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Florian Weber (Schlagzeug), Rüdiger Linhof (Bass) und Peter S. Brugger (Gitarre, Gesang), so heißen die Deutschrocker einer Formation, die auf den seltsamen Namen Sportfreunde Stiller hört. Unweigerlich fragt man sich: Wie kommt man wohl auf so einen sonderlichen Bandnamen?
Taufpate ist Hans Stiller, Trainer beim Bezirksligisten SV Germering. Er muss, da die Jungs ganz offensichtlich sehr fußballbegeistert sind, als Namensgeber herhalten. Fantechnisch stehen die Sterne der drei nicht gerade gut. Während Rüde und Flo 60er sind (also: Fans des TSV 1860 München), ist der Peter ein überzeugter Bayer.
Über den Weg laufen sich die Musiker 1997 und wollen eigentlich nur so zum Spaß spielen. Dass es nicht dabei bleibt, liegt nicht zuletzt an Marc Liebscher, der die Band ob ihres Potenzials zum Weitermachen überredet.
Die Sportfreunde haben am Gitarrenpop mit Indierock-Einschlag Gefallen gefunden, den man, wenn man auf Schubladen steht, am ehesten mit Tocotronic oder den Sternen vergleichen könnte. Allerdings gehen ihre Texte nicht so sehr in die (pseudo-)philosophische Tiefe wie die der Tocos, sondern behandeln die alltäglichen Dinge des Lebens frei von der Leber weg. Gute Laune ist bei den Sportis nicht Pflicht, aber ein gern gesehenes Utensil.
Ihre erste EP "Macht Doch, Was Ihr Wollt, Ich Geh Jetzt" beinhaltet mit "Wunderbare Jahre" und "Kleines Geheimnis" Songs, die schon vorher öfter im Radio zu hören waren, obwohl die Sportfreunde offiziell noch keinen einzigen Ton veröffentlicht haben. Nach der zweiten EP "Thonträger" werden die großen Plattenfirmen auf die drei Münchner aufmerksam. Motor erhält den Zuschlag.
Im Frühjahr 2000 erscheint mit "So Wie Einst Real Madrid" der erste Longplayer der Stillers, der wohlwollend aufgenommen wird. Das Album, dessen Titel auf einen fußballerischen Fangesang anspielt, birgt Indierockperlen wie "Fast Wie Von Selbst", "Heimatlied" oder "Wellenreiten '54", letzteres der erste Song der Sportfreunde, der öfter auf MTV läuft.
Mit der befreundeten Band Readymade spielen die Sportfreunde mehrere EPs ein, auf denen sie Popklassiker wie The Cures "Friday I'm In Love" und sich selbst oder gegenseitig covern.
Die zum Erstling gehörende Tournee gerät zum Erfolg, vor allem weil sich SF Stiller mit ihrer warmherzigen Art in die Herzen der Konzertgänger rocken.
Anfang 2002 erscheint ihr zweites Album "Die Gute Seite", mit dem sie auch wieder Konzerte und Festivalgigs spielen. "Kompliment" und "Komm Schon" erringen kleinere Charterfolge.
Zur Verfilmung des Stuckrad-Barre-Romans "Soloalbum" steuern die drei Münchener den Song "Ans Ende Denken Wir Zuletzt" bei. Während sie im Herbst 2003 in Spanien ihr neues Album einspielen, erscheint die DVD "Ohren Zu Und Durch".
Mit dem 2004er Album "Burli" bleibt fast alles beim Alten. Das wollen die Sportfreunde ... und irgendwie ist es auch gut so. Im selben Jahr veröffentlichen sie ihr Monster-Konzert aus der Münchner Olympiahalle: "Live" ist ein Muss für jeden Fan der Truppe.
Das Jahr 2006 läutet vollends die Ära der Zweitbands bei den Sporties ein. Flo haut zusammen mit seinen Musikerkumpels von The Notwist und Cosmic Casino sowie seinem Bruder Jörg unter dem Namen Bolzplatz Heroes ordentlich auf die Pauke. Bemerkenswert, dass der Sportfreunde-Drummer dieses Mal nicht hinter den erwähnten Trommeln sitzt, sondern sich mit Gitarre und gut geölten Stimmbändern an den Bühnenrand wagt.
Zur selben Zeit, am selben Ort wagt Peter ein Klangexperiment. Auch er packt seinen Bruder mit ins Boot auf dem in glitzernden Lettern TipTop steht. Unter der Allzweckwortschöpfung (Bandname, Albumtitel und erste Single) produzieren Beau Frost, das neue zweite Ich des Gitarristen, und Olli Parton allerlei Schräges von trashigen Discobeats bis zu volksmusikalischen Innovationen.
Doch auch das sportive Trio schmiedet an neuem Material. Bis der versprochene Soundtrack zur Fußball-WM "You Have To Win Zweikampf" im Mai 2006 erscheint, vertreiben sich die Sportfreunde ihre Zeit vorzugsweise in Theatern und anderen Kulturinstitutionen. Dort helfen Rüde und Peter ihrem Schlagzeuger, seinen ersten Fußballmusikroman "You'll Never Walk Alone" vorzustellen. Bis Mitte Mai sind die Jungs im Rahmen dieser Lesetour unterwegs.
Völlig überraschend mausert sich die Single-Auskopplung "'54, '74, '90, 2006" während der WM zum ersten Riesenhit der Band. Der daraus entstehenden Gefahr, als reine Fußball-Combo abqualifiziert zu werden, tritt das Trio im August 2007 mit seinem Album "La Bum" entgegen: Die elf darauf enthaltenen Songs behandeln ausschließlich Themen um das Leben und die Liebe.
Mit Gastmusikern wie Udo Jürgens, The Subways und Meret Becker nehmen die Sportis Anfang 2009 für MTV ein "Unplugged"-Album auf und treten damit in große Fußstapfen (Nirvana, Fanta 4). Auch wenn die Aufnahmen für "MTV Unplugged In New York" eigentlich in den Bavaria Studios in München stattfanden, wie Flo Weber im Interview erläutert:
"Nach ewig langer Location-Suche für die Aufnahmen kam uns diese Straßen-Kulisse in den Bavaria Filmstudios in München ganz recht, die uns die Möglichkeit gab, zwar an einem Ort, aber auf drei verschiedenen Bühnen zu spielen. Vor einem Haus, auf einem Baugerüst und dann noch mal vor einer Werkstatt. Neuartig ist, dass es fließende Übergänge bei den Liedern gibt und sich gleichzeitig die Kulisse ändert.
Noch dazu haben wir versucht, das Ganze filmisch darzustellen, indem wir in verschiedene Rollen geschlüpft sind. Wir haben uns für jede Musikergruppe Kleider ausgedacht. Wir selbst haben so Gangster-mäßige Lederjacken angehabt, die Bläser waren Bauarbeiter, die Geigerinnen waren Stewardessen und der Chor war eine Straßengang mit Baseballjacken."
Besonders lobenswert ist sicherlich das politische Engagement der Sportfreunde. Bereits während der Tour zu "La Bum" Ende 2007 erprobt man die Livetauglichkeit des neuen Protestsongs "Antinazibund". Kurz darauf gründen die Sportis gemeinsam mit Laut gegen Nazis und der Amadeu Antonio-Stiftung die dazugehörige Initiative gegen Rechts.
Der Plan: Die Bevölkerung auf die Gefahr des Rechtsradikalismus aufmerksam machen. Zu diesem Zweck will man etwa die Bewohner der Orte Berlebek (Nordrhein-Westfalen) und Finowfurt (Brandenburg), die unter Nazi-Übergriffen zu leiden haben, unterstützen. In beiden Städten gibt es deshalb exklusive Anti-Nazi-Konzerte.
Nachdem sich die bekennenden Fußball-Liebhaber für eine längere Pause von knapp vier Jahren entscheiden, melden sie sich 2013 mit frischem Material zurück. Im Mai präsentieren die Sportfreunde ihr sechstes Studioalbum mit dem Titel "New York, Rio, Rosenheim".
Das äußere Erscheinungsbild mag die drei Jungs nach ihrer Auszeit zwar erwachsener aussehen lassen, jedoch bleiben die Deutschrocker ihrem Stil stets treu und unterstützen den Fußball auch weiterhin mit Gute-Laune-Hymnen ihrer Art.
Flo Weber über die "Unplugged"-Sessions mit Udo Jürgens und The Subways.
Die Sportfreunde Stiller wagen sich auf neues Terrain und haben ein Akustik-Album aufgenommen, "MTV Unplugged in New York". Ihre Gastmusiker sind so spannend wie unterschiedlich: Udo Jürgens, The Subways und Meret Becker. Doch das sind nicht die einzigen Besonderheiten bei diesem Projekt.
Hervorragend. Das Wetter spielt mit, und so findet das Interview mit Drummer Florian Weber von den Sportfreunden in frühlingshafter Atmosphäre auf der Terrasse des Münchner Cafés Volksgarten statt. Bassist Rüdiger Linhof kann leider aus familiären Gründen nicht dabei sein. Sänger und Gitarrist Peter Brugger gibt gerade ein Telefoninterview, verpasst es aber nicht, ganz alte Schule, nebenher zumindest bei der Begrüßung lächelnd die Hand zu geben. Flo Weber ist bei bester Laune.
Sich als erst sechste deutsche Band bei MTV Unplugged neben den Fantastischen Vier, den Toten Hosen und internationalen Größen wie Nirvana, REM oder Eric Clapton einzureihen, kommt doch einer Adelung gleich ... Flo: Das ist der musikalische Ritterschlag (lacht).
Wie kam es denn zu dieser Zusammenarbeit mit MTV?
Das kam für uns schon überraschend. Eines Tages hat MTV uns in ein Hotel nach Berlin bestellt, und wir waren ganz konsterniert, was die wohl von uns wollen. Da haben sie uns dann diese Chance unterbreitet, ob wir nicht ein "Unplugged"-Album mit ihnen machen wollen. Im ersten Moment dachten wir, die verwechseln uns mit einer anderen Band. Nach kurzer Überlegung haben wir dann beschlossen es zu machen und es auch sehr gerne getan.
