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Wenn Olli Parton und Beau Frost nicht gerade mit ihrem roten Ford Transit, dem Café Nirvana, Runden auf der Erdumlaufbahn drehen, hampeln sie wahrscheinlich durch das eigene Wohnzimmer und üben Tanzschritte. So weit der erste Eindruck, den ihre sehr trashige Single "TipTop" und das dazugehörige Video, im Stilmix aus buntem Zeichentrick und einer der ersten Raumschiff Orion-Folgen, erwecken. Wendet man den Blick von den mitreisenden Cowgirls in goldenen Hotpants ab, so zieht es das Augenmerk auf ein nicht minder interessantes Objekt: Das Bundesland Bayern.
Die Diskodadaisten Olli und Beau stammen nicht nur beide von dort, sondern teilen ehedem sogar dieselbe Kinderstube. Die Künstler indes drücken es so aus: "Uns haben wir im letzten Moment beim Kleinigkeiten shoppen kennengelernt und eine abstammungstechnische Kongruenz festgestellt, welche uns vor dem Herrn als Brüder ausweist." Vor dem geschichtsträchtigen Einkauf lenkt ein anderes Ich namens Peter Brugger noch Beau Frosts musikalische Aktivitäten und präsentiert sich bis heute als Gitarrist und Sänger bei den Sportfreunden Stiller seinem Publikum.
Olli Parton, seinerseits spießiger Freak und ebenfalls Musiker, schnappt sich im Februar 2006 seinen kleinen Bruder, den er liebevoll Health Maniac nennt, und tritt mit ihm unter dem Namen TipTop beim Bundesvision Song Contest an. Für ihre Heimat holen sie bei Stefan Raabs Bonsaiversion des kitschigen europaweiten Wettbewerbs den siebten Platz. Damit haken sie in Rekordzeit die Wiederbelebung von Major Tom ab. Nebenbei kreieren sie noch eine kinderfreundliche Mutante des Macarena-Tanzes und treten vor einem Millionenpublikum auf. Fehlt nur noch ein Album. Das steht ab März 2006 in den Plattenläden - und weil TipTop ihren Bandnamen so geil finden, heißt es ebenfalls ... Na? Genau!
Der Sportfreunde-Ableger über den Tiptop-Tanzschritt, Angela Merkels Optimismus, Stefan Raab und die Wok-WM.
TipTop vertreiben die musikalische Endzeitstimmung aus den Charts. Olli Parton sprach mit uns über Angela Merkel, die Schminkgewohnheiten seines Bruders Beau Frost (Sporti Peter Brugger), Stefan Raab und die Wok-WM.
Nach den Bolzplatz-Heroes öffnet nun der zweite Ableger ein neues Kapitel in Sachen Sportfreunde Stiller-Sound. TipTop heißt das trashige Pop-Nebenprojekt von Sportis-Sänger Peter Brugger, das bei Stefan Raabs Bundesvision Song Contest für Bayern an den Start ging.
Auf eurer Homepage schreibt ihr, dass TipTop sich beim "Kleinigkeiten shoppen kennengelernt und eine abstammungstechnische Kongruenz festgestellt" haben ... Woran hast du deinen Bruder eigentlich erkannt?
Olli: Ich weiß auch nicht. Das muss irgendwie an seinem Kaufverhalten gelegen haben. Da habe ich erkannt: "Boah, das is' ja mein Bruder, ey!" Wir hatten natürlich vorher schon bestimmte Hinweise, aber als wir dann shoppen waren, haben wir uns erst mal richtig kennengelernt. Es gibt ja einen Unterschied zwischen 'kennen' und 'kennen'. Du denkst, du kennst jemanden und gehst einmal mit ihm shoppen und hast auf einmal ein ganz anderes Bild von dem Menschen.
Was machst du, wenn du nicht gerade im TipTop-Bus durch das All fliegst? Was bist du von Beruf?
Ich würde mal sagen: Musiker. Künstler. Brauchst du jemanden, ey, rufst du Olli Parton an, ey!
Habt ihr beiden noch mehr Geschwister?
Ja, wir haben noch eine Schwester. Und einen Bruder. Der heißt N.D. Sicher und ist eigentlich auch ein Teil von TipTop.
Aber mit auf die Bühne nehmt ihr ihn nicht?
Nein, aber er ist durch eine Brüder-Zugehörigkeit quasi ständig präsent. Der muss dafür sorgen, dass alles sicher ist. Sicherer Auftritt und so weiter. Der checkt das immer alles.
Wie kommt es, dass ihr euch als Brüder beide der Musik widmet?
Keine Ahnung, vielleicht ist man als Kind in so ne Notensuppe gefallen. So was kommt vor, ey. Ich nehme da zum Beispiel Mozart. Der hatte ja auch eine Schwester, die musikalisch sehr begabt war.
"TipTop" ist ja eigentlich nur ein Stück von unserem Album, da kann man noch ganz verschiedene Sachen drauf hören. Im Fall von "TipTop" ist es natürlich Absicht. Man will ja seine eigenen Kriterien erfüllen und bastelt so lange daran rum, bist es geil ist. Und dann stehst man da und denkt: "Um Gottes Willen, was habe ich denn da jetzt für ein Lied." Und dann musst man sich natürlich überlegen: "Sind die Massen dafür bereit?"
