Porträt

laut.de-Biographie

Seal

Seal zählt zu den erfolgreichsten Solo-Künstlern der 90er Jahre. Als Grammy- und Brit-Award-Gewinner verkauft er in dieser Dekade über zwölf Millionen Platten. Hits wie "Killer" und "Kiss From A Rose" brannten sich nicht nur seinen Fans unauslöschbar ins Langzeitgedächtnis.

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Der Sohn brasilianischer und nigerianischer Einwanderer wird am 19. Februar 1963 im Londoner Stadtteil Paddington geboren. Sealhenry Samuel, so sein bürgerlicher Name, lebt die ersten Jahre seines Lebens bei Stiefeltern. Erst mit vier holt ihn seine Mutter Adebisi Samuel zu sich. Dort lebt er zusammen mit ihr und seinen fünf Geschwistern.

In seiner Kindheit erfährt Seal immer wieder körperliche Gewalt von seinem Vater. Der heißt seine künstlerischen Avancen nicht gut und möchte, dass sein Sohn einen "vernünftigen" Beruf erlernt. Das hält diesen jedoch nicht davon ab, bereits mit elf Jahren das erste Mal auf der Bühne zu stehen. Mit fünfzehn läuft er kurzzeitig von zu Hause weg. Trotz seines abgeschlossenen Architektur-Studiums schlägt Seal sich später mit Gelegenheitsjobs durch.

Ab Mitte der 80er Jahre steigt er als Sänger bei der englischen Funk-Band Push ein. Eine gemeinsame Tour führt Seal nach Japan. Während seines Aufenthaltes in Asien stößt er zu einer Blues-Formation aus Thailand. Mit der ist er eine Weile unterwegs und reist dann auf eigene Faust durch Indien.

Zurück in London nimmt er 1990 mit dem Produzenten Adamski den Song "Killer" auf. Der erreicht die Spitzenposition der britischen Charts und wächst sich weltweit zum Hit aus. Sein erstes Album "Seal", produziert von Trevor Horn (Rod Stewart, Art of Noise, Frankie Goes to Hollywood) folgt kurz darauf. Auch die nachfolgenden Alben entstehen in Zusammenarbeit mit Trevor Horn.

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Seals Musik bewegt sich zwischen Soul, Pop und Rock und lebt von der weichen Stimme des Mannes mit der imposanten Erscheinung. Dessen markante Narben im Gesicht rühren von einer seltenen Autoimmunerkrankung her: Seal leidet seit seiner Kindheit an Lupus erythematodes. Unterkriegen lassen muss man sich deshalb noch lange nicht: In Seals Texten fällt sein entwaffnender Positivismus auf. Offensichtlich glaubt er noch an das Gute im Menschen.

Gesundheitliche Probleme nehmen Einfluss auf die Stimmung seines Zweitwerks, das er wieder schlicht "Seal" benennt und das 1994 erscheint. Für den Künstler ergibt sich die Möglichkeit, mit Größen des Biz wie Jeff Beck oder Joni Mitchell zusammen zu arbeiten. Der zweite große Erfolg, "Kiss From A Rose", findet sich sowohl auf "Seal 2" als auch auf dem "Batman Forever"-Soundtrack und bringt Seal drei Grammys und weltweite Beachtung ein. 1996 performt er auf diversen Soundtracks, ein Jahr später wird "Fly Like An Eagle" aus dem Film "Space Jam" ein weiterer Hit.

Sein drittes Album "Human Being" erscheint 1998, knüpft aber nicht an die Erfolge der ersten beiden Longplayer an, obwohl er sich musikalisch treu bleibt. Eine Tour zum Album wird wegen verschiedener (u. a. finanzieller) Probleme abgeblasen. Trotz mehrerer geglückter Kollaborationen wird es ruhig um Seal.

Nachdem er mehrere Jahre in Los Angeles lebt, kehrt er nach London zurück. Dort zieht er mit seiner Lebensgefährtin, dem deutschen Topmodel Heidi Klum, zusammen, nimmt vorher jedoch noch sein viertes Album "Seal IV" auf. Es erscheint im Oktober 2003 und entsteht erneut unter Mithilfe von Starproduzent Trevor Horn. Obwohl er auch damit nicht gravierend von seiner musikalischen Linie abweicht, avanciert die Platte zu einem Megaseller.

Mit seiner vierten LP meldet sich Seal demnach wirkungsvoll zurück, auch wenn die in Folge des wiedererstarkten Interesses veröffentlichte DVD "Live At The Point" - mit einem Konzertmitschnitt aus den Anfängen seiner Karriere - schwer nach Geldmacherei müffelt. Dem nachhaltigen Erfolg von "Seal IV" tut das keinen Abbruch. Songs wie "Love's Divine" rechtfertigen den Doppel-Platin-Status des Albums und markieren Seal nach wie vor als Künstler, der die Popwelt bewegt.

Nach dreizehn Karriere-Jahren ist es 2004 an der Zeit, das bisher Erreichte Revue passieren zu lassen. Immerhin sprechen wir zu diesem Zeitpunkt von insgesamt 15 Millionen verkaufter Alben, vier gewonnen Brit-Awards und unzähligen Gold- und Platin-Schallplatten. Mit "Best 1991 - 2004" und "Live In Paris" fasst er zusammen, warum so viele Paare bei einem gepflegten Glas Rotwein gerne zu seiner Musik kuscheln und knutschen. Seal ist auf dem besten Weg, der Barry White des neuen Jahrtausends zu werden.

Am 10. Mai 2005 heiratet er Lebensgefährtin Heidi in Mexiko. Im Juni performt Seal ein Konzert im Alten Kesselhaus in Düsseldorf. Der Gig wird aufgezeichnet und kommt im darauffolgenden Jahr als CD/DVD-Package "One Night To Remember" auf den Markt. Im September 2005 wird der gemeinsame Sohn Henry Günther Ademola Dashtu Samuel in Los Angeles geboren. (Klum hat bereits eine Tochter aus einer früheren Beziehung mit Formel-1-Teamchef Flavio Briatore.) Etwa ein Jahr später erblickt Sohn Nummer zwei, Johan Riley Fyodor Taiwo Samuel, das Licht der Welt.

Das fünfte Studioalbum "System" liegt im November vor. Seal arbeitet diesmal mit Stuart Price zusammen, der unter anderem bereits Madonnas "Confessions On A Dance Floor" produktionstechnisch Beine machte.

Prices digitale Rhythmen verpassen Seals markanter Stimme eine absolut clubtaugliche Montur, und selbst "Wedding Day", ein Duett mit Ehefrau Heidi, gerät nicht ganz so schmalzig wie befürchtet, wenn man mal von Textzeilen wie dieser absieht: "In my heart a place / A most special place / And it's all for you / You're my girl you're my angel you're my girl / Oo ooh aa aah oo ooh oo oo oo ooh oooh and you're the one". Der Heidi wird er das wohl aber nicht mehr vorsingen, im Januar gibt das Paar seine Trennung bekannt. Man habe sich "auseinandergelebt".

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So schön wie seine Heidi ist er nicht, aber singen kann er ..., Live in Bonn, 2006 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) So schön wie seine Heidi ist er nicht, aber singen kann er ..., Live in Bonn, 2006 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) So schön wie seine Heidi ist er nicht, aber singen kann er ..., Live in Bonn, 2006 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) So schön wie seine Heidi ist er nicht, aber singen kann er ..., Live in Bonn, 2006 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig)

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