Porträt

laut.de-Biographie

Devendra Banhart

"Devendra ist ein indischer Name. Er stammt von einem Inder, dem meine Eltern und ich schon lange folgen. Er ist ein spiritueller Lehrer. Nach meiner Geburt bekam er ein Foto von mir zu sehen und gab mir diesen Namen", erzählt Devendra Banhart in einem Interview über seinen unüblichen Vornamen.

1981 in Texas geboren, zieht er nach der Trennung seiner Eltern zwei Jahre später mit seiner Mutter nach Caracas, Venezuela, wo sie in einfachen Verhältnissen leben. "Das Land ist verrückt. Nach acht gehst du nicht mehr aus dem Haus, weil es zu gefährlich ist", erinnert er sich. Nach der zweiten Hochzeit seiner Mutter zieht die Familie nach Los Angeles, wo Banhart seinen Schulabschluss macht.

Mit einem Stipendium besucht er 1998 die San Francisco School Of Art, interessiert sich aber weniger für die angebotenen Kurse als für seine Gitarre, auf der seit dem Alter von zwölf Jahren Lieder komponiert. Er tritt auf, wo immer sich Gelegenheit bietet, beendet 2000 sein Studium und verbringt einige Monate in Paris, wo er beginnt, seine Lieder auf ausgeliehenen Vier-Spur-Recorder und einem Anrufbeantworter aufzunehmen.

Zurück in den USA, kommt bei einem Auftritt ein Kontakt zum New Yorker Label Young God Records zustande. Dessen Chef Michael Gira ist von Banhart entzückt. "Er ist der reinste, am wenigsten zynische oder berechnende Künstler, den ich jemals getroffen habe. Er hat all die guten Dinge, die er nun auf seinem Weg trifft, absolut verdient", erinnert sich der ehemalige Frontmann der New Yorker Band Swans vier Jahre später auf seiner Homepage.

Das Pariser Material erscheint unbearbeitet auf Banharts Debütalbum "Oh Me Oh My ... The Way Goes By The Sun Is Setting Dogs Are Dreaming Lovesongs Of The Christmas Spirit" (2002). Trotz des sperrigen Titels feiert er damit erste Erfolge. Von seiner neuen Heimat New York aus startet er nicht nur mehrere US-Tourneen, sondern trifft auch in England auf Zuspruch, wo ihn Kritiker mit Nick Drake, Syd Barrett oder Marc Bolan vergleichen. Banhart selbst nennt die englische Singer/Songwriterin Vashti Bunyan als seinen größten Einfluss.

2003 begibt er sich nach Georgia. Im Wohnzimmer des Session-Musikers Jimmy Johnson nimmt er mit seiner Gitarre innerhalb von wenigen Tagen mehr als 30 Stücke auf, die anschließend in New York eine spärliche Überbeitung erfahren. So entstehen die zwei Alben "Rejoicing In the Hands" und "Nino Rojo", die 2004 auch in Deutschland erscheinen.

Zwei Touren und ein TV-Auftritt in England an der Seite von Alanis Morissette und Alicia Keys steigern seinen Bekanntheitsgrad. Neben der Musik beschäftigt er sich auch als visueller Künstler, gestaltet seine CDs und stellt seine Werke in New York aus. Eine Auswahl erscheint 2004 in selbst veröffentlichten Band "Light Aligns".

In den folgenden Jahren wird Banhart zu einer Art Aushängeschild des Neuhippietums. Er ist eine Zeitlang mit der Schauspielerin Natalie Portman und bleibt ein Liebling dr Medien, was schließlich zu einem Vertrag mit dem Major Universal führt

"What Will We Be" (2009) ist sein bis dahin lieblichstes Album und bringt ihm zum ersten Mal gemischte Bewertungen ein. Dazu bricht er sich 2010 wenige Stunden vor einem Auftritt in Phoenix beim Skateboarden ein Bein, was dazu führt, dass er seine Tour vorübergehend abbrechen muss.

Banhart zieht sich zurück, sortiert sich neu und wechselt zu Nonesuch, wo 2013 "Mala" erscheint. Dass er seine unkonventionelle Sicht der Dinge nicht verloren hat, zeigt sich am enthaltenen Track "Für Hildegard Von Bingen". "In meinem Kopf spielte sich ein kleiner Film ab, so eine Art Paralleluniversum. Darin wird Hildegard in ihrem Kloster weggesperrt. Eines Tages erhält sie eine Videokassette aus der Anfangsphase von MTV und tickt komplett aus. Sie bricht aus und wird VJ", erklärt Banhart dazu.

Alben

Devendra Banhart - Mala: Album-Cover
  • Leserwertung: 3 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2013 Mala

Kritik von Giuliano Benassi

Tanzbar - mit genügend Sliwowitz im Blut. (0 Kommentare)

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