Und, sind die Massen bereit?
Die Massen haben auf diese Band gewartet. Das Land braucht mehr TipTop, das Land braucht überhaupt mal TipTop. Man kann ja schon fast ein gewisses Depri-Grundfeeling in der Hitparade feststellen. Alle Bands sind verzweifelt, haben einen langen steinigen Weg und solche Geschichten. Dagegen muss man doch irgendwas unternehmen. Da kommt der neue Optimismus, den man momentan auch in der Politik findet.
Ach ja? Eigentlich wird doch immer noch rumgejammert ...
Olli: Aber unsere neue Kanzlerin zum Beispiel, die hat gesagt: "Hey, da müssen wir was machen. Nicht nur was ausdenken, auch mal realisieren!"
Und du glaubst, mit Angela Merkel wird alles gut?
Ey, hab ich das gesagt, oder wie? Leg mich hier nicht falsch aus! Das war nur ein Beispiel dafür, dass andere eine ähnliche Kampagne fahren. Andere Bands, so wie Angela halt.
Was haben wir bei all dem ganzen Optimismus vom Album zu erwarten?
Erst einmal ist sonst überhaupt nichts wie unser erstes Lied. Natürlich haben die anderen Lieder auch Texte und Melodien, insofern sind sie natürlich so wie "TipTop". Aber man darf sich zum Beispiel auf Country freuen, wir haben auch wunderbare Balladen und Texte am Start, bei denen Heinrich Heine sagen würde: "Das ist wirklich interessant."
Warum seid ihr beim Bundesvision Song Contest für Bayern angetreten? Was schätzt ihr an eurem Heimatbundesland?
Wir dachten uns einfach: "Hey, wie geil, am Tag darauf kommt unsere Single raus, und da können wir uns wunderbar dem ganzen Deutschland präsentieren." Ach ja, und Bayern. Da stand eben unsere Wiege, und wenn man gefragt wird, tritt man halt für seine Heimat an. So ist das ja organisiert.
Also alles nur Promo für die Single?
Es ist ein geiler Auftritt. Und wenn du Musik machst, willst du ja auch auftreten. Je größer, um so besser. Was hältst du von Stefan Raab?
Ich kann nur sagen: "Stefan, vielen Dank." Stefan hat einfach die Zeichen der Zeit richtig gedeutet und hat TipTop eingeladen. Stefan Raab organisiert auch solche Spektakel wie die Wok-WM und das Promi-Springreiten. Kannst du dir vorstellen, bei so einem Event teilzunehmen?
Ich bin zwar wahnsinnig cool, aber auf einer komischen Pfanne irgendwo runter zu rutschen oder in einer Badehose von so einem Ding ins Wasser runter zu springen, das muss ich nicht unbedingt haben. Ich weiß nicht, wie Beau Frost darüber denkt. Er kommt ja von der Sportfraktion, vielleicht fährt er ja drauf ab. Ha, ist ja lustig! Auf dem Wok voll abfahren, oder was!
Wo wir gerade von Beau Frost sprechen: Warum entfernt er sich deiner Meinung nach mit TipTop stilistisch so extrem von den Sportfreunden Stiller?
Vielleicht ist da ja eine andere Persönlichkeit, die in ihm steckt, würde ich vermuten. Vielleicht hat die mit TipTop jetzt gerade ihr Coming Out.
Man darf uns mit so kleinen puscheligen Tieren vergleichen, die da so überall rumliegen. Wo die Leute gerne hingehen und ein bisschen "Eieiei" machen. Musikalisch vielleicht mit einer mittelafrikanischen Folkloregruppe. Gar nicht vergleichen darf man uns mit einem Haufen Scheiße oder so. Wer hat euch beide eigentlich gestylt, ihr selbst?
Klar, Spieglein an der Wand und so.
Wie sieht es mit der Schminke aus? Kann Beau Frost mit seinem Kajal umgehen, oder ist ihm das noch zu riskant?
Ich habe ihm ein kleines Anfänger-Set gekauft. Es sieht zwar immer noch so aus, als wäre er irgendwo reingefallen, aber er arbeitet dran. Und ich gebe ihm fleißig Ratschläge. Zum Video: Was macht ihr eigentlich mit so vielen Mädels im Bus?
(Lacht) Ich habe keine Ahnung. Das muss am Bus liegen, der um die Erde kreist und dabei seine Schallwellen aussendet. Die Mädels werden da einfach irgendwie angesaugt. Was machen wir mit denen? Wir geben denen was zu Essen und zu Trinken, aber sonst Fun, Fun, Fun halt.
Damit meinst du wahrscheinlich eure Choreographie. Hat sich der Move schon in den Tanzlokalen durchgesetzt?
Da ich ja normalerweise nicht durch Diskotheken ziehen, habe ich keine Ahnung. Aber ich glaube, die Tanzschule von Detlef D. Soost bietet den TipTop-Tanzschritt schon deutschlandweit an. Zumindest wird sich der Tanz in Zukunft für die Sechs- bis Zwölfjährigen etablieren. So, Schluss jetzt. Was willst du den Menschen da draußen noch Wichtiges mitteilen?
TipTop ist top!
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