laut.de-Kritik

Dave Grohl etabliert sich einmal mehr als Allround-Talent.

Review von

Also, ich wage mal schwer zu bezweifeln, dass sich die Metal-Szene dieses Album so sehnlich herbei gewünscht hat, wie uns das Label weismachen will. Ich denke eher, dass das Album den meisten Metallern erst mal am Arsch vorbei geht, weil sich wohl die wenigsten darunter Fisch oder Fleisch vorstellen können.

Entsprechend zweifelnd ging auch ich an die Sache ran, denn der größte Nirvana-Fan war ich nie, und auch die Foo Fighters sind für mich nicht lebenswichtig, auch wenn sie in ihrem Genre ihre Daseinsberechtigung haben. Aber Dave Grohl macht seine Sache auf "Probot" wirklich anständig, soll heißen, er hat die einzelnen Songs den Sängern förmlich auf den Leib geschneidert und kann damit ganz gut punkten.

Bis auf den Gesang und diverse Leadgitarren hat der Kerl auch alles selber eingespielt und sich damit einmal mehr als Allround-Talent etabliert. Die Scheibe kommt absolut ehrlich und ohne Starallüren rüber, wofür schon Namen wie King Diamond, Motörhead und vor allem Tom G. Warrior garantieren, die sich für irgendeine halbgare Scheiße bestimmt nicht hergeben.

Grohl zeigt sich mit dem Album als intimer Kenner der früheren Metalszene und kann wirklich auf ein paar exzellente Sänger zurückgreifen. Dass die auch allesamt das Angebot, auf dieser Scheibe mitzuwirken, angenommen haben, spricht auch schon für sich. Anstatt den Weg über ein Majorlabel (die sich natürlich um das Album gerissen haben) zu gehen, wählte der Foo Fighters-Fronter lieber das kleine Southern Lord Label aus, das seiner Meinung nach den Spirit dieses Outputs besser versteht und sich entsprechend dafür stark macht.

Vermutlich läuft die Scheibe mit derart beeindruckendem Staraufgebot aber auch ohne Promotion entsprechend, selbst wenn die Auswahl der einzelnen Sänger natürlich Geschmacksache ist. Empfehlenswert sind aber auf alle Fälle die Songs "Shake Your Blood", "Dictatorsaurus" und "Sweet Dreams".

Ob man die Foo Fighters jetzt mag oder nicht, fest steht jedenfalls, dass Dave Grohl in Sachen Metal einen anständigen Background hat und es wirklich versteht, den Spirit der einzelnen Bands einzufangen und zu reproduzieren. Sollte man als Fan zumindest mal gehört haben.

Trackliste

  1. 1. Centuries Of Sin (Cronos/Venom)
  2. 2. Red War (Max Cavalera/Soulfly)
  3. 3. Shake Your Blood (Lemmy/Motörhead)
  4. 4. Access Babylon (Mike Dean/C.O.C.)
  5. 5. Silent Spring (Kurt Brecht/D.R.I.)
  6. 6. Ice Cold Man (Lee Dorian/Cathedral)
  7. 7. The Emerald Law (Wino/St.Vitus)
  8. 8. Big Sky (Tom Warrior/Celtic Frost)
  9. 9. Dictatorsaurus (Snake/Voivod)
  10. 10. My Tortured Soul (Eric Wagner/Trouble)
  11. 11. Sweet Dreams (King Diamond/King Diamond)

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