- Top 100
- Redaktionsempfehlungen
- Zuletzt gehört
Format
Playlist
Aktuelle Sendung
SeitHomepage:
Von 1991 bis 2001 ist Sänger und Gitarrist Michael Poulsen mit Dominus unterwegs, die sich über die Jahre den Ruf als Dänemarks beste Death Metal-Band erspielen - noch vor Illdisposed. Als sich Dominus auflösen, steht Michael jedoch der Sinn nach anderer Musik.
Gemeinsam mit Gitarrist Teddy Vang, Drummer Jon Larsen und seinem ehemaligen Dominus-Kollegen Anders Kjoholm am Bass gründet er im Oktober 2001 in Kopenhagen die Band Volbeat. Den Namen hat er sich vom '97er-Album seiner Vorgängerband ausgeliehen. Dank Michaels extravagantem Gesang - er erinnert ein wenig an Keith Caputo von Life Of Agony oder Danzig - und dem deutlichen Einfluss der Sixites sprechen die Ersten von Elvis-Metal.
Ein frühes Demo erscheint 2002, doch erst im folgenden Jahr kommt mit Nummer zwei Bewegung in die Sache. Inzwischen schrubbt anstelle von Teddy ein Kerl namens Franz 'Hellboss' Gottschalk die Klampfe. 2004 erreichen Volbeat das Halbfinale beim größten Musikwettbewerb in Dänemark und supporten Helmet bei deren Show in Amsterdam. Zum Snowboard-Movie "Frost" steuern sie einen Song bei und unterschreiben bei Rebel Monster Records, einem Sublabel von Mascot.
Dort erscheint das Debüt "The Strength, The Sound, The Songs" - und schlägt kräftig ein. Volbeat gewinnen nicht nur den Award als beste nationale Metalband, sondern spielen auch Gigs mit Candlemass, Destruction, Life Of Agony und einigen anderen. Im April geht für Michael ein großer Traum in Erfüllung: Er darf mit ein paar der ehemaligen Mitgliedern der Elvis Presley-Band in seiner Heimat Kopenhagen auf der Bühne stehen.
Größere Touren stehen bei den Dänen nicht an, jedoch sieht man sie den Sommer 2006 über auf diversen Festivals, darunter das Rock Hard oder das Summer Breeze Open Air. Nach einer Tour mit Raunchy und Mercenary ist für Oktober wieder das Studio gebucht. Volbeat nehmen, erneut mit Jacob Hansen (Communic, Maroon, Mercenary), das zweite Album in Angriff.
Die Arbeiten laufen soweit ganz gut. Mitte Dezember 2006 kommt jedoch die überraschende Nachricht, dass Franz die Band verlassen hat. Kaum hat sich diese Information gesetzt, präsentieren die Dänen schon Thomas Bredahl von Gob Squad als neuen Gitarristen. Einfluss auf das Album "Rock The Rebel/Metal The Devil" hat der Mann zu diesem Zeitpunkt natürlich keinen mehr. Die Scheibe erscheint Anfang 2007 und steht dem Debüt in nichts nach. Die Scheibe toppt die Verkaufszahlen des Erstlings locker. Kaum ist sie veröffentlicht, sind die Dänen quasi ununterbrochen auf Tour.
Mit "Live: Sold Out" erscheint im Februar 2008 ein Doppel-Album, das die Wartezeit auf den dritten Studio-Tonträger der Band verkürzt. Spätestens "Guitar Gangsters & Cadillac Blood" verdeutlicht: Volbeat haben ihren Sound gefunden und die Fans folgen ihnen überall hin, selbst wenn sich stilistisch immer wieder kleine Überraschungen auftun.
Der Weg der Band führt eindeutig nach oben. Nachdem der Deal mit Mascot ausgelaufen ist, reißen sich die Labels um die Dänen. Schließlich machen Universal Records das Rennen und veröffentlichen Anfang September 2010 "Beyond Hell/Above Heaven". Noch nehmen sie die Opener-Rolle für Metallica gern an, doch lange dauert es nicht mehr, bis Volbeat ihren Status weit genug ausgebaut haben, um alleine größere Hallen zu füllen.
Dennoch scheint es mit Gitarrist Thomas nicht wirklich zu funktionieren. Er muss seinen Hut nehmen und um die nächsten Touren spielen zu können, holen sich Volbeat 2011 den Mercyful Fate-Gitarristen Hank Shermann dazu. Als es an die Arbeiten zum fünften Album geht, übernimmt der Anthrax-Gitarrist Rob Caggiano einen Teil der Produktion und als er auch einige Soli besteuert und die Band mit ihm gut zurecht kommt, übernimmt er 2013 den Posten als Leadgitarrist.
Sein Debüt auf "Outlaw Gentlemen & Shady Ladies" ist ab Anfang April 2013 zu beklatschen.
Sänger Michael über den Karriere-Aufstieg, Napalm Death und seine Hochzeit in Graceland.
Für die dänische Band Volbeat scheint es nur einen Weg zu geben und der führt steil nach oben. Nach drei erstklassigen Alben haben Universal Records Lunte gerochen und sich das Quartett um den charismatischen Frontmann Michael Schøn Poulsen unter den Nagel gerissen.
Nachdem mir Sänger Michael beim Interview zum letzten Album "Guitar Gangsters" noch durch die Lappen ging, war es dieses Mal an der Zeit, den Bandkopf selbst zu sprechen. Da Drummer Jon und Gitarrist Thomas den Interview-Trip nach Berlin alleine antraten, ruft mich Michael von zuhause aus Dänemark an.
Hi Michael, Michael hier.
Ah, geht doch nichts über ein schönes Selbstgespräch. Wie geht's dir? Von wo rufst du an?
