- Top 100
- Redaktionsempfehlungen
- Zuletzt gehört
Format
Playlist
Aktuelle Sendung
SeitHomepage:
Im Jahr 1986 erscheint in der Bostoner Times eine Anzeige, in der Charles Thompson (alias Black Francis) und Joey Santiago, zwei Studienfreunde von der University of Massachussets, einen Bassisten suchten, der sowohl Hüsker Dü als auch Peter, Paul And Mary mögen soll. Kim Deal (auf den ersten beiden Platten noch als Mrs. John Murphey) meldet sich der Legende nach als einzige auf die Anzeige obwohl sie nicht einmal einen Bass besitzt, geschweige denn, dieses Instrument beherrscht. Ihre Schwester Kelley stellt die Klampfe zur Verfügung und soll eigentlich den Drummer der Band stellen, ein Angebot, dass sie dankend ablehnt.
So schwingt sich ein Bekannter Kim Deals hinter die Felle, David Lovering komplettiert die Pixies. Dieses Lineup soll sich über die Jahre nicht ändern. Den Namen entlehnt Santiago einem Wörterbuch und zu Beginn nennen die Vier sich für eine kurze Zeit Pixies In Panoply. Schon bei ihrem ersten Gig, nachdem sie ca. einen Monat lang in Loverings Garage geübt haben, spielen sie mit "Here Comes Your Man" einen ihrer größten Hits.
Bei einem Supportgig für Throwing Muses sieht der Produzent Gary Smith die Gruppe und ermöglicht ihnen die Aufnahme eines Demotapes. 17 Songs nehmen sie im Fort Apache Studio für "The Purple Tape" auf. Die Session dauert drei Tage und kostet 1.000 Dollar, die Summe übernimmt Francis' Vater. Acht der Stücke landen auf der ersten Veröffentlichung der Band, der EP "Come On Pilgrim" aus dem Jahr 1987, der Rest erscheint auf die späteren Alben verteilt.
Eines dieser lila Tapes fällt auch Ivo Watts-Russel in die Hände, der die Pixies nach anfänglichem Zögern an das Label 4AD bindet. Mit ihrem ungestümen Rock, den brachialen Tempowechseln und den sägenden Gitarrenriffs werden sie zu der Independentband überhaupt. Kurt Cobain wird später erklären, dass er einen Song wie "Smells Like Teen Spirit" ohne die Inspiration der Pixies nicht hätte schreiben können: "I was trying to write the ultimate Pop song, I was trying to rip off the Pixies". Ob es ihm gelungen ist, sei dahingestellt. Fest steht, dass die Pixies mit "Debaser", "Here Comes Your Man", "Monkey Gone To Heaven", "Gigantic" und "Where Is My Mind?" zeitlose Indie-Klassiker produziert haben.
Ein Jahr nach der ersten EP erscheint mit "Surfer Rosa" der erste Longplayer der Gruppe, an den Reglern sitzt Steve Albini. Wieder halten sich die Pixies nicht lange im Studio auf, in vierzehn Tagen ist alles im Kasten. Das Album begeistert die Kritiker, die Musikzeitschriften Melody Maker und Sounds zeichnen es als "Album des Jahres" aus. Der Erfolg ermöglicht der Band einen Wechsel zu Elektra.
Mit diesem Album im Gepäck erobern sie Großbritannien im Sturm. Während ihrer ersten Tour spielen sie auf Einladung der Radiolegende John Peel eine erste Session in den BBC-Studios. Sie kehren noch fünf Mal in die heiligen Hallen des Beeb zurück, auch das eine Wertschätzung des künstlerischen Schaffens der Pixies. Mit einem fetten Budget im Rücken und Gil Norton als Produzent verziehen sich die Vier noch im Herbst 1988 wieder ins Studio, um das zweite Album "Doolittle" aufzunehmen.
Auch wenn die Pixies immer noch nach den Pixies klingen, hört sich der Sound doch etwas cleaner, glatter an als noch auf dem Debüt. Hier finden sich Hits wie "Debaser", "Here Comes Your Man" oder "Wave Of Mutilation". Ebenfalls einzigartig für die Kobolde: David Lovering singt mit "La La Love You" seinen einzigen Song auf dieser Platte. Die Single "Monkey Gone To Heaven" beschert der Band ihren ersten Top-Ten-Hit in Großbritannien und es zeichnet sich ab, dass die Gruppe in Europa erfolreicher sein wird als in den USA.
