Porträt

laut.de-Biographie

Antony & The Johnsons

Die musikalische Karriere von New Yorks glamourösem und doch auch gleichzeitig so dunklem Engel Antony Hegarty liest sich wie ein Märchen aus einer ganz fernen Zeit. Als er gerade mal ein Album in seiner Diskographie aufweisen kann, schwärmt eine Legende wie Laurie Anderson bereits in den höchsten Tönen von ihm. Und nicht nur das. Als Antony kurz darauf mit Lou Reed um die Welt tourt, brodelt die Gerüchteküche.

Beiden jedenfalls kommt das Verdienst zu, einem der talentiertesten und außergewöhnlichsten Sänger gewaltigen Anschub für seine schillernde Karriere gegeben zu haben. Zur Welt kommt Antony in Großbritannien, wächst jedoch in Kalifornien auf, bevor es ihn 1990 nach New York zieht.

Dort fühlt er sich in der homosexuellen Szene des East Village zu Hause und macht sich mit zerbrechlich-exzentrischen Kabarett-Auftritten im Pyramid Club einen Namen. Antony vereinigt in seinen Performances den Soul eines Otis Redding, den Glamour von Klaus Nomi, die Inbrunst eines Marc Almond und die dunkle Welt-Entsagung von Nick Cave und steigt aus der dieser Asche als eine Art mysteriöser Engel des Untergangs auf.

Kein Wunder, dass er mit derart offensichtlichen apokalyptischen Untertönen bei Current 93-Sänger David Tibet auf offene Ohren stößt. Der entschließt sich, dem jungen Talent 1998 auf seinem Label Durtro eine Chance zu geben und verlegt den ersten, selbstbetitelten Antony And The Johnsons-Longplayer. Zu jener Zeit lässt Antony seine Auftritte mit Piano, Streicher und Gitarre begleiten. Seine Band The Johnsons ist geboren.

Dort hört ihn irgendwann einmal auch Laurie Anderson, die der eigenwilligen Stimme erliegt und den Kontakt zu Lou Reed herstellt. Der zeigt sich von Antonys Gesangskunst ebenfalls beeindruckt und nimmt ihn 2003 mit auf seine Tour zu "The Raven", bei der der androgyne Sänger den The Velvet Underground-Klassiker "Candy Says" an Stelle von Reed performt und damit die Herzen des Publikums im Sturm erobert.

Im Jahr darauf entsteht in einem New Yorker Studio das zweite Album von Antony And The Johnsons, auf dem sich auch seine Freunde Rufus Wainwright, Devendra Banhart, Lou Reed und Boy George die Ehre geben. Seine Kontakte ins schwule New York tragen auch 2008 Früchte: Für das vielgefeierte Post-Disco-Projekt Hercules And Love Affair leistet er bei einem erheblichen Teil der Tracks Gesangsspurbeitrag. Auch auf Björks "Volta" ist Hegarty mit Stimme vertreten.

Die EP "Another World" überbrückt im Januar 2009 die Wartezeit auf das dritte Album "The Crying Light" und zeigt, dass Antony bei allem Erfolg nicht den Blick für die trüben Realitäten unserer Gegenwart verloren hat.

Im Oktober 2010 ist er wieder für den Soundtrack des damaligen Herbstes verantwortlich: das vierte Studioalbum "Swanlights" steht in den Läden und lockt die Hörer mit einem Björk-Duett. Die Platte erscheint zugleich als Buchfassung mit Zeichnungen und Collagen Antonys.

Es folgen diverse Performances in Fernsehtalkshows bei David Letterman und Jools Holland. Das Album wird zu einem der am meisten gelobten des Jahres.

Mit 2012 beginnt ein arbeitsintensives Jahr für Antony. Im Frühjahr produziert das New Yorker Museum of Modern Art seine gefeierte Performance zum gleichnahmigen Album "Swanlights", in der New Yorker Radio City Music Hall als Zusammenarbeit mit dem Laser-Künstler Chris Levine und dem Set-Designer Carl Robert Shaw. Für diese Show wird Antony 8mal wieder in den Himmel gehoben, konkret von der Times.

Im März 2012 wird bekannt, dass Hagerty das diesjährige Meltdown-Festival kuratiert. Seine Auswahl an Künstlern umfasst z.B. Diamanda Galás, Cocorosie, Marc Almond, Lou Reed und Marina Abromovic. Letztere kennt er seit der Zusammenarbeit für das Theaterstück "The Life and Death of Marina Abramovic".

Ein Stück unter der Regie von Robert Wilson, das als Tourneetheater in Madrid, Basel, Amsterdam und Antwerpen im Sommer 2012 gezeigt wird. Antony steht dabei neben Willem Dafoe auf der Bühne. Anfang August 2012 erscheint auch das Album "Cut The World", das in Koop mit dem Nationalen Dänischen Kammerorchester Antonys bisheriges Werk neu ausleuchtet.

News

Alben

Antony & The Johnsons - Cut The World: Album-Cover
  • Leserwertung: 4 Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2012 Cut The World

Kritik von Martin Mengele

Man sollte Herrn Hegarty mal mit Frau Merkel bekannt machen. (0 Kommentare)

Antony & The Johnsons - Swanlights: Album-Cover
  • Leserwertung: 5 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2010 Swanlights

Kritik von Martin Mengele

Meister des Moll-Klangs: Vom Totenbett zum Neubeginn. (0 Kommentare)

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Live am 15. Juni 2005 in Frankfurt Gefallene Engel im Mousonturm zu Frankfurt.

Gefallene Engel im Mousonturm zu Frankfurt., Live am 15. Juni 2005 in Frankfurt | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele) Gefallene Engel im Mousonturm zu Frankfurt., Live am 15. Juni 2005 in Frankfurt | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele) Gefallene Engel im Mousonturm zu Frankfurt., Live am 15. Juni 2005 in Frankfurt | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele) Gefallene Engel im Mousonturm zu Frankfurt., Live am 15. Juni 2005 in Frankfurt | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele) Gefallene Engel im Mousonturm zu Frankfurt., Live am 15. Juni 2005 in Frankfurt | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele) Gefallene Engel im Mousonturm zu Frankfurt., Live am 15. Juni 2005 in Frankfurt | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele) Gefallene Engel im Mousonturm zu Frankfurt., Live am 15. Juni 2005 in Frankfurt | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele) Gefallene Engel im Mousonturm zu Frankfurt., Live am 15. Juni 2005 in Frankfurt | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele) Gefallene Engel im Mousonturm zu Frankfurt., Live am 15. Juni 2005 in Frankfurt | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele) Gefallene Engel im Mousonturm zu Frankfurt., Live am 15. Juni 2005 in Frankfurt | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele) Gefallene Engel im Mousonturm zu Frankfurt., Live am 15. Juni 2005 in Frankfurt | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele) Gefallene Engel im Mousonturm zu Frankfurt., Live am 15. Juni 2005 in Frankfurt | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele) Gefallene Engel im Mousonturm zu Frankfurt., Live am 15. Juni 2005 in Frankfurt | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele) Gefallene Engel im Mousonturm zu Frankfurt., Live am 15. Juni 2005 in Frankfurt | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele) Gefallene Engel im Mousonturm zu Frankfurt., Live am 15. Juni 2005 in Frankfurt | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele) Gefallene Engel im Mousonturm zu Frankfurt., Live am 15. Juni 2005 in Frankfurt | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele) Gefallene Engel im Mousonturm zu Frankfurt., Live am 15. Juni 2005 in Frankfurt | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele) Gefallene Engel im Mousonturm zu Frankfurt., Live am 15. Juni 2005 in Frankfurt | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele) Gefallene Engel im Mousonturm zu Frankfurt., Live am 15. Juni 2005 in Frankfurt | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele) Gefallene Engel im Mousonturm zu Frankfurt., Live am 15. Juni 2005 in Frankfurt | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele) Gefallene Engel im Mousonturm zu Frankfurt., Live am 15. Juni 2005 in Frankfurt | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele)

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