Mir geht's super und ich bin daheim in Dänemark. Ich hab Jon und Thomas nach Berlin geschickt, damit die da auch ein paar Interviews machen. Ich kann ja auch nicht überall sein und die sollen auch mal für ihr Geld arbeiten (lacht). Aber ich bin trotzdem schon seit zwei Wochen eigentlich mit nichts anderem beschäftigt. Von morgens elf bis nachmittags um vier gebe ich ein Interview nach dem anderen. Von daher ist es schon gut, wenn man die Arbeiten ein wenig delegieren kann.
Auf jeden Fall. Unsere Album-Review zu "Beyond Hell/Above Heaven" ist seit kurzem online und wie es aussieht, mag nicht nur ich die Scheibe, sondern auch unsere Leser.
Klasse, das freut mich zu hören. Ich werte das mal als ein gutes Zeichen.
Kannst du wohl machen, auch wenn ich so meine Probleme habe, meinen Lieblingssong zu finden. Der ändert sich nämlich fast täglich.
Wow, DAS nenne ich mal ein gutes Zeichen! Wenn man nur einen Lieblingssong hat, dann konzentriert man sich schnell nur auf diesen einen Song und damit würde man dem Album meiner Meinung nach Unrecht tun. Wir haben auf der neuen Scheibe ein paar Sachen, die beim ersten Durchlauf vielleicht noch nicht gleich zünden, aber mit der Zeit immer mehr wachsen.
Kann ich nur bestätigen, ihr habt da echt ein paar verdammt starke Hooklines geschrieben. Aber lass uns mal zum Titel kommen: "Beyond Hell, Above Heaven". Wo ist das und was ist da?
Hmm, wie fange ich da am besten an? Das Hauptthema hat damit zu tun, dass … äh … okay, also auf der Scheibe sind ja zwei Songs, die die Geschichte nochmal aufgreifen, die zum Teil schon auf "Guitar Gangsters & Cadillac Blood" anfing. Dieser Mr. Cadillac ist durch die Hölle gegangen und hat sich vom Himmel entfernt. Er kämpft ständig mit seinen eigenen Dämonen. Darum geht es im Prinzip auch in vielen anderen Texten.
Wir sind keine religiöse Band und unterstützen auch keine Religion, weil uns da viel zu viel Bullshit mit getrieben wird. Aber die Problematik ist auch jenseits von spirituellen Sachverhalten immer aktuell. Wir haben das Ganze einfach umgedreht. Wenn du dich noch jenseits der Hölle bewegst, kann die Hölle auf einmal wie der Himmel erscheinen. Was dem Teufel vermutlich nicht so gut gefallen würde.
Wenn du noch über den Himmel hinaus gehst, kann der Himmel auf einmal wie die Hölle aussehen. Was vermutlich Gott nicht gerade erheitern würde. Im Grunde geht es darum, dass jeder mit seinen eigenen Dämonen und Ängsten zu kämpfen hat und sich dessen bewusst sein sollte. Es bringt nichts, irgendjemanden oder irgendetwas dafür verantwortlich zu machen.
Himmel und Hölle sind einfach nur Bezeichnungen für emotionale Zustände und kein Gott oder Teufel ist für eines von beiden verantwortlich. Ich glaube durchaus an ein paar spirituelle Dinge, aber nichts davon hat mit irgendeiner Form von Religion zu tun.
Hast du in den Nachrichten verfolgt, dass der fundamentalistische US-Pastor Terry Jones zum Jahrestag des Anschlags auf das World Trade Center mehrere Ausgaben des Korans verbrennen will? Um den Tag zu zelebrieren?
Nein, ohne Scheiß? Das ist komplett an mir vorbei gegangen. Ich war die letzten Tage viel zu sehr damit beschäftigt, mich mit Typen wir dir über unser neues Album zu unterhalten, da ist der Rest der Welt an mir vorbei gezogen (lacht).
Meine Güte, was für ein Idiot. Das einzige, was der Typ will, ist doch Beachtung. Wie blöd kann man denn sein? Ich schaue mir am 11. September den Boxkampf von Vitali Klitschko an und trinke ein paar Bier dazu. Das wird das erste Mal seit Tagen sein, dass ich den Fernseher anschalte.
Die Story, die du mit "Guitar Gangsters" angefangen und auf dem aktuellen Album beendet hast, ist interessant. Findest du denn, dass es leichter ist, einem Konzept zu folgen, um Musik zu machen oder erschwert es das noch zusätzlich?
Puh, das kommt ganz darauf an. Auf der einen Seite kann es das enorm erleichtern, manchmal aber auch zusätzlich kompliziert machen. Ich habe oft Ideen, wie ich bestimmte Dinge gern weiterdrehen würde. Genau so oft sitze ich dann aber auch da und habe das Gefühl, dass die Fortsetzung dem ersten Teil nicht wirklich gerecht wird und dann mache ich lieber was komplett Neues. (lacht)
Ich war mir auch nicht so sicher, ob wir die Story überhaupt fortsetzen sollen, weil sonst manch einer vielleicht auf die Idee kommt, dass das neue Album einfach eine Fortsetzung des Letzten wäre. Sowohl in textlicher als auch in musikalischer Hinsicht ist es das aber definitiv nicht. Klar findet man Elemente von "Guitar Gangsters", aber genauso finden sich in den Songs auch Elemente von "The Strength/The Sound/The Songs" oder von "Rock The Rebel/Metal The Devil".
Man wandelt als Musiker immer auf einem schmalen Grat. Vor allem, wenn es um Fanerwartungen geht. Auf der einen Seite wollen alle, dass man den Stil, den man als Fan schätzen und lieben gelernt hat, beibehält. Auf der anderen Seite soll man sich auch weiter entwickeln und was Neues machen. Aber wiederum ja nicht zu viel, sonst entfernt man sich zu weit von den Wurzeln und blablabla. Ich verstehe das durchaus, das geht mir als Fan von Bands ja nicht anders und ich denke, wir haben das auf "Beyond Hell/Above Heaven" ganz gut hinbekommen.