Trotz des Erfolgs, auch "Doolittle" wird von den Kritikern gefeiert, wachsen die Spannungen in der Band, vor allem zwischen Deal und Francis, dem Kopf der Band. Als sie ihre 1989er Tour beenden, sind alle Mitglieder so entnervt, dass sie beschließen, sich eine Auszeit zu gönnen. Als Konsequenz aus den Streitigkeiten gräbt Francis Deal immer mehr das Wasser ab. Auf dem dritten Full length der Band, "Bossanova" von 1990, findet sich kein einziger Song aus der Feder der Bassistin. Stilistisch geht es jetzt in Richtung Surfrock.
Obwohl der Knatsch weiterhin besteht und Deal sich immer wieder durch quertreiberische Aktionen wie zum Beispiel einseitige Bandauflösungserklärungen in Szene zu setzen versucht, erscheint 1991 mit "Trompe Le Monde" das vierte Album in vier Jahren. Eine Neuerung hält der Sound bereit: erstmals wird ein Keyboard bei den Pixies eingesetzt. Die Kritiker überschlagen sich zwar nicht mehr, aber die Fans bleiben der Gruppe treu. Während einer Tour mit U2 1992 wachsen die bandinternen Spannungen so sehr, dass die Band eine weitere Auszeit beschließt.
Im Januar 1993 verkündet Black Francis das Ende der Band in einem Interview mit der BBC. Die Band erfährt vom Split durchs Radio und erhält nach dem Interview einen Anruf (Santiago) respektive ein Fax (Lovering, Deal) mit dem entsprechendem Statement. Kim Deal zögert nicht lange und ruft Tanya Donelly von den Throwing Muses an. Sie gründen die Breeders und schließen zusammen mit Kims Schwester Kelley da an, wo die Pixies aufgehört haben. Und Black Francis veröffentlicht seitdem Platten unter dem Namen Frank Black, ohne jedoch an den kommerziellen Erfolg der Pixies anknüpfen zu können.
1995 gründet Deal mit The Amps das Nebenprojekt vom Nebenprojekt. David Lovering schlägt derweil eine ganz andere Richtung ein und betätigt sich als Zauberer, unterstützt aber auch Tanya Donelly auf ihren Soloalben an den Drums. Santiago hilft Black auf einem Album aus, arbeitet als Studiomusiker und gründet die Band The Martinis.
Im Jahr 2002, also 16 Jahre nach der Bandgründung, veröffentlicht Cooking Vinyl die damals unter dem Namen "The Purple Tapes" verschickten Bewerbungsaufnahmen neu. Auch wenn sich Gitarrero Joey Santiago im laut.de-Interview eher reserviert gibt, stellt diese Veröffentlichung doch so etwas wie einen Sonnenstrahl im Tal der verlorenen Hoffnungen dar. Kommen die Pixies vielleicht doch nochmal zusammen?
In der Tat. Im September 2003 streut Black, der nie aufgehört hat, Pixies-Songs live zu spielen, erste Gerüchte, es noch einmal wissen zu wollen. Am 2. Februar 2004 folgt die Bestätigung: Eine offizielle Pressemitteilung aus dem Hause Black kündigt die Wiedervereinigung mit den alten Mitstreitern an. Dabei gehen sie clever vor. Keine großmäulige Albumankündigung, nein, eine schlichte Reunion-Tour soll es werden. Das Medienecho ist riesig, die Freude bei den Fans ebenso.
Das erste Konzert der Pixies findet im April im Fine Line Café, Minneapolis, Michigan statt. Sie spielen 26 Songs in 90 Minuten. 26 Songs, die direkt nach dem Ereignis auf CD gebrannt und in einer limitierten Auflage von 500 Stück angeboten werden. Die Pixies touren wie wild, grasen Amerika ab, spielen die großen europäischen Festivals, gejagt und vergöttert von der Presse. Auch wenn Frank Black inzwischen rund wie eine Billardkugel ist und Kim Deal der jahrelange Alkohol- und Drogenmissbrauch ins Gesicht geschrieben steht - es sind immer noch die Pixies und sie haben nichts verlernt.
