Porträt

laut.de-Biographie

Mos Def

"I'm not just inspired by black art, but good art, represantation of art that are sincere and genuine." Worte eines MCs, der Hip Hop auf eine neue Ebene gehoben hat. Ein Musiker, der sowohl mit seinen poetischen bis tiefgründigen Texten als auch mit seinem unverwechselbar relaxten Reimflow zeigt, dass er nicht nur von Kunst inspiriert wird sondern auch selbst einen Ausnahmekünstler darstellt.

"The Mighty" Mos Def aka Dante Smith wird am 11. Dezember 1973 in Brooklyn, New York, "der Geburtsstätte des Hip Hop" (KRS-One) geboren. Beeinflusst von Newschool-Veteranen wie De La Soul und Rakim beginnt Mos mit neun Jahren zu rappen. Schon auf seinem ersten Song "My Kung Fu", damals noch zusammen mit seiner Schwester unter dem Namen Urban Thermo Dynamics veröffentlicht, zeigt sich Mos' unglaubliches Talent.

Doch spätestens nach seinem Beitritt zur legendären Native Tongues-Family und seinen Gastauftritten, unter anderem auf dem "Love Song" der Bush Babees, erweckt Mos Def auch bei den Hip Hop-Heads Interesse. Ein Recorddeal lässt folglich nicht lange auf sich warten. Mos entscheidet sich für Rawkus Records, damals noch ein Underground Label, das seinen Künstlern Individualität und freie Hand in ihrem musikalischen Schaffen garantiert. So entsteht die sehr jazzige Platte "Universal Magnetic" und in Zusammenarbeit mit Talib Kweli
der legendäre "Fortified Love"-Sampler.

In Talib Kweli findet Mos Def einen Partner mit gleichem religiösen Glauben, Talent und Liebe zur Musik. Die beiden gründen Blackstar und landen 1998 mit ihrem zum Großteil von DJ Hi-Tek produzierten Debütalbum "Mos Def & Talib Kweli Are ... Blackstar" einen großen Erfolg.

1999 schließlich manifestiert Mos mit seinem von Kritikern wie auch von Fans hoch gelobten ersten Soloalbum "Black On Both Sides" seinen Platz im Hip Hop-Olymp. Er experimentiert mit Musikrichtungen von Soul bis Hardrock über Funk und Reggae. Außerdem huldigt er seinen Wurzeln durch Features wie Busta Rhymes, Q-Tip und natürlich seinem Brother in Mind, Talib Kweli.

Sein zweites Solo-Album sowie ein weiteres von Blackstar werden angekündigt. Die Liste der MCs, die mit "The Mighty" zusammen arbeiten wollen, ist lang. Es bedarf einiger Zeit, um diese abzuarbeiten. Es folgen Kollaborationen mit Talib, Nate Dogg, Pharoahe Monch, Floetry, The Neptunes, A Tribe Called Quest, Common, Black Eyed Peas, Macy Gray und und und.

Als ob das nicht genug wäre, liebäugelt Mos Def wie Kollege LL Cool J mit dem Filmbusiness und macht sich auf in Richtung Hollywood. Neben einigen kleineren Rollen sind hier besonders der Liebesfilm "Brown Sugar" und der Remake von "The Italian Job" zu erwähnen. Bei letzterem steht er neben Hochkarätern wie Edward Norton, Mark Wahlberg und Oscar-Preisträgerin Charlize Theron vor der Kamera und beweist als durchgeknallter Sprengstoffspezialist sein schauspielerisches Können. Sein unbändiges Streben nach Qualität verliert er aber auch in diesem Business nicht. So debütiert er 2003 in dem mit dem Pulitzer Preis ausgezeichneten Musical "Topdog/Underdog" am Broadway.

Im Anschluss verlegt Mos Def den Schwerpunkt seines Schaffens wieder in Richtung Leinwand. Er übernimmt zahlreiche Rollen. Unter anderem ist er in der Verfilmung des Douglas Adams-Klassikers "Per Anhalter durch die Galaxis" (2005) sowie an der Seite von Bruce Willis in "Sixteen Blocks" (2006) zu sehen.

Hip Hop und politisches Engagement hängen jedoch keineswegs am Nagel. Im Rahmen der Verleihung der MTV Music Awards in New York performt Mos Def auf der Straße vor der Radio City Music Hall den Charity-Freestyle "Katrina Clap", eine harsche Abrechnung mit dem Versagen der Regierung von Präsident Bush nach der Hurricane-Katastrophe in New Orleans.

"Mos Def wollte keine Gesetze brechen. Sein einziges Ziel war es, die Leute darauf hinzuweisen, dass die Opfer von Katrina immer noch auf die Hilfe der amerikanischen Bürger angewiesen sind, obwohl das Ganze bereits ein Jahr zurück liegt", erklärt ein Sprecher nach Defs Verhaftung. Die ungenehmigte Aktion trägt dem Rapper eine Nacht im Knast ein.

Seiner Beliebtheit tut das freilich keinen Abbruch, wenngleich die beiden Alben, die während seinen Schauspielausflügen auf den Markt kommen, stark polarisieren. Während sich die Kritiker überschlagen und Mos Def als den neuen, alten Vertreter der innovativen, anspruchsvollen Hip Hop-Fraktion feiern, bleibt die Fanfraktion zwiegestalten ob des rockigen Einschlags von "The New Danger".

Doch selbst nach seinem äußerst umstrittenen dritten Werk, liegt ihm die Szene zu Füßen. Mit "True Magic" gehen Gerüchte einher, die Platte sei nur halb fertig. Er habe sie ohne abschließendes Mastering veröffentlicht, weil er unbedingt den Vertrag mit Geffen habe lösen wollen.

Mos dementiert: Auch dass die Platte kein Cover-Artwork, sondern nur eine Klarsichthülle habe, sei eindeutig so gewollt. Versöhnlicher meint er es erst zehn Jahre nach der Veröffentlichung von "Black On Both Sides": "The Ecstatic" (2009) hat Produzenten wie Madlib, J Dilla oder Chad Hugo von den Neptunes im Gepäck.

News

Alben

Mos Def - The Ecstatic: Album-Cover
  • Leserwertung: 4 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2009 The Ecstatic

Kritik von David Hilzendegen

Jedermanns Lieblingsrapper hat die passenden Produzenten im Gepäck. (0 Kommentare)

Mos Def - True Magic: Album-Cover
  • Leserwertung: 4 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2006 True Magic

Kritik von Dani Fromm

Mighty Mos liefert einen Lieblings-Track nach dem anderen. (0 Kommentare)

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