Das denke ich auch. Ich habe das Gefühl, dass ihr gern mal ein paar Songs mit bestimmten Trademarks von anderen Bands beginnt und sie dann aber in einen 100%igen Volbeat-Song verwandelt. "Heaven Nor Hell" legt erst als AC/DC-Nummer los und "Who They Are" könnte eingangs auch von Slayer sein. Letztendlich bekommen die Sachen aber immer schnell die Kurve in eine echte Volbeat-Nummer.
(lacht) Finde ich klasse, was du da sagst und soll ich dir was verraten? Bevor "Who They Are" seinen finalen Titel bekommen hat, nannten wir ihn nur den "Slayer-Song" und "Heaven Nor Hell" war unsere "AC/DC-Nummer"! Wir machen da auch kein Geheimnis draus oder versuchen irgendwas zu leugnen. Ich meine, wir stehen auf beide Bands enorm und auch die gelegentlichen Metallica-Anspielungen sind kein Geheimnis.
Ich finde es durchaus in Ordnung, wenn man sich die Inspiration bei so großartigen Bands holt, solange man kein Plagiat abliefert. Vor allem "Heaven Nor Hell" war verdammt schwierig zu schreiben. Das Eingangsriff ist zwar bewusst simpel und in der Tradition von AC/DC gehalten, aber es ist verdammt schwer, sowas überhaupt erst zu schreiben und dann auch so zu spielen, dass der Spirit dabei stimmt.
Jeder mittelmäßige Gitarrist kann AC/DC-Riffs nachspielen. Aber auch bei sehr guten Gitarristen klingen die meistens scheiße. Das ist es ja, was die Band zu sowas Besonderem macht! Wenn AC/DC diese Riffs spielen, passiert irgendetwas Magisches und du denkst nur: Wow! Das kann man nicht kopieren. Nimm einen Typen wie Danko Jones. Es ist wohl offensichtlich, dass er deutlich von AC/DC beeinflusst ist, aber der Junge ist meilenweit von einem bloßen Rip-Off entfernt. Der Mann hat es geschafft, seinen eigenen Stil mit den Inspirationen seiner Vorbilder zu verbinden und macht das verdammt authentisch.
Stimmt und ich denke, dass viele Leute das auch mögen. Wir huldigen unseren Idolen nun mal gern und machen das auch in aller Öffentlichkeit. Viele andere, die das auch machen, geben es aus welchen Gründen auch immer nicht gerne zu. Ich lese das immer wieder in Interviews, wenn der Redakteur zu der jeweiligen Band sagt: "Hey, der Song klingt aber sehr nach Slayer" und als Antwort kommt dann: "Oh, darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht …" Bullhsit! (lacht).
Ihr habt euch mit Mille von Kreator und Barney Greenway von Napalm Death ja zwei auf den ersten Blick recht ungewöhnliche Gäste aufs Album geholt. Wie kams da zu?
Naja, auf den letzten Scheiben hatten wir immer ein paar Gasstimmen von dänischen Sängern und Sängerinnen, die hier auch relativ bekannt sind. Das war aber nicht der Grund, warum wir sie auf unseren Alben haben singen lassen, sondern weil ich diese Leute bereits persönlich kannte und ihre Stimmen sehr mochte. Dieses Mal wollten wir eben was anderes machen. Volbeat sind hier in Dänemark momentan enorm angesagt, es ist echt verrückt, was hier gerade abgeht. Man kann eigentlich keinen Schritt aus der Tür machen, ohne dass einem jemand einen Volbeat-Sticker aufs Hirn klebt (lacht).
Die meisten Leute hier haben wohl erwartet, dass wir wieder irgendeinen berühmten, dänischen Pop/Rockstar einladen, aber das wollten wir nicht. Wir haben uns auch nicht gesagt, dass wir jetzt mit einem Thrash- und einem Death Metal-Shouter arbeiten müssen. Das hat sich einfach so ergeben. Wir haben die letzten Jahre so viele Festivals in Europa gespielt und haben da immer wieder Napalm Death getroffen. Irgendwann bin ich halt zu Barney hin und hab ihm erzählt, dass ich mit meiner alten Band Dominus damals maßgeblich von Napalm Death und seinem Stil beeinflusst wurde.
"Harmony Corruption" ist immer noch eines meiner Lieblingsalben in dem Bereich. Er hat sich sehr darüber gefreut und meinte, dass wir ebenfalls einen sehr coolen, eigenen Sound machen würden: (Michael macht Barneys Akzent und Stimme verblüffend gut nach) "Moi gürlfrend lüstens tu ju ol the toime!" (lacht). Wir haben uns echt gut verstanden und sind uns immer wieder über den Weg gelaufen. Irgendwann mussten sie direkt vor uns auf die Bühne und Shane riss während des Gigs eine Saite von seinem Bass. Was soll ich sagen, die Jungs hatten weder eine Ersatzsaite, geschweige denn einen Ersatzbass dabei!
Unser Zeug stand bereits auf der Bühne und Anders hat einfach eine Saite von einem seiner Bässe abgezogen und sie Shane in die Hand gedrückt. Die Jungs waren uns dermaßen dankbar, das glaubst du nicht. Die Band ist einfach unglaublich auf dem Boden geblieben und old school drauf, das find ich klasse. Als wir "Evelyn" geschrieben haben, wollten wir von Anfang an etwas mit runter gestimmten Gitarren und einer gewissen Härte machen. Ich hab zwar vor Volbeat mit Dominus Death Metal gemacht und da auch die Growls übernommen, aber das wollte ich bei Volbeat auf keinen Fall mehr bringen.
