Porträt

laut.de-Biographie

Queen Latifah

Sie ist Pionierin im Hip Hop-Geschäft, Songwriterin, Schauspielerin, Autorin, Talk-Masterin. Sie blickt auf die obligatorische Verhaftung wegen Tätlichkeiten, Schusswaffen- und Marihuanabesitzes und Fahrens unter Alkoholeinfluss zurück, betreibt ein Label, eine Künstleragentur, konzipiert eine eigene Kosmetikserie: Was fehlt einer Frau wie Queen Latifah, die einen Emmy, einen Grammy, eine Oscar-Nominierung und einen Stern auf dem Hollywood Walk Of Fame besitzt? "Schlaf!", so ihr im Interview mit craveonline.com verzweifelt geäußerter Wunsch. "Ich hab' davon gehört: Diese sagenumwobene Sache, von der die Leute reden. Besonders solche, die nicht arbeiten, scheinen eine Menge darüber zu wissen."

Queen Latifah - Trav'lin' Light Aktuelles Album
Queen Latifah Trav'lin' Light
Stevie Wonder und andere Größen neben der Hip Hop-Queen.

Dana Elaine Owens kommt am 18. März 1970 in East Orange / New Jersey als Tochter einer Lehrerin zur Welt. Sowohl der Vater als auch der große Bruder sind Cops: Schon früh wird Dana demnach mit verschiedenen Sichtweisen auf den Alltag in Großstädten konfrontiert, was sich später in ihren Texten und ihrem Style niederschlägt. Als Dana acht Jahre alt ist, trennen sich ihre Eltern. Ein Cousin verpasst ihr den Spitznamen Latifah, ein arabischer Ausdruck für "zart" oder "empfindsam". Dana entwickelt sich zu einem vielseitig interessierten Kind: Neben ersten Musical-Auftritten spielt sie zu Highschool-Zeiten eine tragende Rolle im schuleigenen Basketball-Team.

In den 80er Jahren breitet sich das Hip Hop-Fieber aus und erwischt auch Dana, deren Karriere als Angestellte einer Burger-Kette nicht von Dauer sein soll. Sie legt sich den Alias Queen Latifah zu und steigt, zunächst als Human Beatbox der Rap-Crew Ladies Fresh, ins Rap-Geschehen ein. 1988 kommt dem Produzenten DJ Mark The 45 King ein Demo-Band zu Ohren, das er umgehend in die Hände Fab Five Freddys, des Hosts von "Yo! MTV Raps", spielt. Dieser knüpft den Kontakt zu Tommy Boy Records: Als eine der ersten weiblichen MCs hat Queen Latifah einen Plattenvertrag in der Tasche.

Der Debütsingle "Wrath Of My Madness" von 1988 folgt im Jahr darauf der erste Longplayer. "All Hail The Queen" trägt Latifah von Fans wie Kritikern begeisterte Reaktionen ein. Sie kollaboriert unter anderem mit De La Soul, Monie Love und KRS-One. Queen Latifah zählt gemeinsam mit DJ Mark The 45 King zur Flavor Unit. Nach Marks Abgleiten in die Drogenabhängigkeit übernimmt sie die Crew und wandelt sie in eine Künstleragentur um. In den Stall von Flavor Unit Entertainment gehören unter anderem Naughty By Nature, LL Cool J, Monica und SWV. Darüber hinaus gehört Queen Latifah zu den prominentesten Mitgliedern der Native Tongues Family, die mit positiven, afrozentrischen Texten einen Gegenpol zum sich rasant ausbreitenden Gangsta-Rap setzt.

1992 legt Queen Latifah "Nature Of A Sista" nach. Es soll ihr letztes Album bei Tommy Boy sein: Das Label zieht es vor, ihren Vertrag nicht zu verlängern. "Black Reign" erscheint 1993 unter dem traditionsreichen Dach von Motown und enthält mit "U.N.I.T.Y." die Single, die Queen Latifah einen Grammy für die beste Solo-Rap-Performance einträgt. Ebenfalls 1993 gründet Latifah mit Flavor Unit Records ein eigenes Label.

