Porträt

laut.de-Biographie

Laurie Anderson

"Ich bin eine Geschichtenerzählerin. Was ich mache ist die älteste Kunstform der Welt".

Laurie Anderson (vocals, violin, keyboards) hat das einzigartige Talent, Text, Theater, Musik, Bildende Kunst und neue Medien zu einem homogenen Ganzen zu verschmelzen. In der selbstgewählten Tradition der Barden und Minnesänger erzählt sie in ihren Performances mit Vorliebe Geschichten aus ihrem ereignisreichen Leben. Träume, Gedichte, Legenden oder mythische Erzählungen verbünden sich mit der Musik und den Bildern zu einzigartigen Multimedia-Shows.

Im Chicago des Jahres 1947 (am 5. Juni) erblickt Laurie Anderson das Licht der Welt. Schon als Kind spielt sie mit dem Chicago Youth Symphony Orchester Violinkonzerte. Mit 19 geht sie nach New York, wo sie für drei Jahre das Barnard College besucht, das sie mit Auszeichnung abschließt. Weitere drei Jahre später beendet sie auch das Studium der bildenden Künste an der Columbia Universität. Sie arbeitet mit Bildhauern, Malern, Musikern und inszeniert Tschaikowski: Auf einem Eisblock stehend spielt sie "Duets On Ice" mit einer präparierten Violine, bis das Eis geschmolzen ist.

Musikalisch debutiert Laurie Anderson mit dem 82er Album "Big Science" und erntet dafür internationale Anerkennung. Der Song "Oh Superman" flitzt in den britischen Charts sogar bis auf Platz 2. Die Credits ihrer Alben lesen sie wie das jeweils aktuellste 'Who is who' für die Jazz- und Avantgardeszene. Für "Mister Heartbreak" (1984) arbeitet sie mit Bill Laswell und Peter Gabriel zusammen, auf "Strange Angels" (1989) ist der Vokal-Virtuose Bobby McFerrin zu hören. "Bright Red" wird von Brian Eno produziert und enthält erstmals die stimmliche Unterstützung von Lou Reed.

Ihrer Leidenschaft zu Multimedia-Spektakeln gibt sich Laurie Anderson in zahlreichen Projekten hin. 1983 inszeniert sie die 8-Stunden-Solo-Oper "United States I - IV". Aus den Tourneen dieser aufwändigen Show entsteht 1986 der Kult-Film "Home Of The Brave". 1998 entwickelt sie in Zusammenarbeit mit Germano Celant die multimediale Installation 'Dal Vivo'. "Es ist eine Kombination von einem ägyptischen Grab, einer Zeitmaschine und der Zelle eines Mönches" kommentiert sie die Live-Übertragung aus der Zelle eines Insassen des Mailänder San-Vittore-Gefängnisses in die Ausstellungsräume. 1999 nimmt sie sich Herman Melvilles Roman "Moby Dick" vor und moduliert ihn zum amerikanischen Nationalepos.

2001 erscheint "Life On A String". Die Tour zum Album führt die Crew am 19. und 20 September 2001 in die New Yorker Town Hall. Wenige Tage zuvor erschüttern die Anschläge auf die Türme des World Trade Center das amerikanische Selbstverständnis. Laurie Anderson entschließt sich trotz dieser Ereignisse das Konzert stattfinden zu lassen und integriert kurzer Hand einige ihrer älteren Stücke. "Ich habe oft über Verlust, Betrug, Tod, Technologie, Zorn und Engel geschrieben. Ich fühlte mich, als hätte ich die Songs erst gestern geschrieben ... und jetzt singe ich auf einmal über die absolute Gegenwart."

"Live At Town Hall New York City 2001" würdigt diese herausragenden Konzerte - voller Songs und Hits aus über 20 Jahren - in Form einer Live-CD, die zum ersten Jahrestag des 9/11 erscheint.

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