Für den Job wollte ich den Besten haben und der Beste auf dem Gebiet ist einfach Barney Greenway. Er war sofort begeistert von der Idee und richtig aufgeregt. Ich finde das Ergebnis großartig, aber der Song ist ganz offensichtlich der, an dem sich die Geister scheiden. Entweder man liebt ihn oder man hasst ihn.
Ja, die Tendenz hab ich hier auch schon gelesen.
Ja, aber das ist ja auch ok. Ich fände es eigentlich seltsam, wenn so ein Song überall positiv aufgenommen würde, denn das ist auf jeden Fall etwas, das polarisieren soll. Mit Mille war das so, dass ich die alten Scheiben von Kreator schon als Teenager dauernd gehört habe. Anscheinend ist er ein großer Fan von uns und war auf vielen unserer Dates in Deutschland und ich habe ihn da ebenfalls als sehr netten und bodenständigen Kerl kennen gelernt.
Wie das unter Musikern halt so ist, labert man dann darüber, dass man unbedingt mal was zusammen machen muss und als ich mit diesem Riff ankam, dachte ich eben, dass da Milles Stimme super passen würde. Ich habe ihm das dann zugeschickt und er hat seinen Sachen drüber gelegt. Mille hat so eine markante Stimme, man erkennt einfach sofort, wer da am Mikro steht. Das gleiche gilt für Michael Denner von Mercyful Fate. Man hört seinen Stil sofort raus und dazu braucht es keine Effekte oder irgendwas. Er kam einfach mit seiner Gitarre ins Studio, ohne Pedal oder sonstwas und hat über den nächstbesten Verstärker losgelegt. Das war wirklich unglaublich.
Spielst du eigentlich hin und wieder mal noch ne Nummer von Dominus?
Mit Volbeat? Nein, und das wird auch nicht passieren. Im Proberaum fangen Jon und ich manchmal an, ein paar der alten Riffs zu zocken und legen dann richtig los. Die anderen beiden stehen dabei meist nur da, grinsen und schütteln die Köpfe. Über den Proberaum geht das aber nie raus, die Zeiten sind vorbei.
Nö, eigentlich nicht. Alles in allem habe ich etwa drei oder vier Monate benötigt, um alles zu organisieren. Es ist uns ernst mit dieser Ehe. Die durchschnittliche Las Vegas-Ehe dauert ja in etwa 24 Stunden (lacht). Da haben wir schon größeres vor. Wir haben die Sache relativ einfach gehalten. Klar, schließlich konnten es sich nicht alle unsere Freunde leisten, von Dänemark in die Staaten zu fliegen. Man sucht sich dann wie bei einer Pizza die einzelnen Bestandteile zusammen, die man haben will und entsprechend findet das auf Graceland dann statt.
Natürlich gibt es da ne Menge Papierkram zu erledigen, aber das war es uns auf jeden Fall wert! Die Kapelle, in der wir getraut wurden, steht ein wenig abseits, quasi am Hintereingang von Graceland, wo das Grundstück in Wald übergeht. Da ist Elvis immer hinten raus, wenn am Haupteingang gerade wieder Tausende von Leuten standen.
Wir wurden mit einem Cadillac vom Hotel abgeholt und sind damit nach Graceland gefahren. Die Sonne schien, wir haben Elvis gehört, Jack Daniels getrunken, das war der Wahnsinn. Meine Frau hatte neben der Kapelle eine kleine Hütte, in der sie sich vorbereiten konnte und ich und meine Freunde richteten die Kapelle her. Der Priester sah original wie einer dieser Fernsehprediger mit einer total irren Frisur aus (lacht).
Der fragte mich, ob er vielleicht eine kleine Predigt vor der eigentlichen Trauung halten könne und ich meinte, das sei okay, solange es nichts groß mit Gott zu tun habe, weil wir beide nicht sonderlich religiös wären. Er hat seine Predigt dann stecken lassen (lacht). Aber der Rest war einfach fantastisch. Wir hatten nach der Hochzeit noch weitere zwei Stunden Zeit, uns ganz privat auf Graceland umzusehen und Fotos zu schießen.
Wir haben dann natürlich so getan, als ob wir die offiziellen Besitzer von Graceland wären und da wohnen würden. Da kamen ein paar sehr coole Bilder bei raus und wir haben auch ne schöne DVD abgedreht. Nach der Trauung sind wir auch noch zu der berühmten Mauer am Eingang von Graceland gefahren und haben darauf unterschrieben und unser Fahrer hat uns durch die Gegend geschippert und eine ganze Menge an Anekdoten zu den einzelnen Straßen erzählt.
Wo Elvis gern gegessen hat, welche Studios er benutzt hat und solche Sachen. Dann sind wir noch auf die Beale Street gefahren, wo all die Clubs und Shops sind, in denen eigentlich alle bekannten Blues und Country-Musiker gespielt haben. Unsere Hochzeit haben wir dann schließlich in B.B. Kings Blues Club gefeiert.
Klingt alles ziemlich beneidenswert.
Das kannst du glauben. Wir sind den ganzen Tag in Memphis durch die Gegend gefahren und das Wetter war der Hammer. Irgendwann ist auf einmal eine Wolke aufgezogen und es hat angefangen zu regnen, obwohl eigentlich noch immer die Sonne geschienen hat. Meine Frau liebt Regen und ist mitten auf die Straße gesprungen und hat im Regen getanzt. Ich war zu dem Zeitpunkt schon ziemlich voll und hab mich bis auf meine rote Boxershorts ausgezogen und bin ebenfalls über die Straße getanzt.
Gibt es das auch auf dem Video zu sehen?