Die Musik bleibt allerdings nich Latifahs einziges Standbein: Sie verlegt sich darüber hinaus auf die Schauspielerei. Erste Rollen übernimmt sie Anfang der 90er: Sie ist unter anderem in Spike Lees "Jungle Fever", in "Juice" oder "House Party 2" zu sehen. Ab 1993 spielt Queen Latifah die Hauptrolle in der Fernseh-Sitcom "Living Single", die bis 1998 ausgestrahlt wird, und zu der sie zudem die Titelmusik beisteuert. Latifahs Auftritt in "Set It Off" oder "The Bone Collector" an der Seite Denzel Washingtons und Angelina Jolies katapultiert sie endgültig unter die ernst zu nehmenden Schauspieler.

In "Set It Off" spielt sie die Rolle einer lesbischen Frau, was später oft Anlass zu Spekulationen über ihre sexuelle Orientierung führt. "Kann eine Frau nicht stark, selbstbewusst und kompetent sein, ihre eigenen Geschäfte führen, mit ihrem Körper klar kommen, eine überzeugende Rolle in einem Film spielen, wissen, was sie will und wie sie es bekommt, ohne gleich homosexuell zu sein?", erregt sie sich in ihrer Autobiografie. "Come on!" Dennoch findet die Lesben- und Schwulenbewegung in Queen Latifah stets eine starke Mitstreiterin.

Besagte Biografie erscheint 1999 unter dem Titel "Ladies First: Revelations Of A Strong Woman". Queen Latifah verarbeitet darin unter anderem den Tod ihres Bruders, der bei einem Motorradunfall ums Leben kommt, und ihr darauf folgendes persönliches Tief inklusive Depression und Drogensucht. Mit "Queen Of The Scene" verfasst Latifah 2006 ein weiteres Buch, diesmal für die Hände von Kindern bestimmt.

Ihr viertes Hip Hop-Album präsentiert Queen Latifah 1998 mit "Order In The Court". Bereits hier zeichnet sich aber eine Hinwendung zum Gesang ab. Latifah arbeitet unter anderem mit Faith Evans und Pras von den Fugees zusammen. Darüber hinaus ist sie in zahllosen Film- und Fernsehproduktionen (darunter "Stranger Than Fiction", "Scary Movie 3" und "Hairspray") zu sehen und in "Ice Age 2" als Stimme des Mammuts Ellie zu hören. Von 1999 bis 2001 hostet sie mit "The Queen Latifah Show" eine eigene Talkrunde. Für ihre Rolle als Mama Morton in der Verfilmung des Musicals "Chicago" wird Queen Latifah 2002 für einem Oscar nominiert. Im gleichen Jahr erscheint mit "She's A Queen" eine Sammlung ihrer Hits.

Queen Latifah beteiligt sich an etlichen Soundtracks von Filmen, in denen sie mitspielt. So geschehen in "Living Out Loud", in dem sie eine Jazz-Sängerin darstellt. Eine nahezu prophetische Angelegenheit: Für ihr nächstes Album verlässt Queen Latifah nämlich die rauen Hip Hop-Gefilde und interpretiert Jazz- und Soulstandards, unter anderem von Screamin' Jay Hawkins, Al Green, The Mamas & The Papas, Bill Withers und Joe Zawinul.

"Diese Musik steckte schon lange in mir, sie ist ein Teil von mir", erklärt sie gegenüber artistdirect.com die Intention hinter "The Dana Owens Album". "Ich habe lange auf die Gelegenheit zu singen gewartet. So war ich, bevor Queen Latifah daher kam - ich war Dana Owens. Dann startete das Rap-Ding durch, aber jetzt, wo es wieder um Gesang geht, ist es Zeit, zum Eigentlichen zurück zu kehren, zu Dana. In jedem stecken verschiedene Persönlichkeiten, und irgendwie fühlt es sich so an, als sei das hier wirklich ich."

"Trav'lin' Light" erscheint 2007 bei Verve und schlägt in die selbe Kerbe: Diesmal sind es Nummern, die vor Queen Latifah beispielsweise Nina Simone, Phoebe Snow, Ella Fitzgerald und Roberta Flack interpretierten. Unter den namhaften Musikern, die der Sängerin den Rücken frei halten, finden sich George Duke und Joe Sample. Mit einem von Stevie Wonder beigesteuerten Mundharmonika-Part in "Georgia Rose" erfüllt sich Queen Latifah einen lange gehegten Traum.

Alben

Videos

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