Nein, auch sie werden nicht für immer jung bleiben. Zur Veröffentlichung des Debüts allerdings erregt ihre Jugend (vor allem die der Bassistin und Backgroundsängerin Charlotte) den ein oder anderen Redakteur des NME. Das britische Magazin füllt Woche für Woche die Seiten mit dieser wahnsinnig tollen, wahnsinnig jungen, wahnsinnig agilen Band.
Pech gehabt, ihr alten Typen. Denn die süße Charlotte Cooper ist mit Sänger und Gitarrist Billy Lynn liiert, inzwischen sogar verlobt. Recht simpel vervollständigt sich das Bandgebilde mit Billys Bruder Josh Morgan. Alle drei stammen aus Welwyn Garden City, das 30 Minuten nördlich von London liegt. Ihr fragt euch jetzt sich: Brüder mit unterschiedlichen Nachnamen? Ja, Billy nennt sich nach seinem großen Vorbild - dem Großvater.
Alles beginnt wie so oft: Billy und sein Bruder klimpern Nirvana- und Punk-Songs nach. Die drei haben auch nie Unterricht an ihren Instrumenten, sondern bringen sich alles selbst bei. Dann jammen sie unter den unmöglichsten Namen (Mustardseed, Platypus). Als die Band jedoch beginnt, in kleinen Clubs aufzutreten, muss ein ordentlicher Name her. The Subways klingt für den Frontmann naheliegend, denn U-Bahn-Tunnel erscheinen ihm als einzig angenehmer Zufluchtsort zwischen Schule und Arbeit.
Mit ihren Live-Shows erspielen sie sich erste Fans, die Debüt-Single läuft erstmals im landesweiten Radio bei John Peel. Der beste Ausgangspunkt für eine junge Band. Der NME, die Q und sogar die Sun, die sich ansonsten nur für Charlottes kurze Röckchen interessiert, küren sie zur Single der Woche. Für ihr Debüt-Album "Young For Eternity" entert die Band mit dem Ex-Lightning Seeds-Kopf Ian Broudie das Studio. Das Beste an diesem Producer sei, dass er wisse, wie wichtig der "Rauheits-Aspekt" einer Band sei, erklärt Billy. Das hört man den Subways, die zum Zeitpunkt des Releases einen Altersschnitt von gerade mal 18 Jahren aufweisen, auch deutlich an.
Die Scheibe erntet schnell Lob und fährt so manche passable Chartplatzierung ein. "Rock & Roll Queen" und "Oh Yeah" mutieren sogar zum Dauerrenner in der Indie-Disco. Natürlich begibt man sich auf Tour, unter anderem mit Billy Talent oder den Foo Fighters. Dank einer clever geplanten Werbe-Aktion landen "She Sun" und "Rock & Roll Queen" dann auch im Fernsehen, unter anderem zur Untermalung von Rimmel-Werbeclips. Letztgenannte Nummer gibt es ebenfalls im Film Stirb Langsam 4.0 zu hören.
Im Sommer 2008 erscheint die Single "Alright" und gewährt erste Einblick in das Zweitwerk "All Or Nothing", produziert von Butch Vig, der zuvor bereits für Nirvana, Smashing Pumpkins, Sonic Youth und Garbage vor den Reglern saß. Doch allzu glatt verläuft die Zeit zwischen Debüt und Nachfolger nicht: Sänger Billy Lunn erkrankt an Stimmbandknötchen und muss sich einer OP unterziehen. Der Eingriff verläuft jedoch gut und der Frontmann gesundet wieder ganz. Außerdem trennen Lunn und Charlotte sich, die musikalische Zusammenarbeit beeinflusst das laut eigener Aussage jedoch nicht.
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