Porträt

laut.de-Biographie

Fitz And The Tantrums

Amy Winehouse, Duffy und Konsorten haben es vorgemacht: Der 60s-Motown-Soul hat auch nach einem halben Jahrhundert nichts von seiner Faszination verloren. Im Sog dieses lebensbejahenden Revivals entstehen im Jahr 2008 auch Fitz And The Tantrums aus Los Angeles.

Doch für Sänger Michael Fitzpatrick hat der Hype um die genannten Protagonisten weniger mit der Bandentstehung zu tun, als vielmehr eine schicksalhafte Begegnung mit einem Instrument der besonderen Art.

Michael erinnert sich: "Die Nachbarin meiner Ex-Freundin hatte diese 60er-Jahre-Kirchenorgel, die bei ihrem Umzug entsorgt werden sollte. Und obwohl sie und ich damals eigentlich nicht miteinander sprachen, rief sie mich an. Ich habe die Orgel sofort gekauft und in mein Wohnzimmer gestellt."

Eine folgenschwere Entscheidung, wie sich kurze Zeit später herausstellen soll. Denn Michael ist so fasziniert vom Vintage-Sound der Orgel, dass er noch am selben Abend einen Song darauf komponiert. Die Faszination schlägt schnell in Besessenheit um. Es bedarf ganzer fünf Anrufe, um die Taufe von Fitz And The Tantrums in die Wege zu leiten.

Er kontaktiert seinen alten College-Freund und Saxophonisten James King. Der wiederum überredet Sängerin Noelle Scaggs und Drummer John Wicks zum Stelldichein im Wohnzimmer des Band-Gründers. Bassist Ethan Phillips und Keyboarder Jeremy Ruzumna schließen den Kreis. Nach wenigen Proben steht das Sextett im Dezember 2008 erstmals live auf der Bühne des Hotel Café in Hollywood.

Nach zahlreichen weiteren Gigs nimmt die Band im Jahr 2009 die EP "Songs For A Breakup, Vol. 1" auf. Mittlerweile tauchen die Nummern von Fitz And The Tantrums immer häufiger im Radio auf. Vor allem der Sender KCRW in Los Angeles hat einen Narren am Sound der Motown-Fanatiker gefressen und huldigt dem Schaffen der Band mit permanentem Airplay.

Ende 2009 wird auch Maroon 5-Frontmann Adam Levine auf die Combo aufmerksam und lädt die Kalifornier als Support zu einigen Shows seiner Band ein.

Die Mischung aus positiven musikalischen Vibes und eher düsterer Lyrik findet immer mehr öffentlichen Anklang: "Die Leute haben einfach wieder Lust auf etwas Echtes, etwas mit Herz. Sie wollen nicht mehr nur überproduzierte Pop-Musik hören.

Die aufkommende Euphorie um die Band macht auch vor der Industrie nicht halt. So nimmt das Label Dangerbird Records die sechs quirligen Musiker unter ihre Fittiche und präsentiert im Jahr 2010 mit dem Debütalbum "Pickin' Up The Pieces", das erste Ergebnis ihrer Kollaboration.

Während die wichtige Arbeit an einem Erstlingswerk viele Bands dazu verleitet studiotechnisch groß aufzufahren, halten es Fitz And The Tantrums eher bescheiden und machen es sich in unkonventioneller Umgebung gemütlich:

"Wir hatten bereits die EP in meinem Wohnzimmer aufgenommen. Wir sahen keinen Grund, die Arbeitsweise für unser Debüt zu ändern. Es ist die perfekte Umgebung zum Arbeiten: kein Druck, keine fremden Leute um dich herum, und du kannst jederzeit in die Küche verschwinden, um dir einen Kaffee zu machen", so Fitzpatrick.

Mit dem Wechsel zu Elektra Records verändern sich Arbeitsweise und Sound jedoch grundlegend. Auf dem 2014 in Deutschland veröffentlichten "More Than Just A Dream" treten auch dank Produzent Tony Hoffer Elektronik und New Wave an die Stelle von Saxofon und Motown. In maßgeschneiderten Pop-Hymnen feiern Fitz And The Tantrum nun ungeniert die 1980er.

"Wir wollen, dass man die Refrains mitsingt und sofort von der Musik infiziert wird. Wobei es in unseren Songs ja einen deutlichen Kontrast zwischen Musik und Lyrics gibt. Alle Geschichten sind entweder düster, traurig oder wütend. Die Musik dazu ist aber durchgängig positiv gestimmt", so Sänger Fitzpatrick.

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