als die üblichen juvenilen Soul-Verdächtigen. Trotzdem kann man den als Raphael Wiggins geborenen Sänger nicht als Karriere-Spätzünder abtun. Seine musikalische Curriculum Vitae ist schließlich alles andere als von schlechten Eltern.

Schon im Alter von zarten sechs Jahren singt er in dem heimischen Gospel-Chor und macht die Bühnen zwischen Schule und Spielplatz unsicher. Nach dem Abschluss der High School bekommt der talentierte Bass-Spieler 1984 die Chance, mit Prince und Sheila E. auf deren Parade-Welttournee zu gehen. Dem Glanz der Bühnen endgültig verfallen, macht sich Raphael schließlich an die Arbeit an seiner eigenen Karriere.

Ende der Achtziger formt er mit seinem Bruder Dwayne Wiggins und seinem Cousin Timothy Christian Riley das R'n'B-/Soul-Trio Tony! Toni! Tone!. Nach holprigem Start mausern sich die drei in den späten Achtzigern und Anfang der Neunziger zu Wegbereitern des New Jack Swing, einer ersten Vermischung von zeitgemäßem Soul und modernen Hip Hop-Beats. Der Lohn der Mühen: Über sechs Millionen verkaufte Einheiten von "Sons Of Soul" und eine Grammy-Nominierung.

Auch wenn das Trio wenig später getrennte Wege geht, bricht Raphaels persönliche Grammygeschichte nicht ab. Für sein später erscheinendes Solodebüt erntet er fünf weitere Nominierungen, als Produzent von Commons Badu-Feature "Love Of My Life (An Ode To Hip Hop)" heimst er die begehrte Trophäe schließlich ein. Außerdem schreibt er Geschichte als erster nominierter Künstler ohne einen Major Label-Vertrag.

Nach der Trennung von Tony! Toni! Tone! ändert er zunächst seinen Geburtsnamen Wiggins in den moslemischen Namen Saadiq und versucht sich als Solo-Künstler zu profilieren. Die Gewohnheit, in einem Kollektiv zu arbeiten und der weitgehend ausbleibende Erfolg, bringen ihn schließlich doch wieder mit zwei anderen bekannten Musikern zusammen. Mit der Sängerin Dawn Robinson, ehemals En Vogue, und Ali Shaheed Muhammad, Teil der legendären A Tribe Called Quest formt er die Neo Soul-Kombo Lucy Pearl. Gemeinsam feiern sie große Erfolge, besonders mit ihrem Song "Dance Tonight", den Tänzer auf der ganzen Welt wörtlich nehmen.

Der Zusammenschluss verebbt im Sande, was vielleicht auch daran liegt, dass sich Raphael außerhalb von Lucy Pearl um zahlreiche Produktionsarbeiten kümmert. Neben D'Angelo freuen sich auch The Roots, Macy Gray oder TLC über seine Instrumentals, beor es ihn im Jahr 2003 wieder in das Rampenlicht zieht. Um sich die musikalische Unabhängigkeit zu sichern, gründet Raphael im gleichen Jahr seine eigene Plattenfirma Pookie Entertainment. Als einen der ersten Acts zieht er Truth Hurts an Land, die wenige Jahre zuvor mit dem Song "Addictive" mit Rap-Legende Rakim für Aufsehen gesorgt hat.

Alben

Raphael Saadiq - Stone Rollin': Album-Cover
  • Leserwertung: 5 Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2011 Stone Rollin'

Kritik von Alexander Austel

Besingt klassische Soulthemen wie Liebe und Herzschmerz. (0 Kommentare)

Raphael Saadiq - As Ray Ray: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2004 As Ray Ray

Kritik von Alexander Engelen

Konsequente Wiederbelebung des Neo-Souls in 14 Stücken. (0 Kommentare)

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