Nein, aber wir haben Bilder davon (lacht). Natürlich kam sofort die Polizei vorbei. Der Cop war richtig sauer und wollte mich schon einbuchten, aber meine Frau hat ihren ganzen Charme aufgebracht und ihm erklärt, dass wir gerade geheiratet haben und er uns doch jetzt nicht einbuchten könne. Einen Tag später sind wir wieder beinahe verhaftet worden, weil wir auf dem Weg zurück zu unserem Hotel beide dringend schiffen mussten.
Ich hab dann einfach gegen ne Hauswand gepullert und meine Frau saß um die Ecke auf dem Boden. Und natürlich kam in dem Augenblick ne weitere Streife vorbei. Der Cop ist beinahe ausgerastet und hat uns angebrüllt, was uns einfallen würde, hier einfach blank zu ziehen in aller Öffentlichkeit. Er hat uns echt beschimpft und ich konnte dann natürlich meine Klappe nicht halten und meinte: "In Europa können wir hinschiffen, wo wir wollen" (lacht).
Meine Frau musste dann echt mit Engelszunge auf den Mann einreden, dass er uns einfach wieder in unser Hotel gelassen hat, ohne uns einzubuchten. Wir hatten wirklich die perfekte Hochzeit in Memphis mit allem Drum und Dran. Es war die beste Zeit meines Lebens.
Ihr habt wohl die zwei freundlichsten Polizisten der USA getroffen. Jeder andere hätte eure Ärsche in den Bau verfrachtet.
Ohne meine Frau würde ich wahrscheinlich schon in irgendeinem Arbeitslager in Mexico Steine klopfen. Sie hat schon mehr als diese zwei Mal meinen Arsch gerettet. Allein dafür liebe ich sie über alles!
Die Dänen sprechen über ihren Erfolg und das Leben als Rock-Star.
Volbeat sind die Band der Stunde. Ihre Mischung aus Metal, Rock, Punk und dem Spirit der 50er/60er-Jahre ist nach wie vor einzigartig. Höchste Zeit also, sich die Band auf der aktuellen Tour zum Album "Guitar Gangsters And Cadillac Blood" mal vorzunehmen.
Mit Michael Poulsen haben Volbeat nicht nur einen stimmlich ausdrucksstarken und extravaganten Sänger in der Band, sondern auch einen Mann mit Charisma und einen unverwechselbaren Aussehen. Eigentlich ist das Interview ja mit Michael angesetzt, doch der ist stimmlich ein wenig angeschlagen, weshalb er sich vor dem Gig ein striktes Sprechverbot erteilt hat.
Tourmanager Daniel bietet mir daraufhin an, einfach den Rest der Band zu interviewen, doch Gitarrist Thomas Bredahl hat sich vor fünf Minuten mit einer Bekannten auf den Weg in die Stadt gemacht, und so sitzen und schließlich Basser Anders Kjoholm und Drummer Jon Larsen gegenüber. Während uns Anders wie ein kleiner Jung die ganze Zeit über anstrahlt und sichtlich aufgeregt ist, macht Jon mit seiner furztrockenen Art zwar zunächst einen etwas gelangweilten Eindruck, ist aber ein ebenfalls sehr angenehmer Gesprächspartner.
Hallo Jungs, ihr wurdet zum Interview abkommandiert, weil Michael und Thomas nicht greifbar sind. Habt ihr euch an die Promo-Arbeit inzwischen gewöhnt?
Jon: So 'n bisschen zumindest, aber meistens ist das doch noch Michaels Job.
Anders: Thomas macht auch ein paar, aber die meisten wollen natürlich Michael.
Jon: Ist ja auch klar, immerhin ist er der Sänger und der Songwriter und das absolute Aushängeschild der Band. Kein Wunder, dass jeder mit ihm sprechen will, aber das ist für mich absolut ok so.
Anders: Auf jeden Fall. Damit kommen wir sehr gut klar. Aber es kommt mittlerweile schon ein paar Mal vor, dass er einfach zu viel zu tun oder gerade die Schnauze voll hat von Interviews, dann müssen eben die anderen drei Nasen ran. Das ist manchmal ganz nett (lacht).
Jon: Ja … manchmal … (alle lachen)
Auf der DVD hattet ihr ja alle euren Interviewpart und ihr wirktet da ein wenig verloren. Fast schon nach dem Motto: "Ok, was muss ich denn jetzt machen?"
Jon: Ja, das war definitiv ein wenig seltsam. So was in der Art haben wir zuvor noch nie gemacht. Du sitzt da und liest die Fragen selber vor und sollst sie dann beantworten. So in der Art: "Was denke ich über Volbeat? Hm, ich denke über Volbeat, blablabla ..." Einfach seltsam …
Anders: Ja und es wurde auch eine Menge Kram Backstage gefilmt, wo wir ziemlich einen im Tee hatten, aber das Zeug ist zum Glück nicht auf der DVD. Da kam auch nicht viel Sinnvolles bei rum, nur blödes Gelaber halt (lacht).
Na das wär doch was Feines für die nächste DVD als Footage.
Anders: Mal sehen. Wir haben uns extra 'ne Videokamera für so Zeug zugelegt, die wir ständig auf Tour dabei haben.
Ihr habt ja auch gerade erst den Gig auf der laufenden Tour im Paradiso in Amsterdam mitschneiden lassen.
Anders: Stimmt, das war allerdings nicht unsere Idee, sondern die stammt von FabChannel, die den ganzen Gig gefilmt und gestreamt haben. Ich bin nicht sicher, aber ich glaube die machen das mit allen Bands, die im Paradiso spielen.
Das ist ja auch ein verdammt cooler Club, so weit ich das von den Videos her beurteilen kann!
Anders: Auf jeden Fall! Das ist eine alte Kirche mit lauter Buntglas-Fenstern und den entsprechenden Konstruktionen. Sehr geil.