Ende 2004 erscheint, zunächst exklusiv auf iTunes, dann auf dem Soundtrack zu "Shrek 2", der neue Song "Bam Thwok!", der ziemlich verstörend klingt. "We enjoy being in a band together again", verrät der Dicke in einem Interview. Und: "We haven't jammed, I don't really know what it would sound like. Joey told me not to worry about it. He said: 'Just write some songs and the Pixies will make it sound like the Pixies.'"
Die Veröffentlichung der Doku-Charakter aufweisenden Tour-DVD "Loudquietloud" widerspricht diesen Zitaten, da sie alle vier Bandmitglieder als äußerst verschiedene Individuen porträtiert. So gehen denn auch alle Musiker wieder eigene Wege, bis im Frühjahr 2009 die Kunde einiger Festivalauftritte so plötzlich vom Himmel fällt wie fünf Jahre zuvor. Ob sie es wollen oder nicht: Die Album-Nachfragen erhalten dadurch natürlich wieder neue Nahrung. Death to the Pixies? Never say never.
Ein Skype-Videointerview um Mitternacht mit Frank Black und Ehefrau (mit Clips).
Ein Skype-Videointerview. Kann man ja mal vereinbaren, auch wenn man davon keinen Schimmer hat. Aber wenn der alte Frank das kann und es auch noch selbst anbietet ... Der alte Frank, bekannt als Pixies-Legende, Singer/Songwriter und neuerdings als eine Hälfte von Grand Duchy, lebt mit seiner Frau Violet und fünf Kindern in Portland.
Weil da wenig Zeit für Promotion bleibt, so erklären die beiden später, habe man sich eine Webcam gekauft, diese im Keller an den Rechner angestöpselt und dem Label verklickert, dass man fortan nur noch Skype-Interviews zu halten gewillt sei.
Zum vereinbarten Zeitpunkt (9 Uhr morgens hier, Mitternacht in Portland) tippe ich das Skype-Passwort der Familie Black in meine Tastatur und mache Bekanntschaft mit einer amerikanischen Mailbox. Eine halbe Stunde lang geht das so, dann gebe ich erstmal auf. Als es bei Blacks kurz vor eins ist, tauchen plötzlich zwei Gesichter auf dem Bildschirm auf und sprechen können sie auch.
Violet: Hello?
Hallo zusammen. Schön euch zu so später Stunde noch zu sehen.
Frank: Schön, wir sehen dich nicht. Sorry, ein paar unserer Kinder sind krank, mein Telefon erinnerte mich grade eben an das Interview.
Violet: Ja, bitte entschuldige die lange Wartezeit. Außerdem habe ich heute auch noch Geburtstag ...
Dann herzlichen Glückwunsch, übrigens auch zu eurer überraschenden Platte. Naiverweise ging ich davon aus, dass 2009 wieder ein Frank Black-Album voll sanfter, angenehmer Folk-Songs erscheinen würde.
Violet: Yeah, mehr davon!
Violet, wie hast du Frank denn davon abhalten können, ein neues Soloalbum aufzunehmen?
im Hintergrund hört man die Tastensignaltöne eines Telefons
Frank: Bitte entschuldige, ich schreibe gerade meinem Manager, dass das mit dem Interview geklappt hat.
Violet (zu Frank): Schreib ihm doch ne E-Mail. Okay. Also es gab im Vorfeld keinen Plan oder sowas, aber ich wollte schon mehr involviert sein als auf "Bluefinger" und "Svn Fngrs". Und irgendwie hab ich das Ruder dann wohl immer mehr an mich gerissen (lacht). Ich hatte jedenfalls nicht vor, ihn in Geiselhaft zu nehmen oder in eine neue Richtung zu drängen.
Wie viel Zeit hat die Platte verschlungen?
Frank: Im Ganzen gesehen waren es zwei Jahre, aber nicht durchgehend. Das geht ja gar nicht mit den ganzen Jungs hier.
Violet: Hier im Hintergrund liegt zum Beispiel Jack, der schläft gerade. Und davon gibts noch vier mehr. Ich glaube wegen seinen Geschwistern kann er gut bei Lärm schlafen.
Frank: Er ist auch schon die ganze Woche krank. Aber nochmal zurück zum Thema: Wir konnten die Platte nur in mehreren Schritten aufnehmen, also bei jedem neuen Energieschub.
Wie kann man mit fünf Kindern überhaupt eine Platte aufnehmen?
Violet: Tja ...
Frank: Es ist das totale Chaos.
