Porträt

laut.de-Biographie

Rod Stewart

Am 10. Januar 1945 nimmt die Geschichte des Roderick David Stewart ihren Anfang. Er kommt als fünftes Kind der Engländerin Elsie und des Schotten Robert Stewart in London Highgate zur Welt. Zunächst verfällt Rod dem Fußball und bringt es sogar zu einer kurzen Profikarriere beim FC Brentford. Nach einer Paris-Reise fühlt er sich plötzlich mehr zur Musik, genauer gesagt zum britischen Folk, hingezogen, der vor allem Anhänger in der linksgerichteten Anti-Atomkraft-Bewegung CND findet.

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Per Richterspruch ist Rod Stewart einen Vorschuss von zwei Millionen US-Dollar wieder los. Der Sänger hatte ein Konzert in Las Vegas krankheitsbedingt absagen müssen.
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So hat Rod seinen ersten Auftritt bei einem CND-Protestmarsch als singender und Gitarre spielender Anführer. Nach einem Trip mit Freunden durch Europa fühlt sich der Jungstar ziemlich ausgebrannt. Sein Vater verdonnert ihn zum Arbeiten. Als Schildermaler, Zaunbauer, Zeitungsausträger und sogar als Totengräber versucht Rod, an Geld zu kommen.

1963 setzt ein neuer Trend ein. Stewart schließt sich der Mob-Szene an und interessiert sich für schwarzen Rhythm'n'Blues. Er lernt Mundharmonika spielen, verbessert seine Gitarren-Kenntnisse und tritt er einer Band namens The Dimensions als Backgroundsänger und Mundharmonikaspieler bei. Dort löst ihn allerdings bald Jimmy Powel ab.

Erst 1964 verzeichnet Rod Stewart sein Jahr: Long John Baldry wird auf ihn aufmerksam, kurz darauf nimmt Rod seine ersten Demo-Bänder auf. Er schließt einen Vertrag mit Decca ab, veröffentlicht seine erste Single "Good Morning Little Schoolgirl" und tritt nun als Solokünstler auf. Dies währt nicht lange.

Schon ein halbes Jahr später, im Sommer 1965, tritt er der von Baldry gegründeten The Steam Packet bei, die hauptsächlich Soulmusik spielen. Die Live-Gigs häufen sich, doch Stewart verlässt die Band und fängt bei den B's Looners an, aus der dann The Shotgun Express entstehen. Aber auch diese Formation löst sich ein paar Monate später auf.

Seine nächsten Erfahrungen sammelt Rod bei der Jeff Beck Group, die nach anfänglichen Schwierigkeiten dann doch ihr erstes Album veröffentlicht und sich auf der Europa- und USA-Tournee vom Publikum feiern lässt. Die Band trennt sich 1969 nach internen Streitigkeiten.

Stewart startet den zweiten Versuch als Solokünstler und nimmt bald darauf sein erstes Album "An Old Raincoat Won't Ever Let You Down" auf. Außerdem steigt er kurze Zeit später bei den Faces ein. Der Erfolg lässt nicht auf sich warten. Stewart veröffentlicht seine Solo-Platte, das erste Album "First Step" zusammen mit den Faces, und arbeitet nebenher schon an seiner zweiten LP.

Rod Stewart - Another Country
Rod Stewart Another Country
Mit 70 Kerzen auf der Torte lebt es sich ganz unbeschwert.
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Bis 1975 führt Rod ein Doppelleben. Er bringt noch fünf weitere Solo-Alben heraus, von denen jedes einzelne die Charts in den USA und Großbritannien stürmt. Zusätzlich avancieren seine Singles, darunter "Maggie May" und "Sailing", zu Riesenhits. Auf der anderen Seite produziert er mit den Faces noch drei weitere Platten und tourt mit ihnen durch ganz Europa.

Doch Kritik wird laut, die Faces seien nur noch die Hintergrundband Rods: Es beginnt zu kriseln. Schließlich gibt Rod Stewart Ende '75 seinen Ausstieg bekannt. Schon im nächsten Jahr erhält der nun 31-Jährige seine eigene Fernsehshow "A Night On The Town", benannt nach seinem aktuellen Album. Eine Tour folgt der anderen.

Die Rod Stewart Group gilt als wilder Haufen, die sich auch Scharmützel mit der Polizei liefert. Doch dies scheint den Fans zu gefallen, die "Da Ya Think I'm Sexy?" zum Disco-Hit machen.

Das Ende der 70er steht ganz unter dem Stern der Liebe. Stewart heiratet Alana Hamilton, die wenig später die Tochter Kimberley zur Welt bringt. Die neue Dekade beginnt ebenfalls recht ruhig. Rods Sohn Sean kommt zur Welt, wofür Rod Aufnahmen zum aktuellen Album unterbricht. Anschließend geht er auf Fernost- und US-Tour. Das Konzert vom 19. Dezember 1981 in L.A., bei dem Gastsängerinnen wie Tina Turner und Kim Carnes mitwirken, wird weltweit im Fernsehen ausgestrahlt.

Anfang 1982 kommt es zum Eklat zwischen Rod und Alana, als Rods frühere Freundin Britt plötzlich auftaucht. Mitten in der Nacht wirft er seine Frau aus dem Tourbus, die sich ein Jahr später dann auch von ihm trennt. Rod dagegen feiert auf seiner Deutschland-Tour den Erfolg mit dem Sommerhit "Baby Jane".

Nach einer weiteren US-Tour, begleitet von seiner neuen Freundin Kelly Emberg, macht Rod Mitte der 80er verstärkt mit sozialem Engagement auf sich aufmerksam. Er nimmt bei der Jubiläumsfeier des Apollo-Theaters in Harlem teil und singt bei einem Aids-Benefit-Konzert zusammen mit Cyndi Lauper. 1987 macht Kelly Rod, der schon wieder durch Amerika tourt, mit der Tochter Ruby zum dritten Mal zum Vater.

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Das Jahrzehnt endet mit zwei besonderen Ereignissen: Zum einen erhält die Rocklegende seine erste Grammy-Nominierung. Zum anderen stellt er seine Zähigkeit unter Beweis. Bei einem Konzert schlägt er mit dem Kopf gegen einen Beleuchtungsmast, wird bewusstlos hinter die Bühne getragen, kehrt jedoch nach 20 Minuten in neuem Hemd, aber ohne Verband wieder zurück, entschuldigt sich und fährt mit "Hot Legs" fort.

Das Auf und Ab in seinem Leben hält an. Drei Jahre nach der Geburt von Tochter Ruby verlässt Kelly Rod, sein Vater Bob stirbt im Alter von 85 Jahren, und er heiratet ein halbes Jahr später seine neue Liebe, das da gerade 21-jährige Model Rachel Hunter. Im Zuge der Pepsi-Cola-Werbekampagne bringen Rod und Tina Turner zusammen "It Takes Two" heraus.

1991 startet eine erneute Europa-Tour, auf der Rod von starkem Heuschnupfen befallen wird, was zu einer Reihe an Konzertausfällen führt. Zum Abschluss singt er bei europaweiter Fernsehübertragung in Hamburg. Die anschließende Tournee durch die Staaten ist eine der letzten. Es wird ruhiger um Rod Stewart. Im Juni 1992 kommt seine und Rachels Tochter Renee zur Welt.

Weitere Höhepunkte seiner Karriere sind die Auszeichnungen für sein Lebenswerk bei den Brit Awards 1993 und den American Music Awards 1994 sowie die Aufnahme in die "Hall Of Fame". Auch das Album "Unplugged And Seated" mit Gastmusiker Ron Wood hat weltweit Erfolg.

Einige Monate nach der Geburt von Sohn Liam McAllister gibt Rod seinen Abschied von der Bühne bekannt, widerruft dies aber und spielt dann seine ersten Gigs in Ostdeutschland, an die weitere in Nordamerika anknüpfen. Neben der Veröffentlichung von "If We Fall In Love Tonight" arbeitet er an dem Tribut-Album für Lady Di mit. Gegen Ende 1997 hat er sogar zwei Auftritte im Moskauer Kreml.

Eine Platte mit zehn Cover-Versionen erscheint nach ewiger Verzögerung 1998 unter dem Namen "When We Were The New Boys" und verhilft ihm zuerst in den Staaten, später auch in Deutschland zu großem Erfolg. Um die Trennung von Rachel besser zu verkraften, tourt er 1999 nochmals durch die USA und spielt zum Jahrtausend-Abschluss in Las Vegas.

Dann wird es erneut ruhiger um Stewart. Er gibt noch ein Konzert im texanischen Houston und eins im Wintersportort Ischgl, bei dem er seine neue Freundin Penny Lancaster präsentiert. Im Oktober 2000 veröffentlicht Rod seine neue Single "Run Back Into Your Arms", doch das zugehörige Album lässt auf sich warten. Jetzt erst wird bekannt, dass Rod wegen Verdacht auf Krebs an der Schilddrüse operiert wurde und der Release von "Human" deshalb auf Februar 2001 verschoben werden musste.

Statt neuer Kompositionen bearbeitet Stewart in der Folgezeit für seine Alben vor allem Klassiker verschiedener Bereiche. Das reicht von Sixties-Soul bis hin zum Jazz des American Songbook.

Mit seinen Interpretationen bewährter Standards bringt er es im Lauf der Jahre auf insgesamt fünf CDs und gewinnt damit 2005 sogar einen Grammy. Als Mitglied der Faces feiert Stewart 2012 die Aufnahme in die Rock'n'Roll Hall Of Fame. Mit dem 2013 veröffentlichten Longplayer "Time" präsentiert der Schotte erstmals seit über zehn Jahren wieder brandneues Material, das sich musikalisch allerdings stark an die Erfolgsperiode der achtziger/frühen neunziger Jahre anlehnt. Sein erstaunlicherweise erstes komplett in Eigenregie entstandenes Album präsentiert er 2015 in Form von "Another Country".

Zum Herbst seiner Karriere sagte Rod Stewart: "Die wilden Zeiten sind vorbei. Ich seh' zwar noch sehr gut aus, aber ich kann nicht mehr mit Mick Jagger mithalten. Er hat einfach den kleineren Hintern, und darauf stehen die Frauen nun einmal."

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Rod Stewart - Time: Album-Cover
  • Leserwertung: 3 Punkt
  • Redaktionswertung: 2 Punkte

2013 Time

Kritik von Artur Schulz

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Fr 04.11.2016 Stuttgart (Schleyerhalle)

Surftipps

  • Rod Stewart

    Offizielle Homepage.

    http://www.rodstewart.com/
  • Storyteller-Rod Stewart Fanclub Deutschland

    Ausführliche Biografie und das Special: die komplette Songliste, alphabetisch sortiert.

    http://www.rod-stewart.de
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