Jon: Ja und es ist auch ein legendärer Club, fast so wie das Marquee in London. Jede große Band hat irgendwann schon mal da gespielt. Die Rolling Stones machen jedes Mal dort Station, wenn sie in Europa unterwegs sind und spielen dort eine Clubshow. Die waren da schon einige Male und auch The Ramones, David Bowie, jede Menge Stars.
Du saßt also tatsächlich auf dem selben Lokus wie die Ramones? (alle lachen)
Jon: Ja klar, darüber hab ich auch nachgedacht, als ich da saß! "Wow, vielleicht saß Joey genau hier. Joey siehst du das? Ich hab's geschafft. Das ist nur für dich!" War ein tolles Gefühl!
Jon: Bisher läuft eigentlich alles super, wenn wir mal davon absehen, dass alle irgendwie krank sind. Aber das gehört ja auf Tour beinahe schon zum Alltag. Wir haben eine Menge ausverkaufter Shows. Die Leute scheinen wirklich Spaß zu haben und gehen bei den Songs richtig gut mit. Sogar die neuen Songs scheinen schon alle zu kennen. Wir bekommen überall positives Feedback.
So positiv, dass ihr schon mehrere Male die Clubs wechseln musstet, weil die Sachen, die ihr ursprünglich gebucht hattet, sofort ausverkauft waren.
Anders: Ja, das zieht uns auch immer noch die Socken aus. Es ist echt unglaublich, wie schnell das ging, dass wir auf einmal so viele Leute ziehen. Wir bekommen das meist gar nicht mit und stehen auf einmal vor einer anderen Halle, die größer ist als die letzte. Das ist schon immer wieder ein seltsames, aber tolles Gefühl.
Das glaube ich. Letztes Jahr im April hab ich euch noch im Nachtleben in Frankfurt gesehen und jetzt steht ihr hier im bis unters Dach ausverkauften Capitol. Das ist schon eine Steigerung. Ihr hattet aber sogar die Möglichkeit mit In Flames auf Tour zu gehen. Warum habt ihr das Angebot ausgeschlagen?
Anders: Naja, da gab es mehrere Gründe. Geld spielte dabei auch eine Rolle, denn für die In Flames-Tour hätten wir erst mal einiges an Kohle hinlegen müssen, und auf unserer eigenen Tour können wir sogar ein bisschen was verdienen. Außerdem wollten wir auch sehen, was wir selbst wert sind. In Flames sind eine verdammt coole Band und es wäre eine gute Möglichkeit gewesen, aber …
Jon: Es traten auf einmal ein paar Probleme auf, die uns nicht gepasst haben. Ich meine, wir haben eine neue Scheibe auf dem Markt, die wir auf Tour präsentieren wollen und sollten nur eine halbe Stunde Spielzeit bekommen. Das wäre nicht wirklich sinnvoll gewesen.
Stimmt schon, aber ich hab sie jetzt erst im Schlachthof in Wiesbaden gesehen und das Ding war ausverkauft. Da hättet ihr bestimmt eine Menge Leute erreicht, die euch noch nie gesehen oder gehört haben.
Jon: Das ist richtig, aber uns würde ursprünglich der Mainsupport zugesagt und auf einmal waren wir noch eine Position weiter vorne und unsere Spielzeit wurde kürzer und irgendwann machte das für uns nicht mehr allzu viel Sinn.
Ok, dann hat man irgendwann natürlich die Schnauze voll. Was mich aber noch interessieren würde: Habt ihr eigentlich auch nur eine einzige, negative Review für "Guitar Gangsters" bekommen?
Jon: Ja, ein oder zwei haben wir tatsächlich bekommen, und wo? Natürlich daheim in Dänemark. Das Geile daran war, dass der selbe Typ sich auf "Rock The Rebel" sich noch darüber beschwert hatte, dass ich an manchen Stellen zu viel Doublebass einsetzen würde. Auf der Neuen maulte er jetzt rum, dass ich zu wenig Doublebass spielen würde und dass wir deswegen softer und kommerzieller wären … Warum soll ich den Doublebass spielen, wenn der Song nicht danach verlangt? Er hat genau über das Gegenteil von dem gejammert, was er auf dem Vorgänger kritisiert hat. Lächerlicher Kerl.
Anders: Ich bin auch in internationalen Magazinen mal über eine Review gestolpert, in der wir drei von sechs Punkten bekamen. Wenn du dir die Review aber durchgelesen hast, dann gab es da kaum einen Kritikpunkt. Da fragst du dich dann auch: "Alter, haste da nen Punkt vergessen??" (lacht) Aber ansonsten wurde das Album sehr positiv aufgenommen, was uns natürlich sehr glücklich macht.
Kann ich mir vorstellen. Ich finde die Scheibe auch sehr geil und meine Freundin hört eigentlich nichts anderes mehr, wenn sie morgens um fünf zur Arbeit muss.
Anders: Cool, danke! Wir hören immer wieder von den Leuten, in welchen Situation sie das Album hören. Neulich meinte erst wieder eine, dass sie die Scheibe als MP3 zum Joggen hört. Die ersten paar Kilometer wären früher immer so eine Qual gewesen. Mit Volbeat wäre das jetzt alles kein Problem mehr. Ein anderer meinte, dass seine zwei kleinen Kinder jetzt auf einmal ganz einfach einschlafen würden, seit er ihnen Volbeat dazu vorspielt (lacht).
Volbeat ist also Musik für wirklich jede Situation.
Jon: Offensichtlich, denn wir hören auch immer von Gelegenheiten zu denen unsere Musik gehört wird, von denen wir gar nichts wissen wollen und die hier definitiv nicht her gehören … (grinst)
Ich glaube ich kann mir ein Bild davon machen. Wie war es denn, als ihr auf Tour die ganze Zeit die Jungs von Roax-Films um euch hattet?