Violet: Vor allem weil wir uns entschieden haben, die ganze Zeit bei ihnen zu sein und keine Au Pairs oder Kindermädchen zu engagieren. Die Kinder kommen an erster Stelle und das macht es schwer, sich Zeit für andere Dinge zu nehmen. Ich kann es noch gar nicht glauben, dass wir tatsächlich fertig geworden sind.
Eine Frage an euch beide: Wie schwierig ist es, mit derselben Person eine Platte zu machen, mit der man den ganzen Tag versucht, seine Kinder zu erziehen?
Frank: Naja, es gab einige Kämpfe im Studio. Oder besser: Auf dem Weg zum Studio.
Violet: Wenn es gut lief, war die Sache kurz vor der Ankunft ausdiskutiert und wir konnten reingehen und anfangen.
Frank: Aber manchmal mussten wir auch wieder umdrehen und wegen festgefahrener Positionen nach Hause zurück fahren. Eigentlich war es so wie in jeder Band.
Violet: Nein.
Frank: Nicht was meine Banderfahrung betrifft. Alle meine Bands haben darunter gelitten, dass wenig miteinander gesprochen wurde, wohingegen mit Violet ...
Violet: Wir reden den ganzen Tag.
Frank: Ja. Es gibt natürlich auch bei uns Missverständnisse, aber die rühren nicht daher, dass wenig gesprochen wird. Im Gegenteil. Im Hintergrund erklingt Kindergeschrei.
Ah, da wacht jemand auf.
Violet: Nein, das ist ein anderes.
Frank: Darf ich vorstellen? Lucy Berlin.
Hello Lucy. Äh, nochmal zur Platte: Der gitarrenlastige Opener eures Album verrät ja noch nicht die starke Hinwendung zu den später auftauchenden Synthie-Sounds. War das ein dramaturgischer Zug?
Frank: Also in Wirklichkeit ist das der einzige Song, auf dem ich überhaupt Synthesizer spiele. Ich hatte eine etwas anrüchige Zeile für Violet geschrieben, also noch anrüchiger als die, die im Song geblieben sind, aber die wollte sie dann nicht singen ...
Violet: Das war mir zu ...
Frank: Was sehr schade war, da ich es mag, wenn meine Frau sexy Sachen sagt. Sie meinte dann, ich sollte es besser selber singen und das tat ich dann auch. Es machte großen Spaß.
Violet: Klingt auch super so, finde ich. Aber nochmal zu deiner Frage: Das Intro besteht ja aus so einem wabernden Synthiesound.
Äh, ist mein Bild bei euch auch grade eingefroren?
Frank: Ja, aber kein Problem. Wir schauen dir direkt in die Augen.
Vielleicht können wir das gleich noch ändern.
Frank: Man könnte denken, du seist auf dem Mars, wo sich das Bild alle vier Sekunden ändert.
Violet, überlegst du dir deine Gesangs- oder Keyboardmelodien auf der Basis von Franks Gitarrendemos?
Violet: Unsere Songs sind in zwei Varianten entstanden. Entweder hatte ich ein paar Akustiksachen von ihm oder ich nahm eine Basslinie auf. Bei "Lovesick" und "Black Suit" gabs am Anfang nur den Bass, "Seeing Stars" oder "Come On Over To My House" starteten akustisch.
Frank: Well, manches in unserem Sound mag an die 80er Jahre erinnern, aber genau genommen transportieren wir nicht dieses 80er-Feeling, dem ich damals feindlich gegenüber gestanden bin. Bei uns ist mehr Pop und New Wave als ... Ich denke, mit den Pixies bekämpften wir damals Sachen wie ...
Violet: Huey Lewis.
Frank: Yeah, schlechten Heavy Metal. Diesen zeitgenössischen Pop Metal damals, diese Leute mit langen Haaren.
Violet: Poison.
Frank: Der Wave-Bezug bei uns kommt ganz klar von Violet. Sie liebt die Cars und Gary Numan ... was noch?
Violet: Das sind schon die wichtigsten.
Frank: Ich habe nichts gegen diese Sounds, hatte ich schon damals nicht. Aber ich komme eben aus der Gitarrenecke.
Violet: Ich muss aber auch sagen, dass ich nicht ganz nachvollziehen kann, dass einige unser Album als nostalgisch beschreiben, wo heute doch jede zweite Band Synthesizer benutzt. Außer in "The Long Song" sehe ich diese nostalgisch anmutenden 80s-Bezüge bei uns eigentlich nicht. Es war uns auch wichtig, ein bisschen zu experimentieren. Deshalb freue ich mich, wenn das Ergebnis eher schwer zu definieren ist.
