Hier zu Lande gilt James Todd Smith aka LL Cool J als einer von vielen Rappern aus den Staaten, doch bei genauerer Betrachtung seiner künstlerischen Laufbahn (schließlich ist er seit geraumer Zeit auch Schauspieler) wird schnell klar, dass seine aktuelle Album Betitelung "The Greatest Of All Time" so falsch nicht ist. Kein Rapper hat mehr Scheiben verkauft als der Lady Lover, bis dato an die 21 Millionen Exemplare. Auch kann er auf fünfzehn fast durchweg erfolgreiche Jahre im Showbusiness zurückblicken.
Nachdem sich sein Vater frühzeitig aus Erziehung heraushielt und lieber das Weite suchte, geriet der Jazz-begeisterte Großvater in die Vaterrolle und schenkte seinem Sprössling statt eines Fahrrads ein DJ Set zu Weihnachten. Der 13-Jährige versuchte sich von nun an tagtäglich an eigenen Songs und schickte etliche Demotapes an alle erdenklichen Labels. Zu dieser Zeit entstand das heutige Kultlabel Def Jam und Gründer Rick Rubin bekam eines der Demos in die Hände und beschloss, den damals 16-Jährigen unter seine Fittiche zu nehmen. Auch Russel Simmons, ebenfalls Mitgründer von Def Jam, war von LL Cool Js Qualitäten überzeugt, und so kam es zu der ersten Produktion auf Def Jam. "I Need a Beat" ebnete den Weg zum Debütalbum "Radio", das das New Yorker Stadtmagazin Village Voice als das beste und originellste Rap-Album des Jahres bezeichnete.
Ähnlich rau und simpel wie auf der ersten LP klang auch sein zweites Werk "B.A.D. - Bigger and Deffer". Doch schaffte er mit dem sehr smoothen Song "I Need Love" den kommerziellen Erfolg und kurbelte die Verkaufszahlen des Albums beträchtlich an. Zwar gab es wegen dieser "Ballade" auch gehörige Kritik aus dem Lager der New Yorker Hip Hop-Community, nichtsdestotrotz machte Cool J mit seinem Spagat zwischen roughen Songs und sehr soften Liedern auch auf den nächsten Alben weiter.
Mit seinem dritten Album "Walkink With A Panther" konnte er sich fest in den oberen Chartplätzen etablieren, doch zum wahren Durchbruch verhalf ihm die vierte LP "Mama Said Knock You Out". Mit der gleichnamigen Single und dem dazu gehörigen Video erreichte LL Cool J Kultstatus, zudem erhielt er etliche Auszeichnungen, u.a. einen Grammy Award. Als erster Hip Hop-Act spielte LL Cool J überdies 1991 dieses Album bei "MTV Unplugged" mit einer Live-Band.
Allerdings war das vorerst der Höhepunkt seiner Karriere. "14 Shots To The Dome" war dann wohl sein Ausrutscher schlechthin. LL Cool J wäre aber nicht wirklich cool, wenn er nicht mit der 1995 aufgenommenen "Mr. Smith" bei seinen alten Scheiben anknüpfen würde. Von jetzt an lief es eigentlich wie geschmiert für den smarten Rapper. In den USA waren zu dieser Zeit Hip Hop bzw. R'n'B die angesagtesten Musikstile überhaupt, und seine 1998 aufgenommene "Phenomenom" verkaufte sich fast von selbst.
In der Zwischenzeit erschien noch ein Buch, auch konnte man ihn in einigen Kinofilmen und in der Sitcom "In The House" bewundern. Man könnte jetzt von einer Verlängerung der Wertschöpfungskette sprechen, oder wie Cool J sich ausdrücken würde, "einer ständigen Weiterentwicklung". Erfolgreich ist er damit allemal. Den Beweis dafür liefern die Alben "G.O.A.T." und "The DEFinition", das insbesondere mit den von Timbaland produzierten Singles "Headsprung" und "Hush" an die erfolgreichen Zeiten anknüpft.
2006 erscheint Album Nummer zwölf, das erneut den richtigen Namen des Rappers trägt: "Todd Smith". Jedoch ist von diesem eher weniger auf der Platte zu hören. Die Hauptarbeit liefern nämlich etliche Kollaborationspartner wie Juelz Santana, Mary J. Blige, Ne-Yo, 112, Jennifer Lopez, Ginuwine und Jamie Foxx, die außerdem den Löwenanteil der Qualität ableisten.
The DEFinition (2004)
Phenomenom (1997), Mr. Smith (1995), 14 Shots To The Dome (1993), Mama Said Knock You Out (1990), Walkink With A Panther (1989), B.A.D. - Bigger and Deffer (1987), Radio (1985)
| Thema | Posts | Letzter Beitrag | |
|---|---|---|---|
| {ersteller.avatar} |
{thread.titel} {ersteller.name} |
{thread.antworten} |
{letzter.zeit} {letzter.name} |