Die insgesamt 26 Songs in eine Akustik-Form zu bringen und überhaupt die gesamte Umsetzung war sicherlich viel Arbeit. Wie lange hat es tatsächlich gedauert, bis aus der Idee ein fertiges Produkt wurde?
Wir haben uns etwa sechs Monate lang musikalisch darauf vorbereitet. Wir wussten, dass wir im Sommer mit den Proben beginnen sollten, um im Dezember die Aufnahmen machen zu können. Das war der Plan. Die Aufzeichnung fand schließlich im Januar statt.
Gibt es denn aus der Unplugged-Reihe Aufnahmen von anderen Künstlern, die euch besonders gut gefallen oder vielleicht sogar inspiriert haben?
Meine Lieblings-Unplugged-Aufnahme ist natürlich Nirvana. Das liegt daran, dass ich in der Grunge-Ära aufgewachsen bin. Meine Freunde und ich waren damals große Flanell-Hemden-Träger, hatten kaputte Jeans an und lange Haare. Das war auch mein erster Kontakt zu der Thematik akustische Konzerte. Wir haben uns natürlich einige Unplugged-Veröffentlichungen anderer Bands angesehen. Wir fanden zum Beispiel die Idee von den Ärzten mit der Rock'n'Roll-Realschule spitze. Aber uns war vor allem wichtig, sich darüber zu informieren, was es alles schon gab, damit wir nicht etwas wiederholen, was andere bereits vorher gemacht hatten.
Was habt ihr euch konkret überlegt, um euch von den Vorgängern abzuheben?
Nach ewig langer Location-Suche für die Aufnahmen kam uns diese Straßen-Kulisse in den Bavaria Filmstudios in München ganz recht, die uns die Möglichkeit gab, zwar an einem Ort, aber auf drei verschiedenen Bühnen zu spielen. Vor einem Haus, auf einem Baugerüst und dann noch mal vor einer Werkstatt. Neuartig ist, dass es fließende Übergänge bei den Liedern gibt und sich gleichzeitig die Kulisse ändert. Noch dazu haben wir versucht, das Ganze filmisch darzustellen, indem wir in verschiedene Rollen geschlüpft sind. Wir haben uns für jede Musikergruppe Kleider ausgedacht. Wir selbst haben so Gangster-mäßige Lederjacken angehabt, die Bläser waren Bauarbeiter, die Geigerinnen waren Stewardessen und der Chor war eine Straßengang mit Baseballjacken. Auch haben wir zum Beispiel Plakate für das Set entworfen, die diese "Acoustic Avenue" zu unserem Spielfeld gemacht haben. Die ganze Atmosphäre war letztendlich unglaublich auflockernd.
Weil dieser Straßenzug sehr nach Brooklyn ausgesehen hat. Und wir hatten uns bereits im Vorfeld auf das Coverlied "Ich war noch niemals in New York" von Udo Jürgens geeinigt. Wir hatten diesen Song schon mal vor vier Jahren live bei einem Konzert ausprobiert, bei dem auch Bläser dabei waren. Und das hat super Spaß gemacht. Gleichzeitig haben wir somit auch eine musikalische Brücke zu der Örtlichkeit geschlagen.
Wie kam die Kooperation mit Udo Jürgens zustande, der bei der Unplugged-Version via Schalte mit euch zusammen "Ich war noch niemals in New York" singt?
Wir sind tatsächlich große Fans von Udo und dem Text. Also haben wir ihm ein Demo-Band von unserer Umsetzung dieses Liedes geschickt. Der hielt das für eine sehr spritzige Version und fand die Vorstellung interessant, damit zwei Generationen zusammenzuführen. Leider hat er bei dem Auftritt selbst keine Zeit gehabt. Aber wir haben uns vorher in einem Münchner Hotel mit ihm getroffen und zwei Stunden lang zusammen daran gearbeitet. Er hat dann noch die Tonspuren aufgenommen, weil wir das Lied in einer anderen Tonart gemacht haben. Zu guter letzt haben wir ihn gefilmt und virtuell zugeschaltet beim Auftritt.
Wie gut kannte euch denn Udo Jürgens, als ihr bei ihm an die Tür geklopft hattet? Wahrscheinlich vor allem von der WM, oder?
Er kannte uns sogar schon vor der WM. Zwei Jahre vorher hatte ein deutscher Fernsehsender nämlich zu seinem 70. Geburtstag eine große Gala geplant. Damals sind wir angefragt worden, ob wir ein Lied von ihm covern könnten. Er wollte wohl ein paar junge Bands bei der Gala dabei haben. Aber leider hatte sich dann rausgestellt, dass wir nicht mitmachen konnten, weil wir gerade auf Tour waren.
Einen weiteren prominenten Gastauftritt haben The Subways aus Großbritannien, mit denen ihr eine englisch-deutsche Version von "Rock & Roll Queen" zum Besten gebt. Seid ihr euch bei einem Festival begegnet oder wie habt ihr eEuch kennen gelernt?
Ganz genau so war's. Wir haben im letzten Jahr ziemlich viele Open-Airs gespielt, auf denen auch The Subways waren. Wir kennen deren beide Alben und haben ihnen gesagt, wie begeistert wir von ihnen sind. Das Konzept für das Unplugged-Album war, neben dem Udo Jürgens-Klassiker und dem Duett mit Meret Becker zu "(Tu nur das) was dein Herz dir sagt", die aus dem Theaterbereich kommt, auch etwas Rockiges, Modernes einzubauen. Dazu hatten wir Songs von Weezer, The Smashing Pumpkins und The Subways in der engen Auswahl und uns schließlich für letztere entschieden. Ich war dann auf dem Konzert in München und habe mit ihnen gesprochen. Daraufhin haben sie gesagt, "let's have some fun". Einen Tag vor dem Auftritt kamen The Subways nach München, haben eine Stunde geprobt und das hat gepasst.
Bei der Aufzeichnung hatte Sänger Billy Lunn Probleme mit dem deutschen Text. Erst nach mehreren Anläufen hat es geklappt ...
Dazu gibt es einen Hintergrund. Billy hat den deutschen Text ja selber schon unzählige Mal auf den Konzerten in Deutschland gesungen. Aber bei der Aufzeichnung wollte er uns überraschen und singen "Du bist die Sonne, du bist Sportfreunde Stiller". Aber er konnte die schwierigen deutschen Wörter "Sportfreunde Stiller" nicht unterbringen. Im Nachhinein ist das total lustig. Diesen Verhaspler haben wir jetzt auch drauf gelassen auf der DVD.
Da hatten wir uns schon darauf eingestellt. Es waren alleine sieben Kameras am Start. Auch musste man damit rechnen, dass unsere Darbietung vielleicht mal nicht ganz hinhaut. Aber da wir bei Live-Konzerten ebenfalls immer ganz spontan sind, hatten wir keine Angst davor. Wir haben dann bei der Aufzeichnung solche Momente aufgefangen, indem wir nicht geplante, die Situation betreffende Lieder gesungen haben. Einmal ist zum Beispiel der Bass ausgefallen und dann kam unser Mischer und wollte den Bass mit dem Lötkolben reparieren. Daraufhin haben wir den Song "Lötkolben Harry" erfunden. Da ist das Publikum voll mitgegangen. Solche Sachen werden auf dem Bonus-Material der DVD zu sehen sein.
Du hast die Aufnahmepausen auch genutzt, um das Publikum mit improvisierten Zaubertricks bei Laune zu halten. War das die lang ersehnte Chance, sich mit sagenhaften Illusionskünstlern wie Hans Klok zu messen?
Ich sehe mich eher auf der Ebene mit Vincent Raven (lacht).
Oh, toll!
Wegen seiner Frisur, die ist das Beste an ihm. Auf jeden Fall kann ich aus einem Handtuch ein Paar Schuhe herzaubern. Und natürlich vieles mehr. Zum Beispiel den Schnurtrick. Aber das kann ich ja nicht alles jetzt offenbaren.
Jetzt zu einem ganz anderen Thema. Es gab einst Verstimmungen zwischen eurem Management Blickpunkt Pop und laut.de, weil unser Redakteur euer Album "You Have To Win Zweikampf" hart kritisiert hatte. Einige Zeit später habt ihr bzw. das Management einer möglichen Kollaboration eine Absage erteilt. Tut ihr euch schwer mit unliebsamer Kritik?
Ich habe jetzt nicht mehr so gut in Erinnerung, was da genau vorgefallen ist. Normalerweise sind wir nicht so schnell eingeschnappt. Gerade mit dem Fußball-Album haben wir generell einiges einstecken müssen. So lange die Kritik sich auf das Musikalische bezieht, ist das völlig in Ordnung. Aber manchmal wird es sehr persönlich und dann müssen wir uns auch irgendwie schützen. Es passiert beispielsweise immer mal wieder, dass uns Musikmagazine auf sehr unsachliche Art kritisieren und bloßstellen. Dass sie uns vorwerfen, wir würden nur auf Mainstream und Ausverkauf setzen. Im nächsten Moment wollen sie dann aber wieder mit einem zusammenarbeiten, weil sie sich durch einen Song auf einem Sampler oder dergleichen einen Profit erhoffen. Und das finden wir scheiße. Aber wir müssen den Vorfall von damals zwischen laut.de und uns jetzt auch nicht mehr breit treten. Ist ja schon länger her.
Ok. Wie sehen eure weiteren Pläne nach der Veröffentlichung der CD und DVD von "MTV Unplugged in New York" aus?
Wir werden eine musikalische Schaffenspause einlegen. Wir wollen unsere Gehirne auffrischen, Kreativität sammeln, neue Geschichten kennen lernen, um dann wieder Themen zu finden, über die man reden kann. Habt ihr euch eine Grenze gesetzt, wie lange die Pause dauern soll?
So etwas wollen wir jetzt gar nicht mehr terminieren. Seit es uns gibt, sind wir immer wieder unter Termindruck geraten, egal ob es ein Album oder eine Tour betraf. Wir wollen erst wieder ins Studio gehen, wenn wir sagen, so, jetzt haben wir dreißig Lieder, die alle sehr gut sind. Wann das sein wird, kann man noch nicht sagen. Aber der Fan muss sich keine Gedanken machen. Wir kommen wieder.
"MTV Unplugged in New York" erscheint am 22. Mai.
Der Sportfreunde-Ableger über den Tiptop-Tanzschritt, Angela Merkels Optimismus, Stefan Raab und die Wok-WM.
TipTop vertreiben die musikalische Endzeitstimmung aus den Charts. Olli Parton sprach mit uns über Angela Merkel, die Schminkgewohnheiten seines Bruders Beau Frost (Sporti Peter Brugger), Stefan Raab und die Wok-WM.
Nach den Bolzplatz-Heroes öffnet nun der zweite Ableger ein neues Kapitel in Sachen Sportfreunde Stiller-Sound. TipTop heißt das trashige Pop-Nebenprojekt von Sportis-Sänger Peter Brugger, das bei Stefan Raabs Bundesvision Song Contest für Bayern an den Start ging.
Auf eurer Homepage schreibt ihr, dass TipTop sich beim "Kleinigkeiten shoppen kennengelernt und eine abstammungstechnische Kongruenz festgestellt" haben ... Woran hast du deinen Bruder eigentlich erkannt?
Olli: Ich weiß auch nicht. Das muss irgendwie an seinem Kaufverhalten gelegen haben. Da habe ich erkannt: "Boah, das is' ja mein Bruder, ey!" Wir hatten natürlich vorher schon bestimmte Hinweise, aber als wir dann shoppen waren, haben wir uns erst mal richtig kennengelernt. Es gibt ja einen Unterschied zwischen 'kennen' und 'kennen'. Du denkst, du kennst jemanden und gehst einmal mit ihm shoppen und hast auf einmal ein ganz anderes Bild von dem Menschen.
Was machst du, wenn du nicht gerade im TipTop-Bus durch das All fliegst? Was bist du von Beruf?
Ich würde mal sagen: Musiker. Künstler. Brauchst du jemanden, ey, rufst du Olli Parton an, ey!
Habt ihr beiden noch mehr Geschwister?
Ja, wir haben noch eine Schwester. Und einen Bruder. Der heißt N.D. Sicher und ist eigentlich auch ein Teil von TipTop.
Aber mit auf die Bühne nehmt ihr ihn nicht?
Nein, aber er ist durch eine Brüder-Zugehörigkeit quasi ständig präsent. Der muss dafür sorgen, dass alles sicher ist. Sicherer Auftritt und so weiter. Der checkt das immer alles.
Wie kommt es, dass ihr euch als Brüder beide der Musik widmet?
Keine Ahnung, vielleicht ist man als Kind in so ne Notensuppe gefallen. So was kommt vor, ey. Ich nehme da zum Beispiel Mozart. Der hatte ja auch eine Schwester, die musikalisch sehr begabt war.
"TipTop" ist ja eigentlich nur ein Stück von unserem Album, da kann man noch ganz verschiedene Sachen drauf hören. Im Fall von "TipTop" ist es natürlich Absicht. Man will ja seine eigenen Kriterien erfüllen und bastelt so lange daran rum, bist es geil ist. Und dann stehst man da und denkt: "Um Gottes Willen, was habe ich denn da jetzt für ein Lied." Und dann musst man sich natürlich überlegen: "Sind die Massen dafür bereit?"
Und, sind die Massen bereit?
Die Massen haben auf diese Band gewartet. Das Land braucht mehr TipTop, das Land braucht überhaupt mal TipTop. Man kann ja schon fast ein gewisses Depri-Grundfeeling in der Hitparade feststellen. Alle Bands sind verzweifelt, haben einen langen steinigen Weg und solche Geschichten. Dagegen muss man doch irgendwas unternehmen. Da kommt der neue Optimismus, den man momentan auch in der Politik findet.
Ach ja? Eigentlich wird doch immer noch rumgejammert ...
Olli: Aber unsere neue Kanzlerin zum Beispiel, die hat gesagt: "Hey, da müssen wir was machen. Nicht nur was ausdenken, auch mal realisieren!"
Und du glaubst, mit Angela Merkel wird alles gut?
Ey, hab ich das gesagt, oder wie? Leg mich hier nicht falsch aus! Das war nur ein Beispiel dafür, dass andere eine ähnliche Kampagne fahren. Andere Bands, so wie Angela halt.
Was haben wir bei all dem ganzen Optimismus vom Album zu erwarten?
Erst einmal ist sonst überhaupt nichts wie unser erstes Lied. Natürlich haben die anderen Lieder auch Texte und Melodien, insofern sind sie natürlich so wie "TipTop". Aber man darf sich zum Beispiel auf Country freuen, wir haben auch wunderbare Balladen und Texte am Start, bei denen Heinrich Heine sagen würde: "Das ist wirklich interessant."
Warum seid ihr beim Bundesvision Song Contest für Bayern angetreten? Was schätzt ihr an eurem Heimatbundesland?
Wir dachten uns einfach: "Hey, wie geil, am Tag darauf kommt unsere Single raus, und da können wir uns wunderbar dem ganzen Deutschland präsentieren." Ach ja, und Bayern. Da stand eben unsere Wiege, und wenn man gefragt wird, tritt man halt für seine Heimat an. So ist das ja organisiert.
Also alles nur Promo für die Single?
Es ist ein geiler Auftritt. Und wenn du Musik machst, willst du ja auch auftreten. Je größer, um so besser. Was hältst du von Stefan Raab?
Ich kann nur sagen: "Stefan, vielen Dank." Stefan hat einfach die Zeichen der Zeit richtig gedeutet und hat TipTop eingeladen. Stefan Raab organisiert auch solche Spektakel wie die Wok-WM und das Promi-Springreiten. Kannst du dir vorstellen, bei so einem Event teilzunehmen?
Ich bin zwar wahnsinnig cool, aber auf einer komischen Pfanne irgendwo runter zu rutschen oder in einer Badehose von so einem Ding ins Wasser runter zu springen, das muss ich nicht unbedingt haben. Ich weiß nicht, wie Beau Frost darüber denkt. Er kommt ja von der Sportfraktion, vielleicht fährt er ja drauf ab. Ha, ist ja lustig! Auf dem Wok voll abfahren, oder was!
Wo wir gerade von Beau Frost sprechen: Warum entfernt er sich deiner Meinung nach mit TipTop stilistisch so extrem von den Sportfreunden Stiller?
Vielleicht ist da ja eine andere Persönlichkeit, die in ihm steckt, würde ich vermuten. Vielleicht hat die mit TipTop jetzt gerade ihr Coming Out.
Man darf uns mit so kleinen puscheligen Tieren vergleichen, die da so überall rumliegen. Wo die Leute gerne hingehen und ein bisschen "Eieiei" machen. Musikalisch vielleicht mit einer mittelafrikanischen Folkloregruppe. Gar nicht vergleichen darf man uns mit einem Haufen Scheiße oder so. Wer hat euch beide eigentlich gestylt, ihr selbst?
Klar, Spieglein an der Wand und so.
Wie sieht es mit der Schminke aus? Kann Beau Frost mit seinem Kajal umgehen, oder ist ihm das noch zu riskant?
Ich habe ihm ein kleines Anfänger-Set gekauft. Es sieht zwar immer noch so aus, als wäre er irgendwo reingefallen, aber er arbeitet dran. Und ich gebe ihm fleißig Ratschläge. Zum Video: Was macht ihr eigentlich mit so vielen Mädels im Bus?
(Lacht) Ich habe keine Ahnung. Das muss am Bus liegen, der um die Erde kreist und dabei seine Schallwellen aussendet. Die Mädels werden da einfach irgendwie angesaugt. Was machen wir mit denen? Wir geben denen was zu Essen und zu Trinken, aber sonst Fun, Fun, Fun halt.
Damit meinst du wahrscheinlich eure Choreographie. Hat sich der Move schon in den Tanzlokalen durchgesetzt?
Da ich ja normalerweise nicht durch Diskotheken ziehen, habe ich keine Ahnung. Aber ich glaube, die Tanzschule von Detlef D. Soost bietet den TipTop-Tanzschritt schon deutschlandweit an. Zumindest wird sich der Tanz in Zukunft für die Sechs- bis Zwölfjährigen etablieren. So, Schluss jetzt. Was willst du den Menschen da draußen noch Wichtiges mitteilen?
TipTop ist top!
Ich freue mich. Sportfreunde interviewen ist immer ein Spaß. Da darf man die ganze Zeit dumm lächeln, laut lachen, auch mal ein Fragezeichen aufs Gesicht kriegen. Oder man hört einfach den Dia- und Monologen der nettesten Gesellen der deutschen Musiklandschaft zu.
Flo: Mikrofontest, eins zwei, laut.de ... Also Rüde, wir haben jetzt das Konzept erstellt, dass ich dich interviewe. Wir befinden uns hier bei Bennie-Lauth.de. Wie zu erwarten ist natürlich die erste Frage, warum das neue Album "Burli" heißt. Erklär das doch mal kurz für unsere Leser oder Hörer.
Leser!
Rüde: Leser! Laut.de - '.de' ist kein Radio!
Flo: Doch, da gibt's einige Radios mit .de
Rüde: Echt?
Sagt bloß, ihr kennt laut.de nicht!? Ich bin entsetzt;)
Flo: Natürlich, ich tippe da oft unser altes Album hoch.
Rüde: Bitte, stell doch deine erste Frage.
Ok, nicht zum Namen, sondern zum Entstehungsprozess. Macht ihr beim dritten Album was anders als beim ersten? Und wenn: Was macht ihr anders?
Rüde: Es war beim dritten Album so, das es zunächst Anlaufschwierigkeiten gab, also prinzipiell, dass ... genervt och Mann, Flo, du darfst mich jetzt nicht ablenken ...
Flo: Ich will doch nur fragen, ob ihr was trinken wollt. Schmollt ein bisschen und macht dazu eine Unschuldslamm-Miene.
Rüde: Also, wie wir rangehen. Im Endeffekt gehen wir genau so ran, wie sonst auch. Jeder schreibt Lieder und gibt Textbeiträge, und dann verfeinern wir die hoffnungsfrohen Ideen. Im Endeffekt hatten wir 30 Lied-Ideen, wovon zwölf auf dem Album gelandet sind. Jeder schreibt. Flo und ich schreiben verstärkt und steuern verstärkt Ideen bei. Peter ist nach wie vor der Sänger, derjenige, der die Texte so auf den Punkt bringt, dass wir's super finden. Flo hat nen riesen Textausput lacht Ausput, hehehe! Ja und ich schreib auch.