Der 80s-Bezug könnte auch daher rühren, dass man manchmal bei deiner Stimme an Kim Deal denken muss, Violet.
Violet: Das verstehe ich ehrlich gesagt überhaupt nicht. Ich glaube auch nicht, dass es stimmt. Ich würde sagen, du lügst. (lacht)
Es ist halt so, dass Franks Stimme und sein Background bekannt sind und wenn du dann in einer etwas höheren Stimmlage mit ihm singst, kommen Erinnerungen hoch, selbst wenn man beides eigentlich nicht miteinander vergleichen kann.
Frank: Ich kann diese Vergleiche teilweise verstehen, weil beide keine hohen Stimmen haben. Sie bewegen sich beide eher im unteren Bereich, ähnlich einer Altstimme.
Violet: Okay, das kann man sagen. Vielleicht liegt es auch daran, dass wir beide sehr amerikanisch klingen, wir singen das "R" mit. Im Gegensatz zu vielen britischen Gruppen.
Und da wir gerade beim Thema sind: Frank, würdest du es als Segen empfinden, wenn nach dieser Grand Duchy-Platte die nicht enden wollenden Rufe nach einem Pixies-Reunion-Album urplötzlich aufhören würden?
Antwort, Teil eins:
Antwort, Teil zwei:
Als prägende Indie-Rock-Helden waren die Pixies schon Mitte der Achtziger ihrer Zeit weit voraus. Nun erscheint das allererste Demo der Band auf CD.
Rockstars bei sich zu Hause anzurufen ist nicht gerade ein Garant für ein gutes Interview. Auch Pixies-Gitarrist Joey Santiago (der auch noch im nachfolgenden Black Francis Solo-Projekts Frank Black & The Catholics die Klampfe bediente) hätte sich wohl lieber in seinen Fernsehsessel gehauen, anstatt sich mit jemandem aus Deutschland zu unterhalten. So war er eher kurz angebunden und LAUT für jeden ganzen Satz, der von L.A. aus die Ohrmuschel erreichte, dankbar.
Der Grund für dieses Interview ist die Veröffentlichung einer Pixies-CD mit alten Demoversionen. Ich bin mir sicher, dass du diese Frage heute schon einige Male gehört hast, aber wem nutzt diese Veröffentlichung eigentlich?
Ich beantworte diese Frage immer gleich und hoffe mal, dass ich das richtig tue: ich glaube es war die Idee unseres Managers, das Zeug zu veröffentlichen. Ich bin bestimmt nicht eines Morgens mit dem Gedanken aufgewacht, nun diese Demos zu veröffentlichen. Es ist eben eine Sache für die Hardcore-Fans. Die Sachen werden wohl kaum im Radio gespielt werden.
Naja, aber unter den Hardcore-Fans sind die Aufnahmen schon als "The Purple Tape" im Umlauf. Stimmt wohl, aber wenn sie das "Purple Tape" haben dann sind sie Diebe (lacht). Aber ich habe das Tape selbst nicht mal mehr. Ich hatte es mal, aber irgendwann war es dann ziemlich abgenutzt.
Hörst du dir oft die alten Sachen an, wenn es so abgespielt war?
Geht so, ich brauchte das damals um dazu zu proben.
Wenn du heute diese Aufnahmen hörst, wie fühlst du dich dann?
Alt. Ich war damals 21 und es macht eine Menge Spaß, die Sachen zu hören. Ich denke dann an unseren damalige Stimmung ... wie Charles (Thompson, aka Frank Black oder Black Francis, Anm. d. Red.) singt und wie wir es wirklich genossen haben, diese Musik zu machen. Das war eines der letzten Dinge, die wir genossen haben... (lacht)
Die Hauptaugenmerk der Öffentlichkeit lag immer auf Frank Black und Kim Deal, aber eigentlich hast du mit Frank die Pixies gegründet. Bist du enttäuscht, dass dein Name nicht so bekannt ist?
Ich denke er ist bekannt genug. Aber nein, das stört mich überhaupt nicht.
Die Beziehung zwischen Black und Deal war immer etwas schwierig. Wie wichtig war dein und David Loverings (Pixies Drummer) Anteil um die Band für eine solch lange Zeit am Leben zu halten?