Anders: Anfangs war das schon komisch. Du bist irgendwo reingelatscht und da war dann schon ein Kerl mit Kamera und dachtest nur: "Oh, pass auf was du sagst, versuch cool auszusehen, ja nicht auf die Fresse fliegen" (lacht). Aber irgendwann merkst du das gar nicht mehr und es ist dir egal. Aber das waren eh alles sehr coole und nette Leute, von daher viel uns das auch leicht.
Auf der DVD hat Michael schon angemerkt, dass er immer mehr mit dem Problem zu kämpfen hat, dass er vor allem in Dänemark langsam aber sicher so was wie ein Star ist. Habt ihr damit auch schon Probleme?
Anders: Nein, lange nicht so wie Michael. Er kann ja fast nicht mehr auf die Straße gehen, ohne dass ihn irgendjemand erkennt und anlabert. Es sei denn, er hat 'ne Mütze auf und irgendwelche langen Klamotten an, dass man seine Tattoos nicht sieht.
Jon: Wie vorhin bereits gesagt, Michael ist einfach das Aushängeschild und das wichtigste Bandmitglied. Wenn man dann auch noch wie er aussieht und schon aus einer Meile Entfernung erkannt werden kann, dann lässt sich das fast nicht vermeiden. Beim Rest von uns ist das noch nicht so schlimm. Klar passiert das mal, dass wir erkannt und angesprochen werden, aber nicht sonderlich häufig. Ich bin da aber auch ganz und gar nicht unglücklich drüber. Es ist zwar ok, wenn dich die Leute erkennen und mit dir reden wollen, aber ich brauche diese Aufmerksamkeit nicht. Meistens stehen die dann eh nur da und tuscheln und zeigen auf dich: "Is das nicht einer von der Band?" "Ja, kann sein." "Was spielt der denn?" "Keine Ahnung. Keyboards?" "Kann sein." (lacht)
Anders: Ja, die sind dann auch oft einfach zu nervös. Wir gehen nach den Gigs ja immer noch gern an die Bar, um mit den Leuten zu reden. Viele drücken sich dann in der Gegend rum und sagen kein Wort. Wenn du dann fragst, ob sie ein Foto mit uns schießen wollen, sind sie sofort Feuer und Flamme.
Jon: Als wir vor ein paar Tagen in Belgien gespielt haben, war ich der erste, der an die Bar kam. Ich bin ein paar Mal zwischen Merchandise und Bar hin und her gelatscht und KEINER hat mich erkannt oder angesprochen und ich dachte nur: "Hm, das war ja locker." Dann kam aber doch einer an und meinte: "Oh, du bist doch der Drummer?" "Yeah!" "Oh, wo ist Michael?" "Äh, noch hinten." "Wann kommt er denn?" "Gleich, keine Angst …" (lacht).
So ist das nun mal für Michael, und damit muss er umgehen. Wenn er mal keinen Bock darauf hat, mit den Leuten zu quatschen, dann bleibt er eben Backstage, und das finde ich auch in Ordnung. Anstatt wie manch andere Band, die ich hier nicht nennen möchte, nach vorne zu gehen, einen auf Rockstar zu machen und die Fans zu missachten, oder sie Scheiße zu behandeln. Da hat keiner was von.
Jon: Hahaha, nooo. Wenn ich morgens aufwache, fühle ich mich definitiv nie wie ein Rockstar (lacht).
Anders: Lass es mich so sagen. Wenn ich da rausgehe und vor Hunderten von Leuten spiele, dann bin ich ein Rockstar. Wenn ich daheim in meinem Apartment mit meiner Frau und meinen Kindern bin, dann gibt es da ganz andere und wichtigere Dinge, um die ich mich kümmern muss. Dann bin ich Daddy und ganz bestimmt kein Rockstar. Aber es ist schon geil, wenn man von der Musik leben kann und nicht einem normalen Job nachgehen muss. Natürlich bin ich glücklich, dass ich in solch einer Situation bin, aber als Rockstar fühlt sich bei uns keiner, glaub ich.
Jon: Das ist auf jeden Fall ein Privileg, dass wir von der Musik leben können. Das schaffen heute nicht viele Bands und schon gar nicht in Dänemark. Wenn wir alle noch Jobs hätten, neben den ganzen Touren und sonstigen Arbeiten, die für Volbeat anstehen, dann hätten wir innerhalb eines Jahres wohl den Löffel abgegeben oder wären massiv auf Drogen. Ich wach aber bestimmt nicht morgens auf und spiel an mir rum, weil ich so ein geiler Rockstar bin (lacht). Wir fahren keine großen Autos, kaufen keine großen Häuser oder können sonst irgendwie in der Gegend rumprotzen. Wir können unsere Rechnungen bezahlen und unsere Mädels hin und wieder zum Essen ausführen und dafür bin ich sehr dankbar. Außerdem haben wir keinen langweiligen 9-17 Uhr-Job. Wir arbeiten von 22:00 bis äh ... 23:30, das muss reichen (lacht).
Was macht ihr denn auf Tour, um euch zu unterhalten?
Anders: Puh, warten, Filme schauen, Filme suchen.
Jon: Oft im Netz surfen. Manchmal versucht man auch, ein wenig in der jeweiligen Stadt auszugehen und sich ein paar Sachen anzuschauen. Allerdings sind die Clubs auch oft irgendwo außerhalb und du hast keine Ahnung, wo du bist und wie du in die Zivilisation zurück kommst, ohne dich gnadenlos zu verlaufen. Also landest du im Endeffekt wieder im jeweiligen Club oder im Bus und schaust dir 'nen Film an oder liest ein Buch. Es ist jedenfalls scheiße langweilig.