Flo: Ja, ich hab ein riesen Textoutput, aber was man davon verwerten kann, das reduziert sich auf eine kleine Summe.
Ich hab auch gelesen, dass es ein wenig Schwierigkeiten gab bei den Aufnahmen!?
Rüde: Es gab Kommunikationsschwierigkeiten mit der Plattenfirma, die einerseits wir verschuldet haben, indem wir uns zu sehr unter Druck gesetzt haben, mit Terminen, die wir nicht einhalten konnten. Aber die Plattenfirma hat uns auch sehr unter Druck gesetzt, wir sollten schnell aufnehmen, alles nur wegen Umsatzzahlen. Die haben auf unsere Sachen nicht sehr wohlwollend reagiert, die waren sehr darauf bedacht, das schlecht zu reden, was wir machen, damit sie im Nachhinein sagen können entweder: Es ist gut geworden, weil sie uns unter Druck gesetzt haben, oder es ist schlecht geworden, genau so, wie sie's gesagt haben. Das ist eine recht unfeine Art und Weise der Kritik gewesen. Undifferenziert. Aber letztendlich brauchen wir dem nicht so viel Wert beimessen. Im Ganzen sind wir sehr zufrieden mit dem, was rausgekommen ist, Schwamm drüber!
Habt ihr da irgendwie drauf reagiert, oder habt ihr einfach gesagt, wir machen weiter.
Flo: So war's. Wir haben uns zusammengesetzt und waren uns einig, dass wir eine absolute Einheit bilden und bandintern sehr stark zusammenhalten müssen, um das, was wir uns vorgenommen haben, durchzusetzten. Und wir waren uns bewusst, dass die Lieder, die wir für die Demos zusammengestellt haben, absolut top und super sind. Mit Ellenbogen haben wir uns zwei Monate durch die Aufnahmen gekämpft, um dann im Endeffekt von allen Seiten Schulterklopfen zu ernten. Also war die Einheit, die uns als Band prägt, so groß wie nie zuvor.
Ich beginne meine Frage, doch mitten rein piepst Rüdes Handy.
Flo: Bei dir piept's wohl!
Rüde verteidigt sich: Tut mir leid, aber ich muss, das ist saudringend!
Flo: Bitte, dann stell mir die Frage!
Ich finde, eure Musik hört sich im Grunde immer gleich an. Finde ich ein bisschen schade.
Flo: Aber was hast du erwartet?
Irgendwie nicht, dass es so sehr ähnlich wird.
Rüde: Also ich finde schon, dass es Unterschiede gibt. Vom Sound her kracht's mehr. Letztendlich sind wir natürlich die Sportfreunde geblieben. So einen konzeptionellen Bruch, das können wir uns nicht leisten.
Wollt ihr euch nicht leisten oder könnt ihr nicht?
Rüde: Habe ich jetzt keinen Bock drauf, weil ich sehr zufrieden mit dem bin. Und das können wir auch nicht. Wir machen die Lieder sehr aus dem Bauch heraus. Wir schreiben einfach über das, was uns bewegt und machen uns kein Konzept, über was wir im einzelnen singen wollen.
Ich setze zur neuen Frage an, da meldet sich Flo zu Wort
Flo: Ich will dazu noch was sagen: Es ist nämlich auch immer ziemlich einfach zu sagen, jetzt machen sie das gleiche wie davor ... Denn einen wirklichen Umbruch haben musikalisch nur wenige Bands geschafft. Ich möchte da eigentlich nur The Notwist erwähnen.
Radiohead?
Flo: Ja, genau, Radiohead. Da geht's schon mal weiter. Das ist für mich ein absolutes Negativbeispiel. Gott sei Dank ist Musik subjektiv, aber da finde ich es schade, dass die versucht haben, was Experimentelles aufzuziehen, um sich dann in Belanglosigkeit zu verlieren, aber ...
Rüde: Belanglosigkeit ...
Flo: Meine subjektive Auffassung von dem neuen Zeug.
Wir diskutieren ein wenig über Radiohead und werden uns einig, dass Kid A den Tiefpunkt ihres musikalischen Schaffens dargestellt hat.
Flo: Noch sei erwähnt, dass wir absolute Neuheiten auf der Platte haben, wie ein Gitarren-Solo und annähernd ein Schlagzeug-Solo. Das musst du dir auch mal ganz genau vor Augen führen!
Das muss ich mir noch mal ganz genau anhören!
Flo: So ganz krasse Sachen, wie "Erste Wahl" hatten wir früher auch nicht, so ein deutliches Zeichen der ...
So einen deutlichen Toten Hosen-Einschlag ...
Flo: Kann man durchaus feststellen, finde ich auch absolut OK. Aber das ist auch ein bisschen unsere Entstehungsgeschichte und unser Standpunkt, auf lustige Art und Weise dargestellt.
Rüde: Was bei dem Album für mich tatsächlich im Vordergrund stand, war die Spielfreude. Wir haben riesen Spaß gehabt beim Proben von dem ganzen Zeug. Wir haben uns freier von der Seele gespielt, und ich finde, das hört man auch. "Erste Wahl" ist zum Beispiel ein Stück, das völlig in diese Richtung geht. Wo wir halt im Proberaum nur noch totalen Spaß hatten und lachen mussten. Es geht natürlich sehr krass in so eine proletige Richtung. Bei dem Lied halt proletig, bei einem anderen Lied nachdenklich. Uns ist wichtig, dass alle Seiten von uns auf dem Album vertreten sind.
Wir reden darüber, ob man das neue Album nur laut oder auch leise gut anhört. Dabei erwähnen sie ihren Song mit Roque Santa Cruz. Und, jeder Bayern-Fan wird mich dafür hassen, ich hake nicht nach. Hätte Kollege Johannesberg nicht so weit weg gesessen, um sein Abendbrot zu genießen, er wäre wohl dazwischen gegangen. Außerdem pöbeln mich die Sportfreunde an, ich solle nicht die ganze Zeit "so überkritisch" sein.
Rüde: Jetzt reicht's langsam! Müssen beide lachen
OK, dann kann ich ja jetzt noch sagen, dass der Albumtitel bescheuert ist ... Nein, so schlimm ...
Rüde: Doch! Kannst du gerne sagen!
Naja, so schlimm ist er nicht. Aber als ich ihn das erste Mal gehört habe, dachte ich: Was soll das denn?
Flo: Schon wieder was Neues! Anscheinend haben sie begonnen, die Reaktionen auf den Titel zu sammeln. Ein zu hinterfragender Plattentitel.
Rüde: Aber das kann man natürlich auch bei der guten Seite.
Flo: Also, "Die Gute Seite" ist eine klare Aussage, "So Wie Einst Real Madrid" ist eine klare Aussage. Und "Burli", da wissen ja viele Leute nicht mal was das ist. Das geht so weit, dass schon manche Leute dachten, das wäre ein englischer Titel.
In meinen Ohren hört sich "Burli" an wie eine Pro7 Teenager-Komödie.
Rüde: Ehrlich?
Flo: Die Burli-Parade, öhm ...
Rüde: Ja "Burli" ist ganz klar: Diese Platte ist unser Kind!
"Burli" ist ja auch was Niedliches!
Rüde: Ja, aber "Burli" ist nichts Schlechtes.
Das sag ich ja auch nicht!
Rüde: Nein nein, ich mein halt bloß so ... aber "Burli" hat schon was verniedlichendes. Aber das heißt nicht, dass die Platte jetzt eine niedliche Platte ist. Für mich zumindest, das ist ja i-m-m-e-r subjektiv!
Deutsche Texte hören sich schnell so "reim mich, oder ich fress dich"-mäßig an. Habt ihr ein Problem damit, dass das sich schneller etwas platt anhört, wenn man deutsch singt?
Rüde: Das ist immer eine Gratwanderung. Wir legen Wert darauf, geradlinige Texte zu schreiben. Und wie ich auch im Privaten darauf Wert lege, dass man mir offen und klar sagt, was man meint, und nicht alles verschachtelt, nur damit's gut klingt. Das kommt doch einfach, weil man der deutschen Sprache näher steht, als der englischen. Wenn du englische Texte übersetzt stellt's dir zum Teil ja auch die Haare zu Berge. Wie gesagt. Ich glaube, das liegt einfach wirklich daran, dass man halt einen sehr direkten und nahen Sprachbezug hat.
Flo: Dem ist nichts hinzu zu fügen, außer dass Texten eine Form von Lyrik ist und Reimen ein Stilmittel. Und falls man Lieder macht, die sich nicht reimen, springt wieder ein anderer aus dem Busch und schreit "Oh Gott". Das wurde uns beim Lied "Wellenreiten" vorgeworfen. Im Endeffekt kannst du's keinem recht machen.
Das war ja jetzt auch nicht als Vorwurf gemeint.
Rüde: Aber du bist kritisch!
Entschuldigung ...
Flo: Du nimmst deinen Job ernst und ich lobe dich hierfür!
Rüde: Du bist auf eine angenehme Art und Weise kritisch, da gibt's auch Kritiker, die unter die Gürtellinie zielen. Puh, da muss ich ja aufpassen, dass ich nicht rot werde.
Rüde: Aber es gibt ja auch sehr wohlwollende und nette Journalisten. Das darf man nicht über einen Kamm scheren. Und wenn uns jeder loben würde, würde ich dem Frieden auch gar nicht trauen. Weil ich hab ja schon Angst gehabt, dass unsere Platte eine Kritikerplatte wird, weil Anfangs so viele Leute meinten, dass ihnen das so gut gefällt, was wir gemacht haben. So ist man halt immer so am Zweifeln.
Ich glaub nicht, dass das ne Kritikerplatte wird. Oh, das kann man missverstehen. Sie gucken mich so komisch an ... schnell zurückrudern! Also, ich meinte jetzt nicht, dass die Kritiker das blöd finden, sondern dass viele Leute sich das anhören werden. Ich denke sowieso: egal was die Sportfreunde machen, das wird doch ohnehin gekauft wie blöd. Was macht die Plattenfirma da für eine Aufregung? Ich habe das Gefühl, ihr könnt machen was ihr wollt, und die Leute finden euch toll!
Rüde: Ja so ist es nicht! Und ich bin froh darüber, dass es Leute gibt, die uns offen ihre Meinung sagen, und ich find's genau so toll, dass es viele Leute gibt, die mit dem, was wir machen, was anfangen können und uns vertrauen, dass das eine gute Platte wird, und dass wir weiter was zu sagen haben.
Macht euch die ganze Promo noch Spaß, oder ist das inzwischen ein notwendiges Übel geworden? Ihr gebt ja immerhin heute zum Beispiel schon den ganzen Tag Interviews!
Rüde: Ich finde das super, dass sich überhaupt so viele Leute für uns interessieren. Und zu manchen Uhrzeiten krieg ich keinen ganzen Satz mehr raus.
Flo: Das ist ja im Sinne unserer Sache. Und je mehr Leute sich interessiert zeigen an unserem Ding, desto mehr Möglichkeiten haben wir, das zu verbreiten, hinter dem wir zu 100% stehen. Aber ich will jetzt hier mal eins feststellen: Der Rüdiger wird so ab Sechs/halb Sieben ganz grantig.
Och, ich finde ihn gerade sehr friedlich Und es ist nach halb Sieben!
Flo: Ja, aber wenn ich ihn kurz was frage, wird er immer gleich ganz forsch!
Rüde: War ich das?
Flo: Du hast jetzt schon zum dritten Mal im Laufe unserer Promotour gesagt, ich dürfe dich nicht unterbrechen.
Rüde: Ja, aber der Flo hat so die Eigenschaft, den ganzen Tag über Schmarrn zu machen, und wenn man dann bei ...
Flo: Ich wollte dir doch nur ein Getränk besorgen. schmollt ein wenig
Rüde: Das ist nichts Negatives. Aber der hat eine unheimliche Gabe, den ganzen Tag Schmarrn zu machen. Aber wenn man dann bei 800 Scherzen und Scheißdreckschoten am Tag bei dreien sagt: "Bitte Flo, ich brauche jetzt meine Ruhe!" Dann ist das gleich ein persönlicher Affront gegen den Saubatz.
Flo: Zeig dich nicht so aggressiv mir gegenüber! Und du au net! Sagt er zu mir gewand und lacht sich kringelig
Hat sich eigentlich euer Verhältnis zu den Fans verändert? Habt ihr noch Kontakt zu ihnen?
Flo: Es passiert immer noch, dass wir nach einem Konzert zu ihnen rausgehen. Mir passiert's, dass mir Fans wild winken, ich schon in meiner Hosentasche nach nem Stift krame, um dann zu hören: "Kannst du mal Peter und Rüdiger rausholen?" Dann geh ich traurig zurück und sag's den beiden. Ooooooh Die gehen dann aber immer noch raus. Fannähe ist uns immer noch sehr wichtig, und wir versuchen, das zu praktizieren, wo's auch geht. Aber es ist oftmals auch wirklich anstrengend. Vor allem für Peter und Rüde ist das zum Beispiel echt schwer, sich Konzerte anzuschauen. Oder wie siehst du's? Siehst du das genau so? In etwa so wie ich? Denkst du da genau so, wie denkst du eigentlich?
Rüde: Also, ... muss schon wieder an sein Handy. Um eine Geburtstagsparty vorzubereiten, enthüllt Flo das Geheimnis und freut sich mit einem Pumuckl-Lachen darüber. Rüde versucht, wieder den Faden zu finden. Ich sag's jetzt noch mal und zwar ein l-e-t-z-t-e-s Mal! Der Grund, warum wir ab der zweiten Tourwoche so tiefe Augenringe haben, ist, dass wir uns ständig auf irgendwelche Feste mitschleifen lassen und dann bis zum Morgengrauen feiern. Weil wir ständig Leute kennen lernen und dann mit denen rumfeiern. Ich find's total wichtig, Leute zu treffen, die auf unsere Konzerte gehen und dann mit denen zu ratschen. Das sind ja auch meistens total nette Leute. guckt Flo an Du warst auch schon auf vielen Festen dabei, brauchst gar nicht so zu tun!
Flo: Ich bin aber auch ein total schöner Mensch!
Rüde: Das stimmt absolut.
Flo: Ich wollte eigentlich sagen, ein netter Mensch, denn darum ging's ja grad.
Rüde: Das mit dem nett kann ich so nicht ganz unterschreiben, schön schon.
Wisst ihr eigentlich, was der Peter das letzte Mal über euch gesagt hat?
Rüde: Unser Peter?
Ich hab ja schon mal ein Interview mit euch gemacht, aber da bist du abgehauen, Flo!
Flo: Wieso denn, weil du frech warst?
Nö! Du bist einfach nicht mehr wiedergekommen ... vom Klo.
Flo: Vom Klo? Da war ich tatsächlich kacken ... bitte nächste Frage!
Auf jeden Fall hat der Peter da über euch gesagt, der Flo sei wie ein Presslufthammer, und der Rüde wie eine Friedenstaube.
Flo: Schöner Vergleich, den ich so unterschreiben kann.
Rüde: Wobei ich Friedenstauben irgendwie eklig finde. Ich mag Tauben nicht, kann die nicht ausstehen. Aber ich bin das versöhnliche Element in der Band, das stimmt schon. Und der Flo ist schon eher so ein Haudrauf-Typ.
Anderes Thema: Wie fühlt man sich, wenn man ratzfatz riesige Hallen füllt?
Rüde: Man fühlt sich einfach nur noch gut. Aber es stimmt nicht ganz, dass es ratzfatz passiert.
Ich meinte im Vorverkauf.
Flo: Ja, das freut uns natürlich und bestätigt uns in dem, was wir machen. Das heißt ja, dass es viele Leute gibt, die sich mit unserer Musik identifizieren können. Wie siehst du's Rüde?
Rüde: wirkt etwas abwesend Du hast uns echt zu einer ganz schwierigen Zeit erwischt! Ja ich find's halt Wahnsinn, was für einen Zuspruch wir für die Tour bekommen. Mich freut's wenn ich davon höre, aber es ist kein Bestandteil meines Alltags. (ich mache zwischendurch ein Foto) Wie blöd sieht dass denn jetzt aus? Anschließend reden wir über das überdimensionale LAUT-Mikro. Naja, wie gesagt, ich finde das super, aber ich denk mir nicht jeden Tag geil, soundsoviel Tickets sind jetzt rausgegangen, das ist halt für den Abend immer ein ganz tolles Erlebnis.
Was sind für euch die negativen Seiten auf Tour?
Flo: Mir fallen nicht viele ein, außer, dass man für lange Zeit von seinen Freunden außerhalb der Band getrennt ist. Aber da ja die Band selbst auch meine Freunde sind, vermisse ich eigentlich auf Tour überhaupt nichts. Vielleicht meine Geschwister.
Rüde: Ich find's super, das ist immer die Zeit, nach der ich mich sehne. Konzerte spielen, viele Leute treffen, das ist einfach eine Wahnsinns-Zeit. Irgendwann ist man völlig erschöpft, total durch, fix und fertig, und da gibt's so Momente, wo man zwischen Realität und Traum nicht mehr unterscheiden kann, wenn man zum Teil nur noch im Fahren schläft, in irgendwelchen Städten aufwacht, Leute kennen lernt ... Man verabschiedet sich wieder von denen und trifft sich meist nicht mehr. Das ist so unglaublich flüchtig und schnell alles. Das ist einerseits total schön, aber andererseits bringt's einen auch durcheinander. Ich kann mir vorstellen, dass eine Band, die zwei Jahre auf Welttournee geht, danach psychisch am Ende ist. Aber für sechs Wochen ist es super und wir haben einen riesen Spaß. Wir haben super Leute dabei und in jeder Stadt Freunde, die wir da treffen. Auf Tour zu sein, ist ein ganz spezieller Gefühlszustand. Das kann man nicht nachvollziehen, wenn man das noch nicht gemacht hat. Ein Rausch nach dem anderen.
Was war das letzte Konzert, auf dem ihr wart?
Rüde: The Darkness!
Ich muss schmunzeln
Rüde: Da gibt's nichts zu lachen! Ich finde die Platte wahnsinn! Die haben auch was total Humorvolles, aber ich bin mir sicher, dass die ihre Musik lieben und die ernst meinen. Ich finde die super!
Wer sucht denn eigentlich die Schauspielerinnen für eure Videos aus, ihr habt da ja immer so ein schönes Mädchen dabei!
Rüde: Das sind natürliche Schönheiten.
Flo: Wir wollen da nicht so Supermodels mit Beinen bis unter die Achseln. Aber meist sucht die Produktionsfirma ein paar Mädels aus, von denen wir eine aussuchen, das sind immer ganz nette.
Rüde: Wir sind in der privilegierten Situation, uns dann Mädels auszusuchen, das ist Luxus, ein Traum.
Wir reden ein wenig übers Video
Rüde: Diese ganze U-Bahn-Szene ist ein Bild für den Alltag, in dem jeder aneinander vorbei läuft, jeder für sich lebt, und keiner achtet auf den anderen. Ich kann das jetzt grad nicht erklären, Flo kannst du das?
Flo: Ja, der Ansatz stimmt doch. Die U-Bahn ist einfach ein kalter Ort der Zwischenmenschlichkeit. Wir wollen ja, dass die Leute netter miteinander umgehen.
Sie reden wieder ein bisschen durcheinander.
Ich habe ohnehin das Gefühl, dass eure Musik, eigentlich euer gesamtes Auftreten das Ziel hat, mehr Menschlichkeit oder mehr Freundlichkeit zwischen den Menschen zu propagieren.
Flo: Die Frage ist, Rüdiger: Ist das aufgesetzt oder ist das eine ehrliche Haltung von euch?
Rüde: Mir ist das natürlich wichtig, dass man okay miteinander umgeht. Nicht als Konzept. Ich finde es wichtig, dass man in einer respektvollen Weise miteinander umgeht. Ich sage das auch jemandem, wenn er mir auf die Nerven geht. Aber ich versuche, die guten Seiten an einem Menschen zuerst zu sehen. Miesepetertum ist eine Charakterschwäche. Man sollte immer versuchen, mit den Leuten okay umzugehen, das ist wohl die Haltung, unter der wir unsere Lieder schreiben.
Ok, dann bin ich mit meinen Fragen am Ende. Es war mir ein Vergnügen mit euch zu reden!
Flo: Vielen Dank!
Endlich ist der lange Interviewtag vorbei, aber Rüde lässt es sich nicht nehmen, mich noch mal eindringlich zu fragen, ob ich das Album wirklich so schlecht fände. Natürlich nicht! Aber man wird doch mal provozieren dürfen!? Außerdem sind die Sportfreunde immer noch die allernettesten, süßesten, knuddeligsten, ähm, naja, die besten Interviewpartner, die man weit und breit finden kann. Ich komme gerne wieder. Vielleicht laufen wir uns ja wieder über den Weg ... zum Beispiel auf der nächsten Tour? Ich würde mich freuen. Das nächste Mal werde ich euch drücken. Das ist eine Warnung!
Zwei charmante junge Männer warten auf mich in der Bar des superstylishen "Hotel Chrystall" in Köln. Der Dritte im Bunde muss leider ein Parallelinterview geben. Aber es sollte auch mit Peter (Gesang und Gitarre) und Flo (Schlagzeug) ein interessantes, sehr nettes Interview werden.
Hallo ihr beiden, lasst uns anfangen! Und da fing das Problem schon an; Ich konnte meine erste Frage nicht lesen. Das hat Flo kein Stück gestört. Er schnappte sich den Zettel mit den Fragen, behauptete das super lesen zu können und fing an Peter zu interviewen.
Flo: Was ist Musik für euch? Was kann Musik? Peter: Musik ist Euphorie und Musik kann auch der Lebensunterhalt sein ... für manche Menschen. Musik ist mein ein und alles. Flo: In wie weit schreibst du deine eigenen Lieder unter dem Aspekt, dass du deine Stimmung verändern willst oder musst? Peter: lacht Stand das da? Sieht mich fragend an.
Ist schon OK, macht weiter
Peter: Ich ähm, kannst du das noch mal wiederholen? Flo: Also ich hab jetzt natürlich aus deiner Antwort meine Frage entworfen... Peter: Ok, das ist jetzt quasi ein Gespräch was hier entsteht. Ja, es ist halt so, dass Lieder aus Stimmungen heraus entstehen. Also, wir Sportfreunde versuchen ja sehr emotional an Lieder heranzugehen. Das ist Musik, die aus dem Moment entsteht, aus einem Gefühl heraus. Und insofern sind Stimmungen sehr wichtig und beeinflussen Lieder und deren Entstehung sehr. Flo: Es ist aber nicht so, dass du dann sagst ich muss mich jetzt verändern, weil ich grad in so ner schwierigen Stimmungslage bin und greif deswegen zur Gitarre um mich aufzuheitern, das passiert selten, oder ist das auch manchmal so? Peter: Ich will mich auf keinen Fall verändern, weil ich ziemlich perfekt bin. In den verschiedensten Lebensbereichen. Alle fangen an zu schmunzeln. Neee, das ist halt einfach so: Manchmal greift man zur Gitarre. Weil einem danach ist, weil man schlecht drauf ist oder weil man gut gelaunt ist und dann spielt man vor sich hin und dann entstehen manchmal Lieder. Flo setzt zur nächsten Frage an, aber ich will jetzt auch mal zum Zug kommen.
Wann setzt du dich eher hin, wenn du schlecht, oder wenn du gut gelaunt bist?
Peter: Oft ist es ja so: Wenn man echt super gelaunt ist, dann macht man andere Sachen, als dass man im Stübchen sitzt und Gitarre spielt. Zum Beispiel mit Kumpels unterwegs sein und wilde Dinge tun und so weiter. Aber es ist halt meisten so ein extremes Gefühl, was halt dann in einem Lied verarbeitet wird.
Ich hab gelesen, ihr meint, dass man mit Musik "korrekte Einstellungen" verbreiten kann. Kann man Leute, die total anders denken überhaupt erreichen? Hören die sich das dann überhaupt an?
Peter: Es kommt drauf an, in wie fern man die Musik überhaupt verbreiten kann. Also wenn du jetzt auf MTV läufst oder so... Wir haben ja gerade das Glück, dass unsere Single da läuft, dann hast du zumindest sehr viel Publikum. Ob die sich das bewusst anschauen, das ist ne andere Frage. Aber allein durch Interviews oder irgendwas, wenn n Bericht über dich abgedruckt wird. Und ich find es schon ne Aufgabe: Wenn du in der Öffentlichkeit bist, dich dann auch zu äußern. Über irgendwelche Themen, die einem wichtig sind. Viele Menschen würden wahrscheinlich gern was sagen, haben aber nicht die Möglichkeit.
Was sind die Themen, die euch am wichtigsten sind?
Peter: Keine Ahnung. Also wir drücken uns ja schon allein durch unsere Lieder und deren Inhalte aus. Und da ist ein sehr wichtiges, ja schon zentrales Thema Freundschaft. Aber auch einfach so ein Lebensgefühl zu vermitteln, was auch ein Zusammengehörigkeitsgefühl schaffen kann, wenn die Leute darauf einsteigen.
Was man ja auch bei euren Konzerten merkt
Peter: Genau. Und damit können dann wieder andere Situationen gut gemeistert werden, weil man das halt mitnimmt. Andererseits ist es uns auch wichtig zu einem Thema wie Ausländerfeindlichkeit und Rassismus zu äußern, in nem Lied wie "International".
Ihr habt auch mal in nem Interview behauptet, dass Vergleiche von Bands die Vielfalt zerstören. Aber das kann ja auch einen Anhaltspunkt zu geben, wie eine Band, grad eine Neue, klingt. Bei eurem neuen Album bin ich zum Beispiel manchmal versucht zu schreiben "die Fetten Brote des Indie-Rock". Ich weiß nicht, ob ihr mir dafür eine hauen würdet!?
Flo: Jaaaa, vielleicht ne leichte... Peter:Also ich mag Fettes Brot zum Beispiel sehr gern, weil die es geschafft haben totalen Scheiß zu machen, aber auch Aussagen zu bringen, die ihnen wichtig sind, das halt zu verbinden. Das wollen wir zum Beispiel auch. Wir wollen Lieder machen wie "10:1", wo totaler Müll drin vorkommt, Stücke wie "Independent", "International", "Der Fortschritt", aber auch so romantische Sachen wie "Ein Kompliment". Also es soll eine Vielfalt an Inhalten sein. Ähm, wie war gleich wieder die Frage ... ach, mit dem Vergleichen ... ja, das find ich auch in Ordnung, dass hat uns anfangs auch geholfen, dass wir mit Tocotronic und den Sternen verglichen worden sind. Und n Vergleich ist auch OK, aber was nicht OK ist, ist dass geschrieben wird "ja, die machen ja nur nach" oder "das ist halt billiges Abkupfern". Das nervt. Es spricht einem Eigenständigkeit ab und da sind wir dann extrem unfreundlich. Flo: Da werden wir sehr giftig! Und übrigens, ich würd dir natürlich nie eine hauen, auch keine Kleine.
Dankeschön! Alle müssen lachen.
Peter: Ey, wollen wir Kaffee trinken? Habt ihr Bock?
Peter holt Kaffe und albert mit dem nach Kaffee riechenden Teewasser rum
Was hört ihr zu Hause für Musik und was läuft im Tourbus? Gibts da manchmal Streit?
Flo: Nö, überhaupt nicht. Wobei ich eher für die härtere Ganghart zuständig bin. Meine Lieblingsband ist zum Beispiel Helmet. Momentan hör ich auch gerne die neue Rival Schools. Dann hören wir auch sehr gerne Eins Zwo, es läuft bei uns meistens Weezer im Tourbus. Rüdigers Sammlung von Soundtrack Of Our Lifes-Cds darf nicht fehlen. Find ich ja urlangweilig. Dann haben wir immer was von Elvis mit und der Peter bringt natürlich immer seine komplette Buffalo Tom-Sammlung mit in den Bus und dann darf jeder mal DJ spielen. Ich leg auch mal Notwist auf. An dem Punkt merken wir, dass wir musikalisch nicht auf einen Nenner kommen und ich ne Oasis-Zicke wäre. Und sie mich trotzdem mögen.
Mögt ihr lieber Festivals oder Clubkonzerte?
Flo: Klischeehafte Antwort: Es hat beides seine Vor- und Nachteile!
Danke, genau solche Antworten möchte ich immer am liebsten hören!
Flo: Nee, man kann das nicht so sagen. Das ganz große Open Air kann ne tolle Atmosphäre und Stimmung verbreiten. Aber auch das kleine Clubkonzert, das kann dann auch so was ganz Heimeliges haben. Peter: Wir haben schon mal bei Rock am Ring gespielt und da war das ganze Zelt leer... Weil noch kein Einlass war! Das ist hart! Flo: Das war 1996, die haben immer gesagt: Fangt schon mal an, die kommen gleich... nach drei Liedern... Peter redet ihm ins Wort, Flo schmollt kurz und geht dann zu dem andern Interview, das parallel mit Rüde geführt wird.
Tschüss!
Peter: Endlich ist er weg!
Komm, jetzt hauen wir schnell alle Fragen runter! Wechselt ihr eure Setlist eigentlich immer noch ständig, früher habt ihr das ja bei jedem Konzert gemacht!
Peter: Ey, es gibt nichts schlimmeres, als mit dem Flo über ne Setliste zu diskutieren, das ist Wahnsinn, das macht mich so fertig. Ich beteilige mich da nicht mehr.
Du sagst da jetzt also gar nichts mehr zu?
Peter: Ich sag, was wir spielen, also!
Bist also der Setlistendiktator!?
Peter: Genau, weil das echt zum Kotzen ist. Der flippt völlig aus, fühlt sich persönlich angegriffen, wenn man sagt 'das eine Lied spielen wir doch nicht' und dann fängt er an zu flennen. Man hängt halt an gewissen Liedern und wenn sich das nicht überschneidet, dann isses blöd. Wir können ja auch nicht so lang spielen, weil wir dann körperlich am Ende sind.
Wie lange schafft ihrs denn?
Peter: So ne Stunde und 15 Minuten. Aber die Strokes schaffen es ja nur 45 Minuten.
Geht ihr denn heute Abend zu den Strokes?
Peter: Ja.
Ihr habt also nichts gegen so gehypte Bands? Manche Leute werden ja auch schnell davon abgeschreckt.
Peter: Ich war auch anfangs total genervt davon, dann fand ich die Platte aber halt echt leider super. Ich hätte sie auch gern scheiße gefunden, aber das geht nicht.
Ich hab die Strokes auch erst nicht gehört und als sie mir dann mal jemand ganz vorgespielt hat, dachte ich: Man, das ist ja echt gut... und das hab ich jetzt Monate lang verschmäht...
Peter: Mir gings genau so. Mich hats total angekotzt, was da so geschrieben wurde. Aber es ist ne geile Platte.
Wir reden ein bisschen über das Aussehen der Bandmitglieder. Dann zeigt Peter auf das Musik Express Cover, auf dem Fran Healy, Sänger von Travis, abgebildet ist.
Peter: Wie findeste den?
Der ist niedlich!
Peter: Stimmt, das ist genau das Wort. Aber der ist auch echt süß!
Travis erinnern mich live auch - vor allem von der Stimmung her - an euch. Bei beiden ist immer alles so lieb...
Peter: Wir können auch ätzend sein! Nee, es ist schon wichtig, da ne gute Stimmung zu machen...
Wie bedankt ihr euch denn bei nem besonders guten Publikum?
Peter: Flo hat da so nen Zettel neben dem Schlagzeug liegen, da steht drauf: 'Ihr seid das beste Publikum, das wir jemals hatten! Vielen Dank'. ...und das sagt ihr dann jedes Mal?
Peter: Fast! Muss jetzt lachen.
Ihr Schweine
Peter: Nee, wir sind halt ehrlich! Und wenns schlecht war sagen wir: 'Das war gar nix von Eurer Seite. Wir waren super, aber ihr wart schlecht.' Nee, es gibt halt gute Konzerte und schlechte Konzerte. Es wär ja auch irgendwie komisch, wenn jedes Konzert super wäre. Aber so spezielle Konzerte, da bemerkt man's auch wenn's super war! So wie am Bizarre-Festival zum Beispiel. Das war einfach umwerfend. Unglaublich. Schön.
Was war das letzte Konzert, auf dem ihr wart?
Peter: Notwist hab ich gesehen. Die lästern ja zum Beispiel über so Bands wie wir... wie uns, ach, wie wir sie darstellen.
Das ist ja fast schon wie das Gedisse beim HipHop...
Peter: Das nervt völlig, natürlich!
Nerds, die sich über Bands, die Spaß machen lustig machen!
Peter: Genau, aber das ist halt wunderschöne Musik. Slut mag ich auch gern.
Warum wollen Leute eigentlich Autogramme?
Peter: Ich weiß auch nicht. Ich finds echt komisch wenn ich dann da so Peter hin schreib. Da steht halt dann Peter auf so nem Blatt!? Ich kann da auch nicht nur meinen Namen drauf schreiben, weil ich das so blöd finde. Ich mein der hat halt so nen Blatt, wo halt Peter drauf steht. Deswegen schreib ich dann immer noch was dazu. Das dauert dann immer so lang. Ich schreib dann "in ewiger Liebe" und so Zeug halt. Und "Forever".
Und verschenkst dann Rosen?
Peter: Und ich hab dann schon so nen Bauchladen dabei, ich bin top vorbereitet. Ist halt blöd, wenn dann keiner was will. Ich geh immer nach den Konzerten durchs Publikum und manche schauen dann blöd und denken sich 'was will er denn?'... alle gehen halt, schon peinlich...
Hat sich das Verhalten von anderen euch gegenüber verändert, seit ihr groß und berühmt seid?
Peter: Öhm, ich überleg grad. Ich weiß gar nicht. Manchmal sprechen mich junge Leute an, die auch in ner Band spielen und finden mich toll. Weil ich ja auch in ner Band spiel, die so 'n bisschen was erreicht hat. Das ist dann für mich komisch, weil ich bin ja deshalb nicht toller oder was. Also schon sautoll halt, also schon ganz oben, aber da geht halt nichts mehr noch höher. Weißt du was ich meine.
Aber dann könnteste denen ja theoretisch sagen, wos lang geht. Und das weißte jetzt trotzdem nicht, denn den Stein der Weisen haste nicht gegessen.
Peter: Na, ich weiß es schon ... aber will es nicht verraten. Ich bin da sehr egoistisch.
So Nachwuchsbands sind ja schon eher beschissen
Peter: Braucht man auch nicht. Es gibt ja n Paar Bands und das reicht.
Es gibt ja euch ...
Peter: Ja, Stimmt. Und unser Rezept verraten wir auch erst, wenn wir alt sind.
Das ist ja wie bei Asterix und Obelix mit dem Zaubertrank!
Peter: Ja, stimmt, das darf nicht verraten werden. Der Flo ist übrigens auch früher mal in so nen Topf geflogen. Aber ... ey, der hat ja echt keinen Bock mehr, der ist echt gegangen und hockt jetzt da bei dem anderen Interview!
Wahrscheinlich war er eingeschnappt, weil ich ihn nicht weiter die Fragen stellen lassen habe
Peter: Das war auch ätzend von dir.
Ok, Tschüss, ich gehe dann...
Peter: Hey ich wollt jetzt noch mal was sagen. Ich glaube nicht, dass sich so viel verändert hat, weil wir sind ja jetzt nicht irgendwie.. Strokes oder Alanis Morissette oder so was. Und wir sind ja jetzt auch nicht so Stars oder so was. Deshalb sind alle so nett wie vorher.
Verarscht ihr euch eigentlich gern mal gegenseitig auf Tour?
Peter: Ja, das ist total wichtig, find ich. Jeder hat so komische Eigenarten, die sich da so entwickeln, wenn man unterwegs ist. Rüde ist ein total lieber Kerl, aber er kann sich halt nichts merken, der vergisst alles, also der nimmt halt auch nie was mit auf Tour und so. Wir sind mal nach Hamburg geflogen und da waren wir am Vorabend der Echo-Verleihung bei so nem Fund-Raising-Dinner eingeladen. Da sind auf jeden Fall Peter Maffay und alle... wasweißich. Und wir haben halt auch an so nem Tisch gesessen und Rüde ist eingelaufen mit seiner komischen Hippie-Schlaghose, nem Regencape, in dem er ne EC-Karte drin stecken gehabt hat und das war's. Mehr hat er nicht dabei gehabt ... das war Wahnsinn. Wir müssen beide lachen. Das ist schon lustig, aber auf Dauer ist es so anstrengend.
Da müsst ihr ihn dann immer ein bisschen an die Hand nehmen ...
Peter: Aber es bringt natürlich auch Spaß!
Was macht ihr dann mit ihm?
Peter: Verzweifeln ... naja, wir dulden ihn, weil er so nett ist. Und weil er der einzige ist, der Fußorgel spielen kann, was total wichtig ist für uns. Du hast super Schuhe, übrigens! Mit original güldenen Schnürsenkeln... aber schau dir meine mal an... mit Klettverschlüssen!
Von Puma! Die hatte ich als Kind auch immer. Wir können ja nen Schuhtausch machen!
Peter: Nö, lass das mal!
Ich will meine ja auch behalten. Beschreib mal die anderen in einem Wort. Und weil sonst keiner da ist ... dich auch gleich, bitte!
Lange Pause Peter: Das ist ja echt schwierig ... in einem Wort!? Flo: Presslufthammer. Rüdiger: Taube. lacht
Erklärung!!!
Peter: Ja, so peace und so. Und Presslufthammer, weil der Flo halt immer stresst! Der verursacht halt Kopfschmerzen. Das ist alles sehr übertrieben. Die sind saunett und so!
Ich weiss doch, dass ihr euch gerne mögt!
Peter: Die sind auch total wichtig. Aber alleine wärs geiler. Ich hätte mehr Kaffee und mehr an Getränken... und ich selbst: Cheffchen.
Diktator, Diktator der Setlist.
Peter: Das würde mir gefallen. Na, einer muss ja auch sagen was los ist.
Na, mal halblang. Eigentlich habt ihr ja das Image, dass ihr sehr liebe Menschen seid. Findet ihr das OK oder nervt euch das auch manchmal, würdet ihr gerne mal mehr Variationen da drin haben?
Peter: Ich merk echt, wie ich ätzender werd.
Oh ja, ich auch. Bestimmt fängste gleich an mit den Zuckerwürfeln hier zu werfen ...
Peter: Ja, nee, manchmal lass ich mich echt so voll labern von so Idioten, aber ich kann dann nicht weg gehen. Von so Deppen, die einem irgend nen Scheiß reindrücken. Zum Beispiel nach Konzerten. Und dann würde ich echt gern sagen: Hey, lass mich einfach in Ruhe und halt die Fresse. Manche kommen her und labern einen total voll. Das ist wirklich selten. Meistens sind die nett, ich mach das auch gern - so nachm Konzert labern. Ich finds zum Beispiel schlimm, wenn man nachm Konzert keinen Kontakt mehr hat mit den Leuten. Das stell ich mir auch total krass vor bei Superstars, die so abgeschottet sind und die null Kontakt haben. Ein bisschen labern ist meistens total nett, sich n bisschen auf die Schulter klopfen lassen und so, und aber auch sagen dich hab ich doch gesehen, du warst geil. Aber manchmal ist das auch blöd, weil manche Leute denken, dass sie über mich verfügen können, weil ich auf der Bühne stehe und dann ein Mensch des öffentlichen Leben bin. Bei uns ist es ja noch nicht so schlimm. Aber ich kann mir jetzt vorstellen, was mit wirklich Prominenten Menschen los ist. Das ist echt krass. Ich hab so'n bisschen Kontakt mit Mehmet Scholl und das ist schon krass. Du magst den? Willst du ihm was aufschreiben, ich geb ihm das dann? Der bringt jetzt übrigens auch ne Compilation raus. Die heißt "vor dem Spiel ist nach dem Spiel", weil der hört halt immer so vor dem Spiel so ne Musik.
Lest ihr euch eigentlich die Artikel, die über euch geschrieben werden durch? Was haltet ihr davon, dass darin auch ein Image von euch aufgebaut wird?
Peter: Ja, wenn man das zu Gesicht bekommt, dann schon. Auch wenn wir auf Tour sind isses interessant was so in den örtlichen Sachen drin steht! und auch das mit dem Image ist wichtig.
Habt ihr das Gefühl, dass ihr die Kontrolle darüber verliert?
Peter: Also ich hab mir bisher noch nie gedacht 'was is'n das Krasses, das ist ja völlig daneben'. Aber das hängt auch damit zusammen, dass wir nicht interessant sind für Zeitschriften wie Bravo oder so was, weil die machen dann glaub ich irgendwas aus Dir, wo Du dann keinen Bock drauf hast, oder so Boulevard-Zeugs, aber da musst du schon sehr berühmt sein. Ich freu mich schon, wenn irgendwie irgendjemand was aus uns machen will, was wir nicht sind. Wir wissen ja, dass wir auf der guten Seite sind.
Was heißt Mut für dich?
Peter: Für mich heißt es, auf das zu scheißen, von dem man eingetrichtert bekommen hat, dass man es tun soll. In allen Bereichen, z.B was du aus deinem Leben machen willst. Und das zu tun, worauf du wirklich Bock hast. Für mich war es ne Riesenüberwindung mich zum ersten Mal auf die Bühne zu stellen und zu singen. Ich wollte aber total und das war ne totale Überwindung. Und dann aber auch... richtiger Mut. Man kann sich wunderbar so durchs Leben schlängeln ohne anzuecken. Richtiger Mut bedeutet, in irgendwelchen Momenten das zu sagen, was man wirklich denkt, auch wenns unangenehm wird. Solche Menschen bewunder' ich eigentlich.
Die Fußballhymne für 2006 von den Sportfreunden - wie würde sich das anhören?
Peter: Arbeitstitel: "Elf Freunde müsst ihr sein". Aber ob man jemals wieder an "Three Lions" rankommt? (Hymne der Engländer von den Lightning Seeds, Anm. d. Red.) Das ist ja DAS Fußballlied, das ist so was von überragend! Wenn wir das schreiben sollten dann müsste das in der Tradition von Michael Schanze und Nationalmannschaft oder Udo Jürgens und Nationalmannschaft, so Ole Espana und so Zeug... Ja, wir sind dran.
Mit Mehmet Scholl im Duett?
Peter: Nee, ich weiß nicht ob der singen kann ... aber ich kanns ja auch nicht. Also, wir machens im Duett. Er macht dann den Hip Hop-Part.
Auf eurem neuen Album "Die gute Seite" hab ich keinen Song mit nem Sportthema gefunden. Hab ich mich verhört? Oder ist da wirklich nichts drauf.
Peter: Hat dir was gefehlt?
Nee, nicht wirklich. Ist mir aber aufgefallen, im Gegensatz zum letzten Album.
Peter: Wir haben uns als wir die Lieder geschrieben haben nicht so Gedanken gemacht, was das jetzt für Themen beinhalten sollte. Und deswegen dachten wir uns: Mein Gott, wenn nichts kommt, dann kommt nichts. Und das wär ja blöd, so ein Duplikat von der ersten Platte.
Och, aber alles in allem, vor allem musikalisch hat sich aber nicht so viel geändert seit dem letzten Album. Es ist immer noch so ein riesiges Mitsingpotenzial da. Arbeitet ihr denn darauf hinaus, dass man mitsingen kann?
Peter: Ja, es sind immer noch wir! Das entsteht einfach so. Und das stimmt, dass der Stil jetzt nicht anders ist. Das wollten wir auch so. Wenn man Bock drauf hat und einem das Letzte nicht mehr gefallen hat, dann ist das OK. Aber mein Gott, das ist halt die Musik, die wir machen ... und wenn wir uns mal verändern, dann verändern wir uns. Aber jetzt war's halt nicht so.
Gibt es trotzdem irgendwas wo ihr sagt: Da haben wir uns definitiv weiterentwickelt?
Peter: Ich find eigentlich nicht. Der Unterschied zur ersten Platte ist, dass der Zeitraum kürzer war, in dem die Platte entstanden ist. Wir haben jetzt so fünf, sechs Monate für die Lieder gebraucht und dann noch die Aufnahmen. Und bei der ersten Platte waren das vier Jahre!
Wo kommt der Titel vom neuen Album - "Die gute Seite" - her?
Peter: Ganz klassisch, Titeltrack "Auf Der Guten Seite", wir wollten aber die Platte nicht haargenau so nennen, sonder ein bisschen neutraler "Die Gute Seite". Außerdem liegt uns das Lied so am Herzen liegt und weil das so ein lustiger Begriff ist, denn: Wer ist auf der guten Seite? Das haben wir ja eigentlich vorhin schon mal diskutiert.
Was machen eigentlich ausgerechnet Echt und die Emil Bulls in eurem Video zu "Ein Kompliment"?
Peter: Also die Idee und die Geschichte zu dem Video stammt vom Flo und erst wollten wir das alleine machen und dann kam die Idee, dass man andere Bands einladen könnte. Wir haben überlegt, wen wir einladen könnten: Die Ärzte, Fettes Brot, die haben leider kurzfristig abgesagt, genau wie die Donots. Und letztendlich haben die Echten und die Emil Bulls mitgemacht, was wir superlustig finden. Da geht's auch nicht um ne musikalische Zusammenarbeit, sondern darum, eine Geschichte umzusetzen. Ich find das nach wie vor noch total witzig, wenn ich seh wie die das Lied singen.
Was ist denn dein Lieblingskompliment?
Peter: Boah hey, da gibts so viele! Meines ist: "Hey, du hast nen super Körper."
Ihr habt ja in Wien ein Valentinstagskonzert gespielt. Mögt ihr solche Sachen wie den Valentinstag, wo man auf Knopfdruck lieb zu jemand sein muss?
Peter: Ich mags gar nicht, ich versag auch regelmäßig in solchen Sachen. Ich find das total schlimm, ich find, dass man dafür keinen Anlass braucht. Aber ich fand die Idee von dem Konzert lustig, die Leute habe ja die Karten gewonnen, indem sie fm4 (österreichischer Radiosender, Anm. d. Red.) ein Kompliment gesagt haben. Und das war sauwitzig.
Und was wäre ein Kompliment an eure Fans?
Peter: Ihr seid die besten, ihr seht super aus. Und könnt toll tanzen. Danke dafür. Und ihr könnt super springen.
Oh, ja, Stagediven geht bei euch super!
Peter: Bist du gestagedived? Im Prime Club? Aber da grabschen doch alle immer, wenn da son Mädel springt!?
Nö, überhaupt nicht.
Peter: Geil is, wenn son Mädel auf der Bühne steht und 'n Typ. Dann ist die die ganze Menge zu dem Mädel hin. Und er landet halt aufm Boden.
Ihr müsst los, oder? Dann wünsch ich euch noch nen schönen Abend und danke fürs Interview, hat Spaß gemacht!
Das Interview führte Vicky Butcher
| Do | 18.07.2013 | Sportfreunde Stiller Deichbrand Festival (Cuxhaven) | |
| Fr | 19.07.2013 | Sportfreunde Stiller Das Fest Karlsruhe (Karlsruhe) | |
| Fr | 09.08.2013 | Sportfreunde Stiller Open Flair (Eschwege) | |
| Sa | 07.09.2013 | Sportfreunde Stiller Fritz - Die Neuen DeutschPoeten (Berlin) | |
| Mi | 23.10.2013 | Sportfreunde Stiller A-Eisenstadt (Cselly-Mühle) | |
| Do | 24.10.2013 | Sportfreunde Stiller A-St. Pölten (Warehouse) | |
| Fr | 25.10.2013 | Sportfreunde Stiller A-Linz (Posthof) | |
| Sa | 26.10.2013 | Sportfreunde Stiller A-Innsbruck (Treibhaus) | |
| Mo | 28.10.2013 | Sportfreunde Stiller Augsburg (Kongress am Park) | |
| Di | 29.10.2013 | Sportfreunde Stiller Ravensburg (Oberschwabenhalle) | |
| Mi | 30.10.2013 | Sportfreunde Stiller Saarbrücken (Garage) | |
| Do | 31.10.2013 | Sportfreunde Stiller München (Alte Kongresshalle) | |
| Mo | 11.11.2013 | Sportfreunde Stiller Bamberg (Hegelsaal) | |
| Di | 12.11.2013 | Sportfreunde Stiller Würzburg (Posthalle) | |
| Mi | 13.11.2013 | Sportfreunde Stiller Erlangen (E-Werk) | |
| Do | 14.11.2013 | Sportfreunde Stiller Erfurt (Stadtgarten) | |
| Sa | 16.11.2013 | Sportfreunde Stiller Leipzig (Haus Auensee) | |
| So | 17.11.2013 | Sportfreunde Stiller Chemnitz (Arena) | |
| Mo | 18.11.2013 | Sportfreunde Stiller Rostock (Ospa-Arena) | |
| Mi | 20.11.2013 | Sportfreunde Stiller Bremen (Schlachthof) | |
| Do | 21.11.2013 | Sportfreunde Stiller Dortmund (FZW) | |
| So | 24.11.2013 | Sportfreunde Stiller Bielefeld (Ringlokschuppen) | |
| Mo | 25.11.2013 | Sportfreunde Stiller Wiesbaden (Schlachthof) | |
| Di | 26.11.2013 | Sportfreunde Stiller Ulm (Roxy) | |
| Do | 28.11.2013 | Sportfreunde Stiller Rosenheim (Ballhaus) | |
| So | 01.12.2013 | Sportfreunde Stiller Hannover (Capitol) | |
| Mo | 02.12.2013 | Sportfreunde Stiller Kiel (Max) | |
| Di | 03.12.2013 | Sportfreunde Stiller Lüneburg (Vamos) |
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