Nicht sehr wichtig. Wir liebten es einfach, Musik zu spielen und endlich aus unseren Wohnungen zu kommen um die Welt zu bereisen. Das war alles eine Sache zwischen Kim und Charles. Ich habe mich aus ihren Problemen rausgehalten. Natürlich war es mir nicht egal, ich war ja mitbetroffen. Es war einfach traurig, dass sie andauernd Streit hatten. Wir hatten großen Erfolg und da gab es eben zwei unglückliche Leute, die nicht schätzten, wo sie angekommen waren. Naja, du weißt was ich meine: du spielst vor einer Menge Leuten, dein Album wird von den Kritikern umjubelt und zwei sind nicht glücklich. Da ist doch etwas falsch. Man dachte sich dann schon: Hey, wir haben eine gute Sache am laufen, warum seid ihr bitte unglücklich?
Frank Black hat den Pixies-Split in einem Radiointerview verkündet, ohne den restlichen Bandmitgliedern vorher etwas davon zu sagen. Hast du das Interview damals live am Radio gehört?
Nein, das war ein Interview im englischen Radio und ich war zu diesem Zeitpunkt in Rhode Island. Aber er hat mich danach angerufen und allen anderen ein Fax geschickt.
Warst du sauer auf ihn?
Glaub es oder glaub es nicht: ich war wirklich sehr erleichtert. Es herrschte immer ein bisschen eine schlechte Stimmung in der Band und nach jeder Tour hast du dich gefragt, ob es das jetzt gewesen war. Als schließlich das Unausweichliche passierte, war das ungefähr so: Ok, time to move on.
Die Pixies waren in England immer um einiges populärer als in den Staaten. Die neuen amerikanischen Rockbands wie die Strokes oder die Whites Stripes haben das gleiche Problem. Woran könnte das deiner Meinung nach liegen?
In England hat man eben viel mehr Magazine, die auch nicht wie bei uns monatlich erscheinen. Zum Beispiel erscheint der NME als ein großes und respektiertes Magazin wöchentlich, so hat man einfach mehr Raum, um eine größere Anzahl Bands abzudecken. Aber das ist nur eine Seite der Sache ... Die Strokes und die White Stripes schaffen es hier auch langsam ins Radio. Läuft solche Musik auch bei euch im Radio?
In Deutschland kaum. Hier gibt es nur eine Handvoll Radiostationen, die sich um diese Musik kümmern.
Ah, ok.
Nach den Pixies hast du eine Band namens The Martinis gegründet, deren bisher einziger Song auf dem "Empire Records"-Soundtrack erschienen ist. Gibt es die Band überhaupt noch?
Ja, die existiert noch, aber das ist ein langsamer und schmerzvoller Prozess, um die Dinge in die richtigen Wege zu leiten. Wir werden jetzt im Juli unser Album mixen lassen, aber das ist alles, was ich weiß.
Dann wird es wohl nächstes Jahr veröffentlicht?
Ja, höchstwahrscheinlich. Wir haben in Salt Lake City ein kleines Label gefunden, das uns gesignt hat.
Ich bin gespannt.
Das Interview führte Philipp Schiedel
Live In New Port (2006)
Pixies
(The Purple Tapes) (2002),
Complete B-Sides (2001),
Pixies at the BBC (live) (1998),
Death to the Pixies (1997),
Trompe le Monde (1991),
Bosanova (1990),
Doolittle (1989)
Come On Pilgrim (1987)
35,99 €
39,90 EUR
12,99 €
314,99 €
172,99 €
34,99 €
9,99 €
26,99 €
9,79 €
11,99 €
Etwas dröge Labelseite, wenig Infos.
http://www.4ad.com/artists/catalogue/pixies/index.htm
Besser gehts nicht: News, Message Board, Tour Infos und Setlists der Bostoner Heroes.
http://www.baileyswalk.com/
| Thema | Posts | Letzter Beitrag | |
|---|---|---|---|
| {ersteller.avatar} |
{thread.titel} {ersteller.name} |
{thread.antworten} |
{letzter.zeit} {letzter.name} |
|
Lieblingslied? RockBock |
11 |
30.01.10, 22:55 sheik yerbouti |
|
|
Neues Album Pumuckl |
5 |
02.11.06, 11:29 tightrope |
|
|
Where is my mind? Anonymous |
60 |
10.09.04, 17:44 GenderChanger |
Format
Homepage: