Porträt

laut.de-Biographie

Dave Grohl

Kaum ein Musiker ist seit den Neunzigern in der Alternative-Szene derart umtriebig und dabei noch so erfolgreich wie Dave Grohl. Er versteift sich nicht auf ein Instrument, sondern nutzt verschiedenste Ausdrucksmöglichkeiten, um seine vielfältigen Talente, sei es an der Gitarre, am Schlagzeug oder am Mikro zum Vorschein kommen zu lassen. Natürlich gründet sich sein Ruhm hauptsächlich auf die Tatsache, dass er dereinst der Schlagzeuger der dollsten Alternative-Combo war, die das Antlitz dieser Erde je gesehen hat; so zumindest die Meinung der Milliarden Nirvana-Devotees.

Schuh-Plattler: The Nirvana Beatles Part 2
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McCartney zockt wieder mit Grohl. Plus: Hot Chip, Vista Chino, Swim Deep, Nick Cave, Arctic Monkeys, 5 Fragen an Soundtrack Of Our Lives etc.
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Abgesehen davon, dass die halbe Welt schon einen Song gehört haben muss, auf dem Dave irgendein Instrument spielt oder singt, ein Händchen für den richtigen Ton oder Takt kann ihm keiner absprechen. Er mag vielleicht nicht der beste Schlagzeuger, Gitarrist und Sänger unseres Planeten sein, aber wenn er etwas anpackt, dann mit Leidenschaft.

Dave Grohl kommt am 14. Januar 1969 in Warren, Ohio zur Welt und wächst in Springfield, einem Vorort von Washington D.C. auf. Als kleiner Schlagzeug-Pups trommelt er auf allem möglichen herum, was sich gerade in der Nähe befindet. Seine musikalische Sozialisation erfährt er durch einen Plattenspieler, den Mutter Grohl, eine Lehrerin, aus der Schule mitbringt. Diesen malträtiert er mit Led Zeppelin, Kiss, Motörhead, Black Flag Venom, Voivod, King Diamond und anderen Metal-Heroen der ausgehenden Siebziger und beginnenden Achtziger.

Zu High School-Zeiten spielt er in einigen Bands. Freak Baby, Mission Impossible und Drain Bamage heißen diese beispielsweise, die Namen mögen es suggerieren: aus ihnen wurde nix. Etwas bekannter dürfte da schon die Formation Scream sein, bei denen Grohl als 18-Jähriger die Chance erhält, die Felle zu bearbeiten. Auf den beiden Scream-Scheiben "No More Censorship" und "Fumble" sind seine ersten Gehversuche auf Tonträger zu bewundern. 1990 steigt er jedoch aus, um sich einer Combo aus Seattle anzuschließen, die bis dato nur durch eine wenig beachtete Scheibe ("Bleach") auf dem Indie-Label Sub Pop in Erscheinung getreten ist. Der Rest ist Geschichte.

Als das Ende von Nirvana abzusehen ist und Kurt Cobain sich 1994 dann tatsächlich selbst subtrahiert, ist es Dave Grohl, der es im Gegensatz zu Krist Novoselic schafft, aus dem übermächtigen Schatten der Grunge-Kings heraus zu treten. Bereits ein Jahr danach ist er mit seiner neuen Band Foo Fighters am Start. Er wechselt vom Schlagzeug ans Mikro und spielt zusätzlich Gitarre. Kritiker, die den Foos schon vorab ein kurzes Leben prophezeien, müssen ihre Vorhersagen revidieren. Die Foo Fighters avancieren ab 1997 zu Top-Sellern, die auch große Festivals headlinen.

Dave Grohl - Sound City - Real To Reel
Dave Grohl Sound City - Real To Reel
Die Nirvana-Legende feiert mit Freunden und eigenen Idolen.
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Der Tausendsassa Grohl geht jedoch auch abseits der Foo Fighters seine eigenen Wege. So ist er zum Beispiel genauso auf David Bowies Album "Heathen" zu hören, wie auch auf Scheiben der Earthlings? und der Comebackscheibe der Bangles.

Ein massiv größeres Engagement legt er (zum Glück) 2002 bei "Songs For The Deaf" der Queens Of The Stone Age an den Tag, mit denen er auch einige Dates der sich an die Platte anschließenden Tournee spielt. Nicht zuletzt sein kraftvolles Drumming hebt das Album in den Status eines Rock-Klassikers, verankert QOTSA im Mainstream und macht die Gruppe zu der oft von Grohl betitelten "coolsten Rockband des Planeten".

Grohls Ehrerbietungen an eigene Vorbilder finden 2003 und 2004 auf den Alben "Killing Joke" und vor allem "Probot" ihren vorläufigen, krönenden Abschluss. Insgesamt elf Tracks schneidert er für Probot unzähligen Teen-Idolen auf den Leib: Von Lemmy über Max Cavalera bis hin zu Snake steuern alle gerne ihre Vocals bei.

Dreizehn Jahre nach "Nevermind" kommt es auch wieder zu einer Zusammenarbeit mit Butch Vig. Für Garbage klopft Grohl auf dem Track "Bad Boyfriend" das Schlagzeug. Kurioserweise finden diese Sessions auch noch genau in jenem Studio statt, in dem Nirvana einst "Nevermind" einspielten - den Sound City Studios wird Grohl aber erst viel später den Hof machen.

2003 heiratet Grohl die ehemalige MTV-Produzentin Jordyn Blum. Bei der Zeremonie in Grohls Haus in L.A. sind auch Jack Black von Tenacious D. und Krist Novoselic anwesend. Es ist Grohls zweite Ehe, von 1993 bis 1997 war er mit der Fotographin Jennifer Youngblood liiert. Im Jahr 2005 dämmert dem Mann, dass er sich mit sämtlichen Nebenprojekten nicht länger aus seiner Verantwortung als Songwriter stehlen kann und ruft seine Foo Fighters wieder zusammen. Gemeinsam nimmt die Band das Doppelalbum "In Your Honor" auf.

Im April 2006 erblickt Grohls Tochter Violet Maye das Licht der Welt, ihr folgt im April 2009 das zweite Mädchen Harper Willow. Im selben Jahr gründet er mit Josh Homme und John Paul Jones die Band Them Crooked Vultures. Doch es geht weiter Schlag auf Schlag. Der Tausendsassa setzt sich für einen Song bei Slash hinters Schlagzeug, spielt den "Animool" im Film "Die Muppets" und versammelt seine Homeband im Jahr 2011 um an "Wasting Light" zu werkeln.

Nicht einmal die bislang einzige Konstante in seinem bewegten Musikerleben - die Totenruhe Nirvanas nämlich - währt ewig. Anlässlich einer Wohltätigkeitsveranstaltung für die Opfer des Wirbelsturms Sandy in New York tritt er gemeinsam mit Nirvana-Basser Krist Novoselic öffentlich auf, anstelle Kurt Cobains steht Paul McCartney hinterm Mikro. Kurz darauf avanciert Grohl auch zum Regie-Debütant und macht damit auch dem letzten klar: Es gibt nichts auf der Welt, wofür es sich nicht lohnen würde, einfach mal blind der eigenen Leidenschaft zu folgen.

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NME Exclusive Studio Tour
  • Sweet Paramania

    Tolle Fanseite.

    http://www.sweetparamania.com/
  • Foo Archive

    Dave-Interviews im Foo Archive.

    http://www.fooarchive.com/gpb/index.htm
  • Sound City

    News, Fotos und mehr zum Grohl-Film.

    http://buy.soundcitymovie.com/

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