Euer Deal mit Mascot Records ist ja jetzt ausgelaufen. Da haben doch bestimmt schon diverse, große Labels bei euch angeklopft.
Jon: Klar, auf jeden Fall, aber das kratzt mich eigentlich überhaupt nicht. Wir haben Leute, die sich damit auskennen und auseinandersetzen, mit denen gehen wir das zu gegebener Zeit durch. Wir haben da ja überhaupt keine Eile, irgendwas zu unterschreiben. Das Album ist gerade erst auf den Markt gekommen, und wir schauen, dass wir das so gut wie möglich präsentieren. Alles andere kann warten.
Anders: Mir ist das auch alles relativ egal und ich bin froh, dass ich mich mit den ganzen Tonnen an Papierkram nicht rumschlagen muss. Das meiste davon versteht man eh nicht, weil es komplett in Juristensprache verfasst wurde. Da blickt kein normaler Mensch durch.
Das letzte Mal hab ich euch diesen Sommer auf dem Rock Hard-Festival gesehen. Das ganze Amphitheater war auf den Beinen, und auf den Rängen gab es sogar eine Polonaise! Das war der Wahnsinn – und dann mussten Paradise Lost nach euch ran …
Anders: (lacht sich halb schlapp) Die kamen danach zu uns an und meinten: "Scheiße Jungs, ihr habt es uns verdammt schwer gemacht, nach euch zu spielen." Das war wirklich eine Scheiß-Situation für die.
Jon: Ja, aber für uns war das echt ein guter Tag. Das Wetter war fantastisch, die Leute richtig gut drauf, der Sound war toll. So kann es wegen mir eigentlich immer laufen (grinst). Wir haben einfach unseren Spaß auf der Bühne und der springt an solch einem Tag natürlich wie von selbst auch auf das Publikum über. Wenn du irgendwann auf der Bühne stehst und keinen Spaß mehr daran hast oder an den Leuten mit denen du spielst, dann merken das auch die Zuschauer und bleiben irgendwann einfach weg.
Anders: Das denke ich auch. Bislang haben wir aber noch jede Menge Spaß und ich will mal hoffen, dass das noch so bleibt.
Jon: Ich auch. Zumindest noch bis morgen (grinst)
Ich hab gelesen, dass Michael vom neuen Metallica-Album schwer begeistert ist. Was ist eure Meinung dazu?
Jon: Naja, ich würde sagen, dass "Death Magnetic" das beste Metallica-Album seit dem "Black Album" ist.
Was an sich noch nicht viel heißen muss …
Jon: Das ist richtig (lacht), aber ich denke auf der Scheibe sind ein paar richtig gute Songs. Die ersten zwei gefallen mir sehr gut, und der letzte, "My Apocalypse" ist ein echter Killer! Aber es sind auch einige Sachen drauf, die mir gar nichts geben, und genau wie auf dem "St. Anger"-Album sind mir die Songs zu lang.
Da sagst du was. Nach drei Minuten ist in jedem Song auf "St. Anger" alles gesagt.
Jon: Exakt. Die meisten Songs werden nach drei, vier Minuten langweilig. Wenige begeistern fünf Minuten lang.
Anders: "Stairway To Heaven" ist die Ausnahme!
Jon: Das ist deine Meinung, nicht meine (grinst), aber abgesehen davon, ist es das beste Album seit Jahren. Wir haben sie in Belgien gesehen und live sind sie nach wie vor unschlagbar. Sie haben ihren Spaß auf der Bühne und funktionieren gut zusammen.
Da bin ich absolut deiner Meinung, aber mal als Drummer: Was sagst du zu dem Sound? Und jetzt sag nicht, er sei besser als auf "St.Anger!"
Jon: Hahaha, na klar ist er das, aber die Drums auf "St. Anger" waren ja auch ein einziges Fiasko. Aber was solls. Lars macht, was er macht und ich mach, was ich mache. Das einzige, was ich weiß ist, dass es sich falsch anhört, wenn nicht Lars bei Metallica spielt. Ich hab ein Bootleg von der Show in England, als Dave Lombardo und Joey Jordison für ihn eingesprungen sind. Beides phantastische Drummer, aber es klang irgendwie falsch. Lars hat seinen eigenen, besonderen Stil, der einfach zu Metallica passt - mehr muss man eigentlich nicht dazu sagen.
| Fr | 31.05.2013 | Volbeat Berlin (Wuhlheide) | |
| Fr | 07.06.2013 | Volbeat Rock Am Ring (Nürburg) | |
| Sa | 08.06.2013 | Volbeat Rock im Park (Nürnberg) | |
| Fr | 05.07.2013 | Volbeat DK-Roskilde Festival (Roskilde) | |
| So | 21.07.2013 | Volbeat CH-Gurten Festival (Bern) | |
| Sa | 17.08.2013 | Volbeat Rock'n'Heim (Hockenheim) | |
| So | 18.08.2013 | Volbeat Rock Im Pott (Gelsenkirchen) |
18,99 €
17,99 EUR
18,99 €
11,99 €
11,99 €
11,99 €
26,99 €
14,99 EUR
30,99 €
16,99 EUR
| Thema | Posts | Letzter Beitrag | |
|---|---|---|---|
| {ersteller.avatar} |
{thread.titel} {ersteller.name} |
{thread.antworten} |
{letzter.zeit} {letzter.name} |
|
Beste Songs - Lieblingssongs? Nebolous |
1 |
29.10.09, 07:34 Nebolous |
|
|
Konzerte!? neuhier |
7 |
28.10.09, 14:50 Nebolous |
|
|
Volbeat - Elvis metal vom feinsten! King Elvis |
11 |
27.10.09, 10:04 Nebolous |
Format
Homepage: